Herbstgutachten als Märchenwelt: Das Wirtschaftsweisen-Wunderland

Jedes Jahr im November stellen die fünf Wirtschaftsweisen Forderungen an die Regierung. Manche davon sind vernünftig, andere problematisch - kaum eine wird je umgesetzt. Doch was wäre wenn? Malen wir die Welt einmal so, wie sie den Gelehrten gefällt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...728309,00.html
  1. #10

    Das Gegenteil tritt ein.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jedes Jahr im November stellen die fünf Wirtschaftsweisen Forderungen an die Regierung. Manche davon sind vernünftig, andere problematisch - kaum eine wird je umgesetzt. Doch was wäre wenn? Malen wir die Welt einmal so, wie sie den Gelehrten gefällt.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...728309,00.html
    Also mir helfen die Wirtschaftsweisen irgendwie schon weiter in der persönlichen Prognose. Es gibt für den Bürger schließlich ein ganz klares mathematisches Gesetz:

    Von allem, was der Herr "Professor" Sinn so zum besten gibt, tritt IMMER genau das Gegenteil mit 99,9%iger Sicherheit ein. Niemand irrlichtert deutlicher in der Ökonomie rum, als Sinn. Und genau diese Berechenbarkeit freut mich.
  2. #11

    Alter?

    Ich weiss nicht recht, aber die Spiegel Schreibe scheint mir von Jahr zu Jahr schlechter zu werden. liegt das am Alter der Redakteure, an meinem Alter vielleicht oder der veraenderten Medienkultur insgesamt?
    Die Ablieferung eines Artikels, wie dem Vorliegenden in der Ausbildung zum Journalisten vor einigen Jahren haette die Note ungenuegend gezeitigt.
    Der Spiegel sollte zurueckfinden zur Qualitaet, die er einst hatte. Mir zumindest draengt sich mehr und mehr die Entscheidung auf, auf ein anderes Medienprodukt umzusteigen.
    Gruesse
    GK
  3. #12

    ...

    Zitat von überzwerg Beitrag anzeigen
    Gewiss, Herr Pispers ist ja bekanntermaßen ein ausgewiesener Wirtschafts- und Finanzexperte.
    Gerade das qualifiziert ihn die Lügen ebensolcher Experte mit simplen Menschenverstand zu entlarven.
  4. #13

    Auftraege an "Wirtschaftsweise" canceln

    Die obersten Kaffeesatzleser werfen Merkel Tatenlosigkeit vor. Sie stochern mit den Stricknadeln der Oma im Mist der sogenannten deutschen Wirtschaft, die schon, sieht man von einigen Mittelstaendlern und KMU ´s ab, kaum noch deutsche Eigentuemer hat und demzufolge dem Grunde nach garnicht mehr als deutsche Wirtschaft respektive deutsche Unternehmen bezeichnet werden koennen (vgl. z. B. Aktienverteilungsanalysen bei Dax-Unternehmen). Aber auch sogenannte "grosse Mittelstaendler", wie z.B. WELLA, und viele andere, sind keine deutschen Unternehmen mehr. Nehmen Sie "OPEL" , noch lange nicht freigekauft !
    Wenn die Eigentuemer im Ausland sind, woher soll man da belastbare Zahlen bekommen?

    Insofern setzen mich die Prognosen der Oberschlauen schon sehr in Erstaunen, woher sie das "Plus - Wachstum" nehmen, da sie vor zwei Jahren nicht einmal die Anzeichen des "Minus-Wachstums" erahnt haben. Da zweimal im Jahr (Fruehjahrs -und Herbstgutachten) jeweils 400 Seiten vollzuschmieren, mutet eher als Kunst und geeignet fuer DSDS, denn als sachliche Trendberechnung an.

    Wenn Frau Merkel und ihr gescholtener Finanzminister, die ganz gewiss nicht meine Favoriten sind, die Prioritaet beim Schuldenabbau setzen, um einen der grossen Posten des Staatshaushalts, die Schuldenzinsen, zu senken, und um damit natuerlich auch die politische Abhaengigkeit von den Darlehnsgebern zu reduzieren, kann man das nur unterstuetzen.

