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Hilfe vom WG-Psychologen: Das ist meine WG, hört auf zu mobben!

Illustration: Silja GötzMit seinen Mitbewohnern kommuniziert Felix, 25, nur noch schriftlich, die Stimmung ist unterirdisch. Er würde ja ausziehen - will aber andererseits partout nicht aus der eigenen Wohnung gedrängt werden. Psychologe Ludger Büter erklärt, was Felix gleich zu Beginn falsch gemacht hat.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...834749,00.html
  1. #1

    Agressivität und Gewalt

    Bei der Bewertung solcher Vorgänge fehlt mir die grundsätzliche Bewertung agressiven Verhaltens. Gewalt und deren Auswirkungen sind in der Psychologie viel zu wenig erforscht. Bei Betroffenen kann man viel zu selten eindeutige Diagnosen erstellen, dass jemand Opfer von Gewalt geworden ist. Beliebt ist die generelle Aussage, "beide Seiten wären Schuld an einer entsprechenden Situation." Meiner Erfahrung nach gibt es aber grundsätzlich gewaltbereite Menschen und eher friedliebende Mitmenschen, die Gewalt und Agression vermeiden. Gerade in dieser WG hätte man diesen Aspekt herausarbeiten können und dem Gewaltopfer der WG helfen können, seine Situation besser zu verstehen. Gegen Gewalt ist ein friedlicher Mensch machtlos, leider ist das so, denn für gewaltfreien Umgang ist Einsicht und Intelligenz die Grundvorraussetzung, sowie eine soziale mitfühlende Einstellung.
  2. #2

    Zitat von vgruda Beitrag anzeigen
    Bei der Bewertung solcher Vorgänge fehlt mir die grundsätzliche Bewertung agressiven Verhaltens. Gewalt und deren Auswirkungen sind in der Psychologie viel zu wenig erforscht....Gerade in dieser WG hätte man diesen Aspekt herausarbeiten können und dem Gewaltopfer der WG helfen können, seine Situation besser zu verstehen...
    Von Gewalt stand hier aber nichts und es ist auch niemandem geholfen, wenn man den Gewaltbegriff so weit fasst, dass jedes unerwünschte Verhalten darunter fällt.

    Ihre Aufteilung in "friedliebende" und "gewaltbereite" Menschen hilft da auch wenig, denn es sagt nichts darüber aus, wie gut man mit denen jeweils zusammenleben kann. Ich hatte zeitweise einen Mitbewohner, der in bestimmten Situationen sehr aggressiv war, mit dem ich aber deutlich besser auskam als mit einer anderen Mitbewohnerin, die nach jedem kleinen Streit einen Zusammenbruch bekam.

    Ganz problematisch wird es, wenn "friedliebend" in Wirklichkeit nur eine Umschreibung für mangelnde Durchsetzungsfähigkeit ist.
  3. #3

    Schnell raus und Küche mitnehmen

    Ich bin vor Jahren auch mit einer damals vermeindlichen Freundin zusammengezogen. Nun ja, 1 Jahr lang habe ich den Psychoterror von ihr mitgemacht. Als es sich zuspitzte, habe ich ihr rechtzeitig meine schriftliche Kündigung vorgelegt, worauf ich nur einen Zettel mit "wie armseelig" zurückbekam :) Die Küche, die ich damals gestellt hatte, war zwar nur gebraucht und nicht neu, die habe ich aber einfach wieder mitgenommen. Sowas übersteht einen Umzug besser als gedacht!

    Das war mit eine der besten Entscheidungen meines Lebens und ich konnte endlich wieder innerlich zur Ruhe finden. Und meine alte Küche steht heute noch in meiner Bude.

    Mein Tipp: Aus rein materiellen Gründen sollte man sich so ein Leben nicht antun. Einfach dein Zeug mitnehmen und raus da, wenn keine vernünftige Klärung mehr möglich ist.
  4. #4

    Mobbing ist Gewalt

    Empathie und Intelligenz hilft bei der Durchsetzung eigener Interessen, die Kosten bei den Mitmenschen abzuschätzen. (Verlust der WG, Kücheneinrichtung, Stress, ...) Gerade die Verharmlosung bzw. unklare Stellungnahme bei diesen Vorgänge, wie ich es beklagt habe, verschließt den Opfern die Erkenntnis, die Situation zu ändern und eine vorteilhaftere und gewaltfreie Lebenssituation herzustellen. Gerade der Zusammenbruch einer Person, sofern es nicht ein vorgespieltes Theater ist, sollte die menschliche Seite in uns erwecken, die eben in der Lage ist, einem Mitmenschen Lebenskraft zu vermitteln. Friedliebend heißt eben, bei anderen Mitmenschen auf Intelligenz und Verständnis zu setzen. Es bringt in einer WG nichts, erzieherisch und authoritär zu Werke zu gehen. Der Versuch schriftlich seine Meinung darzulegen ist ja gerade der letzte Anlauf die Intelligenz des Mitmenschen anzusprechen.
  5. #5

