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Hamburg: Verfassungsgericht kippt Nichtraucher-Gesetz

DPAIn Hamburg darf in Restaurants unter bestimmten Umständen wieder geraucht werden. Das Bundesverfassungsgericht hat das ausnahmslose Rauchverbot in den Speisegaststätten der Stadt für verfassungswidrig erklärt.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...816672,00.html
  1. #230

    ah so

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Ich nenne Ihnen ein Beispiel:
    Meine Lebensgefährtin kann sich im Frühjahr oder wenn sie erkältet ist nicht im Außenbereich von Caffees/Restaurants aufhalten, da sie dann allergisches Asthma hat und die Zusatzbelastung durch Passivrauch draußen! für sie zu hoch ist.
    Prozentual gesehen macht das Asthma wieviel? Den überragenden Großteil? Sowieso schon gegeben?
    Ihre Lebensgefährtin wird auch nicht die Nase in die Abgase von Bussen und LKW hängen und sie wird das absichtlich auch nicht tun.
    Jeder Asthmatiker ist in erster Liniue für sich selber verantwortlich und wird schon im eigenen Interesse eine Reizüberflutung vermeiden. Wenn sie sich jetzt wissentlich in eine pollenüberflutete Umgebung setzt, in der auch noch erlaubterweise geraucht wird, dann ist das ihr persönliches Problem.
    Haben Sie keine Nichtrauchereinrichtungen in Ihrer Umgebung?


    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Für Raucher ist es unvorstellbar, daß sie durch indirekten Passivrauch, also wenn sie direkt nach dem Rauchen in einen kleinen Raum treten, bei dort befindlichen Leuten gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen können wie Kopfschmerzen, Herabsetzung der Konzentrationsfähigkeit, eine leichte Verkrampfung der Lunge, Gereiztheit, Unwohlsein und so weiter.
    Gereiztheit, Unwohlsein usw. dürften regelmäßig auf eine Art Wut hinweisen, weil was ertragen werden muss, was man nicht ertragen will. Psychosomatisch also.
    Sie schildern hier nur subjektives Empfinden, aber keine gesundheitschädigende Fakten.
  2. #231

    Wem die Argumente ausgehen...

    Nun kommen Sie also mit Einzelfallbeispielen. Die Erkrankung Ihrer Freundin tut mir sehr leid (im Ernst), und es ist bestimmt nicht schön, solch ein Leiden zu haben. Gleichwohl ist es nur ein Einzelfall, was mich erneut zu meinen Beispielen aus früheren Posts bringt (die sie ja beharrlich ignoriert oder als Symptome einer fortgeschrittenen nikotininduzierten Wesensveränderung abgetan haben). Es gibt Menschen, die, sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse aller Art reagieren (siehe z.B. hier: Hochsensible Menschen: Sehe ich komisch aus? Was denken die von mir? Warum ist es hier so laut? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama). Fakt ist aber nun einmal, dass man die diese Dinge nicht allein deswegen verbieten kann, denn dann hätte man genau das, was einige in dieser Diskussion bereits als eine "Diktatur der Wenigen" bezeichnet haben.

    Nun zu ihren weiteren Punkten:

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    1) massiver, teilweise ekeleregender Gestank
    Hier findet sich wieder einmal Ihre völlig subjektive, persönliche Befindlichkeit. Sicherlich finden manche den Geruch von Zigarettenrauch ekelerregend. Dies gilt allerdings für alle möglichen anderen Gerüche auch. Ergo ist es nicht mal im Entferntesten ein plausibler Grund für ein Verbot.

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    2) Verkürzung der Lebenserwartung dritter
    Genau diese ist ja eben nicht gegeben, wenn man Rauchern die Möglichkeit gibt, in separaten, d.h. physikalisch abgetrennten, Räumen, die kein Nichtraucher betreten muss, zu rauchen und sich gegenseitig zu "vergasen". All ihre Argumente bezüglich einer trotzdem, selbst unter freiem Himmel, vorhandenen Gefahr konnten Sie bis jetzt nicht annähernd belegen.