    Investitionen in Bildung bedeuten nicht, dass man Geld in die Hand nimmt und neue Hochsicherheitsschulen baut, weil vereinzelt ein paar Lumpen, die gekoepft gehoeren, in Schulen rumgeschossen haben, sondern die Vereinheitlichung der Lehrplaene und - buecher in ganz Deutschland und damit die Abschaffung der Laenderhoheit bei Bildung, die Aufloesung der entsprechenden "Laender-Kultus-Gremien", was zu enormen Einsparungen fuehren wuerde und eine echte Investition in die Zukunft waere.

    Und wenn wir schon beim Foederalismus sind, sollte man diesen, 20 Jahre nach Angliederung von Mitteldeutschland an die BRD, in allen Bereichen auf den Pruefstand stellen und nach Einsparungspotentialen suchen, die reichlich vorhanden sind. Denn heute sind wir, dank Friedensvertraegen nicht mehr an den Foederalismuszwang der Siegermaechte gebunden.

    P.S. Der Export von Waren und Dienstleistungen aus D nach X funktioniert oft nur im Zusammenhang mit mitgelieferten Krediten bei langfristiger Laufzeit. Eine tickende Zeitbombe. Insofern sollte man auf China nicht neidisch sein, sondern lieber den D - Export gut versichern. Die Ware ist meist, dank fehlender qualifizierter Wartung schneller verschlissen, als der Kredit abbezahlt!
  5. #14

    Ziele?

    Damit Politikberatung durch "Wirtschaftsweise" oder andere "Experten" überhaupt einen Sinn machen kann, müsste zunächst mal ein gesellschaftlicher und politischer Diskurs darüber stattfinden, wohin sich unsere Gesellschaft überhaupt entwickeln soll, was überhaupt die Ziele von (Wirtschafts-)Politik sein sollen und an welchen Indikatoren und Messgrößen wir einen gesellschaftlichen Fortschritt überhaupt festmachen wollen.
    Von dem vielleicht früher einmal vorhandenen, breiten Konsens, dass Ludwig Erhards Maxime "Wohlstand für alle", die Richtung vorgeben sollte, ist m.E. nicht mehr allzuviel übriggeblieben. Stattdessen ist es fast selbstverständlich geworden, erfolgreiche Politik fast ausschließlich an möglichst hohem Wirtschaftswachstum und möglichst geringen Arbeitslosenzahlen festzumachen, ohne zu reflektieren und zu diskutieren, zu welchem Preis und mit welchen "Nebenwirkungen" diese Ziele erreicht werden sollen und können.
    In den letzten 20 Jahre war das Wirtschaftwachstum in Deutschland recht ordentlich, zumindest für eine entwickelte, alternde Gesellschaft, aber lebt eine Mehrheit der Menschen heute tatsächlich signifikant besser als vor 20 Jahren? Wurde also eine erfolgreiche Politik gemacht, weil die Wirtschaft ordentlich gewachsen ist? In den letzten Jahren ist die (offiziele) Arbeitslosigkeit deutlich gesunken, aber haben wir tatsächlich die Armut verringert und die Chancen der Menschen verbessert? Ist es tatsächlich konsensfähig, Ziele wie Wirtschaftswachstum, hohen Beschäftigungsgrad, Exportstärke u.ä. um nahezu jeden Preis zu verfolgen, auch wenn davon vielleicht nur eine kleine Minderheit profitert?
    In einem demokratischen Staatswesen sollten solche Fragen thematisiert und diskutiert werden, um dann einen möglichst breiten Konsens über die Ziele von Politik zu erreichen. Über die geeignetsten Methoden, diese Ziele dann auch zu erreichen, dürfen sich dann gerne auch "Wirtschaftsweise" gedanken machen, aber erst nachdem geklärt ist, wohin die Reise gehen soll.

