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Hartz-IV-Reform: Regierung und Opposition ringen um Durchbruch

Die SPD bekundet ihren Willen zur Einigung, die CSU verspricht einen "genialen" Vorstoß der Kanzlerin. Am Sonntagabend soll der Streit um die Hartz-IV-Reform beendet werden. Doch auch das eigentlich schon beschlossene Bildungspaket wird nun wieder neu diskutiert.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...743830,00.html
  1. #100

    So konkret gefragt

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Wem Hilfsarbeit oder Putzhilfe 2-3€ wert ist, der soll diese Arbeit selbst verrichten, so einfach ist das. Die Arbeit ist schließlich so dermaßen leicht, dass man sie doch locker nebenbei können machen muss, nicht wahr? Also los los, immer fleißig das bisschen Arbeit erledigen.
    Exakt.

    Ein selbstständiger Ingenieur, der ein Büro betreibt, muss dieses auch reinlich halten; immerhin ist dies der Platz, an dem er mit Kunden verhandeln will.

    Nehmen wir mal an, dieser Ingenieur hat einen rein rechnerischen Stundenlohn von 40,- Euro (vor Abzug der Steuer) - das wären immerhin also bei einem 10-Stunden-Arbeitstag schonmal 400,- am Tag. Wenn der Ingenieur an 6 Tagen die Woche arbeitet sind das immerhin schon 2400,- Euro pro Woche und fast 10.000,- Euro im Monat. Das mag erstmal "viel" erscheinen, aber nach Abzug seiner Steuern, dem Opulus für die private Krankenkasse usw bleiben ihm vielleicht noch 6000,- Euro. Also immernoch "mehr" als ein Durchschnittsverdiener hat, aber auch nicht "üppig" für den Aufwand. Sei's drum.

    Wenn der Ingenieur jetzt jede Woche 3 Stunden sein Büro putzen müsste, sind das immerhin 120,- Euro pro Woche oder eben knapp 500,- Euro im Monat. Er könnte etwas Geld sparen, wenn er mit einem Reinigungsunternehmen einen Vertrag aushandelt, dass einmal die Woche eine Putzkraft für 3 Stunden erscheint.

    Um es mal einfach zu machen: der Ingenieur kann die Putzfrau auch 20,- Euro die Stunde bezahlen, da hat er immernoch MINDESTENS 20,- Euro gespart; immerhin kann er jetzt weiter seine Ingenieursarbeit ausführen. Wo ist also das Problem, dass die Reinigungsfachkraft am Ende wenigstens 7,50 Euro brutto bekommt? Üppig ist das nicht, aber immernoch deutlich mehr als 2, 3 Euro die Stunde ...
  2. #101

    *********

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    ... dafür gibts halt Gefängnisse. Und wer arbeitet und nicht mit fettem ALG2 gepampert wird, hat weniger Zeit für Straftaten: also sicher gibts dann weniger der von Ihnen geschilderten Straftaten als heute und die Gefängnisse leeren sich.
    Bis zu diesem Post war ich mir sicher, dass Sie einfach nur bösartig sind, aber da bin ich mir nicht mehr sicher, bei dermaßen viel - nennen wir es: Naivität.

    Dass der Sklavenhalter nach Sklaven schreit und gleichzetig nach Schutz für sich vor eben diesen, das ist nichts neues.

    Mit etwas Anstand würden Sie zumindest dazu stehen, dass sie die Sklaverei wiederhaben wollen.
  3. #102

    Tschechien?

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    Leute, die "Kein Bock auf Schule" (oder Ausbildung oder Arbeit) haben, künstlich auf einem überhöhten Nivau gehalten werden (zB im Vergleich zu EU-Nachbarländern wie in Polen, Tschechien, Rumänien)
    Spielen wir denn schon in dieser Liga mit? Oder scheuen Sie nur den Vergleich in unserer Liga? Nehmen wir z.B.

    Niederlande:

    - Mindestlohn 1416 Euro bei Vollzeit
    - 98% der Arbeiter und Angestellten bekommen mehr als den Mindestlohn
    - 4,4% Arbeitslose
    - bei Arbeitslosigkeit 3 Jahre lang 70% des letzten Netto Lohns
    - bei längerer Arbeitslosigkeit: 649 Euro Grundsicherung
    - Jobcenter vermitteln auch tatsächlich Arbeit


    Aber sie sehen tschechische Verhältnisse eher als Ziel an, ja?
  4. #103

    Irrtum, subventioniert wird ein Restaurant nicht, sondern zahlt

    erhebliche Steuern und Abgaben. Selbst ein Mini-Job wird nicht subventioniert sondern im Gegenteil: der Arbeitgeber muss 30% Abgaben auf den Lohn zahlen. Subventionen erhält höchstens der Arbeitnehmer in Form von ergänzendem ALG2, wenn er zu geringqualifiziert oder sonst nicht in der Lage genügend Einkommen zu erwirtschaften. Wobei dieses Mindesteinkommen erheblich höher als das Existenzminimum ist, wie es in unabhängigen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.

