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Helgolands Schicksalsfrage: Riesen-Puzzle auf der Hochseeinsel

Ein 100-Millionen-Projekt spaltet Helgoland: Sollen die zwei Teile der Insel durch eine gigantische Landaufschüttung wieder verbunden werden? Darüber müssen die Einwohner nun abstimmen. Die Gegner fürchten das Ende ihres Idylls, die Befürworter den langsamen Tod ihrer Heimat.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,770548,00.html
  1. #10

    Das ist der Anfang ...

    Zitat von orion4713 Beitrag anzeigen
    wenn man die Luftbilder betrachtet, sieht man deutlich wie unnatürlich der heutige Zustand ist. Mit der Landbrücke wird ja nur der Teil wieder zur Insel, den das Meer geraubt hat.
    Als nächster Schritt schütten wir den Ärmelkanal auf um den historischen Sumpf der Römerzeit wieder herzustellen. Ist ja unnatürlich diese offene stark durchströmte Rinne.

    Ach, fast hätte ich den Eispanzer auf dem Kontinentalschelf vergessen. Wir sprengen ein paar große Vulkane um mit Aschewolken die Temperatur für die nächsten Jahrhunderte entsprechend abzusenken. Ist ja unnatürlich diese gletscherlose, europäische Landmasse.

    Natürlich ist ein Zustand, der durch die Natur im Laufe der Zeit herbeigeführt wurde. Wenn das Meer Land raubt, dann stellt es dadurch einen neuen natürlichen Zustand her, keinen unnatürlichen. Unnatürlich wäre der Zustand von Insel und Düne nur, wenn die Veränderung durch den Mensch herbeigeführt worden wäre, beispielsweise durch Bombenabwurf oder Sprengungen.

    Das zu den Begriffen. And now for something completely different.

    Die neu aufgeschüttete Landmasse fällt nicht unter den Sonderstatus Helgolands, diese Fläche wird automatisch Teil des Steur- und Zollgebiets. Dies bedeutet, dass bei der Landreise von der alten Insel zum Flughafen zwei Schengen-Außengrenzen passiert werden. Beabsichtigt die Inselverwaltung den Schengenvertrag und all die anderen europäischen Rechtsvorschriften anzupassen? Oder schafft sie durch eine stillschweigende Duldung einen Präzedenzfall nach dem irgendwo eine neue Landmasse aufgeschüttet werden kann, die dann auch außerhalb des Zoll- und Steuergebiets liegt? Haben die OffShore-Windparks Interesse sich ebenfalls der Sonderzone Helgoland anzugliedern? Wieviele Quadratkilometer wird dann Helgoland in 100 Jahren haben? 200? 500? Der komplette Bereich bis zu den Windparks aufgeschüttet? Den natürlichen Zustand aus der Bronzezeit?

    Die Aufschüttung kann Sinn machen wenn sie einen Endzustand für viele Generationen herbeiführt und Grundlage ist um durch komplette Anhebung des Geländes dem Meeresanstieg entgegen zu wirken. Vielleicht ist man auch so schlau un sorgt schon im ersten Schritt für eine entsprechende Anpassung.
  2. #11

    Titel

    Zitat von erhardstammberger Beitrag anzeigen
    ... lieber SPIEGEL ONLINE, dasss es auch sachlich geht, ohne DDR-Verunglimpfung wie in dem letzten Artikel. Mit dem habt Ihr dem Ziel einer Landbrpücke einen Bärendienst erwiesen.

    Wenn jetzt die Beiträge pro - contra auch noch in eine sachlichere Richtung marschieren würden.

    Das "Problem Helgoland" ist aber sehr vielschichtiger, vom Denkmalschutz über den knappen Wohnraum und die Schiffsanbindung (die manchmal sogar im Sommer bei Schlechtwetter gekappt ist) bis hin dazu, dass auch andere deutsche Inseln in weniger extremer Lage Einwohner verlieren. Ein Gymnasium wird es z.B. auf Helgoland sicherlich auch nicht nach einer Erweiterung geben.

    Entwicklungsperspektiven für die Insel gibt es in jedem Fall, egal wie die Abstimmung morgen ausgeht. Sie sehen nur unterschiedlich aus. Aber weder muss die Erweiterung in "Dubai II" münden noch das Nein dazu zwangsläufig im weiteren Niedergang Insel.

    Im Übrigen ist die Behauptung, dass eine Landbrücke den Zustand bis 1720 wieder herstellen würde, nicht ganz unumstritten. Der Charakter der Landverbindung war damals ein völlig anderer. Auf dem "Witte Kliff" wurde nicht gewohnt, sondern Kalk gebrochen, vermutlich war deshalb auch die Landverbindung so instabil, dass sie im Sturm brach.

    Als jemand, der sich seit vielen Jahren intensiv mit Helgoland beschäftigt, würde ich für die Erweiterung plädieren, allerdings nicht mit der auf den Bildern enthaltenen Verlängerung der einen Landebahn an den Südstrand der Düne, und mit klaren Regeln für den Erhalt der herrlichen Natur auf der Düne.
    Ich war als Schüler auf Helgoland, später dreimal als Tagesausflügler. Es wurde jedesmal schlimmer. Der DDR-Vergleich stimmt, meinetwegen können sie auch Gelsenkirchen schreiben.. Hauptsache der Grad des Vergammelns wird deutlich.

