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Hebammen: Schuften für die Haftpflicht

dapd25 Prozent mehr Einkommen? Klingt dreist, aber Deutschlands Hebammen fordern das mit guten Gründen: Ihre Versicherungsprämien steigen drastisch, allein dafür müssen Freiberuflerinnen 200 Stunden rackern. An politischem Beistand fehlt es der Leichtlohngruppe.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...840457,00.html
  1. #1

    Wie sieht es eigentlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    25 Prozent mehr Einkommen? Klingt dreist, aber Deutschlands Hebammen fordern das mit guten Gründen: Ihre Versicherungsprämien steigen drastisch, allein dafür müssen Freiberuflerinnen 200 Stunden rackern. An politischem Beistand fehlt es der Leichtlohngruppe.

    Freiberufliche Hebammen geben Job auf wegen Versicherungsbeiträgen - SPIEGEL ONLINE
    mit der Haftung bei Fehlern in der Klinik aus.
    Schon befremdlich wie hier mit solchen Mitteln ein Berufsstand platt gemacht wird.
    Wo sind denn unsere Obermuttis und Familienministerinnen und und und...
    Aber Hauptsache Quote in den DAX Vorständen.
    Traurig Traurig
  2. #2

    Das ist eine Schande!!!

    Einen solch enorm wichtigen Berufszweig quasi zugrunde zu richten nur weil diesem - für meine Begriffe extrem unterbezahlten - Beruf eine (?männliche?) Lobby fehlt? Das kann es doch nicht sein! Geburten sind ein physischer und psychischer Ausnahmezustand und Frauen brauchen in dieser Situation Bezugspersonen, welche fachlich und menschlich eine Atmosphäre von Geborgenheit ausstrahlen, zu denen sie einfach Vertrauen haben. Und dieses finden sie bei den Hebammen.
  3. #3

    Kosten?

    kennt jemand eigentlich die unterschiedlichen Kosten?
    : Hausgeburt
    : Klinikgeburt

    Ich finde es ärgerlich das im Artikel dies nicht erwähnt wird.
    Bei Wikipedia steht auch nur das Hausgeburten erheblich günstiger sind ..
  4. #4

    Zukunft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    25 Prozent mehr Einkommen? Klingt dreist, aber Deutschlands Hebammen fordern das mit guten Gründen: Ihre Versicherungsprämien steigen drastisch, allein dafür müssen Freiberuflerinnen 200 Stunden rackern. An politischem Beistand fehlt es der Leichtlohngruppe.

    Freiberufliche Hebammen geben Job auf wegen Versicherungsbeiträgen - SPIEGEL ONLINE
    Die Krankenkassen haben riesige Überschüsse, aber für die Hebamme reichts nicht. Sicher ist das Thema nur ein Teilaspekt, aber insgesamt bekommt man doch den Eindruck, unsere Gesellschaft will sich keine Kinder mehr leisten.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    25 Prozent mehr Einkommen? Klingt dreist, aber Deutschlands Hebammen fordern das mit guten Gründen: Ihre Versicherungsprämien steigen drastisch, allein dafür müssen Freiberuflerinnen 200 Stunden rackern. An politischem Beistand fehlt es der Leichtlohngruppe.

    Freiberufliche Hebammen geben Job auf wegen Versicherungsbeiträgen - SPIEGEL ONLINE
    Unabhängig von dieser nicht nachvollziehbaren Haftung ist die Bezahlung der Hebammen ein absoluter Witz.
    Wir haben vor ca. 8 Wochen unsere erstes Kind bekommen und das Ausmaß der ganzen Misere mitbekommen. Die zehrende Arbeit im Kreissaal lasstete komplett auf den Schultern der Hebammen. Abgerechnet wurde natürlich über den Chefarzt (meine Frau ist privat versichert).
    Wir sind sehr dankbar für die Betreuung durch unsere Nachsorgehebamme in der Zeit direkt nach der Geburt. Sie ist zu jeder Tag- und Nachtzeit für uns da gewesen und hat uns so vor so mancher Sorge oder Unsicherheit bewahrt. Gerade am Anfang war sie oft länger als eine Stunde vor Ort. Trotzdem kann sie nur pauschal 7,50 € pro Besuch abrechnen.

