Forum


 

Hamburg-Köln-Express: Privat-Schnellzug vor dem Start

DPAAm Montag startet der private Hamburg-Köln-Express seine erste Fahrt. Mit billigen Tickets soll der Zug der Deutschen Bahn Konkurrenz machen - und bietet seinen Fahrgästen zum Auftakt den Erste-Klasse-Plüsch der siebziger Jahre.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...845764,00.html
  1. #50

    TGV-Streckenkonzept vs. ICE-Lokalfürstenprinzip

    --Zitat moev---: Die glücklichen die damit [TGV] fahren dürfen. Die tausende potentielle Fahrgäste die den nur vorbei rauschen sehen können eher weniger. Aber was sind schon zehntausende weniger transportierte Fahrgäste pro Jahr wenn dafür die einzelne Fahrt 20 Min schneller ist? Und wenn es in Deutschland nur dem Prestigestreben von Lokalfürsten zu verdanken ist da Bahnhöfe mit 4-stelligen Fahrgastzahlen in Kleinstädten bedient werden, dann ist das eine gute Sache. Auch wenns dann 20 Min. Länger zwischen Köln und Frankfurt dauert, das holt eine Menge Autos von der Straße. Es geht nicht darum eine Strecke möglichst schnell zu bedienen oder möglichst viele Menschen zu transportieren sondern eben den gesunden Mittelweg zu finden und da gehören eben auch Kleinstädte dazu wenn dort genug Menschen aus- und einsteigen ---Zitatende
    Au contraire. Auch in Deutschland müssen fast alle Nutzer zunächst mit einem Zubringertransportmittel zum ICE kommen, außer eben den Bewohnern einiger kleiner Städte. Für die meisten bringen die vielen Halts also: nichts.
    Sie haben aber davon: eine viel(1), viel(2), viel(3), viel(4) längere Fahrtzeit, und die Anwohner mehr Lärm.
    (1) Jeder Halt kostet einiges an Zeit, mehr als nur die tatsächliche Zeitd, die der Zug steht, denn der Zug muss bremsen, beschleunigen und ist in der Gleisführung umständlicher einzuplanen.
    (2) Die Streckenführung macht Umwege und wird länger und muss häufiger Kompromisse hinsichtlich der Topographie machen (dadurch mehr Steigungen und Kurven, was wieder Tempo kostet und auch Komfort).
    (3) Es ist schwieriger, durchgehende Schnelllfahrstreckenführungen hinzubekommen, weil der Zug ja auch X, Y und Z-Dorf kommen muss, und da ist baulich/planungsrechtlich nichts zu machen und außerdem ist da ja schon eine normale Trasse. Also rumpelt der tolle ICE in Zeitlupe über normale Trassen.
    (3a) wegen (3) fahren die ICEs nun unnötigerweise auch noch über die oft durch dicht besiedelte Gebiete laufenden alten Trassen.
    Das hat auch noch den hübschen weiteren Nachteil, dass dort Fehlerquelle über Fehlerquelle lauert: zig weitere Weichen und Signale, die defekt sein können, zig andere Züge mit ganz anderen Geschwindigkeiten und Halten, wenn diese dann verspätet sind oder stauen, kriegt die Leitung den ICE auch nur mit Mühe noch durch den Kuddelmuddel hindurchgeschleust.
    (4) Die Lokalfürsten wollen ja auch noch Güterzüge, aber niemand will einer separaten Güterzugstrecke zustimmen. Also kommt der Conainerexpress auf die selbe Strecke und die Fahrpläne für den ICE werden noch ungeschmeidiger.

    Und die Kleinstadtbewohner, die den ICE-Bahnhof vor der Tür haben, sitzen dann zwar fix in ihrem ICE - aber damit ist es ja nicht getan. Denn auf ihrer weiteren Reise leiden sie dann unter (1), (2), (3), (3a) und (5) [unter (4) nur daheim] und sind nicht schneller da als mit dem IC.

    So.... war jetzt noch der Nutzen bei der deutschen Art, den Schnellverkehr zu organisieren...?
  2. #51

    Zitat von axelkli Beitrag anzeigen
    HKX-Website: nicht erreichbar. Bereits seit über 1 Std.
    Inzwischen gehts wieder. Hab mal nachgesehen, wie so das Angebot ist.
    Völlig überraschendes Ergebnis:
    Wenn ich Freitag mittag/nachmittag von HH nach K will, ist bis Ende August keine Fahrkarte unter 60 € mehr zu haben...