    Zitat von Froh mit ALG Zwo Beitrag anzeigen
    Sind Sie des Wahnsinns? Hier wird schließlich ein Selbstständiger subventioniert, ein Leistungsträger dieser Gesellschaft! Und auf ihn wollen Sie tatsächlich die Regeln der freien Marktwirtschaft anwenden? Nee, da bleiben wir doch lieber beim Sozialismus.
  5. #104

    günstige Wohnheimplätze

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    wenns eine Absenkung wäre. Es kann doch nicht sein, dass der Steuerzahler 40 Mrd EUR Jahr für Jahr an geringqualifizierte verballert, die erst "kein Bock auf Schule" und dann "kein Bock auf Arbeit" haben und sich dauerhaft bequem in ALG2-"Ansprüchen" einrichten. Reformen, zeitliche Begrenzung (zB auf max 5 Jahre während der gesamten Erwerbsbiographie) Umstellung auf Sachleistungen und ggf. Bereitstellung von günstigen Wohnheimplätzen sowie Absenkung auf das Existenzminiumum würde es attraktiv machen wieder zu arbeiten. Die 40 Milliarden sollten eher in den Schuldenabbau und Steuerreform und Senkung investiert werden, anstelle Leute für die "Leistung" zu bezahlen, sich der Schule zu verweigern und "0 Bock auf Arbeit" zu haben.
    haben wir bald zur Genüge,es werden ja genug Kasernen leerstehen.Dann braucht man nur noch die Schilder über dem Tor ändern (Arbeit macht frei ) und die asrbeitsunwiligen H4-leute dort einquartierem.Das wird eine riesige Kostenersparung geben denn dann gibt es nur nobh Sachleistungen aus einer Hand.
  6. #105

    *************

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    erhebliche Steuern und Abgaben. Selbst ein Mini-Job wird nicht subventioniert sondern im Gegenteil: der Arbeitgeber muss 30% Abgaben auf den Lohn zahlen. Subventionen erhält höchstens der Arbeitnehmer in Form von ergänzendem ALG2, wenn er zu geringqualifiziert oder sonst nicht in der Lage genügend Einkommen zu erwirtschaften. Wobei dieses Mindesteinkommen erheblich höher als das Existenzminimum ist, wie es in unabhängigen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.
    Sie haben leider keinerlei Ahnung, wofür in diesem Land alles Steuern ausgegeben wird, allein schon für den öffentlichen Verkehr, aber auch Kultur, usw.

    Abgesehen davon ist es vollkommen irrelevant, wie viel jemanden weggenommen wird, sondern wie viel diesem bleibt. Arbeitgeber sollten froh sein, in diesem Land Steuern zahlen zu dürfen, weil die Gegenleistungen, die sie dafür durch einen friedlichen, gut vernetzten Staat bekommen, sind unbezahlbar.

    Die Vernichtung des sozialstaatlicheN Prinzips wird auch die infrastrukturellen Vorteile Deutschlands vernichten, die Wirtschaft zerstören und damit auch die meisten Arbeitgeber mit sich reißen.

    Natürlich werden auch daran noch so manche Leute etwas verdienen. Vielleicht sind Sie ja einer davon und wollen das deswegen unbedingt oder Sie glauben zumindest, einer davon zu sein oder Sie kapieren es einfach nicht. Wer weiß...
  7. #106

    Zitat von Rockaxe Beitrag anzeigen
    nee Asche auf mein Haupt, ich hatte seienen Post nicht anständig gelesen und ein Wörtchen übersehen, da kam es zu diesem Missverständnis.
    In seinem Beitrag nannte er einen Betrag inkl. Miete, und ich las exklusive.
    Mea culpa.
    Und selbst wenn, ich komme nie und nimmer auf 830 Euro im Monat - selbst wenn ich alle Zuschüsse (welche überhaupt, außer KdU?) und Befreiungen hinzu rechne.

    Seriöse Links wären hilfreich gewesen, aber nicht diese pauschalen Verweise auf Destatis und die Arge - und eine Seite, die zum Verkauf steht.
  8. #107

    Subventionen nicht vorhanden?