    Wenn man den Stundenlohn selbstständiger Hebammen mit dem eines Handwerkers vergleicht, sieht man eine deutliche Ungerechtigkeit. Ein Stundenlohn von 50€ wäre angebracht. Denn dieser Beruf ist für unsere Gesellschaft unmessbar wichtig.
  6. #6

    Kosten-Nutzen

    Zitat von berdn Beitrag anzeigen
    kennt jemand eigentlich die unterschiedlichen Kosten?
    : Hausgeburt
    : Klinikgeburt

    Ich finde es ärgerlich das im Artikel dies nicht erwähnt wird.
    Bei Wikipedia steht auch nur das Hausgeburten erheblich günstiger sind ..
    für eine Hausgeburt zahlt die Kasse 380 €. Klinik kostet ein mehrfaches.
  7. #7

    Lobbyaffines FDP-Ministerium

    Zitat von berdn Beitrag anzeigen
    kennt jemand eigentlich die unterschiedlichen Kosten?
    : Hausgeburt
    : Klinikgeburt
    ..
    Eine Hausgeburt kostet die Krankenkasse ca. 600 Euro. Eine Spontan-Geburt im Krankenhaus etwa 1300 Euro, ein Kaiserschnitt um die 2700 Euro. Das Problm ist, dass sich die Krankenhäuser mit den Kaiserschnitten gesundstoßen, deren Vergütungen viel zu hoch angesetzt sind. Eigentlich sollte das Gesundheitssystem Anreize in Richtung günstigere und effektivere medizinische Versorgung setzen. Doch hier waren die Krankenhauslobbys erfolgreich unterwegs. Im englischen NHS-System bekommt ein Chefarzt Probleme, wenn seine Kaiserschnittrate über 23% klettert - bei gleichen Geburtsergebnissen wohlgemerkt. Manche Geburtskliniken haben schon Kaiserschnittraten von fast 40 Prozent, und das obwohl die WHO bestenfalls 15% für medizinisch notwendig hält. Auch die Risiken der Geburtsoperation Kaiserschnitt werden planmäßig heruntergespielt (Thrombosen, Infektionen, mangelndes Bonding etc.). Aber, wie vielfach bemerkt, hier fehlen die Lobbies. Von einem lobbieaffinen FDP-Ministerium braucht man sich hier schon gar nichts erwarten.
  8. #8

    Hebammensterben, dass ich nicht lache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    25 Prozent mehr Einkommen? Klingt dreist, aber Deutschlands Hebammen fordern das mit guten Gründen: Ihre Versicherungsprämien steigen drastisch, allein dafür müssen Freiberuflerinnen 200 Stunden rackern. An politischem Beistand fehlt es der Leichtlohngruppe.

    Freiberufliche Hebammen geben Job auf wegen Versicherungsbeiträgen - SPIEGEL ONLINE
    Fakt ist, dass bei einer Geburt unheimlich viel schief laufen kann. Ich kann echt nicht verstehen, was an einer Hausgeburt toll sein soll.
    Ein moderner Kreissaal ist gut ausgestattet, schön dekoriert und Frau, Mann und Hebamme sind die meiste Zeit unter sich. Wenn dann die Geburt ansteht ist ein Arzt vor Ort, insbesondere wenn etwas mit den Herztönen nicht stimmt.

