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Historischer Liveticker : West-Berlin ist abgeriegelt!
Es*war ein gespenstischer Tag*in der Berliner Geschichte: Erst gehen die Lichter aus, dann rücken Sicherheitskräfte mit*Stacheldraht an - die innerdeutsche Grenze wird dichtgemacht. Was geschah in den ersten 24 Stunden des Mauerbaus? Verfolgen Sie die Ereignisse im historischen Live-Protokoll.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...779715,00.html
- #230 14.08.2011 02:47 von
Endlich vorbei ! Teil 2
Daß diese ganze Anglegenheit auf die Wirtschaft der DDR einen negativen Einfluß hatte, läßt sich wohl denken, zumal die DDR von der Sowjetunion keine "Marshalplanhilfe" bekommen hatte und auch nicht bekommen konnte. Dieses Land, was am meisten unter dem II. WK gelitten hatte, war gerade dabei sich langsam zu erholen.
Und die Politik der BRD war damals ganz stark und unverblümt darauf gerichtet, die Ostzone und die an Polen verloren gegangenen Gebiete sich wieder einzuverleiben. Dazu wurde eine riesige Verleumdungskampagne gegen den Warschauer Pakt vom Leder gezogen. Um die angeblichen Kriegsvorbereitungen gegen den Westen zu untermauern, wurden doch in die Straßen längs des Rheins Sprengkammern eingebaut, um den angeblichen Angriff der Russen am Rhein zum Stehen zu bringen.
Wer kann sich noch erinnern? Wer von den Jüngeren hat je davon gehört? Das gehört alles in diese Zeit.
Um dieser Hysterie und dem Ausverkauf der DDR und dem beständigen Abwerben von Fachkräften und der Ausspionierung des Landes Einhalt zu gebieten, deshalb wurde die Mauer gebaut.
Aber darüber schreibt heutzutage keine bundesdeutsche Zeitung und spricht kein Politiker. Das paßt nicht ins Konzept der Verleumdung. - #231 14.08.2011 03:39 von
Neutral wären wir das Armenhaus Europas
Das glaube ich kaum. Die Westalliierten haben mit der Bildung von Bizone und Trizone und der Währungsreform von Anfang an auf die Teilung Deutschlands gesetzt. Was Adenauer wollte, spielte überhaupt keine Rolle. Und was die wirtschaftliche Stärke anbelangt: die hätte es wohl nie gegeben, denn auf die massive amerikanische Unterstützung hätten wir nicht bauen können, und Reparationsleistungen hätten uns über Jahrzehnte hinweg ausbluten lassen. Die wirtschaftliche Stärke Westdeutschlands war ein strategisches Ziel der Westalliierten - ein Segen für uns im Westen, aber auch tragisch, weil es die Teilung unvermeidbar machte.
- #232 14.08.2011 09:03 von
- #233 14.08.2011 18:00 von
Die Entscheidungen sind entscheidend
Auch ich halte den Artikel des Herrn Schneider für bemerkenswert für die Mühe, die er sich gegeben hat.
Aber er hat entscheidende Lücken offen gelassen.
Obwohl es ihm nun bekannt geworden war, daß die NVA eine hoch gerüstete, gut ausgebildete und sehr disziplinierte Armee und seiner Meinung nach dem Überraschungspotential der BuWe weit überlegen war, kommt er nicht auf die schlichte Schlußfolgerung, daß beide Armeen nicht auf selbständiger Basis hätten operieren können. Beide Armeen waren in Militärbündnisse eingebettet und die Befehlsgewalt lag letztendlich entweder Washington bzw. in Moskau.
Sind Sie nicht auch der Meinung, daß die Bündnispartner der Bundeswehr, US - Army, englische und französische Armee die Bundeswehr als solche für einen Erstschlag gar nicht vorgesehen hatte? Was sollten sie mit solchen Soldaten, die freitags nach eins jeder seins machen, anfangen. Einzelne Verbände wären, den Alliierten unterstellt, mit eingesetzt worden. Der restliche Bestand hätte als Besatzungsarmee auf eroberten Gebieten fungieren sollen.
Die Aussagen bezüglich der Übungen der Bundeswehr für ein Ende an der Grenze zur DDR ist doch eine Lachnummer. Der DDR - Führung, und demzufolge der Führung des Warschauer Vertrages lagen doch auf der Grundlage der Erkenntnisse der Aufklärer (Spione) der HA I des MfS entschieden andere Hinweise vor. Zum Anderen gehen Sie bitte davon aus, daß sich die Amis auch von der Nato hat nicht in alle Karten schauen lassen.
Die entscheidende Schlußfolgerung hat der Herr Schneider als Journalist, der vorgibt, sein Handwerk zu verstehen, doch nicht erhoben.
