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Herdprämie: Union streitet über Betreuungsgeld

dapdDas geplante Betreuungsgeld sorgt für Zoff in der Union: 23 Abgeordnete machen gemeinsam Front gegen die Herdprämie - ohne sie hätte die Koalition keine Mehrheit im Bundestag. CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär kritisiert den Widerstand dennoch als "sinnloses Aufbäumen".

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825085,00.html
  1. #40

    Warum will der Staat

    oder wer sonst in der Regierung meint den Bürger bevormunden zu müssen, es nicht den Eltern überlassen wie sie ihre Kinder erziehen wollen.
    Ich verstehe es nicht.
  2. #41

    Volle Zustimmung

    Zitat von jemde Beitrag anzeigen
    ... dann will ich mal eine Lanze für das Betreuungsgeld brechen. Ich habe zusammen mit meiner Frau 3 Kinder (jetzt 21, 18 und 16) in die Welt gesetzt, ohne außerhäusliche Betreuung großgezogen und ich denke ich weiß, worüber ich rede.....
    Ihrem Kommentar ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht:

    - es ist schon erstaunlich, dass augerechnet die FDP, die sonst immer von Eigenverantwortung faselt, die Kindererziehung unbedingt in den Händen des Staates wissen will. In Wirklichkeit möchte man doch nur die Kindererziehung dem heiligen Wirtschaftswachstum opfern.

    - das stets als Vorbild gepriesene Frankreich hat die höchste Selbstmordrate in Westeuropa und eine horrende Jugendkriminalität. Für letztere sollen die nordafrikanischen Einwanderer verantwortlich sein. Tatsächlich verursachen sie sicherlich die gesunden französischen Geburtenraten (nach dem Algerienkrieg gab es großzügig französische Pässe). Diesem Fruchtbarkeitswunder liegt allerdings ein Familienmodell zu Grunde, das kaum einem der Gegner des Betreuungsgeldes gefallen dürfte.
  3. #42

    Zitat von moeschtijall Beitrag anzeigen
    Fakt ist schliesslich, daß immer mehr Menschen aus unseren Sozialkassen und durch unsere Steuergelder versorgt werden wollen, aber daß immer weniger Menschen -auch mangels Arbeitsplätze- einzahlen.
    Entschuldigung - aber wir sollten schon bei der Wahrheit bleiben. Fakt ist, es müssen immer mehr arbeitende Menschen zusätzlich aus den Sozialkassen versorgt werden. Das nützt aber leider nicht wirklich diesen arbeitenden Menschen, denn die kommen dadurch auch nicht aus der Lebensarmutsfalle heraus - aber es nützt den Ausbeutern, die diese Menschen für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnen müssen. Wir subventionieren mit H4-"Aufstockung" also nur den Profit der ohnehin schon reichen Oberschicht. Wem man von diesem arbeitenden Prekariat jetzt noch Geld verspricht, wenn er seine Kinder nicht in staatliche Obhut geben will, der nimmt logischerweise lieber das Geld.
  4. #43

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Ich habe so meine Zweifel, dass staatliche Kollektiv-Betreuung für unter Dreijährige generell pädagogisch sinnvoller ist als individuelle Betreuung im Elternhaus. Nicht jedes Kind kommt aus prekären oder gar asozialen Verhältnissen (für diese Gruppe ist möglichst frühe staatliche Betreuung ein Segen).
    Den Gutbetuchten Elternhäusern dürfte die Herdprämie ziemlich schnuppe sein, die investieren sowieso erheblich höhere Summen in den Nachwuchs. Und gerade diese Eltern sind es, die ihre Kinder in die Kindergärten schicken.

    Wer in den Kitas fehlt, dass sind die Kinder aus prekären Elternhäusern. Und dieser Effekt dürfte sich mit der Herdprämie eher noch verstärken.
  5. #44

    Zitat von kandana Beitrag anzeigen
    ... wird da über die Herdprämie argumentiert.

    Ich finde es generell bedenklich, dass der Staat bestimmte Familienstrukturen bevorzugt und auch finanziell belohnt.
    Und ich gebe zu, Ehegattensplitting, Versorgungs- und Zugewinnausgleich, Vorteile im Erbrecht, Witwenrente und jetzt auch diese Zu-Hause-Betreuungsprämie - das schreit doch alles nach dem klassischen Rollen-Modell.
    Damit habe ich ein Problem.
    Mir ist egal, wie jeder sein Familienleben inklusiv der Kinderbetreuung organisiert, aber ich finde es falsch, einem Modell den Vorzug vor anderen zu geben.