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    erhebliche Steuern und Abgaben. Selbst ein Mini-Job wird nicht subventioniert sondern im Gegenteil: der Arbeitgeber muss 30% Abgaben auf den Lohn zahlen. Subventionen erhält höchstens der Arbeitnehmer in Form von ergänzendem ALG2, wenn er zu geringqualifiziert oder sonst nicht in der Lage genügend Einkommen zu erwirtschaften. Wobei dieses Mindesteinkommen erheblich höher als das Existenzminimum ist, wie es in unabhängigen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.
    Was hat sich doch nur noch nie jemand getraut zu rechnen.

    Was muss denn eigentlich reinkommen?
    Machen wir erstmal eine Rechnung auf:
    Miete + Lebenskosten == ALGII Höhe
    + Ausbildungskosten
    + Krankenkassenkosten (nicht Beitrag, sondern Durchschnittskosten eines Versicherten, komplett ein Leben lang)
    + Rente

    Wenn wir diese Zahlen hätten könnten wir sie auf Arbeitsjahre und Arbeitsmonate runterrechnen. Soviel Geld müsste ein Mensch verdienen in seinen Arbeitsjahren um keine subventionierte Arbeitskraft zu sein.

    Eines kann ich Ihnen versprechen, eine Mini-Job wird auch mit 30% Abgabe die Kosten nicht im Ansatz decken können.

    Arbeit müsste viel teurer sein um die Kosten auch wieder rein zu bekommen. Und ja, das müsste eigentlich so sein.
  9. #108

    Mindestlohn in anderen Ländern ...

    Zitat von tonak Beitrag anzeigen
    Spielen wir denn schon in dieser Liga mit? Oder scheuen Sie nur den Vergleich in unserer Liga? Nehmen wir z.B.
    ...
    Aber sie sehen tschechische Verhältnisse eher als Ziel an, ja?
    Das ist ja das "Krasse": in jedem Land, das den Mindestlohn hat, geht es in irgendeiner Form aufwärts. Es gibt keine Massenpleitewelle von kleinen Handwerkerlen, Kleindienstleistern usw - nein. Vielleicht funktioniert das eine oder andere Geschäftsmodell nicht mehr, aber mit ein bisschen Umgestaltung kriegt man das wieder hin. Vielleicht schafft auch nicht jedes mittelständige Unternehmen diesen Wechsel, aber dann war es finanziell sowieso marode.

    Ein Mindestlohn in Deutschland hätte schonmal den Vorteil, dass die Kaufkraft steigt. Mehr Menschen haben mehr Geld, das kann ausgegeben werden. Ein Mindestlohn bedeutet aber auch, dass mehr Steuern eingenommen werden und dass die Sozialsysteme besser versorgt werden. Gleichzeitig sinken die Ausgaben der Sozialsysteme für Aufstocker, weil ja alle den Mindestlohn bekommen, die Vollzeit arbeiten. Überdies ist der Anreiz gegeben, wenn der Mindestlohn so hoch gewählt wird, dass es einen deutlichen Abstand von Hartz IV gibt.

    Sagen wir mal so: ich seh' beim Mindestlohn EINIGE Vorteile und nur sehr, sehr wenige und auch noch vernachlässigbare Nachteile. Warum also nicht einführen? Billiger als das "Grundeinkommen -Bürgergeld-" ist es auf jeden Fall.
  10. #109

    Hutschnurr

    Zitat von zzipfel Beitrag anzeigen
    erhebliche Steuern und Abgaben. Selbst ein Mini-Job wird nicht subventioniert sondern im Gegenteil: der Arbeitgeber muss 30% Abgaben auf den Lohn zahlen. Subventionen erhält höchstens der Arbeitnehmer in Form von ergänzendem ALG2, wenn er zu geringqualifiziert oder sonst nicht in der Lage genügend Einkommen zu erwirtschaften. Wobei dieses Mindesteinkommen erheblich höher als das Existenzminimum ist, wie es in unabhängigen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.
    Minijobs sind an sich schon eine Subvention, da der Arbeitgeberanteil fest ist.
    Man zahlt nicht in die Arbeitslosenversicherung ein, so das der Arbeitnehmer nicht mal anwartschaften auf diese bekommen kann.
    und wenn man die neuste Masche der Discounter so sieht, platzt einem fast die Hutschnurr.
    man wird vertraglich auf den 325 euro Job festgenagelt, damit man da jeder Zeit abgerufen werden kann.
    Und was die Qualifikation im Niedriglohnsektor angeht, schweige ich mal lieber, das das schon oft genug thematisiert wurde, den es ist eine Mär, dass es sich um gering Qualifizierte handelt..








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