Ob sich damit das Grundproblem lösen lässt? Betriebswirte und Juristen sind eben keine Kaufleute und schon gar kein Händler.
Die Metro-Märkte haben das Problem, dass das Erfolgsmodell der Anfangszeit nicht mehr zieht und kein Ersatz gefunden wurde. Die Margen erlauben keine großen Mengenrabatte auf Gebinde mehr und den preisgünstigen Verkauf aus dem Regal oder von der Palette hat jeder Discounter. Auch die Einkaufsvorteile großer Mengen haben andere genauso. Hier ist die Zeit vorüber gezogen ohne dass sich die Metro neue exklusive Stärken erarbeitet hat. Die Fehler wurden vor zwanzig Jahren gemacht und lassen sich nie beseitigen, das mögliche freie Feld des Internets haben inzwischen andere und zum Teil größere Platzhirsche besetzt. Die Metro-Sparte existiert überhaupt nur noch weil es Länder gibt in denen dieser Strukturwandel des Einzelhandels noch nicht komplett vollzogen wurde, aber auch dort ist es ein Frage nur weniger Jahre und wenn hier nicht die Internet-Handelsplattform etabliert werden kann, dann ist nicht nur der Zug abgefahren, dann ist auch kein Bahnhof mehr in Sichtweite.
Gleiches gilt auch für die anderen Sparten im Grundsatz, bei manchen Real-Märkten und Kaufhof-Filialen rieselt einem der Investitionsstau entgegen und der Zustand erinnert an die US-amerikanische Diaspora oder die Endzeitstimmung in der DDR. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgend jemand noch erwähnt wie er an Vortagen in einem dieser Märkte war und ein WOW-Erlebnis hatte. Selbst Gothic-Fans mit einem Hang zu morbidem Zerfall können sich daran nicht erfreuen. Im Ganzen erinnern diese Betriebe an die Deutsche Bahn nach der Mehdorn-Demolition, geplündert zur Aufrechterhaltung des Shareholder-Value.
Und wo renoviert wird, da ist es ein Kulissen-Facelift mit Farbe und neuen Regalen, kein Update des Verkaufskonzepts und des POS-Ambientes. Da wird der Braut ein neuer Schleier verpasst, damit man sie auf den ersten Blick nicht mehr richtig einschätzen kann. Man sollte ihr besser das Tanzen beibringen und einen coolen Lifestyle, statt sie mit Botox glatt zu spritzen. Sie sollte sich da ein Beispiel an Siemens nehmen, die produzieren auch keine Zeigertelegrafen mehr.
In den Anfangsjahren war die Metro der Kern einer innovativen Umgestaltung der deutschen Handelslandschaft. Ein Innovationsmotor, der kämpferisch die Konkurrenz umpflügte. Heute sitzt sie wie ein alter Opa auf dem Sofa und erzählt nur noch vom Krieg. In einem Arbeitszeugnis würde man schreiben: Zeigte anfänglich Talent und Einsatzwillen, bemühte sich stets, hat es gut gemeint.
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