    Elektrogeräte wie Kochfeld, Abzugshaube, Kühlschrank, Mikrowelle etc. lassen sich recht doch einfach ausbauen. Man kann diese meist recht problemlos in eine neue Küche ohne Geräte einbauen, oder zur Not einfach verscherbeln.
    Wo ist das Problem?
  6. #6

    Mal wieder Probleme, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Ich hab' in fünf verschiedenen WGs gelebt - zweimal mit Freunden, dreimal mit (anfangs) wildfremden - und hatte *nie* auch nur im Ansatz derartige Schwierigkeiten.
  7. #7

    Was ist dieser Doktor Ludger Büter bloß für eine Labertasche!

    Die abschließende Frage von Felix war "Wozu würden Sie mir raten?".

    Ja, und wozu rät der Doktor? Er rät gar nicht, er sülzt nur rum und wiederholt zum Teil das, was Felix auch schon festgestellt hatte!

    Der Doktor klugscheißt nur und rät allenfalls, unter welchen Voraussetzungen man eine WG nicht gründet. Das kann aber Felix nicht mehr interessieren, da er bereits in einer WG drin ist. Ist doch klar, dass er wissen will, wie er da nun möglichst schmerzfrei rauskommt. Er braucht keinen Doktor, um festzustellen, wie man eine WG nicht gründet, das weiß er inzwischen aus eigener Erfahrung selbst.

    Also, Doktor Ludger Büter: Frage nicht fragegerecht beantwortet, Thema verfehlt, sechs, setzen!
  8. #8

    wer kennts nicht....

    Ich finde eine WG ist in den meisten Fällen nur eine Notlösung. Manche steigen ein um sich nicht einsam zu fühlen, die meisten jedoch aus purer Geldnot. Das Resultat ist ein fast eheähnliches Zusammenleben mit Menschen die man oft nicht wirklich kennt.
    Es ist schon lustig: zieht man mit einem Partner/in zusammen gilt das als großer Schritt in einer Beziehung. Mit einem Mitstudenten (den man nur aus der Uni oder Parties kennt) zieht man oft viel leichtfertiger in eine WG. Ich denke da liegt der Hund begraben.
    Ich selbst habe auch schon diverse Erfahrungen gemacht: Nach zwei reinen Männer-WGs habe ich mich mit meiner damals besten Freundin im Studium in eine WG begeben. Erst später merkte ich auf was ich mich eingelassen hatte. Das Gemecker über meinen Wasserverbrauch ging ja noch (selbst ein reduziertes Duschen auf aller 2 Tage war ihr noch zuviel). Schlimmer war ihr Verhalten gegenüber ihres Freundes, der ungefragt fast schon mit einzog. Ein netter Typ den sie jedoch täglich mit ihren Launen tyrannisierter, der aber zu gutmütig war um sich zu wehren. Irgendwann war mir das menschenverachtende Verhalten (vor dem ich ihn nicht schützen konnte) zuviel und für mich ist klar: niemals wieder in eine WG.
  9. #9

    11 Jahre WG-Erfahrung

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Mal wieder Probleme, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Ich hab' in fünf verschiedenen WGs gelebt - zweimal mit Freunden, dreimal mit (anfangs) wildfremden - und hatte *nie* auch nur im Ansatz derartige Schwierigkeiten.
    In gut 11 Jahren WG-Erfahrung habe ich so ziemlich alles erlebt, was möglich ist: von super toll, Leute mit denen ich heute noch, 10 Jahre später befreundet bin, bis hin zu Leuten, die sich in Ihrem 15 qm Zimmer einen Rottweiler gehalten haben und mit diesem Kampfhundtraining gemacht haben. Dies ging soweit, dass ich mich in meiner eigenen Wohnung bedroht gefühlt habe und zur Polizei gegangen bin. Deren Reaktion war allerdings eher unbefriedigend: was ich denn wollte, Hundehaltung sei in Deutschland nicht verboten. Und für ein subjektives Bedrohungsgefühl sei die Polizei nicht zuständig. Irgendwann bin ich dann ausgezogen, und der andere musste mit raus, da er offenbar auch dem Vermieter suspekt war.
    Alle anderen Konfliktpotenziale: Putzpläne, Aufräumen, Sauberkeit, Einkaufen etc. ist im Grunde Kinderkram, über den man sich im allgemeinen immer irgendwie einigen kann. Trotzdem bin ich froh, meine WG-Phase inzwischen hinter mir gelassen zu haben.








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