    Ich würde gerne mal von der "Frau ohne Eigenschaften", die z.Z. unser Land führt bzw. führen sollte, ein paar klare Aussagen dazu hören, wo sie unser Land (Europa, die Welt) in 10, 20 oder 30 Jahren sehen möchte, auf welche längerfristigen Ziele sie hinarbeitet, welche grundlegenden Entwicklungen sie anstoßen oder voranbringen will.
  6. #15

    Weise Sicht in die Vergangenheit

    Über den Gipfeln ist Ruh. Angela Merkel ruft ja einen Gipfel nach dem anderen aus, auch den Milch Gipfel, dabei ist der Bildungsgipfel schon mal auf der Strecke geblieben, oder ins stocken gekommen. Auf jeden Fall hat der Reformstau eine andere Regierung wenn auch etwas verzögert doch dann vehemt in Angriff genommen. Das war Rot-Grün: Ganztagsschulen, Kitas, Agenda 2010 usw. selbst das Guido Westerwelle sich verpartnern (heiraten) kann verdankt er Rot-Grün.
  7. #16

    Selbst wenn, ... .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jedes Jahr im November stellen die fünf Wirtschaftsweisen Forderungen an die Regierung. Manche davon sind vernünftig, andere problematisch - kaum eine wird je umgesetzt. Doch was wäre wenn? Malen wir die Welt einmal so, wie sie den Gelehrten gefällt.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...728309,00.html
    Möglicherweise wird dieser angebliche Aufschwung etwas anhalten, aber die USA sind bereits wieder auf Talfahrt und das wird auch die Deutsche Wirtschaft runterziehen.

    Ich hoffe indes auf etwas anderes: Das es diese Koalition derart mit dem Widerstand des Bürgers zu tun bekommt, dass sie sich um andere Themen gar nicht mehr kümmern kann. Aber muss es denn wirklich der Deutsche Herbst 2.0 sein? Irgendwann werden wir extreme Verhältnisse haben, wenn wir da nicht schon angelangt sind. Der Staat sät tagtäglich die Saat, und sie wird aufgehen.

    Sie hat es verdient, denn sie hat auf allen Gebieten versagt. Von wegen, "die Koalition ist eine Erfolgsgeschichte" (Zitat Westerwelle). Und von der Leyen braucht sich wegen gar nichts auf die Schulter klopfen, woher die sinkenden Arbeitslosenzahlen, wissen die meisten: definitiv nicht vom Schalten und Walten dieser Koalition der Loser.
  8. #17

    ja - ja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Jedes Jahr im November stellen die fünf Wirtschaftsweisen Forderungen an die Regierung. Manche davon sind vernünftig, andere problematisch - kaum eine wird je umgesetzt. Doch was wäre wenn? Malen wir die Welt einmal so, wie sie den Gelehrten gefällt.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...728309,00.html
    ja-ja, unsere vielen selbst ernannten Experten, wenn wir die nicht hätten, müßten wir sie direkt erfinden, damit der Spaß nicht ausgeht.
    Nur leider bei nicht so gebildeten Bürgern und denen, die nicht so mitdenken oder obrigkeitshörig sind, fallen ihre kruden Thesen auf fruchtbaren Boden.
    Gut bezahlte Beamte, Profs, also Dozenten an Unis reisen durchs Land und spielen Experten.
    Nur Fachleute hat Deutschland keine mehr und genau das ist unser Dilemma
  9. #18

    UnSinn

    Zitat von Klo Beitrag anzeigen
    Also mir helfen die Wirtschaftsweisen irgendwie schon weiter in der persönlichen Prognose. Es gibt für den Bürger schließlich ein ganz klares mathematisches Gesetz:

    Von allem, was der Herr "Professor" Sinn so zum besten gibt, tritt IMMER genau das Gegenteil mit 99,9%iger Sicherheit ein. Niemand irrlichtert deutlicher in der Ökonomie rum, als Sinn. Und genau diese Berechenbarkeit freut mich.
    Also bitte, dieser unsinnige Sinn verkauft nur die Gegenwart als Zukunft. Eigentlich handeln alle Prognostiker so, weswegen ihre "Prognosen" auch seltenst aufgehen. Und Krisen können sie auf dem Weg schon gar nicht vorhersehen.
    Und wenn sie sich selber ihren eigenen Quark glaubten, hätten sie sich an den Finanzmärkten schon längst dumm und dusselig verdient und sonnten sich in der Südsee...
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....