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Hesse-Verfilmung in der ARD: Erstickt vom Muff der Heimat

SWRIdol-TÜV zum 50. Todestag: Die ARD-Verfilmung von Hermann Hesses Erzählung "Die Heimkehr" zeigt, wie aktuell das Werk des Nobelpreisträgers heute noch ist. Bei Jo Baier ist der Stoff genau in den richtigen Händen, um eindrucksvoll vom Verlieren und Finden der Heimat zu erzählen.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,830861,00.html
  1. #1

    Heimat

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Idol-TÜV zum 50. Todestag: Die ARD-Verfilmung von Hermann Hesses Erzählung "Die Heimkehr" zeigt, wie aktuell das Werk des Nobelpreisträgers heute noch ist. Bei Jo Baier ist der Stoff genau in den richtigen Händen, um eindrucksvoll vom Verlieren und Finden der Heimat zu erzählen.

    Herman Hesse: ARD zeigt zum 50. Todestag Die Heimkehr - SPIEGEL ONLINE
    Wie wahr! Leider habe ich Hesse nie gelesen, kann aber ziemlich gut nachempfinden um was es in diesem Artikel geht, glaube ich. Aufgewachsen in einem badischen Dorf bin ich im Nachhinein ganz gut in der Welt rumgekommen. Sudiert hab ich in Heidelberg, und danach ziemlich lange in Italien gelebt und gearbeitet. Weitere Reisen führten mich auch sehr oft nach Asien und Südamerika. Jetzt ist mein Ruhepol Berlin geworden und wenn ich meine alte Heimat besuche ist das immer wieder schön, aber nach einer Woche ist es genauso schön wieder zu gehen. Die Leute kennen halt die Welt nicht, sind aber trotzdem zufrieden bei allgemeiner mentalen Beschränktheit. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Allerdings ist es in asiatischen Dörfern auch nicht anders, lol. Ich sage nur: Reisen bildet mehr als alles andere
  2. #2

    Spargelaecker & Co

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    Wie wahr! Leider habe ich Hesse nie gelesen, kann aber ziemlich gut nachempfinden um was es in diesem Artikel geht, glaube ich. Aufgewachsen in einem badischen Dorf bin ich im Nachhinein ganz gut in der Welt rumgekommen. Sudiert hab ich in Heidelberg, und danach ziemlich lange in Italien gelebt und gearbeitet. Weitere Reisen führten mich auch sehr oft nach Asien und Südamerika. Jetzt ist mein Ruhepol Berlin geworden und wenn ich meine alte Heimat besuche ist das immer wieder schön, aber nach einer Woche ist es genauso schön wieder zu gehen. Die Leute kennen halt die Welt nicht, sind aber trotzdem zufrieden bei allgemeiner mentalen Beschränktheit. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Allerdings ist es in asiatischen Dörfern auch nicht anders, lol. Ich sage nur: Reisen bildet mehr als alles andere
    Das gleiche Gefuehl ist in mir aufgestiegen, als ich letztes Jahr zum ersten mal seit sieben Jahren wieder mal in meiner badischen (Ex-)Heimat im Umfeld Heidelbergs zu Besuch war. Trotz der umwerfenden Freundschaften und herzlichen Aufnahme u.a. meiner Exkollegen, nach ein paar Wochen ging mir die Mentalitaet der Leute auf der Strasse zunehmend auf den Geist.

    Das Motto ist heute noch wie vor Dekaden: der geistige Horizont endet am Ortsschild, und die Leute im naechsten Oertchen, gerade einmal 3-5km entfernt, sind "anders als wir".

    Schoenen Gruss aus Auckland. ;-)
  3. #3

    Ja, das stimmt...

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    Wie wahr! Leider habe ich Hesse nie gelesen, kann aber ziemlich gut nachempfinden um was es in diesem Artikel geht, glaube ich. Aufgewachsen in einem badischen Dorf bin ich im Nachhinein ganz gut in der Welt rumgekommen. Sudiert hab ich in Heidelberg, und danach ziemlich lange in Italien gelebt und gearbeitet. Weitere Reisen führten mich auch sehr oft nach Asien und Südamerika. Jetzt ist mein Ruhepol Berlin geworden und wenn ich meine alte Heimat besuche ist das immer wieder schön, aber nach einer Woche ist es genauso schön wieder zu gehen. Die Leute kennen halt die Welt nicht, sind aber trotzdem zufrieden bei allgemeiner mentalen Beschränktheit. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Allerdings ist es in asiatischen Dörfern auch nicht anders, lol. Ich sage nur: Reisen bildet mehr als alles andere
    ...so sind auch meine Erfahrungen. Zum Lesen von Hermann Hesse: Es ist nie zu spät!
  4. #4

