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Heimische TV-Serien: Also, ich gucke gerne deutsch

ARDKuschelfernsehen mit dem Kilowunder: Dieter Pfaff kommt mit neuen Folgen von "Der Dicke" in die ARD - endlich. Denn die Saga über einen beleibten Anwalt steht für vieles, was gut und schön ist an deutschen TV-Serien. Und das ist mehr, als viele meinen.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,827314,00.html
  1. #10

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kuschelfernsehen mit dem Kilowunder: Dieter Pfaff kommt mit neuen Folgen von "Der Dicke" in die ARD - endlich. Denn die Saga über einen beleibten Anwalt steht für vieles, was gut und schön ist an deutschen TV-Serien. Und das ist mehr, als viele meinen.

    Heimische TV-Serien: Also, ich gucke gerne deutsch - SPIEGEL ONLINE
    Wie schon jemand anders hier geschrieben hat: "Bloch" ist richtig gut, da passt alles von Atmosphäre bis Schauspielerleistung (und Pfaff ist ein exzellenter Vertreter seiner Zunft), aber "der Dicke" ist halt dagegen schon wirklich zweitklassig.

    Ich finde aber auch, dass man jedem seinen Geschmack lassen sollte, und wenn jemand Serien wie "Broadwalk Empire", die übrigens wieder mal wahnsinnig viel durch schlechte Synchronisation verliert, mag und auch kommuniziert, dann hat das nichts mit "Belehren" oder "von oben herab" zu tun. Sondern mit Geschmack. Und dass ich mich nicht mit zweitklassigen Synchronisationen zufrieden geben mag, oder V8-Bollern das nach europäischem Vierzylinder klingt. Aber ich kanns mir eben auch leisten, da ich des englischen mächtig bin. Ich gestehe aber jedem zu, dass er einen anderen Geschmack hat oder auf andere Dinge Wert legt.
  2. #11

    Titel

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Aber ich kanns mir eben auch leisten, da ich des englischen mächtig bin. Ich gestehe aber jedem zu, dass er einen anderen Geschmack hat oder auf andere Dinge Wert legt.
    Gut, dass es in Deutschland soviele weltgewandte Bürger gibt wie Sie, was würden wir nur ohne Sie (und Ihre Englischkenntnisse) machen....;-)

    Was am deutschen Fernsehen schade ist, ist dass es eigentlich immer in der "Realität" spielt. Ein deutsches "Games of Thrones" wäre mal interessant. Gute deutsche Fantasyautoren gibt es genug, aber mit so einem Stoff wäre die Ü-60 Gruppe wahrscheinlich wieder überfordert.......
  3. #12

    Knatter-Knut

    Zitat:
    "Mitten im Schicksals- und Intrigantenstadl (der "Lindenstrasse") entfaltet sich eine ziemlich grandiose Schauspielerleistung: Wie Knut Hinz als stotternder Hajo sein Witwerwerden hinlegt, ist erstligareif."

    Nach mehrmaligem Lesen dieser Aussage komme ich zu dem erschütternden Ergebnis: Der Autor meint es ernst.

    Fassen wir zusammen:
    Das traurige Überbleibsel der einstmals stolzen Hinz-Schauspielerdynastie spult in der "Lindenstraße" die gleiche betuliche Leichenbitterroutine ab, die er schon vor zehn Jahren beim Heimgang seines "Rehleins" überstrapaziert hat, und ein gestandener SPON-Autor erstarrt in Ehrfurcht.
    Man möge den Schreiber dieser Zeilen an eine Couch schmieden und ihm zwangsweise alle fünf Staffeln von "Six Feet Under" vorführen, und er wird erkennen:
    Wäre Knatter-Knut jemals bei den Bestattern "Fisher and Sons" als Hinterbliebener gesichtet worden, dann hätten ihn wirkliche Könner ihres Berufs wie Michael C Hall, Frances Conroy und Peter Krause achtkant aus ihrer Einsegnungshalle befördert.
  4. #13

