Hebammen-Frust: Babys holen lohnt nicht mehr

Für werdende Eltern wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden. Wegen stagnierender Gebühren und drastisch steigender Versicherungsprämien geben immer mehr von ihnen die Geburtshilfe auf. Erste Gebiete sind bereits unterversorgt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...762262,00.html
  1. #1

    Lobbypolitik

    Wenn sich die Lobby nicht durchsetzt, passiert so etwas. Ach welche Lobby fragen sich die Hebammen. RIchtig: keine.

    Die Krankenhäuser haben mittlerweile eine Kaiserschnittindustrie geschaffen (30 % Quote) bei medizinisch sinnvollen 7-8 Prozent. Gala berichtet noch vom Wunschtermin per Kasierschnitt. Dann rasiert man noch die Hebammen bei den Versicherungen und fertig ist die anständige Rendite für die privatisierten Krankenhäuser.

    *kopfschüttel*
  2. #2

    Ohne Titel ist man freier.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für werdende Eltern wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden. Wegen stagnierender Gebühren und drastisch steigender Versicherungsprämien geben immer mehr von ihnen die Geburtshilfe auf. Erste Gebiete sind bereits unterversorgt. ......
    Es ist schon erstaunlich, dass man einen ganzen Berufszweig platt macht mit dem dürftigen Argument, dass die Versicherung nicht ausreicht.

    Die Risiken der Atomkraft werden einfach nicht versichert, weil das unkalkulierbar ist, der Gewinn wird von der Energiewirtschaft eingesteckt und das Risiko trägt der Staat.

    Hebammen sind gut ausgebildete Fachleute, die von der Medizin-Lobby gegängelt werden. In anderen Ländern leiten sie eigenverantwortlich die Geburt, bei uns gibt es jede Menge einschränkende Vorschriften.

    Diese Frauen/Hebammen könnten die gesundheitliche Überwachung von Babys übernehmen und ebenfalls in den (jungen) Familien soziale Hilfe leisten, weil sie dort auch bei den Müttern vertrauen genießen.

    Unser Gesundheitssystem muss vor Allem eins sein... teuer.

    Die Frauen, die da eine Ausbildung haben und Fachwissen, werden von Kommissionen der Ärzteschaft "erlegt".

    MfG. Rainer
  3. #3

    Babys bringt die Hebamme und ...

    ... natürlich der Storch! Und die sterben leider langsam aus. Also ist es kein Wunder, dass immer weniger Kinder geboren werden. Und wenn Merkel nun die Atomkraftwerke abschaltet, dann wird es mehr Kohlekraftwerke geben müssen und noch mehr Störche werden sterben.

    Somit führt die Kehrtwende in der Atompolitik letztlich zum Aussterben der Deutschen - erst stirbt der Storch, dann der Mensch!
  4. #4

    Hebammen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für werdende Eltern wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden. Wegen stagnierender Gebühren und drastisch steigender Versicherungsprämien geben immer mehr von ihnen die Geburtshilfe auf. Erste Gebiete sind bereits unterversorgt.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...762262,00.html
    haben keine Lobby.Schon unser kleiner Vietnamese hat 2010 Änderungen versprochen.Passiert ist nichts.
    Jetzt wird wieder angefangen zu prüfen. Das dauert bis zu den Ergebnissen wieder Jahre.
    Der Hebammenverband sollte sich Profis nehmen, die mit Krankenkassen und Politik verhandeln. Z.Zt. ist alles sehr dilettantisch. Das sieht man ja allein in der Position zu den Versicherungen.

    Hebammen werden von Ärzten und Krankenhäusern als direkte Konkurrenz gesehen.
    Der Staat sollte sich dieser Berufsgruppe wieder mehr zuwenden, damit die auch diejenigen in Deutschland wieder Kinder bekommen, die sie sich leisten und auch erziehen können und wollen.
  5. #5

    Aussterbender Beruf

    Wenn die Geburtenrate weiter sinkt und das wird sie bestimmt, wozu braucht man dann noch HEB AMMEN? Ab 2013 wird sich die Situation verbessern, dann kommen die heutigen Minister wieder in ihre erlernten Berufe. Z.B. v.d.L. Roesler usw.

    Frau von der L.... wird dann bei jungen Leuten (Paaren) die Runde machen und diese auffordern Kinder zu zeugen. dafuer gibt es dann von der Cdu eine Wurfpraemie von 10 Euro und das siebte Kind darf dann im Praesidentenpalast aufwachsen, incl. Babysitter, damit die Mutter anschliessend wieder ins Parlament darf.

    Komisch ist nur, in Spanien betraegt die Arbeitlosenqoute unter den bis 25 jaehrigen bei 50 %. In Deutschland wird diese unterschlagen.

    Ganz ehrlich, ich moechte unter diesen Bedingungen nicht mehr geboren werden und viele jungen Leute denken dasselbe.
  6. #6

    Es ist eine Schande

    Das deutsche Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren zu einer reinen Kommerzmaschine manipulieren lassen! Es geht nicht mehr um Gesundheit, es geht nur noch um Geld (verdienen).

