Hochtief-Debakel: Warum deutsche Firmen ein leichtes Übernahmeziel sind

Der Baukonzern Hochtief wehrt sich*verzweifelt gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten ACS - doch die Spanier*sind im Vorteil: Das deutsche Übernahmerecht stellt*Investoren*kaum Hürden in den Weg. In anderen Ländern haben es Angreifer viel schwerer.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...724639,00.html
  1. #80

    Hallo

    Zitat von Dominik Menakker Beitrag anzeigen
    An alle hier im Forum, welche Angst um die Zentrale in Essen haben. In Essen sitze das wohl weltweit bedeutenste Know How für den Bau UND Betrieb von Großanlagen wie z.B. Flughäfen. Das dort konzentrierte Wissen und die Erfahrung dürften weltweit einmalig sein. Wer glaubt, die Spanier würden das einfach platt machen plappert zwar Gerwerkschaftssprüche nach, hat von der Materie aber Null Ahnung. Trifft genauso auf die angeblich so fürchterlichen 10 Mrd. Verschuldung zu.

    Einfach mal versuchen das typisch Deutsche Empörungs Gen ein bisschen zu unterdrücken und den Verstand einschalten
    wie war das noch einmal mit Mannesmann, Grohe etc. Gekauft mit Krediten, diese Kredite dem gekauften Unternehmen aufbürden. Dann wegen der hohen Zinsbelastung nicht mehr wirtschaftlich und notwendigerweise die Filetstücke verkaufen und den Rest der Fertigung verlagern (China, Indien etc. freuen sich schon)
  2. #81

    der Erhardsche Volkskapitalismus ist schuld an der Übernahme

    Eine Übernahme ist um so leichter, je breiter der Aktienbesitz gestreut ist. Die breite Streuung ("Volkskapialismus") war mal erwünscht unter dem Wirtschaftsminister Erhard. Mannesmann ist so ein Opfer von Vodafone geworden, Höchst von den Franzosen.

    Die meisten Publikumsgesellschaften gibt es nun mal in Deutschland. Trübe Aussichtenn.

    Wer nicht aufgekauft werden kann sind Familiengesellschaften wie das bei BMW (Quand)oder bei VW (Piech, Porsche) der Fall ist.
  3. #82

    wo ist das Problem

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Baukonzern Hochtief wehrt sich*verzweifelt gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten ACS - doch die Spanier*sind im Vorteil: Das deutsche Übernahmerecht stellt*Investoren*kaum Hürden in den Weg. In anderen Ländern haben es Angreifer viel schwerer.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...724639,00.html

    ich verstehe die ganze Aufregung. Fast alle unsere großen Konzerne haben bereits die Mehrheit ihrer Aktionäre, d.h. Eigentümer im Ausland. Hochtief war schon vorher zu fast 30% im Eigentum der Spanier, jetzt werden es ein paar mehr %

    Was soll der koloniale Protektionismus und der Ruf nach dem Staat?
  4. #83

    Anderswo werden Heuschrecken erschlagen, warum päppeln wir sie dann auf ?

    Zitat von Optimisten Beitrag anzeigen
    ich verstehe die ganze Aufregung. Fast alle unsere großen Konzerne haben bereits die Mehrheit ihrer Aktionäre, d.h. Eigentümer im Ausland. Hochtief war schon vorher zu fast 30% im Eigentum der Spanier, jetzt werden es ein paar mehr %

    Was soll der koloniale Protektionismus und der Ruf nach dem Staat?
    Prinzipiell haben Sie Recht, nur muss gleiches Recht für alle gelten, es geht nicht das andere Staaten, bzw. deren Unternehmen in D Freizügigkeit genießen und D Unternehmen in diesen Staaten behindert werden.

    Doch das größere Problem ist, aus meiner Sicht, dass ACS u.a. die dt. Arbeitsplätze dicht machen wird und wieder einmal nicht der "Bessere" gewinnt, sondern die korruptere Heuschrecke und das auch noch mit zutun, bzw. nichts dagegen unternehmenden inkompetenten Deutschen Regierung.

    All diese neoliberalen Mechanismen und Verhaltensweisen dienen letztlich nur einer kleinen, eher kriminellen Minderheit und die große Mehrheit, vor allem die Beschäftigten, die diese Werte erst wirklich und mit ihrem Schweiss geschaffen haben, die schauen wieder einmal in die "Röhre" !
    Sie dürfen zusehen wie letztlich der "Räuber" mit der Beute von dannen zieht und nicht nur das, sie werden auch noch verhöhnt und müssen sich gar sagen lassen: "was regt ihr euch so auf ..." und nicht mal ihre eigene Regierung nimmt sie ernst.

    Gibt es sonst noch Fragen ?
  5. #84

    Ein duenner Aktienmarkt

    Zitat von Grosskotz Beitrag anzeigen
    Eine Übernahme ist um so leichter, je breiter der Aktienbesitz gestreut ist. Die breite Streuung ("Volkskapialismus") war mal erwünscht unter dem Wirtschaftsminister Erhard. Mannesmann ist so ein Opfer von Vodafone geworden, Höchst von den Franzosen.

    Die meisten Publikumsgesellschaften gibt es nun mal in Deutschland. Trübe Aussichtenn.

    Wer nicht aufgekauft werden kann sind Familiengesellschaften wie das bei BMW (Quand)oder bei VW (Piech, Porsche) der Fall ist.
    Die Breite Masse der Deutschen sind keine Aktienbesitzer. In vielen entwickelten Laendern muessen die Buerger fuer die eigene Rente sparen und ein Teil dieser Ersparnisse fliesst in den Aktienmarkt.

