Herzinfarkt-Studie: Rauchverbote retten Tausende Leben

DPAWo Zigaretten verschwinden, sinkt die Zahl der Herzinfarkte - das zeigt die Analyse von 3,7 Millionen deutschen Krankenhaus-Akten. Die bisher weltweit größte Studie dieser Art kommt damit zu einem eindeutigen Ergebnis: Rauchverbote retten allein in Deutschland jedes Jahr Tausende Leben.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...821071,00.html
  1. #790

    Zitat von kugelsicher99 Beitrag anzeigen
    Ich hatte Chemie LK, und Chemie im Grundstudium.
    Beeindruckend.

    Natürlich gibt es für gewisse Stoffe eine toxische bzw. kanzerogene Untergrenze.
    Die gibt es ausnahmslos für jeden Stoff. Selbst die stärksten bekannten Toxine sind nicht in jeder beliebigen Konzentration schädlich, selbst wenn man allenfalls unter wenige Nanogramm gehen muss.

    Aber für einige Stoffe im Tabakrauch ist in jeder experimentellen Situation mit Tabakrauch jede ungefährliche Schwelle überschritten.
    Da kommt es wohl darauf an, wie man diese "experimentellen Situationen" gestaltet. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass ein singulärer, minimalster Kontakt eine signifikante Erhöhung irgendeines Risikos bedeutet. Schon alleine, da letzteres so gar nicht messbar ist. Was eh eine Grundproblematik etwaiger "Experimente" in dem Bereich darstellt, hinsichtlich einer Langzeitwirkung sind halt eben keine Experimente und damit wirklich eindeutige Ergebnisse möglich.

    Über effektiv problematische Dosierungen und Auswirkungen kann man darum durchaus streiten. Fragwürdig scheinen dabei allerdings sowohl die Verharmlosungen einerseits wie überzogene Vorstellungen andererseits..
  2. #791

    .

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Die gibt es ausnahmslos für jeden Stoff. Selbst die stärksten bekannten Toxine sind nicht in jeder beliebigen Konzentration schädlich, selbst wenn man allenfalls unter wenige Nanogramm gehen muss.
    Sie können natürlich argumentieren, dass ein einziges Molekül xy im TR noch nicht schädlich ist.
    Fakt ist aber, dass schon nur beim Anmachen Millionen davon entstehen.
    Aber auch für sie, vielleicht denken sie dann nochmal über ihre Formulierung "mitunter nicht schädlich" nach. Zitat:
    Zwar sinkt mit abnehmender Dosis das
    Risiko proportional, es wird jedoch auch
    unterhalb des experimentell zugänglichen Nachweisbarkeitsbereiches nicht
    null
    74,268
    . Denn auch geringe Mengen
    gentoxischer Kanzerogene können die
    DNA schädigen. Diese Schädigungen
    führen zwar noch nicht zu einem Tumor,
    sind aber irreversibel, da sie bereits
    nach der ersten Zellverdopplung als
    DNA-Mutation „festgeschrieben“ sind
    und folglich an sämtliche Tochterzellgenerationen weitergereicht werden
    74,272
    .
    Im Experiment konnte nachgewiesen
    werden, dass sich solche irreparablen
    Erbgutschäden bei wiederholter Einwirkung des Kanzerogens aufaddieren.
    Somit können auch kleinste Belastungen
    mit den im Tabakrauch enthaltenen gentoxischen Kanzerogenen zur Entwicklung
    von Tumoren führen.

    Quelle habe ich eben verlinkt. Besonders lesenswert für die, die hier behauptet haben Passivrauchen sei ungefährlich.
  3. #792