    Bei uns z.B. hat der Kleine den Nabelschlauch um den Arm gewickelt gehabt, in Kombination mit den Presswehen bekam er kein Sauerstoff mehr. Zum Glück kam er dann doch recht zügig zur Welt.
    Ich habe dann mal die Hebamme gefragt, wie unter den Voraussetzungen die Hausgeburt abgelaufen wäre:

    Sobald die Herztöne Nachgelassen hätten, wäre die Hebamme mit der Frau im Auto fliegenden Fahnen zum Krankenhaus gerast, unterwegs wäre das Kind dann zur Welt gekommen. Super!
    Die Hebamme sagte dann noch etwas bedeutendes: ausgebildete Hebammen müssen zunächst freiberuflich arbeiten dabei Erfahrungen sammeln. Klar geht dabei einiges schief. Alleine schon die Prüfung ob der Mutterkuchen vollständig ist, oder noch ein Teil an der Gebärmutter haftet und damit für Blutungen sorgt ist schon eine herausfordernde Arbeit.

    Krankenhäuser bieten mittlerweile Hebammenkreissäle an, ohne Arzt dabei, jedoch im Notfall schnell vor Ort. Wer Hausgeburten will, sollte diese alternative wählen.

    Letztlich sollte eine Hebamme die Vor- und die Nachbereitung der Geburt umsetzen. Die eigentliche Geburt dann mit ärztlicher Unterstützung durchführen. Dann ist auch die Versicherung bezahlbar und das Risiko für das Kind überschaubar. Weiterhin, da ja heute gerne geklagt wird, kann die Hebamme sich gegen angebliche Geburtsfehler besser wehren.

    Wir sollten zudem nicht vergessen, das Hausgeburten (die nach Aussage unserer Hebamme etwa 450€ einbringen) ein seltener Fall ist und es gerade nicht darum geht, den Beruf der Hebamme in Frage zu stellen.
  9. #9

    moderne Form der Hexenverbrennung

    Zitat von berdn Beitrag anzeigen
    kennt jemand eigentlich die unterschiedlichen Kosten?
    : Hausgeburt
    : Klinikgeburt

    Ich finde es ärgerlich das im Artikel dies nicht erwähnt wird.
    Bei Wikipedia steht auch nur das Hausgeburten erheblich günstiger sind ..
    Das ist ja gerade das Schizophrene. Die Kassen könnten richtig Geld sparen, wenn es weniger Klinikgeburten und mehr Hausgeburte gäbe.
    Im europäischen Ausland ist das der Fall; ohne höhere Säuglingssterblichkeit und Geburtskoplikationen.
    Wir haben beide Kinder zu Hause bekommen. Schwangerschaft ist doch keine Krankheit! Es ist beide Male völlig komplikationslos gelaufen. Und unsere Hebamme (beide Male die Selbe) hat jedesmal einen tollen Job gemacht. Man(n) (und Frau) fühlte sich gut aufgehoben und kompetent betreut. Der Geburtsstreß ist schon intensiv genug, da muß man nicht noch eine Kohorthe Medizinpersonal und das maximale Apperate-Aufgebot um sich herumwuseln haben. In der heimischen Geborgenheit hatten wir zwei Geburten zum Wohlfühlen; in Sicherhiet, Gaborgenheit, Vertrautheit; und ganz besonders wichtig: Menschlichkeit.

    Soweit ich weiß, brauchen Hebammen eine umfangreiche Zusatzausbildung, um überhaupt Hausgeburten betreuen zu dürfen. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei allen Hebammen und speziell unserer für ihre Betreuung und Hilfe bedanken.

    Leider scheint die Medizin-Lobby mittelaltergleich wieder gegen Hebammen ins Feld zu ziehen um den eigenen Allein-Versorgungsanspruch in allen (meizinischen) Lebenslagen zu untermauern.

    Es fällt mir schwer zu glauben, dass die Krankenkassen freiwillig auf ein kostengünstigeres, humaneres und nicht (!!) komplikationsträchtigeres Geburtsprozedere verzichten.

    Übrigens: Bekannte von uns hatten eine Klinkgeburt. Das Kind litt während der Geburt unter Sauerstoffmangel und sitzt jetzt schwerstbehindert im Rollstuhl. Klinikgeburten sind also auch nicht frei von jeglicher Komplikation. Ein Restrisko bleibt im Leben immer; das will in unserer Vollkaskogesellschaft nur niemand mehr wahr haben...


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