    Wie gesagt: Ich bezahle bei der DB AG für diese Strecke immer 41,50 €, auch am Freitag nachmittag, und bin -im Gegensatz zu HKX- nicht fest an einen Zug gebunden, sondern kann flexibel meinen gewünschten Zug auswählen, wobei pro Stunde mindestens einer fährt.
  3. #52

    Überraschung...!

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Wenn ich Freitag mittag/nachmittag von HH nach K will, ist bis Ende August keine Fahrkarte unter 60 € mehr zu haben...
    Freitagmittag gerät das ganze Land in Bewegung, dann sind Fernzüge ebenso überfüllt wie Autobahnen: Bei der DB hab' ich schon vor über 10 Jahren erleben dürfen, 14 Tage vorher keinen Sitzplatz mehr reservieren zu können, weil der gewünschte Zug schlicht ausgebucht war.

    Keine neue Erkenntnis also - ebensowenig übrigens, daß Sparpreistickets zu Zeiten hohen Aufkommens an Beförderungsfällen blitzschnell vergriffen sind oder aber gar nicht erst verfügbar: So schlau war schon die rosarote Beamtenbahn der 1970er, für begehrte Wochenend-Reisetermine den vollen Preis zu nehmen ;-)
  4. #53

    Zitat von OskarVernon Beitrag anzeigen
    Freitagmittag gerät das ganze Land in Bewegung, dann sind Fernzüge ebenso überfüllt wie Autobahnen: Bei der DB hab' ich schon vor über 10 Jahren erleben dürfen, 14 Tage vorher keinen Sitzplatz mehr reservieren zu können, weil der gewünschte Zug schlicht ausgebucht war.

    Keine neue Erkenntnis also - ebensowenig übrigens, daß Sparpreistickets zu Zeiten hohen Aufkommens an Beförderungsfällen blitzschnell vergriffen sind oder aber gar nicht erst verfügbar: So schlau war schon die rosarote Beamtenbahn der 1970er, für begehrte Wochenend-Reisetermine den vollen Preis zu nehmen ;-)
    Wie gesagt, ich fahre (mit Bahncard) auch am Freitagnachmittag bei der DB preiswerter, und habe keine Zugbindung.
    Nichts dagegen, wenn man Sparpreise auf nachfrageschwache Zeiten lenkt, aber bei HKX gibts ja quasi nur "Sparpreise", sprich alle Fahrkarten sind zuggebunden. Mal ganz davon abgesehen, dass es keine durchgehenden Tickets Bacharach-Köln-Hamburg gibt, wenn ich von K nach HH mit HKX fahren will.

    Worauf ich eigentlich hinaus will: Ich finde das ganze Konzept falsch, "Wettbewerb" auf der Schiene derart zu gestalten, dass es am Ende -zig Bahnunternehmen gibt mit genausovielen, miteinander inkompatiblen Tarifsystemen, ohne die Möglichkeit, durchgehende Fahrkarten zu erwerben oder mit seiner Fahrkarte auch Züge des anderen Unternehmens nutzen zu können.

    Auch da sollte man mal in die Schweiz schauen, dort gibt es ein einheitliches Tarifsystem, man kann durchgehende Fahrkarten kaufen und jeden Zug nutzen, egal ob SBB, BLS, SOB, RhB oder was auch immer für eine Bahngesellschaft. Und das Halbtax-Abo (Vorbild für die Bahncard) gilt für alle Bahnunternehmen, sogar für viele Bergbahnen und Ausflugsdampfer.
    Sogar in Großbritannien, dem Land mit der radikalsten Bahn-Privatisierung, geht das mit den durchgehenden Fahrkarten.
  5. #54

    da nehm ich den Flieger

    Zitat von lensenpensen Beitrag anzeigen
    der DB Konkurrenz auf Fernstrecken zu machen nicht schlecht. Allerdings sehe ich den Bedarf auf der Strecke Köln und Hamburg nicht wirklich.
    Das stimmt, solche Strecken fahre ich nicht mit der Bahn (egal welcher), da nehm ich den Flieger.
  6. #55

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Mal ganz davon abgesehen, dass es keine durchgehenden Tickets Bacharach-Köln-Hamburg gibt, wenn ich von K nach HH mit HKX fahren will.