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    3) Direkte Giftwirkung
    Für Raucher ist es unvorstellbar, daß sie durch indirekten Passivrauch, also wenn sie direkt nach dem Rauchen in einen kleinen Raum treten, bei dort befindlichen Leuten gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen können
    1. Ich bitte erneut um irgendwelche Belege für diese Behauptung abgesehen von Ihrem persönlichen Empfinden oder dem Ihrer Lebensgefährtin.
    2. Siehe Anfang des Posts


    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Stattdessen versuchen Raucher die Problematik des Passivrauches herunterzuspielen und zu bagatellisieren, indem sie die Leute, die behaupten, empfindlich auf Zigarettenrauch und seine Gifte zu reagieren, als Weicheier, militante Nichtraucher und Intoleranzler beschimpfen und diffamieren.
    Dies ist mitnichten der Fall. Ich finde es absolut berechtigt, wenn Nichtraucher nicht ständig vollgequalmt werden wollen. Genau das ist mit der momentanen Regelung aber doch auch absolut gegeben.
    Als Intoleranzler und militante bezeichne ich nur die, die nicht in der Lage sind, von Ihrer heutzutage mehr als gut gebenenen Möglichkeit, nicht mit Rauch in Berührung zu kommen, Gebrauch zu machen. Also jene, die sich auf dem 800m² großen Bahnsteig genau neben den 16m² Raucherbereich stellen, um sich zu beschweren und jene, die in einem Restaurant, das zu zwei Dritteln aus einer rauchfreien Zone besteht, den Tisch direkt neben dem Raucherbereich wählen, um alle 5 Min. laut zu husten, wenn sich die Tür kurz öffnet. Alle Nichtraucher, die ich kenne, sind nette umgängliche Menschen, die sich zwar nicht in einen Raucherbereich in einem Restaurant setzen würden, aber die mir diese Möglichkeit zugestehen. Das nenne ich Augenmaß, gesunden Menschenverstand und ja, Toleranz.
  3. #232

    Zitat von Mimimat Beitrag anzeigen
    Das halte selbst ich als Nichtmehrraucher für vernünftig. Rauchsalons in den Restaurants - das gab es doch vor 100 Jahren schon mal. Warum soll es das nicht wieder geben? Die Raucher ziehen sich nach dem Essen in ein gemütliches Zimmer zurück und keiner ist gestört.
    Genau so ist das! Ich hoffe sehr, dass Hamburg eine gerechte, liberale Lösung findet, die alle Interessen berücksichtigt (der Nichtraucher, der Raucher und der Wirte). Schon um einen der besten Bürger Deutschlands und Hamburgs zu ehren, den Altbundeskanzler Helmut Schmidt!
    Es ist schlimm, wenn sich totalitäre, intolerante Lösungen durchsetzen, wie in Bayern leider geschehen.
  4. #233

    Zitat von maco Beitrag anzeigen
    Im Bayern hat die Raucher-Lobby auch gegen das weniger strenge Gesetz opponiert mit dem Argument der Ungleichbehandlung. Nun werden alle gleich behandelt - Rauchverbot überall in der Gastronomie.
    Das ist leider ganz falsch! Nicht die Raucher hatten etwas gegen die liberalere Regelung in Bayern und auch nicht die meisten, vernünftigen Nichtraucher.
    Es war ein, von einer Splitterpartei inizierten und von den Grünen, der SPD und der Gesundheitslobby massiv unterstützten Volksentscheid, der über Bayern das Unheil brachte. Auch wenn 62% der Bevölkerung sich daran nicht beteiligte, ist durch 22% der Wahlberechtigten möglich gewesen, dieses Verbotsgesetz durchzusetzen, weil in Bayern kein Quorum bei Voksentscheiden gibt.
    Die Folgen sind aber ziemlich verheerend, viele Kneipen haben Pleite gemacht und es gibt schon einige Gemeinden, in den gar keine Gaststätte oder Kneipe mehr vorhanden ist. Die Raucher haben sich weitgehend ins Private zurückgezogen, weil sie keinen Platz im öffentlichen Raum mehr haben. Das ist totalitär und ungerecht.
  5. #234

    Zitat von RosaHasi Beitrag anzeigen
    wie war das nochmal mit dem recht auf unversehrtheit des lebens? wenn ich irgendwo in der innenstadt mit nem qualmenden tannenast menschen den rauch ins gesicht pusten würde, dann gäbs ganz sicher eine anzeige.
    die gute doppelmoral.. immernoch die beste moral in deutschland
    Da brauchen Sie keinen "qualmenden tannenast", die vielen Abgasen in der Stadt reichen vollkommen... Und wenn sie doch nicht reichen sollten, dann können Sie auch die vielen Tonen Pestiziden, weggeworfenen Medikamenten, sonstige Chemikalien und Atommüll dazu nehmen. Aber das alles macht gar nichts, ist ja nicht so gefährlich... Hauptsache wir verbieten überall das Rauchen, weil das die einzigste und größte Gefahr in dieser Welt ist.
    Hier liegt die eigentliche "Doppelmoral"!
    Etwa so, als in einem brennenden Haus noch schnell ein Rauchverbotsschild kleben würde, bevor man rausgeht... Noch verlogener geht es kaum, nicht wahr?
  6. #235

    Zitat von bold_ Beitrag anzeigen
    bin ich Nichtraucher – zuvor war ich ein starker Raucher.

