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Herz-Kreislauf-Mittel: Roche verliert potentielles Milliarden-Medikament

REUTERSRückschlag für Roche: Der Pharmakonzern muss die Entwicklung eines neuen Herz-Kreislauf-Medikaments einstellen - die Wirkung erwies sich als zu gering. Damit gehen der Firme potentielle Gewinne in Milliardenhöhe verloren.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...831793,00.html
  1. #10

    Wirksamkeit

    Zitat von Jörg Starkmuth Beitrag anzeigen
    Aber seit wann ist die Wirksamkeit ein Argument für den Verkauf oder Nichtverkauf eines Medikaments? Es werden zahllose Mittel verkauft, die keine klinisch nachgewiesene Wirkung haben ...
    Ein Arzneimittel wird in den USA, der EU und diversen anderen ähnlich arbeitenden Ländern nur zugelassen, wenn *Wirksamkeit* und *Unbedenklichkeit* durch präklinische und klinische Studien mit relativ hoher Sicherheit belegt werden konnten!

    Da selbst in einer Phase III-Studie (vor Zulassung) das Patientenkollektiv noch überschaubar ist, gibt es die Phase IV nach Zulassung, in der zum Beispiel Vioxx als nicht wirklich unbedenklich auffiel und dann vom Markt genommen wurde.

    In diesem Fall war die Wirkung nicht besser als die der Standardmedikation (also wirkte es - aber eben nicht besser, als das, was schon zu haben ist). Somit wären die Aussichten auf eine Zulassung eher schlecht gewesen, die Aussichten auf eine lukrative Vermarktung im inzwischen eher unwahrscheinlich gewordenen Zulassungsfall ebenfalls, denn wer kauft schon was Neues, nicht so gut bekanntes, wenn es ihm nicht mehr bietet als das alte, inzwischen ganz gut bekannte? Die Zeiten der vielen "me-too"-Präparate sind inzwischen so gut wie vorbei...
  2. #11

    Zitat von seikor Beitrag anzeigen
    mir fallen da auf Anhieb zwei Begriffe ein:
    - Schaumschläger
    - Vorschusslorbeeren
    Oder es wurde hier zu hoch gepokert, um wieder absahnen zu können.
    Wer soll jetzt hier Mitleid mit dieser armen Firma haben?
    Niemand verlangt Ihr Mitleid. Bei der Entwicklung eines Medikaments geht man immer ein Risiko ein. Jemand hat eine gute Idee, die funktionieren KÖNNTE, aber ob das Medikament dann tatsächlich einsetzbar ist, entscheidet sich erst nach der großen Phase-III-Studie (hier mit 15.000 Patienten) und ist vorher nicht absehbar. Da ca. 90% aller Wirkstoffe in der Phase-III-Studie durchfallen, ist das Ergebnis zwar schade, aber keine absolulte Überaschung und Stammtischparolen wie Schaumschläger und Vorschusslorbeeren sind völlig fehl am Platz.

    Wenn die Pharma-Industrie nicht hoch pokern würde, dann hätte sich das Herz-Kreislauf-Management in den letzten 50 Jahren nicht beständig verbessert und die Patienten würden heute noch als Propanolol-, Simvastatin- und Glimepiridkrüppel ihrem Ableben entgegendämmern.

    Wenn Ihnen jedoch von Herzen daran gelegen ist, das "Absahnen" in der Pharma-Industrie zu unterbinden, dann können Sie ja bei Ihrem Arzt auf veraltete Medikamente bestehen. Vielleicht können Sie ja von dem eingesparten Geld ein dickeres Auto kaufen, wovon Sie allerdings dank vieler Nebenwirkungen selbst herzlich wenig haben werden.
  3. #12

    Darum geht´s!

    Zitat von Heinrich W. Beitrag anzeigen
    Es zeigt, dass Medikamente rigoros getestet werden und ein Pharmakonzern nicht einfach ein wirkungsloses Medikament auf den Markt werfen kann.
    Es geht hier nicht nur um die Wirksamkeit sondern auch um den Nutzen. Was nützt mir ein niederer "böser" Cholesterinspiegel und gleichzeitig ein hoher "guter", wenn ich damit tot umfalle? Nichts!
  4. #13

    Unk, unk

    Zitat von kumi-ori Beitrag anzeigen
    Wenn Ihnen jedoch von Herzen daran gelegen ist, das "Absahnen" in der Pharma-Industrie zu unterbinden, dann können Sie ja bei Ihrem Arzt auf veraltete Medikamente bestehen. Vielleicht können Sie ja von dem eingesparten Geld ein dickeres Auto kaufen, wovon Sie allerdings dank vieler Nebenwirkungen selbst herzlich wenig haben werden.
    Was ein Schmarrn! Die besten Ergebnisse werden immer noch mit Altbewährtem erzielt. Das spricht sich auch langsam herum. Ich denke nur an Weissdornsaft- allem überlegen! Von wem werden Sie denn für Ihre Angstmacherei bezahlt?
  5. #14

    Ja, und?