    Zitat von anna cotty Beitrag anzeigen
    Vielleicht koennen Sie mir sagen, wieviel Prozent der Kneipen denn Nichtraucherkneipen sind?
    Ich weiss nur, dass ich vor nicht allzu langer Zeit in Aachen, in Bahnhofsnaehe ein Bierchen trinken wollte und die einzige Kneipe war eine Raucherkneipe. ...
    Ich würde das einfach mal Pech nennen. Sie hatten wenig Zeit, kannten sich nicht aus und konnten nicht grossartig suchen weil Sie noch auf den Zug mussten, das Angebot an Kneipen war sehr sehr klein (eine) und die war ausgerechnet die "falsche". Aachen scheint sich nicht besonders um seine Gäste zu scheren. Ich kenne mich zudem in der Aachener Gastroszene überhaupt nicht aus, aber wo ich mein Zuhause habe sind 100% der Cafes (Innenbereich, auf der Strasse im Sommer bekommt man überall einen Aschenbecher auf Nachfrage gereicht) rauchfrei, 100% der Speisegastronomie rauchfrei, wobei viele, gerade gehobenere Restaurants ein separates Fumoir offerieren, in dem man seinen Digestiv nehmen und z.T. sich aus dem hauseigenen Humidor bedienen kann. Reicht völlig aus mich als Kunden zufriedenzustellen. Kneipen/Beizen/Bars: Kleine Wirtschaften unter 80 qm sind zu 80% Raucherbars, grössere Wirtschaften zu 100% rauchfrei, mit der Nebenbemerkung, dass es dort vielfach (bediente und unbediente) separate Fumoirs hat. Ich finde das eine faire und gute Lösung.
  4. #793

    Whiskey

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Manches was heute als Sucht gebrandmarkt wird, gehörte früher ganz selbstverständlich zur Lebenskultur. Und dabei wusste man schon früher um die Gefährlichkeit bestimmter Stoffe, ob sich das nun um Alkohol oder Tabak handelte. Man wusste auch, dass diese Stoffe die Gefahr der Sucht in sich tragen, also ein hohes Suchtpotenzial beherbergen. Dennoch gestand man den Menschen zu, die Grenze zwischen Genuss und Sucht selbst zu bestimmen, auch wenn mancher daran scheiterte.

    Mit derselben Berechtigung könnte man auch den Ausschank von irischem Whiskey verbieten. Stichwort Alkoholismus.

    Der Unterschied ist die Gefährdung Umstehender, die ist beim Alkohol nicht gegeben. Deshalb war die Erfindung des Passivrauchens ja auch so ein politisch genialer Schachzug. Ohne nähere Untersuchungen konnte man die Menschen verunsichern und gegeneinander aufbringen. Weshalb wurde wohl auf die Festlegung von Grenzwerten verzichtet? Weil das zu lange gedauert hätte.
    Ich trinke natuerlich sehr gern ab und zu mal ein Glas Whiskey. Damit schade ich weder mir, noch beeintraechtige ich andere Menschen. Ausserdem kann ich es ohne Probleme auch sein lassen. Nicht jeder, der sich sein Bier trinkt, oder ein Glas Wein, Whiskey oder was immer ist Alkoholiker. Wieviel Raucher kennen Sie, die es ohne weiteres sein lassen koennen und tagelang keine Zigarette anstecken? Ich glaube, die Zahl ist sehr sehr gering. Ausserdem geht es ja nicht nur um Gefaehrdung der Mitmenschen, sondern auch um Belaestungen wie Augenbrennen, Kopfschmerzen und Gestank.
    Ausserdem bin ich alt genug, um mich an die Zeiten zu erinnern, wo Raucher wirklich herrschten. Kein Gastgeber traute sich selbst in seinem Haus den Gaesten das Rauchen zu verbieten. Selbst damals traute ich mich; mit unterschiedlichen Erfolgen: manche rauchten einfach trotzdem froehlich weiter. LEBENSKULTUR war das damals fuer mich nicht.
  5. #794

    Zitat von kugelsicher99 Beitrag anzeigen
    Es geht darum, dass ich in kaum eine Disco hier in Köln gehen kann
    ohne komplett über Stunden geschädigt zu werden, verdammt nochmal.
    Ist das so schwer zu verstehen, dass das echt ätzend ist?

    Dass ich die Wahl habe zwischen a) dem Verpassen der Möglichkeit verschiedene Bräute abzuschleppen, oder b) mich über über Stunden mit diesem giften Schei*dreck konterminieren zu lassen?

    Ist das alles so schwer zu verstehen? Gleiches Recht für alle? GG Artikel 2?
    Ok, das habe ich verstanden. Disco ist also ein Lebensrecht für den Kölner.
  6. #795

    Zitat von kugelsicher99 Beitrag anzeigen
    Oder so: Zitat:
    Die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft sieht die Partikel und Gase als so gesundheitsgefährdend an, dass sie keine Untergrenzen festgelegt hat, die noch als akzeptabel gelten.
    Im Gegensatz zu CO. Das nähmlich weit wesendlich ungefährlicher ist als Zigarrenrauch.

