Ich habe selbst 4 Jahre als HiWi gearbeitet und mir so das Studium finanziert.
Ich habe wohl mehr als 50% meiner späteren Qualifikation über den Hiwi Job bekommen. Ok, das war sicher nicht typisch, wer baut in einem Hiwi Job schon ein ganzes Labor auf und kann Großgeräte fast exklusiv nutzen, um so früh bereits eigene Forschung zu machen.
Und ich selbst stelle heute Doktoranden direkt nach dem Examen und ohne Hiwi Erfahrung nur mit verlängerter Probezeit ein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die im Labor eher unselbständig und betreuungsintensiv sind, ist sehr hoch.
Trotzdem kann man allen Studenten nur eine klare Warnung aussprechen:
bleibt in Deutschland mit dem Hiwi Job immer unter der HRG Schwelle von 41,8h im Monat!
Sonst wird dies als befristetes Beschäftigungsverhältnis gezäht und man darf davon nur 6 Jahre bis zur Promotion ansammeln.
Die Dotorarbeit ist meist aber auch ein solches Arbeitsverhältnis.
Wer also 3 Jahre als Hiwi gearbeitet hat, hat nur noch 3 Jahre für die Diss auf der Uhr. Bei 4 Jahren Hiwi kann man die Diss gleich vergessen.
Auch kann mann bei ausgeschöpften z.B. 3+3 Jahren bis zur Diss kein zusätzliches Zeitpolster in die Postdoc Zeit (auch 6 Jahre) übertragen.
Und dann läuft die Uhr! 6 Jahre bis zur Professur oder die Arbeitslosigkeit.
Wenn man sich in einem exotischen Bereich spezialisiert hat und die offenen Stellen rar sind, kann die Hiwi Zeit die Karriere kaputt machen.
Ich musste vor Jahren ins Ausland weil ich die 12 Jahres-Klausel des HRG gerissen habe.
Sehr lukrativ hier, bestes Wetter und beste Forschungsbedingungen. Warum Deutschland mich nicht mehr haben wollte ist meinem neuen Arbeitgeber völlig schleierhaft.
Ich wäre aber sehr gerne da geblieben wo ich war und in meinem Fall hätten 2 Jahre gereicht, um auch in Deutschland den Fuß auf den Boden zu kriegen.
Also, vorsicht!
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