    Dazu nur kurz und knapp: Ja, und?
  6. #15

    Ich bitte Sie :

    Zitat von hajoschneider Beitrag anzeigen
    Also auch der früher so kritische Spiegel betrachtet dieses Ereignis unter dem Aspekt des entgangenen Gewinnes für Roche. Wie ehrlich. Man hätte dieselbe Nachricht ja auch unter dem Gesichtspunkt des Verlustes bzw. je nach Standpunkt des Gewinnes für den Kranken aufmachen können.
    Heutzutage, (Hedgefonds, Banken, EZB) gehört es doch zum guten Ton Dinge exakt so zu bewerten...wer wird denn da Kritik dran üben wollen ?

    Ich mein, mal im Ernst : Wenn ich nach fehlgeschlagener Zockerei am Münzspielautomat zum Automatenaufsteller gehe und wenigstens auf Herausgabe meines "Risikokapitals" bestehe, guckt der mich immer an, als hätte ich sie nicht alle auf der Leuchte - Tsss

    ....der hat wohl die neue Weltordnung noch nicht verstanden :
    Erst verzocken Banker Milliarden von anlagewilligen Bürgern und anschließend gehen die gleichen Leute hin und bitten dieselben Bürger um Sarnierung ihres maroden Bankbetriebes....

    ganz ehrlich : Worüber regt sich mein Automatenaufsteller eigentlich auf ? Ich möchte doch nur die schlappen paar Scheine wieder haben, die ich eingesetzt habe.....pfff
  7. #16

    Zitat von Psycha Beitrag anzeigen
    Was ein Schmarrn! Die besten Ergebnisse werden immer noch mit Altbewährtem erzielt. Das spricht sich auch langsam herum. Ich denke nur an Weissdornsaft- allem überlegen! Von wem werden Sie denn für Ihre Angstmacherei bezahlt?
    Wüsste nicht, wem ich Angst mache. Und niemand verbietet Ihnen, Weißdornsaft zu trinken. Wird bei Herzinsuffizienz zusätzlich zur Standardmedikation empfohlen.

    Ich habe aber hier von veralteten synthetischen Medikamenten geschrieben. Und in diesem Artikel hier geht es zum Beispiel um Hypercholesterinämie, da kommen Sie mit Ihrem Weißdornsaft nicht sehr weit. Sie können es ja mal mit Artischocken versuchen, geht aber auf die Dauer ein bischen ins Geld
  8. #17

    Zitat von Psycha Beitrag anzeigen
    Es geht hier nicht nur um die Wirksamkeit sondern auch um den Nutzen. Was nützt mir ein niederer "böser" Cholesterinspiegel und gleichzeitig ein hoher "guter", wenn ich damit tot umfalle? Nichts!
    Es zeigte sich, dass mit Dalzetrapib kein Nutzen (hinsichtlich Krankheit) gewonnen wird und die Entwicklung des Medikaments wurde daraufhin eingestellt. Was ist nun Ihr Kritikpunkt oder wie hätte sich Roche Ihrer Meinung nach verhalten sollen?
  9. #18

    Zitat von Psycha Beitrag anzeigen
    Was ein Schmarrn! Die besten Ergebnisse werden immer noch mit Altbewährtem erzielt. Das spricht sich auch langsam herum. Ich denke nur an Weissdornsaft- allem überlegen!
    Soso, die besten Ergebnisse werden mit Altbewährtem erzielt? Dann können wir die Pharmaforschung doch eigentlich dichtmachen, oder wie ist das zu verstehen? Ich habe ein bisschen nach Studien über die Crataegus-Präparate gesucht und nicht besonders viel gefunden, dass Grund zu Hurra-Schreien böte. Allem überlegen, ja? Woher wissen Sie das?

    Von wem werden Sie denn für Ihre Angstmacherei bezahlt?
    Wahrscheinlich nicht von den Leuten, die Sie für Ihre Auswürfe entlohnen.








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