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HIV-Schnelltest für Zuhause: Wirkungsvolle Notlösung

CorbisDie Arzneimittelbehörde der USA hat einen HIV-Schnelltest für Zuhause zugelassen. Damit lässt sich die Infektion bei manchen Menschen früher erkennen - ein enormer Vorteil für die HIV-Behandlung. Die fehlende Beratung birgt jedoch auch Gefahren.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...842460,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Arzneimittelbehörde der USA hat einen HIV-Schnelltest für Zuhause zugelassen. Damit lässt sich die Infektion bei manchen Menschen früher erkennen - ein enormer Vorteil für die HIV-Behandlung. Die fehlende Beratung birgt jedoch auch Gefahren.
    Ich würde keinen HIV-Test alleine zu Hause machen. Wenn der Test positiv oder falsch-positiv ist (was vorkommt) dann ist man ganz alleine zu Hause. - Wirklich keine Gute Idee.

    Ich empfehle jedem, der nicht ganz weit entfernt wohnt, einen Ausflug nach HIV Schnelltest in Köln - AIDS . Das sieht genau so freundlich aus wie auf den Fotos, die Leute sind sehr nett und hilfreich und die ganze Sache dauert (je nach Andrang) nur 30 bis 60 Minuten. Die machen bei nem positiven Test auch gleich einen aufwendigen Bestätigungs-Test, um ganz sicher zu gehen. Ein Ausflug nach Köln lohnt sowieso immer.
  2. #2

    Mal ne Frage...

    fuer unter 17-jaehrige ist er nicht zugelassen, da fuer diese altersgruppe keine test vorliegen. Aendert sich den was am HIV virus wenn man den mit juengeren Jahren bekommt? Oder warum sollte er bei unter 17-jaehrigen nicht funktionieren?
  3. #3

    Zitat von nero1989 Beitrag anzeigen
    fuer unter 17-jaehrige ist er nicht zugelassen, da fuer diese altersgruppe keine test vorliegen. Aendert sich den was am HIV virus wenn man den mit juengeren Jahren bekommt? Oder warum sollte er bei unter 17-jaehrigen nicht funktionieren?
    Der Test wird auch bei unter 17-jährigen funktionieren. Aber Jugendliche können mit nem (falsch-)positiven Testergebnis vermutlich noch schlechter umgehen, als Erwachsene. Der HI-Virus ist bei Jugendlichen nicht anders wie bei älteren Leuten. Außerdem muss man die 2- bis 3-Monats-Frist beachten.

    Kostenlose HIV-Test kann man in Deutschland machen: Beim Hausarzt, beim Gesundheitsamt, oft bei Aids-Beratungsstellen, bei HIV Schnelltest in Köln - AIDS. Jedenfalls können die sagen, wo man einen Test machen kann. Das ist viel sinnvoller als ein Test alleine zu Hause.

    Häufig ist eigentlich gar kein Test (und keine Sorgen!) nötig, weil gar kein HIV-Risiko bestand. Die Leute geraten oft unnötig in Panik und mit einer Beratung kann man die beruhigen.
  4. #4

    Recht auf Dummheit und seine Folgen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Einschränkungen zeigen, wie komplex die Tests sind und die Einordnung ihrer Ergebnisse ist.
    HIV-Schnelltest für zu Hause könnte Behandlung von Aids verbessern - SPIEGEL ONLINE
    Mit nichten. Dieselben Einschränkungen gelten für jeden "Früherkennungstest". Inkubationszeit und die Wahrscheinlichkeiten für Falsch-Positiv- und Falsch-Negativ-Ergebnisse sind es, woran jeder selbst abschätzen kann, was er davon hat. Ein Risiko bleibt bei jeder Entscheidung, und damit muss jeder leben, mit und ohne Test. Also wenn überhaupt, ist halt das Leben komplex. Soweit nichts Neues.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Über das Internet lassen sich jedoch Tests aus dem Ausland beziehen. Die Deutsche Aidshilfe rät davon mit Nachdruck ab. Auf ihrer Internetseite warnt die Organisation vor Anwendungsfehlern und einer fehlenden Beratung.
    HIV-Schnelltest für zu Hause könnte Behandlung von Aids verbessern - SPIEGEL ONLINE
    Da kann ich nur sagen: Der Bürger hat ein Recht auf Dummheit, und vor allem auf die Konsequenzen seiner Entscheidungen. Es ist ein Unterschied, ob besorgte Mitmenschen Informationen verbreiten, um den Mitbürgern zu helfen, gute, gesunde Entscheidungen zu treffen. Oder ob man den Bürgern am liebsten keine Entscheidung lässt, - in deren Interesse, natürlich. Zwangsberatung ist so ein Sch..., den sicher nicht nur ich für eine Entmündigung halte.
  5. #5

    Genau andersrum

    zugehöriger Artikel in der New York Times:
    "So, while only about one person in 5,000 would get a false negative test, about one person in 12 could get a false positive.
    Der Test ist daher eher falsch positiv als falsch negativ.
  6. #6

    Zitat von McPomNormalo Beitrag anzeigen
    Mit nichten. Dieselben Einschränkungen gelten für jeden "Früherkennungstest". Inkubationszeit und die Wahrscheinlichkeiten für Falsch-Positiv- und Falsch-Negativ-Ergebnisse sind es, woran jeder selbst abschätzen kann, was er davon hat.

