Zitat von
westerwäller
Wenn ich mich recht an den Ursprungsartikel entsinne, hat der Burschenschafter damals die Frage diskutiert, ob eine Verurteilung nach den damaligen Gesetzen als Landesverräter gerechtfertigt war.
Dies Frage ist vollkommen anders zu bewerten, als eine heutige, moralische Beurteilung.
Ebensogut könnte man die Frage diskutieren, ob ein ehemaliger Ketzer nach den selbst aufgestellten Richtlinien des Vatikans zu Recht oder zu Unrecht verbrannt wurde.
Studenten der Geschichte lernen schon im ersten Semester, dass man bei der Beurteilung historischer Ereignisse keine Maßstäbe von Heute anlegen darf.
Ebenso lernen Studenten der Rechtwissenschaften auch im ersten Semester, dass Recht und Gerechtigkeit zwei Kategorien sind, die nur unwesentlich etwas miteinander zu tun haben. Man wollte sicher nicht haben, dass jeder Richter nach seinem Gerechtigkeitsgefühl urteilte, daher kodifiziertes Recht ...
Ein (nach heutigen Maßstäben) Unrechtsurteil kann also sehr wohl zu seiner Zeit "Recht" gewesen sein...