    Zitat von christian simons Beitrag anzeigen
    Fassen wir zusammen:
    Das traurige Überbleibsel der einstmals stolzen Hinz-Schauspielerdynastie spult in der "Lindenstraße" die gleiche betuliche Leichenbitterroutine ab, die er schon vor zehn Jahren beim Heimgang seines "Rehleins" überstrapaziert hat, und ein gestandener SPON-Autor erstarrt in Ehrfurcht.
    "Traurig" vermutlich deshalb, weil so ein Ehegatten-Tod ja meist nicht lustig ist.
    Und die Ähnlichkeit zu den Szenen von vor 10 Jahren mögen daher kommen, weil die Situationen sich ja doch recht ähnlich sind. Und der Hajo ja auch immer noch der gleiche ist.

    Zitat von christian simons Beitrag anzeigen
    Man möge den Schreiber dieser Zeilen an eine Couch schmieden und ihm zwangsweise alle fünf Staffeln von "Six Feet Under" vorführen, und er wird erkennen:
    Wäre Knatter-Knut jemals bei den Bestattern "Fisher and Sons" als Hinterbliebener gesichtet worden, dann hätten ihn wirkliche Könner ihres Berufs wie Michael C Hall, Frances Conroy und Peter Krause achtkant aus ihrer Einsegnungshalle befördert.
    So gut, wie Sie die Lindenstrasse kennen, kenne ich Six Feet Under nicht. Aber mir scheint es ein wenig müssig, sich den Hajo da vorzustellen.

    Knut Hinz sehe ich ganz gerne. Nicht unbedingt als Hajo - obwohl er das sehr gut spielt und meiner Meinung nach einer der größeren Könner der Lindenstraße ist.
  5. #14

    Zitat von Hagbard Beitrag anzeigen
    Knut Hinz sehe ich ganz gerne. Nicht unbedingt als Hajo - obwohl er das sehr gut spielt und meiner Meinung nach einer der größeren Könner der Lindenstraße ist.
    Absolut! Er spielt den Hajo so seelenvoll, dass es eine Wonne ist.
    Und wer es schafft, die Zuschauer inmitten einer etwas überinszenierten Sterbearie allein durch sein G'schau zu Tränen zu rühren, hat wohl irgendwas richtig gemacht als Schauspieler.
  6. #15

    Zitat von Asirdahan Beitrag anzeigen
    Amerikanische Serien haben oft gute Plots, aber die Atmosphäre in diesen Filmen mag ich überhaupt nicht. Sämtliche Frauen sehen aus wie aus dem Modejournal entsprungen, die Schauspieler verziehen alle auf die gleiche Weise die Mienen oder machen die gleichen saloppen Sprüche. Es gibt nur einige wenige, die herausragen, indem sie wie normale Menschen wirken. Und das ist es, was ich an den deutschen Serien bzw. Filmen schätze: von einigen Ausnahmen abgesehen (diese furchtbaren Serien wie "nur die Liebe zählt" etc.) agieren hier Menschen wie du und ich. Zumindest die Illusion möchte ich mir bewahren.
    Im Gegensatz zu deutschen Serien, spielen US-Serien oft in Umgebungen,in denen die Menschen eben nicht wie du und ich sind und alles andere als Normal sind oder es gibt ungewöhnliche Charaktere in gewöhnlichen Umgebungen. Ansonsten schätze ich die theatralische Darstellung, im eigentlichen Sinne des Wortes, der deutschen Darsteller eher weniger und zu dem lieblosen settings un der generell niedrigen "production value" sage ich gar nichts mehr.
  7. #16

    Zitat von cycokan Beitrag anzeigen
    Letztens sang SpOn das hohe Lied der amerikanischen und britischen Serien, was ja gar nicht unberechtigt ist. Vor allem das amerikanische Pay TV hat ja in den letzten 5-6 Jahren einige wirklich interessante Serien hervorgebracht.
    Dabei verdammte SpOn aber auch das Angebot des deutschen Fernsehens, indem es mittelmäßige und schlechte deutsche Serien anprangerte. (...)
    Das auch harmlosere Serien, Sitcoms, Familienstücke kaum aus dem privaten TV hervorgehen, sondern auf Reality Formate in allen denkbaren und undenkbaren Varianten gesetzt wird, das steht auf einem weiteren, anderen Blatt.