    Da kann ich nur sagen: Der Bürger hat ein Recht auf Dummheit, und vor allem auf die Konsequenzen seiner Entscheidungen. ...
    Unsinn. HIV-Tests der neueren Generation zeigen spätestens 8-12 Wochen nach dem Risikokontakt zu 99% ein richtiges Ergebnis an. Und wenn falsch, dann falsch-positiv. Deshalb macht man in diesem Fall einen aufwendigeren Bestätigungstest, um 100,00% sicher zu sein.

    Wenn man also nach 3 Monaten einen HIV-Test macht, der negativ ist, dann kann man zu 100 % sicher sein, dass man kein HIV hat.
    Es sei denn, man macht den alleine zu Hause und vor Nervosität und Sorgen irgendwas falsch. Zu Hause ist auch kein Bestätigungstest möglich.

    Wenn ein HIV-Risiko bestand, dann ist es also sinnvoll einen HIV-Test zu machen, um andere Leute nicht zu gefährden und um selber möglichst früh zu prüfen, wann mit einer Behandlung begonnen werden soll.

    Sorgen sollte man sich in der 2-3 monatigen Wartezeit keine großen machen. 1. weil Sorgen über ungelegte Eier eh keinen Sinn machen. 2. weil das Übertragungs-Risiko auf den einmaligen unsicheren Risikokontakt, zwar vorhanden, aber auf den Einzelfall (!) bezogen sehr, sehr gering ist.
  7. #7

    optional

    gerade die polizei wird sich über die neue art solcher tests sehr freuen und auch sehr gerne durchführen!!! jaja
  8. #8

    ....

    Zitat von Sukram71 Beitrag anzeigen

    Kostenlose HIV-Test kann man in Deutschland machen: Beim Hausarzt, beim Gesundheitsamt, oft bei Aids-Beratungsstellen, bei HIV Schnelltest in Köln - AIDS. Jedenfalls können die sagen, wo man einen Test machen kann. Das ist viel sinnvoller als ein Test alleine zu Hause.
    Test beim Hausarzt: Um die 20 Euro!
  9. #9

    Klarstellung zu den Zahlen

    Das mit den 92 % Sensitivität kann so nicht unkommentiert übernommen werden. Die Sensitivität des Tests beträgt nach Herstellerangaben 99,3 %
    Woher kommen nun die 92%? Diese kommen aus einer Testung von 5000 Personen. Da die Sensitivität 99,3% beträgt, sind also 5000*0,993 richtige Ergebnisse zu erwarten, das sind 4965. Also sind 35 Ergebnisse falsch. je nach Anzahl der tatsächlich infizierten in dieser Testgruppe errechnen sich dann diese 92%. Das ist das Problem von allen medizinischen Tests, wenn in der Grundgesamtheit das zu testende Merkmal nur eine sehr geringe Verbreitung aufweist.
    Die Güte des Testergebnisses hängt also von der Verbreitung in der zu testenden Gruppe ab, dies nenn man auch Prävalenz.

    Dem statistisch nicht so informierten Leser kann daher zusammenfassend gesagt werden, dass man dieses Problem durch Angabe der "accuracy" löst. Dies ist die pauschale Wahrscheinlichkeit, dass das Testergebnis auch richtig ist. Die "accuracy" bei diesem Test beträgt 99%. Man kann ihn daher unbesorgt durchführen und sich auf das Ergebnis verlassen..

    Nun eine kleine Statistik-Wiederholung für die Profis:
    Sensitivität ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass der Test bei einer infizierten Person (K) richtig positiv reagiert. P(T+|K)
    Spezifität ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass eine nicht infizierte Person ein richtiges negatives Testergebnis erhält P(T-|K)

    Intreressant sind aber die umgekehrten Vorhersagewerte, nämlich die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass das Testergebnis den richtigen Infektionsstatus anzeigt, diese ist P(K|T+) und entsprechend P(nicht-K|T-)
    Jetzt muss man mit dem Bayes-Theorem, der Prävalenz (a-priori-Wahrscheinlichkeit) die positiven Vorhersagewerte errechnen.

    Den Rechenweg spar ich mir hier mal, aber im Ergebnis kommt heraus, dass der Test insbesondere bei Risikogruppen jedweder Art ein zuverlässiges Ergebnis nahe 100% ergibt, da hier die Prävalenz höher ist als in der Allgemeinbevölkerung.

    Man kann es an einem kurzen Beispiel verdeutlichen: Sei die Prävalenz 0,001 (also 1 infizierter auf Tausend) und die Spezifität 99,3%, dann sind bei 100.000 Testpersonen nach der Prävalenz 100 positive Testergebnisse zu erwarten. Der Test zeigt aber nur 99,3 (gerundet: 99) positive Ergebnisse an. Einer wird also übersehen.
    Bei der Sensitivität mit 99,8% ergeben sich 99800 negative Ergebnisse, also 200 positive Ergebnisse. Es sind also 100 positive Ergebnisse falsch, also nur 50% der positiven Ergebnisse auf eine Infektion zurückzuführen.
    Das heisst, das man bei Anwendung des Heimtests bei einem negativen Ergebnis (fast) sicher sein kann, auch negativ zu sein.
    Und dies will man ja gerade testen....

    Dementsprechend sind die 92% ("jedes 12. Ergebnis falsch") eine für die Praxis untaugliche Angabe.

    Von 1000 positiven Proben werden 993 erkannt. Das ist Fakt.








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