    Bin nach 1 1/2 Jahren Berlin wieder in Venlo, NL. Irgendwie biedert es mich an hier wieder zu sein. Als ein klein bisschen farbenfroher Paradiesvogel gibt es hier eine negativatmosphäre, in Berlin war es eher eine positivatmosphäre. Ja Muff der Heimat, ich sehe es täglich.

    Joost
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Idol-TÜV zum 50. Todestag: Die ARD-Verfilmung von Hermann Hesses Erzählung "Die Heimkehr" zeigt, wie aktuell das Werk des Nobelpreisträgers heute noch ist. Bei Jo Baier ist der Stoff genau in den richtigen Händen, um eindrucksvoll vom Verlieren und Finden der Heimat zu erzählen.

    Herman Hesse: ARD zeigt zum 50. Todestag Die Heimkehr - SPIEGEL ONLINE
    Ich denke, man muß kein Werktreue-Fanatiker sein, um die Inszenierung von Jo Baier als etwas zu phantasievoll zu betrachten, um wiederum den Stoff als Verfilumg der Erzählung "Die Heimkehr" bezeichnen zu können. Na ja, vielleicht täusche ich mich. Mal abwarten und schauen.
  6. #6

    .

    Trist, langweilig, typisch deutscher Film halt. Leben sieht anders aus.
  7. #7

    Oh, er wohnt weit weg ...

    Zitat von Te Henga Beitrag anzeigen
    Das gleiche Gefuehl ist in mir aufgestiegen, als ich letztes Jahr zum ersten mal seit sieben Jahren wieder mal in meiner badischen (Ex-)Heimat im Umfeld Heidelbergs zu Besuch war. Trotz der umwerfenden Freundschaften und herzlichen Aufnahme u.a. meiner Exkollegen, nach ein paar Wochen ging mir die Mentalitaet der Leute auf der Strasse zunehmend auf den Geist.

    Das Motto ist heute noch wie vor Dekaden: der geistige Horizont endet am Ortsschild, und die Leute im naechsten Oertchen, gerade einmal 3-5km entfernt, sind "anders als wir".
    Schoenen Gruss aus Auckland. ;-)
    Vielleicht haetten die freundlichen Exkollegen Ihnen stattdessen mal die Ohren langziehen sollen.
    Sie sind schon ein toller Hecht!
    Was fuer ein Glueck, dass wenigstens in Neuseeland die Engstirnigkeit ausgerottet ist ...

    Schoenen Gruss aus Isfahan.
  8. #8

    guter Artikel

    Die richtige Frau, dass ist bei Hesse die wahre Heimat.
    Dieser Kommentar im vorstehenden Artikel hat mich begeistert.Gut interprtiert.
  9. #9

    ..

    Zitat von eduardschulz Beitrag anzeigen
    Ich denke, man muß kein Werktreue-Fanatiker sein, um die Inszenierung von Jo Baier als etwas zu phantasievoll zu betrachten, um wiederum den Stoff als Verfilumg der Erzählung "Die Heimkehr" bezeichnen zu können. Na ja, vielleicht täusche ich mich. Mal abwarten und schauen.
    Sie haben recht, dies ist letztlich keine Hesse Verfilmung. Und man muss dafür dankbar sein.
    Ganz am Anfang des Artikel steht es ja: "Muss man Hermann Hesse in der Pubertät gelesen haben, um seinem Zauber zu unterliegen? War man nur in der Zeit des Übergangs für seinen Tonfall und sein Lebensthema, das Leben als permanenter Kampf um den Weg zu sich selbst, empfänglich?"

    Es ist nur die in Buch und Film angeprangerte Mentalität, die eine andere Antwort als zweimal ein eindeutiges "Ja" ermöglicht.
    Und wen die "Stufen" zur Widerrede auf dieses "Ja" reizen, der soll sich daran erinnern, dass dieses Gedicht aus dem Glasperlenspiel stammt, und ganz bestimmt nicht dem Steppenwolf oder gar dem Siddharta...








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