    Worauf ich eigentlich hinaus will: Ich finde das ganze Konzept falsch, "Wettbewerb" auf der Schiene derart zu gestalten, dass es am Ende -zig Bahnunternehmen gibt mit genausovielen, miteinander inkompatiblen Tarifsystemen, ohne die Möglichkeit, durchgehende Fahrkarten zu erwerben oder mit seiner Fahrkarte auch Züge des anderen Unternehmens nutzen zu können.
    Im Grunde richtig - aber weigert sich denn HKX, seine Fahrkarten von der DB und diese gar durchgehende Tickets mit HKX-Teilstrecke verkaufen zu lassen...? oO

    Wie übrigens stellen Sie sich kompatible Tarifsysteme vor - Einheitsprodukte zum Einheitspreis? Oder gleich wieder die alternativlose Einheitsbahn...?

    Fragen über Fragen: Soll die DB im IC von HH nach K die 20€-Tickets des HKX als gültigen Fahrausweis anerkennen müssen - oder HKX seine Tickets zu DB-Konditionen und -Preisen verkaufen müssen...?
  7. #56

    Aha!

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    ...
    Dabei bezahle ich für die direkte Verbindung mit IC der DB immer maximal 41,50 €. Egal wann ich fahren will.
    Aber nur, wenn Sie vorher für 240 EUR eine Bahncard 50 gekauft haben, nicht wahr ?
  8. #57

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, ich fahre (mit Bahncard) auch am Freitagnachmittag bei der DB preiswerter, und habe keine Zugbindung.
    Ich reise zur Zeit wöchentlich auf der Strecke hin und her und die Fahrzeiten des HKX scheinen mir für berufliche Reisen sehr ungünstig. Ichhabe jedenfalls für Donnerstag eine Fahrt Richtung Hamburg nur um die Mittagszeit gefunden.

    Abgesehen davon habe ich auf der Homepage gelesen, dass am Wochenende Waggons der NOB angehängt werden. Diese haben m.E. die unbequemsten Sitze überhaupt.

    Also ich bleibe bei IC/ ICE.
  9. #58

    Zitat von mad_man_walking Beitrag anzeigen
    Aber nur, wenn Sie vorher für 240 EUR eine Bahncard 50 gekauft haben, nicht wahr ?
    Wie bereits geschrieben, habe ich diese Bahncard sowieso. Genau wie die Autobesitzer sowieso ein Auto haben. Und demzufolge nur die Spritkosten berechnen.
  10. #59

    Zitat von OskarVernon Beitrag anzeigen
    Im Grunde richtig - aber weigert sich denn HKX, seine Fahrkarten von der DB und diese gar durchgehende Tickets mit HKX-Teilstrecke verkaufen zu lassen...? oO
    Auf jeden Fall kann ich auf der Homepage von HKX nur Fahrkarten für ihre Züge kaufen, also HH-K bzw. Teilstrecken. Beruht also wohl auf Gegensätzlichkeit.

    Zitat von OskarVernon Beitrag anzeigen
    Wie übrigens stellen Sie sich kompatible Tarifsysteme vor - Einheitsprodukte zum Einheitspreis? Oder gleich wieder die alternativlose Einheitsbahn...?

    Fragen über Fragen: Soll die DB im IC von HH nach K die 20€-Tickets des HKX als gültigen Fahrausweis anerkennen müssen - oder HKX seine Tickets zu DB-Konditionen und -Preisen verkaufen müssen...?
    Wie gesagt, fragen Sie die Schweizer oder die Briten, wie die das machen. Da funktioniert es, und die haben keine Einheitsbahn. Es klappt sogar in Deutschland, beim Eisenbahn-Nahverkehr.

    Könnte möglicherweise so laufen, dass es einen Normaltarif gibt und außerdem die einzelnen Bahngesellschaften ihre Sparpreise anbieten können, die dann auch gerne mit Zugbindung.

    Und vor allem eine Bahncard, die für alle Verkehrsunternehmen gilt.

    Ich sehe jedenfalls nicht ein, dass Wetbewerb für mich als Kunden bedeuten soll, dass Bahnfahren immer komplizierter und immer unflexibler, kurz immer weniger nutzbar wird.


TOP



TOP