    In D werden die Gelder in die Rentenanstalten eingezahlt die diese zur Zahlung von Renten benutzen. Nur wenige Monate von Ruecklagen gibt es.

    Es ist einer der Gruende warun der deutsche Aktienmarkt duenn ist.
    Es ist auch ein Grund warum die Deutschen sich nicht um ihre Rente sorgen muessen.

    Aktien hoch OK, Aktien tief auch OK, die Rente wird immer bezahlt.

    In Bezug auf Hochtief ist das Argument unwesentlich. Die Firmenleitung hat den Betrieb in die Klemme gefuehrt. Die Spanier muessen das ausnuetzen, sonst waeren sie echte Nieten.
  6. #85

    Das alles ...

    haben wir ROT-GRÜN zu verdanken.
    Schröder-Eichel-Fischer
  7. #86

    Schon Merkwürdig

    die Haltung vieler hier im Forum, wie auch bei der SPD...

    Alles schwafelt von einer "gesunden deutschen Firma" und lässt dabei völlig unter den Tisch fallen, dass Hochtief weitestgehend NUR durch eigene Mehrheitsbeteiligungen bis nach Australien überlebt. Namentlich die "australische" Unternehmengruppe Leighton trägt zu über 80% !! zum Gewinn der Hochtief bei... Da gibt es dann also keine Probleme, ausländische Firmen zu übernehmen?

    Man kann nicht beides haben: Das Ausland für einen arbeiten lassen und gleichzeitig nach einer Art "VW-Gesetz" für "doitsche" Firmen rufen.

    Soll heißen - ohne Leighton wäre Hochtief kein Übernahmekandidat, sondern ein Pleitekandidat!


    Ulrich
  8. #87

    ...

    Zitat von keats Beitrag anzeigen
    All diese neoliberalen Mechanismen und Verhaltensweisen dienen letztlich nur einer kleinen, eher kriminellen Minderheit und die große Mehrheit, vor allem die Beschäftigten, die diese Werte erst wirklich und mit ihrem Schweiss geschaffen haben, die schauen wieder einmal in die "Röhre" ! Sie dürfen zusehen wie letztlich der "Räuber" mit der Beute von dannen zieht und nicht nur das, sie werden auch noch verhöhnt und müssen sich gar sagen lassen: "was regt ihr euch so auf ..." und nicht mal ihre eigene Regierung nimmt sie ernst...
    Die eigene Regierung verhöhnt die Arbeitnehmer recht verstanden sogar mit, da sie über ihre seit 2009 groteske Aktienbesteuerung dafür sorgt, dass Arbeitnehmer nicht einmal mehr daran denken, mitbestimmende Aktionäre zu werden.
  9. #88

    ...

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Die Breite Masse der Deutschen sind keine Aktienbesitzer. In vielen entwickelten Laendern muessen die Buerger fuer die eigene Rente sparen und ein Teil dieser Ersparnisse fliesst in den Aktienmarkt.
    In D werden die Gelder in die Rentenanstalten eingezahlt die diese zur Zahlung von Renten benutzen. Nur wenige Monate von Ruecklagen gibt es.
    Das wäre ja noch ein Schlaraffenland...nein, einen Monat Rücklagen - demnächst noch 4 Wochen - gibt es für deutsche Rentenbeitragszahler...von der Hand in den Mund.
    http://www.focus.de/finanzen/altersv...triot;6494555]
    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Es ist einer der Gruende warun der deutsche Aktienmarkt duenn ist.
    Richtig, das blinde Huhn findet...
    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Es ist auch ein Grund warum die Deutschen sich nicht um ihre Rente sorgen muessen.
    ...halt schon wieder verkehrt. Deutsche können sich keine Sorgen um ihre Rente machen - sie verstehen nichts von finanziell diversifizierter Vorsorge oder gar Aktien und lassen ihr Geld in der Regel in teuer zu unterhaltende Häuslein fliesen, weil sie glauben dann die Miete zu sparen...
    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Aktien hoch OK, Aktien tief auch OK, die Rente wird immer bezahlt
    Schöne Welt in der Sie da leben - gratuliere. Ob deutsche Privataktionäre, Staat oder ausländische Investoren - der Arbeitsplatz bleibt immer irgendwo, richtig?
  10. #89

    Stimmt !

    Zitat von u.loose Beitrag anzeigen
    die Haltung vieler hier im Forum, wie auch bei der SPD...

    Alles schwafelt von einer "gesunden deutschen Firma" und lässt dabei völlig unter den Tisch fallen, dass Hochtief weitestgehend NUR durch eigene Mehrheitsbeteiligungen bis nach Australien überlebt. Namentlich die "australische" Unternehmengruppe Leighton trägt zu über 80% !! zum Gewinn der Hochtief bei... Da gibt es dann also keine Probleme, ausländische Firmen zu übernehmen?

    Man kann nicht beides haben: Das Ausland für einen arbeiten lassen und gleichzeitig nach einer Art "VW-Gesetz" für "doitsche" Firmen rufen.

    Soll heißen - ohne Leighton wäre Hochtief kein Übernahmekandidat, sondern ein Pleitekandidat!

    Ulrich
    Sie haben Recht.
    Scheinbar ging das an vielen (so auch mir) vorbei, bzw. haben daran nicht mehr gedacht, das HochTief eigentlich schon mal pleite war und von Schröder & Co, gegen viel Kritik, ob zu Recht oder nicht, egal, vom D-Staat, also uns Steuerzahlern, bereits einmal gerettet wurde.

    Am Grundsätzlichen "Heuschrecken-Problem" ändert dies allerdings nichts.