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Hochschulrankings: "Untauglicher denn je"
Die Hochschule Merseburg kam bei Rankings stets gut weg - und steigt trotzdem aus dem Ranglistensystem aus. Professor Wolfgang Berg, Dekan des Fachbereichs Soziale Arbeit, warnt Abiturienten davor, bei der Hochschulwahl auf die Listen zu starren.
http://www.spiegel.de/unispiegel/hef...756200,00.html
- #1 16.05.2011 15:00 von
Ausserdem
sollten die Studenten gucken, ob die Lehrkräfte aktuell publizieren (möglichst jährlich) und ob sie ihre Artikel in guten Journals unterbringen können. Auch wichtig ist die Einwerbung von Drittmitteln - wenn jemand seit 10 Jahren keine mehr bekommen hat, Finger weg von dem! (Für die Bachelor- und Masterarbeiten!)
Um eine Uni vorher zu prüfen: eingeworbene Drittmittel pro Professor sowie Publikationen pro Professor beachten. Also nicht die Gesamtsumme an Drittmitteln, die eine Uni bzw. eine Fachrichtung eingeworben hat, sondern auf die Pro-Kopf-Summe achten. 100 Profs mit durchschnittlich 10.000 Euro kommen auf 1 Million, 10 Profs mit 90.000 Euro nur auf 90.000 Euro Drittmittel - man sollte die Uni mit den 10 Profs auswählen!
Ähnlich ist es mit der Publikationsleistung. Man sollte sich nur Arbeitsgruppen suchen, wo man mit einer Publikation aus der Masterarbeit entlassen wird. Die Arbeit selbst nämlich verstaubt sonst nur in der Bibliothek. - #2 16.05.2011 17:21 von Hador
Publikationen alleine sagen auch nicht viel aus. Bei der Flut von Publikationen, die inzwischen durchs Internet schwappt, kann man auch mit 08/15 Leistungen viele Publikationen erreichen. Interessanter ist da WO publiziert wird und wie oft die Artikel zitiert werden.
Übrigens: Die Abschlussarbeit selbst verstaubt in 90% aller Fälle so oder so in der Bibliothek. Im Normalfall wird das Teil höchstens in der eigenen Arbeitsgruppe und vielleicht von einigen wenigen außerhalb gelesen. Sollte aber auch niemanden überraschen, bei der gigantischen Zahl von Hochschulabsolventen pro Jahr kann nicht jeder ein Standardnachschlagewerk als Masterarbeit verfassen. - #3 16.05.2011 17:30 von Hador
Nein, keinen Titel....
Der Professor hat prinzipiell Recht, aber leider sind seine Vorschläge in der Praxis gar nicht so einfach umzusetzen. Einige der von ihm angesprochenen Punkte sind nämlich für Aussenstehende gar nicht einfach zu beurteilen. Nehmen wir die Tutorien: Welche Uni verspricht denn bei Schnupperveranstaltungen oder auf Nachfragen nicht das Blaue vom Himmel? Welche Uni gibt schon zu, dass 90% der Tutorien von Studenten geleitet werden, die den Job bloß machen weil sie Geld brauchen, deren Kentniss des Stoffes oft nur unwesentlich besser ist als die der Tutoriumsteilnehmer und die oftmals die pädagogischen Talente von einem Stück Holz haben?
Und welche Uni wuchert nicht mit ihren Pfründen beim Praxisbezug? Welche Uni schiebt hier nicht einige tolle Kooperationen mit Topfirmen in den Vordergrund und lässt das Groß der Praktia ausser Acht? Welche Uni gibt schon zu, dass tolle Praktikumsstellen meist auf Eigeninitative der Studenten zurückgehen und nicht auf die tolle Hilfe der Uni?
Mit das Beste was man noch machen kann ist zu versuchen sich bei älteren Studenten zu informieren, aber auch da muss man aufpassen, denn wie der Herr Professor schon schreibt: Die sind meist auch wieder nicht objektiv und ausserdem fehlt in deren Erfahrungen der Vergleich zu anderen Unis.
Insofern gibts da keinen Königsweg. Man muss sich halt, wie auch schon in der Vergangenheit immer, seinen Weg sogut es geht selbst suchen und schauen, dass man im Uni-Dschungel irgendwie zurecht kommt. - #4 16.05.2011 18:55 von
- #5 16.05.2011 19:06 von solarfighter
So einfach ist das nicht.
Kann ein Abiturient wirklich beurteilen, was „gute Journals“ sind? Es gibt viele Fachpublikationen, die sich außenstehenden überhaupt nicht erschließen. Wie soll ein Forscher, der in Forschungbereich A arbeitet und im Fachblatt a publiziert, mit einem anderen Forscher vergleichbar sein, der im Forschungsgebiet B arbeitet und in Fachblatt b publiziert. Selbst die reine Anzahl an Publikationen sagt wenig aus. Es kommt viel mehr auf die Gewichtigkeit der Artikel an.
Das gilt auch nur für eher praxisnahe Fachgebiete. Manche kommen auch ganz ohne Drittmittel aus, weil diese für den eigenen Bereich überhaupt nicht benötigt werden. - #6 16.05.2011 21:22 von
wie schon gesagt ...
... ist das Ranking nur eine Richtlinie, worauf explizit hingewiesen wird. Am besten ist, man informiert sich eingehend.
Wie das dann im Einzelnen aussieht, muss jeder für sich selbst entscheiden, solange er sich gut informiert und zu einer rationalen Entscheidung berufen fühlt.
Wenn Sie als Forummitglieder wertvolle Studienplatzwahl- erfahrungen weitergeben möchten, höre ich mir das als angehender Student gerne an :) . - #7 17.05.2011 07:48 von Onkel Uwe
Hier könnte IHR Titel stehen!
Ich denke, der Herr Professor macht es sich etwas leicht. Auch wenn sich der ein oder andere Student beeinflussen lässt, das Gros der Studenten wird trotzdem relativ gut entscheiden können, ob das Studium an sich gut ist und sie voranbringt. Und das ist ja ein wichtiger Punkt beim Studium...
Natürlich sollte man solche Bewertungen noch mit etwas fachlicher Substanz und vergleichbarem unterlegen. Wie wäre es etwas mit unangemeldeten Stichproben von Vorlesungen und Tutorien durch jeweils fachlich versierte Vertreter, anhand derer dann nochmal eine Beurteilung für Gruppengrössen und Qualität gemacht werden könnte.
Es sagt ja immerhin auch niemand, dass die Liste der zentrale Entscheidungspuntk sein soll... - #8 17.05.2011 08:00 von
Recht hat er,
der Herr Dekan aus Merseburg. Das Geschiele nach irgend welchen Rankings macht wenig Sinn, weil der Arbeitgeber entscheidet, wen er nimmt. Und der schaut nicht unbedingt drauf, ob der Aspirant von einer hoch gerankten Uni kommt. Das Renomee einer Uni muss ja nicht unbedingt auf die Qualität des Studenten abfärben. Leider geht bei dem Ranken nicht die Qualität der Lehre ein, die aber entscheidend ist.
- #9 17.05.2011 13:08 von
Kriterien
Ich finde auch, dass es schwierig ist, Bewertungen Dritter als Maß für so etwas Abstraktes wie wissenschaftliche "Exzellenz" zu nutzen. Rankings sollten auf belastbareren Kriterien wie z.B. Outreach-, Publikations- oder Drittmittelindizes (http://www.researchranking.org) beruhen und dann aber auch nur als Maß für eben Erfolge in diesen Bereichen gesehen werden.
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