    Auch ich würde mir die eine oder andere hochwertige und innovative neue Serie aus Deutschland wünschen, aber das deutsche TV muss ich deswegen nicht verdammen, denn unsere Fernsehspiel und Reihen sind hochwertig produziertes Fernsehen und 2-3 mal in der Woche auch inhaltlich interessant.

    Wenn jetzt auch noch tolle Serien für Erwachsene kämen, bliebe ja gar keine Zeit mehr, für das eine oder andere gute amerikanische Format.
    Es ging ja ursprünglich vor allem um die Frage, warum es so schwierig ist in Deutschland überhaupt die Strukturen zu schaffen, um hochwertige Fernsehserien zu produzieren und warum es nicht möglich ist, Techniken zu benutzen die dem 21. Jahrhundert angemessen ist. Sehen sie sich mal eine alte Folge Derrick an und vergleichen Sie das mit einer der heutigen Serien, viel hat sich da technisch nicht getan, ausser das der Murks heute in HD gesendet wird. Kamera, Schnitt, Regie, Ausleuchtung, Erzählstruktur etc, ist alles ungefähr gleich geblieben, wohin gegen es in GB und vor allem den USA inzwischen revolutionäre Entwicklungen stattgefunden haben. Wenn in Deutschland zufällig ein neuartiges Format stattfindet, was alle Schaltjahre mal vorkommt, dann ist das Format entweder geklaut, lizenziert oder es handelt sich um Produzenten, die sich schwer am US-TV orientieren.

    Es geht gar nicht darum den Zuschauern ihre geliebten deutschen Fernsehserien madig zu machen, es geht darum zu erkennen das Fernsehensoviel besser sein könnte. Es gibt allerdings deutsche Serien die sind eine Beleidigung für jeden Zuschauer der auch nur minimale Erwartungen an das Medium hat und der noch fähig ist das gesehen halbwegs zu reflektieren.
  8. #17

    Zitat von Freifrau von Hase Beitrag anzeigen
    Gut, dass es in Deutschland soviele weltgewandte Bürger gibt wie Sie, was würden wir nur ohne Sie (und Ihre Englischkenntnisse) machen....;-)

    Was am deutschen Fernsehen schade ist, ist dass es eigentlich immer in der "Realität" spielt. Ein deutsches "Games of Thrones" wäre mal interessant. Gute deutsche Fantasyautoren gibt es genug, aber mit so einem Stoff wäre die Ü-60 Gruppe wahrscheinlich wieder überfordert.......
    Nicht nur die, die Fanboys würden einen müden Abklatsch wittern und dieArte-only-Fraktion würde sich über den fehlenden kulturellen Anspruch echauffieren. Außerdem wo kämen wir denn dahin wenn im land der Dichter und Denker ein TV-Format der reinen Unterhaltung dienen würde, sowas ist doch nur was für den simpel gestrickten Pöbel
  9. #18

    Zitat von fältskog Beitrag anzeigen
    Absolut! Er spielt den Hajo so seelenvoll, dass es eine Wonne ist.
    Und wer es schafft, die Zuschauer inmitten einer etwas überinszenierten Sterbearie allein durch sein G'schau zu Tränen zu rühren, hat wohl irgendwas richtig gemacht als Schauspieler.
    Es hilft sicherlich, wenn der Zuschauer nah am Wasser gebaut ist.


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