    2. Neben diesen juristischen und wissenschaftlichen Quellen steht eine weitere
    zur Verfügung: der Gesunde Menschenverstand, den man allerdings nicht
    immer in §§ gegossen vorfindet.

    3. Gerade beim Essen stören Raucher und deren Passivprodukte besonders!

    4. Sollte unter den Verfassungsrichtern ein Raucher gewesen sein, so hielte ich
    den für befangen.

    PS Nur über Nacht und mit seinem eigenen festen Willen kann man sich das
    Rauchen für immer abgewöhnen.
    Alle anderen Wege sind vielleicht „flacher“, führen aber selten zum Ziel!
    Zu Punkt 2: Der gesunde Menschenverstand müsste uns auch etwas anderes sagen (unabhängig von das, was uns die Gerichte und die Wissenschaft sagen): Wenn Passivrauch so gefährlich wäre, müssten schon die meisten Menschen tot oder mindestens schwer krank sein. Jahrzehten lang hat man viel und überall geraucht. Unsere Generation (jetzt erwachsene oder ältere Menschen) hat dauerhaft "passiv geraucht".
    Die Lebenserwartung ist aber in diesen vielen Jahren stets gestiegen...

    Zu Punkt 4: Dann müssen sie aber alle nichtrauchenden Verfassungsrichter auch für befangen halten (immer auf die Seite der Nichtraucher), der Gleichbehandlung zu Liebe... Das Urteil ist aber gerecht, auch wenn es ihnen nicht passt.

    PS: Was oft Ex-Raucher nicht verstehen: Viele Raucher wollen gar nicht aufhören, weder "hart" noch "flach" und schon gar nicht per Gesetz gezwungen. Sie geniessen ihre Zigarette, wissen von möglichen Risiken, möchten aber an Genuss und Gemütlichkeit nicht verzichten. Alle Menschen, die fliegen oder klettern wissen doch auch, dass sie abstürzen könnten, deshalb verzichtet aber keiner auf seine Leidenschaft.
    Vielleicht sagt der gesunde Menschenverstand diesen Leuten, dass das Leben immer tödlich endet und deshalb keinen Sinn macht, nicht zu leben um nicht zu sterben.
  7. #236

    Zitat von skeptiker81 Beitrag anzeigen
    Da habe ich ein praktisches Beispiel.
    Warum? Aus Angst davor, dass Kunden ausbleiben hat jeder Kneipen-Besitzer kurzerhand "Raucherclub" an die Tür geschrieben. Somit kann ich die Märchenvorstellung von Rauchern, die glauben, dass es tatsächlich Nichtraucher-Kneipen geben wird leider nicht unterstützen. Woran das liegt? Evtl. an den Rauchern, die den Besitzern schon darauf hinweisen, dass sie sofort woanders hingehen, sofern man hier nicht mehr rauchen darf.
    Zum Glück ist das ganze ja nun hier bei uns in Bayern geregelt. Und ich muss ehrlich eines sagen... Trotz Suche habe ich bei uns in der Stadt keine einzige Kneipe finden können, die ihre Drohung wahr gemacht und geschlossen haben. Es scheinen wohl doch noch Gäste zu kommen...
    Nein, es liegt an die Nichtraucher, die dem Wirt nicht sagten, dass sie rauchfrei möchten (vielleicht auch deshalb, weil sie zu selten in einer Kneipe gehen, vielleicht auch, weil der Rauch doch viele Nichtraucher nicht oder zu wenig stört...).
    Das sind aber Sachen, die man als müdiger Bürger privat und nicht per Volksentscheid und Gesetz regelt.
    Übrigens, ich weiß nicht, in welcher Stadt Sie wohnen, aber in Bayern sind schon sehr viele Lokale Pleite gegangen und viele andere leben auf die "Sparflame". Sie machen also Verluste statt Gewinne, kommen aber aus den Pachtverträgen nicht so schnell wieder raus und sind gezwungen, "irgendwie" noch eine Weile weiter zu machen, auf eigene Kosten.
    Übrigens: Per Volksentscheid 100% der Lokale für nur 70% der Bevolkerung (Nichtraucher) dauerhaft und per Volksentscheid zu "reservieren" und dann auch noch zu selten die so "reservierten" Lokale zu besuchen, das finde ich höchst unanständig!
    "Leben und Pleite gehen lassen" hieß das eigentlich nicht, oder?
    "Leben und Raucher frieren lassen" auch nicht... Wie hieß das früher nur in Bayern???
  8. #237

    Zitat von schmockmock Beitrag anzeigen
    .....Es gibt Menschen, die, sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse aller Art reagieren (siehe z.B. hier: [url=http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,787489,00.html]Hochsensible Menschen: Sehe ich komisch aus? .........
    Es gibt aber auch Menschen, die sehr unter ihrer Einbildung leiden und sich ebenfalls im Recht fühlen, andere Menschen zu beschränken.

