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Hausarzt-Pflicht für Medizinstudenten: Aufstand der Arztanwärter
Getty ImagesGinge es nach den Gesundheitsministern der Länder, müssten alle Medizinstudenten vier Monate in Hausarztpraxen verbringen. Dann wäre es vorbei mit der Wahlfreiheit im Praktischen Jahr. Die Politik will so mehr Landärzte rekrutieren - doch selbst Allgemeinmediziner halten davon nichts.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...825594,00.html
- #1 05.04.2012 12:21 von
Klasse Idee! [IroniemodusOFF] Wenn man sich mal das Ärzteblatt anschaut, haben noch viele andere Fachrichtungen Nachwuchsprobleme. Wollen wir dann bei Erfolg des Zwangstertials von Allgemeinmedizin beispielsweise auf Psychiatrie umstellen?? Immer so, wie wir es brauchen? *kopfschüttel*
- #2 05.04.2012 14:05 von
Endlich Marktwirtschaft einführen!
Vielleicht sollte man,
wie auch bei dem angeblichen Facharbeiter- und Ingeneurmangel, doch mal endlich auf die Marktwirtschaftlichen Prinzipien zurückgreifen, Angebot und Nachfrage regeln den Preis.
Also rauf mit den Löhnen für Landärzte, Ingeneure und Facharbeiter, dann werden die auch kommen. Aber wer Hungerlöhne zahlt, darf sich nicht wundern, dass da keiner arbeiten will. - #3 05.04.2012 14:19 von
Man sollte die Famulaturen nicht vergessen!
Ich weiss auch nicht, was das soll! Warum glaubt man, dass jemand wie ich durch 4 Zwangsmonate bei der Allgemeinmedizin von ihr verführt würde, wenn mir im Vornherein eh schon klar ist, dass mein beruflicher Lebenweg mich ohnehin in den OP führen wird?
Ausserdem meinte schon unser Untersuchungskurslehrer im ersten klinischen Semester, man solle sein PJ unbedingt in einer Uniklinik absolvieren, weil man dort Krankheiten und Operationen lerne, die man wahrscheinlich niemals mehr in seinem Leben sehen würde, wenn man seine Facharztausbildung nicht gerade in einer Klinik der Maximalversorgung macht. Und was lernt man beim Allgemeinmediziner? Wie man Leute behandelt, die mehr und minder unverholen nur ihre gelbe AU-Bescheinigung verlangen? Oder wie man unnötige IGEL-Leistungen aufschwatzt?
Mir hat schon die obligate Praxisfamulatur - allerdings Röngtendiagnostik in einer der grössten Röngtenpraxen Süddeutschlands mit der technischen Ausstattung einer Uniklinik - völlig ausgereicht und dabei kann man meines Erachtens auch Allgemeinmedizin zum Muss erklären, wenn man schon meint, dass Medizinstudenten unbedingt dort Einblick bekommen sollten.
Aber man kann doch nicht tatsächlich meinen dass man wirklich Leute zu ihrem (angeblichen) Glück auf dem Lande, ähm, in der Landarztpraxis zwingen kann ... - #4 05.04.2012 14:22 von
hungerlöhne und ärzte schliessen sich grundsätzlich aus
es gibt nur nicht genug abzusahnen als landarzt - #5 05.04.2012 14:24 von
Geben und Nehmen
Also, hungernde Ärzte habe ich noch nicht ausgemacht. Trotzdem stimme ich der Forderungen nach marktwirtschaftlicher Führung einer Arztpraxis bei. Dazu gehört die Aufgabe der Niederlassungsfreiheit und die Begrenzung der Bürokratie. Freie Abrechnung mit dem Patienten und der Krankenkasse. Weg mit der kassenärztlichen Vereinigung. Für die Studenten ist ein Praktikum in einer Allgemeinmed. Praxis besonders für die Ausbildung der "Menschlichkeit" sehr wichtig. Leider fehlt das Pädagogische im Studium. Es wäre ein Geben und Nehmen: der Student bringt neueste Forschungsergebnisse aus der Uni mit und der Allgemeinmediziner bringt ihm den Alltag bei. Was ist daran so kompliziert?
- #6 05.04.2012 15:13 von
Patientenpöbel
Lieber? Herr? Kollege?,
mit dieser Einstellung zu Patienten sollten Sie wirklich lieber nur mit Menschen in Narkose umgehen. Da ist die Chirurgie sicher die richtige Wahl. Aber Vorsicht, auch da muss man manchmal vor und nach der Operation mit Menschen reden. Ich hoffe, Ihnen liegt wenigstens das handewerkliche Können.
Es ist schon interessant, wie sich Vorurteile immer wieder bestätigen. - #7 05.04.2012 17:53 von
Tja, es heisst eben nicht umsonst:
Strong as an ox and twice as smart! - #8 05.04.2012 19:12 von
Ihr Kommentar zeigt, dass Ihnen eine Famulatur in einer Allgemeinarztpraxis nicht schaden würde. So viele Patientenvorurteile habe ich schon lange nicht mehr auf einmal gehört.
P.S.: Kleiner Chirurgenwitz: ein Chirurg wird in eine Zelle gesperrt, in der genug Verpflegung für 2 Wochen drin ist. Nach 2 Wochen macht man die Zelle auf, und der Chirurg ist tot.
Was ist passiert?
Niemand hat ihm was angereicht...
(Lieblingswitz einer OP-Schwester in meinem chirurgischen Jahr) - #9 06.04.2012 15:29 von
Zuerst ist es nötig, festzuhalten, dass es den Ländergesundheitsministern ausschliesslich um die Bekämpfung des immer dramatischeren Mangels an niedergelassenen Allgemeinmedizinern, nicht jedoch um eine bessere Ausbildung der Studenten geht. Denn alles, was ein Allgemeinmediziner (medizinisch) wissen muss lernt er auf der Uni.
Wenn jedoch ein weiterer Pflichtteil im PJ eingeführt werden soll (muss???), dann sollte es nicht auf Kosten des Wahlfaches gehen.
Damit wäre die Lösung, die schon im Artikel aufgezeigt wurde, die einzig mögliche: Die Einführung einer Quartalsregelung.
Letztlich ist das PJ ja nichts weiter als eine intensivere Begegnung mit einigen medizinischen Subdisziplinen.
Ob die Einführung eines allgemeinmedizinischen Pflichtquartals im politischen Sinne zielführend ist, kann füglich bezweifelt werden.
Ich sehe nur einen möglichen positiven Effekt: Die jungen Kandidaten könnten durch einen tieferen Einblick in die Probleme eines medizinischen Einzelkämpfers vor der oft anzutreffenden Überheblichkeit junger Ärzte den niedergelassenen Kollegen gegenüber bewahrt werden.
Im Übrigen glaube ich, dass der Schuss eher nach hinten losgehen wird, wenn der Hausarzt die Gelegenheit nutzt, die jungen Kollegen ausführlich über den bürokratischen Schwachsinn, dem er unterworfen ist, ins Bild zu setzen. Auch sollten tiefe Einblicke in das luxuriöse Vergütungssystem vermittelt werden.
Die Ergebnisse werden sich sicher sehen lassen können...
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