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Hausbesetzer in Frankfurt: Wir kämpfen für die Irrelevanz
DPAZehn Jahre lang besetzen Studenten in Frankfurt ein Haus - jetzt wurde es verkauft. Die Besetzer sagen, sie lernen, diskutieren und philosophieren dort. Die Immobilienfirma sagt, sie seien ein Haufen Irrer. Ein Ortsbesuch kurz vor der Räumung.
http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...843428,00.html
- #1 10.07.2012 08:52 von
Bei aller Sympathie für eine Gruppe von Menschen, die offenbar nach einem Raum für kreative Freiheit und Entfaltung in dieser von Regeln und Gesetzen geprägten Zeit sucht, darf nicht vergessen werden, dass dieser Freiraum illegal von anderen Teilnehmern dieser Gesellschaft gestohlen wird.
Es ist schon traurig: nach meiner persönlichen Erfahrung zeigen Freunde und Bekannte, die sich selber eher dem "linksradikalen" Spektrum zuschreiben, die größte Ignoranz und neigen geradezu zu militaristischen Strukturen. - #2 10.07.2012 09:04 von
Komische Überschrift
ein netter Artikel mit verschiedenen Perspektiven - auch wenn etwas sehr die Klischees vom linksradikalen Studenten ausgepackt werden. Der Uni-Direktor hat Sympathien, eine Immobilienfirma ärgert sich und halb Frankfurt diskutiert über das irreguläre Institut: die Hausbesetzer scheinen für vieles zu kämpfen - nur nicht "für mehr Irrelevanz" - wie Sie in Ihrer Überschrift schreiben - und das ganze noch mit einem unbelegten WIR versehen.
- #3 10.07.2012 09:29 von
so wie es aussieht,
bedarf es eines ständigen widerstands gegen konservatives gedankengut; erlahmt die linke auch nur kurz in ihrem elan, dann erwartet einen so was wie heute: ein ausser kontrolle geratener kapitalismus, der diesem land gar nicht gut tut. überbordende schulden (obwohl man das den linken nachsagt), sinkende einkommen, prekäre arbeitsverhältnisse, unbezahlbarer wohnraum , alles themen, von denen wir in den 80ern noch träumten, das wären ausgestandene konflikte. aber denkste. die banken, heuschrecken, investmentfirmen haben im resultat unsere träume wenn nicht zerstört, doch auf unbestimmte zeit aufgeschoben, selbst z.b. die usa können sich die raumfahrt kaum mehr leisten, geschweige denn, dass es die un geschafft haben, armut und hunger zurückzudrängen. wir kämpfen wieder die konflikte aus, die eigentlich schon im 20. jahrhundert endgültig ausdiskutiert und gelöst schienen. die jetzige konzentration auf die finanzprobleme ist zudem für unsere umwelt nicht gerade zuträglich, umweltschutz ist wieder zu einem nebenthema marginalisiert.
juristisch ist der fall auch nicht ganz ohne, denn wie im artikel erwähnt, hat die uni die besetzung gut 10 jahre nicht nur geduldet sondern sogar gefördert, dadurch dass sie strom und wasser bezahlt hat, und eben keine räuming veranlasst hat; insofern ist fraglich, ob die uni nicht betrügerisch beim verkauf eines 'leerstehenden' gebäudes gehandelt hat. - #4 10.07.2012 09:39 von
Faktencheck
Der Kettenhofweg verläuft längs durch den Südteil des Westends. Die gefühlte Grenze zu Bockenheim verläuft entlang des Anlagenrings (hier: Senckenberganlage). Erwähnenswert wäre überdies, dass das ivi innerhalb der linken Szene umstritten ist - mit dem "Grundkonsens" kann gerade die sich als "antiimperialistisch" verstehende Linke nichts Anfangen. Solche Grabenkämpfe müssen Außenstehende sonst nicht interessieren, aber um zu verstehen, warum das ivi nicht mit anderen linken Projekten zusammenfinden kann, ist diese Tatsache doch unumgänglich.
- #5 10.07.2012 10:03 von
@ rst2010
... schreiben Sie das an Ihrem durch Oekostrom betriebenen Holzrechner? Ich glaube kaum.
Wo haben Sie ihren Rechner gekauft? Saturn ("kaptalistisch"), Media Markt ("kapitalistisch")? Sie sollten sich mal fragen wo wir ohne den so genannten Kapitalismus heute waeren. Ausserdem ist es laecherlich alles sofort Kapitalismus zu nennen. Auch der Vorwurf des Betrugs durch die Universitaet...
Viele scheinen zu vergessen, dass es eine illegale Hausbesetzung ist. Theorien und Freiheitsideen hin oder her, es bleibt illegal. Wenn es nach mir ginge sollten die ganzen radikalen Gruppen ueber ihre Theorien im Gefaengnis diskutieren und normale Buerger nicht mit einem solchen Schwachsinn belaestigen. Und wenn Sie behaupten, dass Armutsbekaempfung und Umweltschutz vergessen wurde, dann begruenden Sie ihre Aussage und setzen Sie diese nicht einfach in die Welt. Ihr ganzer Kommentar ist populistischer Unsinn. Wenn Sie doch alles besser machen wuerden bzw koennen, warum sitzen Sie dann hinter Ihrem Rechner und betaetigen sich nicht selber an der Politik? - #6 10.07.2012 11:16 von
Warum, zum Teufel, wird so etwas geduldet?
Ich find´s, ehrlich gesagt, zum K****! Da eignen sich irgendwelche Typen - ob Studenten oder nicht - fremdes Eigentum an und setzen sich in einem Haus fest. Und dann wird sogar darüber diskutiert, ob sie das dürfen bzw. von einigen sogar gut geheißen!
Mann stelle sich vor, das wäre eine Gruppe Skinheads, die die Nachbarschaft in lauen Sommernächten mit rechtsradikaler Musik beschallen würden - wären wir dann auch so tolerant? - #7 10.07.2012 11:18 von
optional
Also wenn ich mich recht erinnere sind in links-regierten Ländern zumeist gesunken, in kapitalistischen hingegen gestiegen. Aber ja, ignorieren wir Fakten und quasseln wir einfach mal drauf los, sie wie die Hausbesetzer im Aritkel.
Wo sind wir eigentlich, dass solche Eigentumsverstöße ignoriert werden? Wenn die Kerl_innen in dem Haus bleiben wollen, sollen sie's kaufen. - #8 10.07.2012 11:44 von
Nana, wer wird denn gleich...
Sie müssen bitte schön brav unterscheiden zwischen den "bösen" Gesetzesbrechern und den "guten" Gesetzesbrechern.
Und für weite Teile der Mainstreampresse sind "linke" Gesetzesübertretungen - sagen wir mal - niedlich und "rechte" Gesetzesübertretungen sind der sofortige Untergang des Abendlandes und die akut drohende Rückkehr zum Führer.
Und außerdem können die nachbarn doch ganz bestimmt zwischen den Onkelz und den Ramones unterscheiden, oder? Sehen Sie... - #9 10.07.2012 11:45 von
...
Gute Frage. Wann ist es das letzte Mal passiert, dass Skinheads ein leerstehendes Gebäude besetzt, kulturelle Veranstaltungen organisiert und politische Debatten mit der Öffentlichkeit geführt haben? Kann mich nicht erinnern, dass ich jemals von Skindheads gehört habe, die in verlassenen Gebäuden klassische Musik gespielt und Künstler gefördert haben.
Sie haben das ja schon richtig gesagt, lauter Rechtsrock, das kann man da erwarten, vielleicht noch Bratwurst, Bier und Fußball. Gewalt noch. Aber sonst?
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