    Da fallen mir Menschen ein, de durch einen "stinkenden" Hund belästigt werden. Sie riechen Hunde wo gar keine sind und benutzen auch noch den Knüppel Allergie, um sich durch zu setzen.

    Eine Mieterin mit einem behindertem Kind Bat uns unseren Hund nicht mit zu bringen, weil das Kind unter Erstickungsanfällen leide, wenn ein Hund nur in die Nähe käme.

    Dann kamen Begleithunde auf und da wollte die Mutter auch so einen Hund. Das Tier wurde beantragt, die Kosten circa 20.00 € plus Futtergeld wurde genehmigt und auch bezahlt.

    Allergie ist nicht aufgetreten.

    Auf Grund dieses Erlebnisses wäre es vielleicht auch eine Lösung für Raucher, wenn das Sozialamt die Fluppen bezahlt, sind sie auch nicht mehr so störend;o).

    MfG. Rainer
  9. #238

    Zitat von Blaudunst Beitrag anzeigen
    Übrigens: Per Volksentscheid 100% der Lokale für nur 70% der Bevolkerung (Nichtraucher) dauerhaft und per Volksentscheid zu "reservieren" und dann auch noch zu selten die so "reservierten" Lokale zu besuchen, das finde ich höchst unanständig!
    "Leben und Pleite gehen lassen" hieß das eigentlich nicht, oder?
    "Leben und Raucher frieren lassen" auch nicht... Wie hieß das früher nur in Bayern???
    Das Lustige (oder Traurige) ist ja, dass vor dem totalitären Verbot durch den ÖDP-Buben schon 80% der Gastronomie in Bayern rauchfrei waren.
    Was ja recht gut den prozentualen Anteil des Rauchvolks dargestellt hätte.
  10. #239

    Bravo!

    Zitat von kliklawitter Beitrag anzeigen
    Ich finds lustig, dass man sich darüber tatsächlich noch so aufregen kann. Liebe Raucher, man gewöhnt sich sehr schnell an rauchfreie Gaststätten. Ich selbst halte es in berauchten Räumen inzwischen nicht mehr aus und kann gar nicht mehr verstehen, was ich daran jemals gemütlich fand. Der Gang vor die Tür ist reine Routine.

    Vor 30 Jahren war es noch selbstverständlich überall in der Wohnung rauchen zu dürfen, selbst in Nichtraucherwohnungen. Wer einem das verwehrte, der war ein unmöglicher Gastgeber. Können Sie sich das heute noch vorstellen? Sehen Sie, die Welt ändert sich und wir ändern uns mit.
    Im ganzen Thread, der (bezüglich der Pro Raucher) immer noch genau auf der selben dumpf verqualmten Stelle tritt, wie vor bereits 5 Jahren und mehr - hier mal ein echt cooler Comment eines Rauchers mit Sinn und Verstand!!! Chapeau!

    Sehr schade, daß von Eurer Seite solche Comments nur die Ausnahme sind...! Hmmm - Kein besonders gutes Aushängeschild für immerhin diejenigen, deren Genuß mit erheblichen Nebenwirkungen in geschlossenen Räumen wir anderen in Deutschland immer noch "selbstverständlich" tolerieren sollen.
    By the way:
    Arme Wirte, die immer noch glauben, ein klares Rauchverbot in der Gastronomie würde nur Umsatzeinbußen bringen... Genug Gegenbeispiele und Erhebungen sprechen da eine andere (teils deutliche) Sprache...

    Der Wirt, dessen Kneipe nur mit Rauchern zu überleben scheint, sollte vielmehr sein Geschäftsmodell und -schwerpunkt überdenken und so auch neuen Gegebenheiten anpassen können... Seine Stammkunden, die ihn schätzen, werden dies auch tun und ihm auch treu bleiben, selbst wenn sie ab und zu zum Rauchen vor die Tür gehen! Die Geselligkeit (und Treue) hängt von anderen Faktoren ab als der Zigarette...!








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