    Damit wird der Sinn eines sozial gerechten Gesundheitssystems ad absurdum geführt!

    Die Hebammen sind ein gutes Beispiel:
    In Hamburg kommen sie auf unter 10€/h, hier in Südostniedersachsen sind es gerade einmal 7,50€/h, all inclusive. Das geht gar nicht!

    Aber Deutschland wird von einer Geldmafia regiert, die immer stärker wird und die derartige Dienste als Sklaventätigkeit behandelt, Bezahlung unerwünscht! Gute Ärzte zu finden, die nicht völlig überlastet sind und damit nur noch fehl-diagnostizieren und den Patienten gar nicht mehr (er-)kennen, das wird zur Regel. Dabei brauchen wir eine vernünftige und gute Gesundheitsversorgung, nicht nur für die Seniorengeneration (die neue Cash-cow) sondern auch gerade in der Versorgung junger Familien. Das wird aber den alten und neuen Gesundheitsminister der FDP wenig interessieren: denn die wollen nur Geld verdienen und bei den Menschen (human resources) Geld sparen!

    Wann wachen die Leute in diesem Land endlich auf???
  7. #7

    so ist es gewollt

    Nun, dann stirbt der beruf aus.
    Auch kein drama, es sind schon viele berufe ausgestorben.

    Man soll nur nicht so tun, als sei dies eine höchst bedauerliche entwicklung:
    Das ist so gewollt.

    Irgendjemand hat die tarifsätze ja festgelegt. Und irgendjemand hat mit seiner unterschrift dazu "OK" gesagt.
    Und jedermann / bzw. besser: -frau ist freigestellt, der Hebamme ihres vertrauens zusätzlich soviel geld zukommen zu lassen, dass diese mit größter freude und engagement ihrem job nachgeht. Wer das nicht tut sagt damit auch: "die bekannt schlechte bezahlung ist schon OK so."
    (Und sorry: Kinder kosten nunmal geld, das weiss man vorher, und wer sie sich nicht leisten kann oder will - man muss heutzutage keine Kinder mehr bekommen.)

    Mehr ist die arbeit, die da getan wird, nunmal nicht wert.
    So simpel ist das.
    Und es ist nicht die böse "Gesellschaft", die das so befindet: Das ist jeder Einzelne, ganz individuell. Wer sich entscheidet, geschäfte z.B. mit der Deutschen Bank zu machen, weiss, dass er damit Ackermanns Millioneneinkommen mitfinanziert und sagt damit, dass das "OK so" ist.
    Wär's nicht OK ... es gibt genügend andere Banken, ich muss nicht jeden Unsinn mitfinanzieren.

    Wahr ist aber auch:
    Eine Arbeit, von der man nicht vernünftig leben kann, ist es auch nicht wert, erledigt zu werden. Bei aller "Liebe zum Beruf" ... der Beruf ist dann eben keiner, sondern nur ein freizeitvergnügen.

    Leute, es ist Kapitalismus!
    Und zwar für jeden einzelnen!
    Mit allen vor- und nachteilen!
    Begreift das endlich!
  8. #8

    Der pervertierte Wohlstand

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für werdende Eltern wird es immer schwieriger, eine Hebamme zu finden. Wegen stagnierender Gebühren und drastisch steigender Versicherungsprämien geben immer mehr von ihnen die Geburtshilfe auf. Erste Gebiete sind bereits unterversorgt.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...762262,00.html
    Wenn ich mal überlege, dass ich selber in einem Krankenhaus zur Welt kam und dass das völlig normal war und heute stattdessen die Kinder in einem Geburtshaus zur Welt kommen sollte, weil Krankenhäuser ganz schreckliche Orte für Kinder sind, dann frag ich mich manchmal, welch perverse Blüten der Wohlstand uns noch bringt. Vielleicht müssen wir auch noch Wohlfühlstationen neben den Zahnärzten einrichten, damit ja niemand auf die Idee kommt, dass Schmerzen etwas ganz schreckliches sind.....könnte ja die Entwicklung eines Menschen beeinflussen!
  9. #9

    Hier könnte ein Titel stehen

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Es ist schon erstaunlich, dass man einen ganzen Berufszweig platt macht mit dem dürftigen Argument, dass die Versicherung nicht ausreicht.
    Erstaunlich? Das ist halt die logische Konsequenz der Auslagerung jeglicher Lebensrisiken auf andere. Die Hebammen werden da nicht der letzte Kollateralschaden bleiben. Kohl sprach noch von Allianz-Mentalität, mittlerweile haben wir die mindestens zum Quadrat, und das würgt halt das Leben hierzulande immer mehr ab.


    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Die Risiken der Atomkraft werden einfach nicht versichert, weil das unkalkulierbar ist, der Gewinn wird von der Energiewirtschaft eingesteckt und das Risiko trägt der Staat.
    Damit ist jetzt ja auch Schluss (zumindest im Lande der Chefhysteriker). Alleine die Erwähnung des Wortes Restrisiko (gibt es auch beim Überqueren der Strasse) löst ja mittlerweile schon Panikattacken aus.