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Heimische TV-Serien: Also, ich gucke gerne deutsch
ARDKuschelfernsehen mit dem Kilowunder: Dieter Pfaff kommt mit neuen Folgen von "Der Dicke" in die ARD - endlich. Denn die Saga über einen beleibten Anwalt steht für vieles, was gut und schön ist an deutschen TV-Serien. Und das ist mehr, als viele meinen.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,827314,00.html
- #1 17.04.2012 10:24 von
- #2 17.04.2012 10:26 von
- #3 17.04.2012 10:26 von
- #4 17.04.2012 10:28 von
Danke für diesen gelungenen Beitrag. Endlich muß ich mich nicht mehr für "meine Lindenstraße" schämen und darf offen zugeben das ich mich heute Abend auf den "Dicken" freue.
- #5 17.04.2012 10:36 von
ohne
Amerikanische Serien haben oft gute Plots, aber die Atmosphäre in diesen Filmen mag ich überhaupt nicht. Sämtliche Frauen sehen aus wie aus dem Modejournal entsprungen, die Schauspieler verziehen alle auf die gleiche Weise die Mienen oder machen die gleichen saloppen Sprüche. Es gibt nur einige wenige, die herausragen, indem sie wie normale Menschen wirken. Und das ist es, was ich an den deutschen Serien bzw. Filmen schätze: von einigen Ausnahmen abgesehen (diese furchtbaren Serien wie "nur die Liebe zählt" etc.) agieren hier Menschen wie du und ich. Zumindest die Illusion möchte ich mir bewahren.
- #6 17.04.2012 10:41 von
Habe schon lange darauf gewartet, dass es weitergeht-
beim Fernsehn weiß man ja nie.
Ja, ich brauche meine Dosis "Am Ende kriegen wir das wieder hin", dabei werden aber die zahlreichen Nebencharaktere nie vergesssen, sondern haben alle hin und wieder Auftritte und entwickeln sich weiter.
Wer nicht mehr mitspielt, wird ordentlich aus der Serie geschrieben, die Handlung ist stimmig und selbst juristisch nicht so schlimm daneben wie die meisten "Tatorte".
Und Dieter Pfaff ist sowieso Extraklasse.
Schönen Dienstag! - #7 17.04.2012 10:46 von
Um Himmels Willen...
Zitat:
"Noch ein Wort zum Sonntag: Ihr Verächter des deutschen Serientums, findet Euch mit uns Zweitliga-Aficionados ab."
Das würden wir ja, wenn das deutsche Fernsehen nicht vergleichbar mit einer "Sportschau" wäre, die die Zweitliga bevorzugt und in der die Erstliga ein Schattendasein führt.
PS: Wer den Lindenknattermimen Knut Hinz preist, kann doch wohl nur eine satirische Agenda haben, oder sehe ich das falsch ? - #8 17.04.2012 11:01 von
- #9 17.04.2012 11:05 von
Mit dem Verweis auf Bloch sind sie an einem wesentlichen Punkt
Letztens sang SpOn das hohe Lied der amerikanischen und britischen Serien, was ja gar nicht unberechtigt ist. Vor allem das amerikanische Pay TV hat ja in den letzten 5-6 Jahren einige wirklich interessante Serien hervorgebracht.
Dabei verdammte SpOn aber auch das Angebot des deutschen Fernsehens, indem es mittelmäßige und schlechte deutsche Serien anprangerte.
Das war, meiner Meinung nach zwar im Einzelfall auch berechtigt, in der Gesamtsicht aber nachlässiger Journalismus, weil der deutsche TV Markt sich grundlegend vom angelsächsischen unterscheidet.
1. Bei uns hat sich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der 90 Minüter völlig durchgesetzt. Es gibt ja kaum Primetime Sendetermine für 45 oder 60 minütige Serien. Dafür praktisch jeden Tag, außer Dienstag mindestens in einem der beiden ersten Programme ein Stück in Spielfilmlänge.
Und das entspricht auch, zumindest meinen, Sehgewohnheiten.
Eine, am besten natürlich hochwertige, Unterhaltungssendung am Abend um viertel nach Acht, das ist genau mein Maß, wenn ich den Fernseher überhaupt für etwas anderes als Fußball einschalte.
Viele dieser 90 minütigen Fernsehspiele sind, wie z.B. Bloch ja auch Serien, nur das nicht jede Woche, sondern nur 3-4 mal im Jahr, oder gar nur einmal im Jahr eine neu Folge ausgestrahlt wird. Terminologisch benutze ich zur Unterscheidung zur klassischen Serie ab jetzt den Begriff "Reihe".
Und da liegt, ganz klar, die Stärke des deutschen Fernsehens, bei dem die Angelsachsen überhaupt nicht mithalten können: 90 minütige Fernsehspiele, Event Mehrteiler, Krimi und andere Reihen, mit durchaus hohen Produktionsstandards und oft bemerkenswerten Geschichten, natürlich auch mit viel Heimat- und Urlaubstrash, der aber offenbar auch beliebt ist.
2. Das Pay TV in Deutschland ist finanziell kaum stark genug für vergleichbare Serien Eigenproduktionen, wie die amerikanischen und der britische Sender. Außerdem kann unser Pay TV ja auf die amerikanischen Formate zurückgreifen, für die es im ÖR keinen Platz gibt.
Denn, ein ganz wichtiger Faktor muss bedacht werden: die ÖR setzen auf 90 Minüter im Abendprogramm, die klassischen Sendeplätze für Serien im ÖR sind im Vorabendprögramm des ÖR Werbefernsehens.
Die allermeisten der erfolgreichen neuen amerikanischen Serien, kommen aus dem PAY TV System mit Jugendsicherung.
Die dürfen im freien Fernsehen gar nicht vor 22.00 Uhr ausgestrahlt werden, oder müssen stark geschnitten werden.
Natürlich gefallen uns Erwachsenen etwas härtere und abgedrehtere Formate gut.
Aber da können weder die ÖR noch die Privaten etwas für, vergleichbare Eigenproduktionen lohnen nicht, das sie nicht in der Primetime ausgestrahlt werden dürften.
Das auch harmlosere Serien, Sitcoms, Familienstücke kaum aus dem privaten TV hervorgehen, sondern auf Reality Formate in allen denkbaren und undenkbaren Varianten gesetzt wird, das steht auf einem weiteren, anderen Blatt.
Auch ich würde mir die eine oder andere hochwertige und innovative neue Serie aus Deutschland wünschen, aber das deutsche TV muss ich deswegen nicht verdammen, denn unsere Fernsehspiel und Reihen sind hochwertig produziertes Fernsehen und 2-3 mal in der Woche auch inhaltlich interessant.
Wenn jetzt auch noch tolle Serien für Erwachsene kämen, bliebe ja gar keine Zeit mehr, für das eine oder andere gute amerikanische Format.
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