Wenn dem allem so gewesen sei, warum hat der Warschauer Vertrag den Westen nicht überfallen? Erstens, weil es nicht im Sinne des Friedensprogramms der sogenannten sozialistischen Staaten lag.
Und zweitens, weil dann wahrscheinlich unsere Erde durch einen Atomkrieg aus der Bahn geworfen nicht mehr lebensfähig gewesen wäre.
Dabei wäre es vollkommen unerheblich gewesen, wessen Atomraketen die größte Zerstörung angerichtet hätten. Wer es gewagt hätte, einen solchen Befehl zu geben, hätte die Erde als Lebensraum insgesamt für Menschen und Tiere, also auch als Lebensraum für die obersten Befehlshaber unbrauchbar gemacht.
Aber so komplex konnte offensichtlich ein Herr Schneider nicht denken, der sich lieber mit kleinen Animositäten dieses großen Themas aufhielt.
Wer ein Herr Eppelmann, letzter DDR - Minister für Verteidigung und Abrüstung in der CDU - Regierung Lothar de Meziere wirklich war und in wessen Auftrag er bereits vor dem Fall der Mauer handelte, werden wir beide wohl nicht mehr erfahren. Das wird wohl frühestens in fünfzig Jahren frei gegeben.
Einem vollkommen unbeschriebenen Blatt übergibt man nicht ein so sensibles Ministerium wie das für Verteidigung. Das dürfte auch Ihnen als ehemaligen Offz. einleuchten. - #234 14.08.2011 18:29 von
Sie glauben, Amerikaner, Briten und Franzosen hätten an einem Tag X+1 in Bonn angerufen - "Ach ja, wir haben gestern Thüringen zurückerobert und bräuchten nun Hilfe bei der Verkehrsregelung."
Ein solches Vorgehen ist für mich unglaubwürdig, da - ich zitiere aus:"Kriegspläne der NATO für Zentraleuropa", Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1989, S.25 - "Eine besondere Rolle in der NATO-Gruppierung spielen die BRD-Streitkräfte. ... Die Bundeswehr ist die stärkste und am modernsten ausgerüstete konventionelle Streitkraft Westeuropas. Sie stellt in Zentraleuropa und im Raum der Ostseeausgänge mit48 Prozent des Personals ... die Hauptstreitkräfte der NATO-Gruppierung."
Wie Sie selbst schreiben, war die Bundeswehr in die NATO integriert. Wie wollen Sie einen "Geheimangriffsplan" mit nur einem Teil der NATO durchführen, während sich der Rest fragt, was denn da gerade passiert. Es ist meines Wissens auch unstreitig, dass die damalige Sowjetunion - Ihnen gerne zugestanden unter dem Gesichtspunkt einer Provokation oder Bedrohung durch den Westen - nun einmal das Konzept entwickelt hatte, dass Angriff die beste Verteidigung ist. Dies ist ja gerade eine der Lehren der Sowjetunion aus dem 2. Weltkrieg gewesen, sich nicht wieder überfallen zu lassen, sondern den Kampf im Sinne der "Vorwärtsverteidigung" zum Gegner zu bringen.
Genau dies ist ja auch militärisch sinnvoll gewesen, da man in einem längeren Konflikt fürchten musste, dass mehr und mehr Ressourcen und Männer aus den USA in Mitteleuropa eintreffen. Genau umgekehrt hat die NATO mit Reforger-Übungen trainiert, schnell Truppen aus den USA heranzubringen. Dementsprechend gab es bei uns in der Bundeswehr damals natürlich die Sprüche:"Die Aufgabe der Bundeswehr ist es, den Feind an der Grenze solange aufzuhalten, bis die Armee eintrifft." bzw. besonders bei den Panzergrenadieren: "Wenn es losgeht, fahren wir soweit wie möglich nach Osten. Die Russen werden schon keine Bomben auf ihre eigenen Leute schmeissen." - #235 14.08.2011 18:43 von
- #236 15.08.2011 11:30 von
..zumindest
...Sie müßten ein ganz normaler "zivilisierter Mensch" sein, der weder rechnen noch logisch oder gar selbstkritisch denken kann oder will und trotzdem ein Weisheitskorn gefunden hat:
In 50 Jahren redet keiner mehr von kognitiver_dissonanz, wohl auch nicht von der Mauer, weil im Kern tatsächlich ja in diesem Universum alles nur Episode ist, zumindest, wenn man nächtens mal wieder nicht nur in den Computer, sondern live zu den Sternen schaut...
P.S.:...im übrigen hatte Ihr Problem auch schon die praktische Xanthippe, wenn sie ihre auf dem Athener Marktplatz wie angewurzelt stehen gebliebene und philosophierende bessere Ehehälfte Sokrates mit dem Kochlöffel nach Hause winkte, denke ich...
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