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Historische Verbrechen: Übers Schafott in den Himmel
The Royal Library, CopenhagenIm 17. und 18. Jahrhundert wählten Lebensmüde eine brutale Methode, um der Hölle zu entkommen: Sie begingen Morde, weil sie glaubten, der Gang zum Schafott lösche ihre Sünden aus und mache den Weg ins Himmelreich frei. Das Morden griff in Nordeuropa so um sich, dass Dänemark verblüffend reagierte.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...829979,00.html
- #1 08.05.2012 13:17 von
"Historisch" stimmt nur teilweise
Es gibt Kulturen, wo das immer noch Gang & Gäbe ist, noch heute. Stichwort "Schahid". Das Mittelalter ist also nur in der westlichen Welt überwunden.
- #2 08.05.2012 13:21 von
- #3 08.05.2012 13:25 von
wahrlich schauerlich....
Zitat: Im 18. Jahrhundert gab es in Kopenhagen pro 100.000 Einwohner eineinhalb Selbstmord-Morde. In Stockholm waren es 0,6 bis 0,8 Fälle pro 100.000 Bürger - und in Hamburg 0,4 bis 0,5.
Das ist ja eine richtig aussagekräftige Statistik. Wenn man bedenkt, dass Hamburg im 18. Jahrhundert ungefähr 100.000 Einwohner hatte, stellt sich die Frage, ob überhaupt einer in Hamburg deswegen starb, da es ja nur einen 0,5 Fall im 18. Jahrhundert gibt. Man hätte ja auch einfacher schreiben können, falles es die Jahresstatistik wäre (steht so nicht im Text, wäre aber wohl logisch), dass alle zwei Jahre einer so gestorben ist. Da wäre es aber schauriger, die Toten nach Wirtshausschlägereien im 18. Jahrhundert zu zählen.
Worauf ich hinaus will? Wenn der Autorin schon mit Daten um sich schmeißt, sollte sie auch eine ansändige Bezugsgröße nennen, oder ist´s dann nicht mehr so schaurig... - #4 08.05.2012 13:25 von
Martin Luther ist schuld?
Erstmal lehrt nicht Martin Luther dass Sündenvergebung durch Umkehr und Glauben kommt, sondern die Bibel, welche die Kirche damals verschloßen hielt um Ablass-Handel zu betreiben.
Zweitens ist dieser Gedanke der Selbstmörder ein absolutes Missverständniss der reformatorischen Inhalte!
Dieser Vorwurf an Martin Luther hat ja schon unqualifiziertes Leserbrief-Nievau. - #5 08.05.2012 13:26 von
Auf in den Himmel
Na ja, fuer den Bloedsinn, den die katholische Kirche den Menschen jahrhundertelang eingepruegelt hat, kann man nicht ploetzlich Luther verantwortlich machen.
Jeder Mensch ist fuer sich selbst verantwortlich, wenn er seinem Leben ein Ende setzen moechte, ist das fuer mich - gleich was katholische oder evangelische Kirche sagt - in Ordnung. Ich bin froh, das ich nicht in das grausame, unmenschliche, verdummende Mittelalter geboren wurde.
Schrecklich, das Menschen einem anderen Irrglauben aufsetzten: Man muss zum Moerder werden um von allen Suenden befreit zu werden. - #6 08.05.2012 13:40 von
Alte Wahrheiten
"Religion ist Opium für's Volk." Dies gilt sowohl im Guten, als auch im Bösen. Im Vergangenen und in der Zukunft. Amen.
- #7 08.05.2012 13:55 von
das christentum
Das ganze ist vielleicht gar nicht so abwegig, wenn man bedankt, dass die Hinrichtung das zentrale Element der christlichen Religion ist. (Kann man sich denn Jesus als gewöhnlichen Rabbi im Altersruhestand vorstellen?) Trotzdem scheinen mir die Nordeuropäer, mit ihren Hexenverbrennungen, den Selbstmord-Morden, dem Arbeitethos, das Christentum nie richtig verstanden zu haben.
- #8 08.05.2012 13:57 von
...
Streng genommen gilt das im Kirchenrecht der RKK sogar heute noch: Der wiederverheiratete Geschiedene lebt in Dauersünde, also ohne Aussicht auf Erlösung. Hätte er seine erste(n) Gatten/Gattin ermordet, stände ihm nach Buße und Reue der Weg zum Heil und in die Gemeinschaft der Gläubigen wieder offen und sogar eine Wiederverheiratung wäre möglich - allerdings hätte er dann Probleme mit der weltlichen Gerichtsbarkeit :-).
- #9 08.05.2012 14:04 von
Um Pispers zu zitieren: "Das ist irreführend. Opium ist eine bewusstseinsERWEITERNDE Droge."
Da hat sich nicht Luther schuldig gemacht, sondern die Kirche. Sie hätte einfach verdeutlichen müssen, dass auch der bereitwillige Gang zur Hinrichtung Selbstmord ist.
So ist es ein weiteres Beispiel für die Probleme, welche durch die ach so moralischen Instanzen der Kirchen eingeführt wurden! Aber aufspielen wo es nur geht.
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