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Hilfe für die Dritte Welt: Die Männer mit dem Ein-Euro-Schuh
Das ist ambitioniert Ziel: Ein Turnschuh, den sich auch die Ärmsten leisten können. Initiatoren des globalen Mega-Projekts sind Adidas-Chef Herbert Hainer und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus. Funktioniert die Allianz aus Kapitalismus und Gutmenschentum?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...727584,00.html
- #1 06.11.2010 13:40 von
- #2 06.11.2010 13:45 von
Peinlich
ist die Adaption des Begriffs "Gutmenschentum". Mehr fällt mir zu diesem Thema nicht ein. Es wird an der Zeit, nicht länger im SPON-Forum zu posten, sondern gleich zu Springer zu wechseln. Meine Fresse, was ist nur aus euch geworden...
- #3 06.11.2010 13:52 von
yunus
Nur am Rande:
Es ist schon interessant, dass der Begriff des "Gutmenschentums" sich ganz ohne Anführungszeichen im deutschen Wortschatz etabliert hat. Oder ist das nur bei SPON der Fall?
Vor kurzem nannte man das noch soziales Engagement, Hilfsbereitschaft oder einfach Mitmenschlichkeit.
Die Allianz aus "Schlechtmenschentum" und Kapitalismus funktionier derzeit ja hervorragend. Oder ist ersteres schlicht die Voraussetzung für den neuen Kapitalismus der neoliberalen Prägung?
Was Herrn Yunus angeht, so wäre ein ausführlicher Bericht über dessen Arbeit im Bereich "social business", Mikrokredite und Entrepreneurship interessanter als der Ein-Euro-Schuh. Oder ist genau damit das sog. "Gutmenschentum" gemeint?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...663463,00.html - #4 06.11.2010 13:56 von
Gutmenschentum
Gutmenschentum ist ein völlig berechtigter Begriff, allerdings wird er hier falsch verwendet. Und was die Leute angeht, die nach dem Motto handeln "Lieber Millionen Menschen im Elend lassen, bevor ein Unternehmen auch nur an Ansehen dadurch gewinnt, dass ihnen geholfen wird" - selbstsüchtiger und menschenverachtender kann man wohl nicht argumentieren!
Heuchlerisch wird das vor allem dadurch, dass ausnahmslos jeder dieser Meckerer absolut gegen soziales Engagement eintreten...Schlechtreden und Nichtstun heißt deren Devise. Da ist mir ein Wohltäter, der handwerksgerecht klappert, allemal lieber. - #5 06.11.2010 13:59 von schlaubert
Sport ist Mord
Hm, ein Industrie-Turnschlappen für die Armen in der Welt, wie soll man jetzt das verstehen?
Sollen sich die Hungernden in der Wüste ein Bisschen mit Gymnastik fit halten? Vielleicht werden die Ausgaben bei der Entwicklungshilfe ja auch bald auf Wettbewerb umgestellt und nur die Schnellsten kriegen noch was ab? Evtl. will man potentielle Immigranten auch nur ermuntern, auf dem Landweg nach Europa zu joggen, damit sie nicht immer im Mittelmeer ersaufen? Kriegen sie die Socken etwa vorenthalten, nur um sie wegen Fussgeruchs auszugrenzen? Oder sollen sie einfach schonmal rennen, weil wir bald kommen?
Fragen über Fragen, manchmal ist die Symbolik heutzutage doch arg zu verschlüsselt für einen alten Mann. - #6 06.11.2010 13:59 von
Falsch
Das ist kein Kapitalismus, das ist verwässerter Sozialismus. Und betrieben wird er von den Menschen, die vehement gegen Neoliberalismus wettern. Also Leuten wie Ihnen. Hervorragend funktioniert diese Allianz übrigens auch nicht, vielmehr schreit dieses Pyramidenspiel danach, früher oder später zusammenzubrechen. Kurzum: Das genaue Gegenteil Ihres Beitrags trifft zu. Aber Hauptsache, blindlings die Parolen nachgegrölt, die man aufgeschnappt hat...
- #7 06.11.2010 14:03 von
Illusionen
So stellt sich der dekadente Wohlstandsdeutsche die Welt vor, ganz wie er das Bild vom hungernden Afrikakind aus dem Staatsfernsehen kennt.
Keine Sorge, die "Entwicklungshilfe" dient ohnehin nur dazu, um diese Länder in Korruption und Abhängigkeit zu halten. Wie sollte man schließlich gönnerhaft sein, wenn das Gegenüber lernt, auf eigenen Füßen zu stehen? - #8 06.11.2010 14:17 von
ein Euro
was soll diese Initiative ? Kein einziger Adidas oder Nike-Schuh kostet in der Herstellung mehr als ein Euro. Natürlich auch Dank der Hungerlöhne, die diese Unternehmen zahlen.
- #9 06.11.2010 14:26 von
Ich finde dieses Projekt auf jeden Fall besser als den Sessel vollzupupsen und über "Gutmenschentum" zu philosophieren.
Allerdings bleibt die Frage: Woher sollen Leute, die 2 Dollar am Tag verdienen und davon 200 Cent für Essen ausgeben müssen um nicht zu verhungern, diesen EURO nehmen?
Das ist ähnlich gelagert wie die zig tausend Solar- oder Holzkohlekocher für die Ärmsten der Armen.
Vieleicht wäre es eine Überlegung wert, wenn Addidas die Turnschuhe den Dorfbürgermeistern kostenlos liefert und diese die Gratis-Vergabe an der Teilnahme von Gemeinschaftsarbeiten abhängig machen.
So ähnlich und äusserst erfolgreich ist es hier in unserem Ort auf den Philippinen gelaufen, als es nach einem Monstertaifun viel zu wenig Hilfsgüter zu verteilen gab.
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