    Ob es für die Kinder ein Gewinn ist, zu Hause oder in einer Einrichtung betreut zu werden, darüber gibt es auch viele gegensätzliche Expertenmeinungen.
    Ich persönlich glaube nicht, dass es Kindern schadet, zeitig mit anderen Kindern außerhalb der eigenen vier Wände betreut zu werden.
    Öffentliche Einrichtungen erstatten in meinen Augen gewisserweise die frühere Großfamilie, die evolutionär gesehen am ehesten unserer Sozialentwicklung entspricht.
    Das Beispiel mit ostdeutschen Kindern ist oft untersucht worden und hat sich auch nach Studien des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie als absolut haltlos erwiesen.
    Kinder sind durchaus in der Lage vom frühestem Kindesalter an zwischen verschiedenen Bezugspersonen zu differenzieren.
    Daher ist es bei stabilen Strukturen, zu denen durchaus Fremdbetreuung gehören kann, kein Nachteil für Kinder, Kontakt zu mehreren Bezugspersonen zu haben.
    Sie sprechen ja gleich eines der Hauptprobleme an: In der heutigen Krippen und Kindergartenlandschaft gibt es keine Strukturen, die Kinder in den prägenden Jahren zuverlässig davor bewahren, Bezugspersonen zu verlieren. Gruppenwechsel, Urlaube und Kündigungen der Erzieherinnen verstören die Kleinen nachhaltig.

    Wie nachhaltig, können Sie in einem Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung nachlesen.

    Psychoanalyse Aktuell - Krippenausbau

    Wenn es um das sich entwickelnde seelische Gleichgewicht von Kindern geht, habe ich für Rollenbild-Diskussionen wenig Verständnis.

    So muss ich auch Ihrem Hauptschluss widersprechen: Der Staat hat die Familienform zu fördern, der Kinden den zuverlässigsten Rahmen bietet, ihre frühesten Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu meistern.

    Es verbietet sich meiner Meinung nach von selber, die zukünftige geistige Autonomie und das zukünftige Wohlbefinden abhängiger Kinder gegen heutiges Wirtschaftswachstum - ja selbst gegen heutige Selbstverwirklichung - einzutauschen.

    Von einer "Herdprämie" zu sprechen, zeigt nur, wie wenig man das Thema durchdrungen hat oder wie wenig Bedeutung man ihm beimisst.

    Wenn dann beide Eltern von der Erwerbsarbeit gestresst sind und das Kind von früh an in strengen Zeitpläne gepresst wird, ist der kindlichen Erkenntnis, nur eine Nebensache zu sein Tür und Tor geöffnet - mit entsprechenden Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl bis hin ins hohe Alter.
  6. #45

    Zitat von rathals Beitrag anzeigen
    Dieses Betreuungsgeld ist wieder ein politischer Blindgänger und zielt nur auf Stimmenfang. Man sollte dieser Gurkentruppe verbieten, in ihrer noch kurzen Regierungszeit ein neues Gesetz zu erlassen bzw. bestehende Gesetze zu ändern. Die können es einfach nicht; und besser wird es mit einer neuen Regierung bestimmt auch nicht. Die 3.Klassigkeit unserer Politiker ist schon erschreckend.
    Wohl Krippenkind? Wäre zumindest eine Möglichkeit zu erklären, warum Sie hier über andere so hemmungslos ablästern.
  7. #46

    "Bevormundung"

    Zitat von rud0815 Beitrag anzeigen
    oder wer sonst in der Regierung meint den Bürger bevormunden zu müssen, es nicht den Eltern überlassen wie sie ihre Kinder erziehen wollen. Ich verstehe es nicht.
    Wer will denn hier wen "bevormunden"? Es geht doch einzig und allein darum, ob ein bestimmter Erziehungsentwurf (Mutter bleibt zuhause und betreut die Kinder) finanziell bevorteilt werden soll oder nicht.

    Mit oder ohne "Herdprämie" steht es allen Eltern bis zum Beginn der Schulpflicht völlig frei, wie und wo sie ihre Kinder tagsüber unterbringen bzw. betreuen.


    Es bestehen allerdings begründete Zweifel daran, ob ein solches Betreuungsgeld nicht materiell falsche Anreize setzt, nämlich dort, wo es für das geistige Kindeswohl deutlich besser wäre, früh in einer Gemeinschaftseinrichtung Sprachkompetenz und andere elementare Fähigkeiten zu erlernen, die es in einem Migranten- bzw "Prekariats"-Elternhaus so nicht vermittelt bekommt - Pro7 und RTLII haben da nicht gerade so ihre Kernkompetenzen... ;-)
  8. #47

    Wie ignorant

    Zitat von Waldbahner2 Beitrag anzeigen
    Die Zerstörung der Familie als Grundlage kindlicher Entwicklung kann man nur als Kinderloser gut heißen.

    Kleinkinder bis drei Jahren brauchen 1 feste Bezugsperson, in Worten eine.
    Ob Vater, Mutter bleibt sich gleich.

