Zitat von
Ylex
Tja, Frau Berg, ich will mal so sagen... also die Frauen, die Frauen an sich also scheinen irgendwie, auf eine gewisse Weise jedenfalls einem zwar schwer zu bezeichnenden, dafür aber akutem Druck nachzugeben, sich ihrer Kleidung zu entledigen, vulgo sich auszuziehen. Was soll man dazu sagen? Wie ist das zu deuten? Und, jetzt kommt das Entscheide, welche Schlüsse kann man daraus ziehen? Eine sehr schwierige Frage, denn man müsste ja vorher wissen, weshalb die Neigung der Frauen, sich zu entblößen, so außerordentlich verbreitet ist – es scheint bei näherer Betrachtung tatsächlich ein globales Phänomen zu sein, außerdem zeitlos, schon der antike Dichter Hans-Heinrich Plutarch berichtetete, wenn ich mich recht erinnere, von spontanen Entkleidungsanfällen der damaligen Damen.
Wenn auch das alles zu denken gibt, nein, weil das zu denken gibt, sind naheliegende Fehleinschätzungen nicht angebracht, eine von ihnen lautet: Die Frauen ziehen sich für die Männer aus – ganz, ganz falsch, die Männer haben damit nichts mehr zu tun, nichts. Die Zeiten des sabbernden Voyeurismus liegen hinter uns, die gierigen Gaffer, die geilen Glotzer, diese humanoiden Tiere, sie gehören spätesten seit der Emanzipation in die Irrenanstalt der Geschichte. Für den modernen Mann ist der Akt in erster Linie eine formalästhetische Herausforderung, die den Geschlechtstrieb in die tote Hose verweist, er sieht in der Frau ein sphärisches Wesen, den gelungenen Gegenentwurf seiner selbst. Und damit wird auch verständlich, weshalb sich die Frauen so gerne ausziehen – sie haben ein Auftrag zu erfüllen, nämlich die Schönheit des Menschengeschlechts darzustellen.