    Schleswig-Holstein ist eh Pleite. Wir wollen Sansibar wieder, wenn sich da nicht bald was ändert.
  3. #12

    ...

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Die neu aufgeschüttete Landmasse fällt nicht unter den Sonderstatus Helgolands, diese Fläche wird automatisch Teil des Steur- und Zollgebiets. Dies bedeutet, dass bei der Landreise von der alten Insel zum Flughafen zwei Schengen-Außengrenzen passiert werden.
    Gibt's dafür eine Quelle?
    Ich kann mir das so nicht vorstellen. Wenn man am Hafen eine neue Mole aufschüttet, kriegt das ja auch keinen anderen Status als die Insel.
  4. #13

    ???

    Zitat von Thomas Kossatz Beitrag anzeigen
    . Wir wollen Sansibar wieder, wenn sich da nicht bald was ändert.
    Bitte erklären Sie, ich verbinde Sansibar nur mit Sylt und Futter an Bord der Air Berlin.
  5. #14

    ,

    Zitat von Kourosh Beitrag anzeigen
    In 20-25 Jahren kann man die Insel dann aufschütten weil dort keiner mehr Lebt. Schneller würde das Verfahren in Deutschland eh nicht gehen.
    Dann bin ich ja beruhigt, aber es wird eh mit Nein abgestimmt, die meisten Einwohner sind alt und wollen keine Veränderungen, Risiken, Experimente mehr.

    Die richtige Strategie ist nicht einfach, der Sommer ist einfach zu kurz, man sollte stärkere Drogen wie Marajuana auf der Insel anbieten, mit Drogen hat man Erfahrung auf der Insel, einfach nur die Dosis erhöhen.
  6. #15

    ...

    Zitat von entreotto Beitrag anzeigen
    Bitte erklären Sie, ich verbinde Sansibar nur mit Sylt und Futter an Bord der Air Berlin.
    Google nach Wiki:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag..._und_Helgoland
  7. #16

    Geschichte 6 - setzen !

    Zitat von entreotto Beitrag anzeigen
    Bitte erklären Sie, ich verbinde Sansibar nur mit Sylt und Futter an Bord der Air Berlin.
    GIDF - http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag..._und_Helgoland
  8. #17

    Warum ..

    .. denn aufschütten? Betonieren!
  9. #18

    Helgoland drroht ein zweites Sylt oder Schlimmeres

    Ich befürchte, den Helgoländern die noch bei Sinnen sind bleibt wirklich nur der Weg, den im Beitrag der Hotelier Conradi beschrieben hat. Wenn es eine Mehrheit für das Projekt gibt, schauen hoffentlich auch Behörden und Umweltschutzorganisationen genau hin, was die Betreiber dieses Blaumilchkanal-Projektes vorhaben und was es auf, wie um die Insel völlig durcheinanderbringt.
    Einen Glaubenskonflikt aus dieser Abstimmung zu konstruieren halte ich für völlig falsch. Derlei Purismus grenzt nur aus und macht blind für Alternativen.
    Die Ostsee-Insel Usedom zeigt die Auswirkungen beider Seiten: Dort wo langfristig und nachhaltig geplant und gehandelt wurde, haben sich einigermaßen stabile Verhältnisse entwickelt. Wo die Leute tumben Goldgräbern aufsaßen, klaffen teils noch heute die Löcher der Bauruinen an der Strandpromenade oder im Hinterland. Ich habe erlebt wie Insulaner und engagierte Neubewohner von Dörfern wilden Marina-Projekten im sensiblen Schildgürtel couragiert eine Absage erteilten. Am Ende zählten sie deshalb zu den Gewinnern einer behutsamen Entwicklung.
    Auf Sylt wurde über Jahre an externe Investoren veräußert, die auf den Promi-Hype setzen. Inzwischen können sich die Sylter das Wohnen und Leben auf ihrer Insel kaum mehr leisten. Sylt verkommt kaputtgeurlaubert zur Staffage. Was man als Segen verkündete, wurde zum Fluch.
    Helgoland darf diese Entwicklung nicht wiederfahren. Sonst wachen die Betreiber dieses Zirkus' erst auf, wenn sich die See die "Lange Anna" geholt hat, weil man nebenbei eine ökologische Katastrophe angerichtet hat.
  10. #19

    Sansibar war mal fast deutsche Kolonie...

    Zitat von entreotto Beitrag anzeigen
    Bitte erklären Sie, ich verbinde Sansibar nur mit Sylt und Futter an Bord der Air Berlin.
    und Helgoland gehörte zu England. Durch den Helgoland-Sansibar-Vertrag 1890 wurde Helgoland in das Deutsche Reich eingegliedert, gleichzeitig wurde festgelegt, dass die Briten Anspruch auf die Insel Sansibar als Kolonie haben.


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