    Ständig wechselnde soziale Kontake sind sogar schädlich für ein Kleinkind so zumindest die Wissenschaft.

    Ab drei Jahre kann eine Kinderkrippe mit sozialen Kontakten die Entwicklung begünstigen. Hier liegt die Betonung auf kann.

    Ob mit oder ohne Betreuungsgeld. wer sein Kleinkind liebt wird es persönlich
    versorgen. Wer keine Zeit für ein Kind hat, wer die Karriere bevorzugt auch in Ordnung. Dann aber bitte ohne Kinder.

    Wie verrückt muss ein Mensch sein die wunderbare Zeit mit einem Baby
    der Kinderkrippe zu überlassen. Nicht für alles Geld der Welt.
    ... ist denn dieser Beitrag! Warum kann man in Deutschland die Frage der Kinderbetreuung eigentlich nicht sachorientiert diskutieren? Letztlich muss jeder für sich entscheiden, wie das eigene Kind betreut wird. Es geht auch wirklich nicht immer um die (bevorzugte) Karriere, sondern häufig auch um die Notwendigkeit eines zweiten Gehaltes. Und selbst wenn nicht! Die Bemerkung, dass der, der sein Kind liebt, zu Hause betreut, ist anhand der Realitäten eine absolute Frechheit! Ich liebe mein Kind über alles undhabe es "dennoch" in einer Krippe. Sie liebt es dort und sagt jeden morgen nach dem Aufstehen dauernd Kita Kita. Und die gesicherte wissenschaftliche Erhebung zum Schaden von Krippen möchte ich gerne mal sehen.

    Ich meine dennoch, dass man,wenn man kann und möchte, sein Kind auch zu Hause betreuen kann. Jeder wie er meint. Nur das Vorverurteilen anderer Modelle von Leuten wie Ihnen nervt so unendlich.

    Und eine Ungleichbehandlung- so das Argument der Befürworter des Betreuungsgeldes - sehe ich nicht. Ich bekomme zwar einen Zuschuss zu meinem Platz; zahle im Gegensatz zu nicht arbeitenden Müttern aber Steuern und trage meine Krankenversicherung selbst und bin nicht über meinen Mann versichert!
  9. #48

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Ich habe so meine Zweifel, dass staatliche Kollektiv-Betreuung für unter Dreijährige generell pädagogisch sinnvoller ist als individuelle Betreuung im Elternhaus. Nicht jedes Kind kommt aus prekären oder gar asozialen Verhältnissen (für diese Gruppe ist möglichst frühe staatliche Betreuung ein Segen).
    Die einzige Frage ist, wie man verhindern kann, dass Kinder mit staatlichem Betreuungsbedarf nicht deshalb zu Hauses bleiben, weil es das Betreuungsgeld gibt. Ich denke, mit etwas Gehirnschmalz lassen sich Modalitäten finden, die solche Fehlentwicklungen verhindern können.
    Danke, wenn man die Diskussionen verfolgt könnte man wirklich meinen, alle Kinder seien zuhause hochgradig gefährdet. Mit oder ohne dieses Geld wird mein Sohn nicht in den Kindergarten gehen bevor er drei ist. Da wir beide deshalb nur noch in Teilzeit arbeiten können, wäre diese "Herdprämie" uns sehr willkommen. Kinder sind nämlich nicht nur fantastisch sondern auch teuer. Auch wenn ich es kaum fassen kann, mal mit der CSU einer Meinung zu sein.
  10. #49

    1 Milliarde

    Die Effekte dieser Maßnahme sollte man nicht überschätzen.
    Aber ein Effekt wird sicher sein dass Menschen die jeden Euro umdrehen müssen, natürlich gerne die Prämie mitnehmen. Und gegebenenfalls also darauf verzichten ihr Kind in einen pädagogische Einrichtung zu bringen.
    Da baucht man auch gar nicht diese abstoßenden Klischees von der "Unterschicht" zu bemühen, die leider - Zeichen kultureller Verwahrlosung der angeblichen Ober-Mittelschicht, parkettfähig geworden sind.
    Das Ganze ist ein simpler und unwiderstehlicher Anreiz. Völlig falsch handwerklich gemacht also!
    Die Einkommensstarken aber bekommen noch ein hübsches Bätzchen obendrauf. Wozu eigentlich? Seit Bestehen der BRD kam niemand auf diese abstruse Idee zu belohnen weil man ein Kind zuhause erzieht. Man darf gespannt sein was noch für kreative Ideen kommen. Vielleicht bekomme ich ja auch etwas ab, zb. für den sonntäglichen Kirchgang. Ich melde mich freiwillig.
    Offenbar hat man eine Milliarde um sie mal ebenso zu verteilen, nur damit irgendwelchen römisch-katholischen Befindlichkeiten gebauchpinselt werden, vermutlich.








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