    Vieleicht liegts ja auch nur daran das man CO nicht riechen kann und wie der Antiraucher Aktivist aus Erlangen ja auch schon sagte:"Wenn man es riecht, ist es auch schädlich." Im Umkehr Schluß:"CO ist gesudn weil man es nicht riecht."

    Und an die normalen Menschen im Forum: Ja es ist mir klar das man Trolle wie die hier tippenden Antis nicht füttern sollte und auch das jeglich Diskussion die auf Hirn setzt sinnlos ist.
  7. #796

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Eine Senatskommission, die für einen Gefahrstoff keinen MAK-Wert definieren kann oder will, [...]
    Es geht doch nicht um das können.
    Es gibt ein politisch gewünschtes Ergebnis und sowohl die offiziellen "Studien" als auch die Vorgehensweise hat sich diesem Ziel unterzuordnen.
    Alleine die aktuelle "Studie" zeigt doch hinlänglich die wissenschaftliche Tragfähigkeit.
  8. #797

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Rauchen ist doch keine Notdurft. Man kann doch im Gastraum bleiben, ohne zu rauchen. Oder ist es wirklich Notdurft?
    Ich weiß zwar nicht, wie Sie vom Rauchen einer Zigarette nun auf "Notdurft" kommen, aber bitte: ist die verbale Notdurft der Nichtraucher denn wirklich nötig, nur weil es Kneipen gibt, in denen Raucher nicht im Regen stehen müssen?
    Sehen Sie, so wird auch ein Schuh draus...
  9. #798

    Sein und lassen

    Zitat von anna cotty Beitrag anzeigen
    Ich trinke natuerlich sehr gern ab und zu mal ein Glas Whiskey. Damit schade ich weder mir, noch beeintraechtige ich andere Menschen. Ausserdem kann ich es ohne Probleme auch sein lassen. Nicht jeder, der sich sein Bier trinkt, oder ein Glas Wein, Whiskey oder was immer ist Alkoholiker. Wieviel Raucher kennen Sie, die es ohne weiteres sein lassen koennen und tagelang keine Zigarette anstecken? Ich glaube, die Zahl ist sehr sehr gering. Ausserdem geht es ja nicht nur um Gefaehrdung der Mitmenschen, sondern auch um Belaestungen wie Augenbrennen, Kopfschmerzen und Gestank.
    Ausserdem bin ich alt genug, um mich an die Zeiten zu erinnern, wo Raucher wirklich herrschten. Kein Gastgeber traute sich selbst in seinem Haus den Gaesten das Rauchen zu verbieten. Selbst damals traute ich mich; mit unterschiedlichen Erfolgen: manche rauchten einfach trotzdem froehlich weiter. LEBENSKULTUR war das damals fuer mich nicht.
    Lebenskultur ist subjektiv. Ein Vegetarier wird vehemant abstreiten, dass ab und zu eine Currywurst zur Lebenskultur gehöre. Ein trockener Alkohiliker oder ein Antialkoholiker wird von einem gelegentlichen Schluck nichts wissen wollen oder dürfen.

    Ich verfüge selbst über Erfahrungen aus der Kindheit mit einem rauchenden Vater und rauchenden Großeltern, da wurde die Luft schon manchmal unerträglich dick. Aber darum geht es ja auch nicht. Keiner will die alten Zeiten wiederhaben.
  10. #799

    Anders herum

    Zitat von DesTeufelsAnwalt Beitrag anzeigen
    Ich weiß zwar nicht, wie Sie vom Rauchen einer Zigarette nun auf "Notdurft" kommen, aber bitte: ist die verbale Notdurft der Nichtraucher denn wirklich nötig, nur weil es Kneipen gibt, in denen Raucher nicht im Regen stehen müssen?
    Sehen Sie, so wird auch ein Schuh draus...
    In Berlin konnte ich in den letzten Jahren eine Zunahme von Kneipen in meiner Umgebung beobachten, die sich zur Raucherkneipe umfunktioniert haben. Anscheinend sind sie auf jeden Gast angewiesen und anscheinend gehen militante NR seltener in Kneipen. Vielleicht trinken Raucher auch mehr, oder Trinker rauchen mehr.

    In der Speisegastronomie genieße ich selbst auch die rauchfreie Atmosphäre. Das ist schon angenehmer.