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Halluzinogen: LSD hilft gegen Alkoholsucht
CorbisLSD ist nicht nur ein starkes Halluzinogen, es kann offenbar auch bei der Bewältigung von Alkoholsucht helfen. Forscher haben jetzt Studien aus den sechziger und siebziger Jahren ausgewertet - und sind auf erstaunliche, in Vergessenheit geratene Erkenntnisse gestoßen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...820313,00.html
- #60 11.03.2012 13:27 von
+++
Eine Droge mit dem Nimbus von LSD verschwindet nicht einfach so vom Markt.
Der Konsum heute ist aber nicht mit dem in den 60er und 70er Jahren zu vergleichen. Seit Mitte der 90er gibt es einen starken Rückgang des Konsums, vermutlich durch die verstärkte Ausbreitung von MDMA, MDA und den ganzen anderen Stoffen, die allgemein so als Extasy verkauft werden.
Dazu kommen zahlreiche andere Psychedelika, die inzwischen auf dem Markt zirkulieren, hauptsächlich psychoaktive Pilze und Meskalinderivate wie 2C-B. Außerdem noch dissoziative Halluzinogene wie Ketamin und seine Abkömmlinge.
Beim Konsum mit Halluzinogenen spielt das Experimentieren mit neuen Erfahrungen eine große Rolle, es ist nicht überraschend, dass viele Konsumenten deshalb eine große Bandbreite an Substanzen mit dieser Wirkung ausprobieren. Das war in den 60ern fast nur für ein paar eingeweihte Chemiker und ihr direktes Umfeld möglich, heute hat jeder, der sich lange genug umsieht, Zugang zu einer gewaltigen Palette bewusstseinserweiternder Stoffe.
Die wirklich problematischen Fälle führen ohnehin allgemein einen polytoxen Lebensstil, bei dem LSD nur eine unter vielen Drogen ist.
Das hängt eben immer davon ab, wie belastbar der Einzelne psychisch ist und wie weit er geht.
Den Leuten, die LSD jahrzehntelang massiv missbraucht haben, merkt man das schon an, die wirken einfach ausgebrannt und sind nicht mehr auf einer Wellenlänge mit Leuten, die sich nicht zwei mal die Woche die komplette Realität auseinandergepflückt haben, aber mit jemandem, der ein paar mal nen Trip eingeworfen und dann aufgehört hat, kann man das in den meisten Fällen nicht vergleichen.
Nebenbei, welche LSD-Abkömmlinge meinen Sie?
Das einzige direkte LSD-Analog, das je in nennenswerten Mengen auf dem Markt war ist ALD-52, aber das ist schon seit den frühen 70ern eine Rarität.
Substanzen wie DOM, die auch mal -unter Namen wie STP- als Acid verkauft wurden, sind chemisch nicht sehr eng mit LSD verwandt. Das sind Amphetaminderivate, keine Mutterkornalkaloide. - #61 11.03.2012 14:10 von
- #62 11.03.2012 18:33 von
- #63 12.03.2012 00:04 von
der Suchtstoff hinter dem Suchtstoff
Ein Stoff, der das Nikotinpflaster ins Leere laufen lassen könnte, ist Zucker. Zucker ist in Tabakprodukten enthalten und ist einer der am stärksten wirksamen legalen Suchtstoffe. In seiner Wirkung in etwa vergleichbar mit Heroin.
Und weil Sie den Kaffee erwähnen: wenn man von Tabakprodukten wegkommen will, wird empfohlen zuerst einige Wochen lang strikt Alkohol, Kaffee und Zucker wegzulassen, ehe man den Tabakkonsum sein lässt.
Des Rätsels Lösung soll der unregelmässige Blutzuckerspiegel sein, der beim Konsum obiger Produkte das Känguruh macht. Sorgt man durch Verzehr von Eiweiss und Fett ( low carb, "Logi" ) dafür, dass der Blutzuckerspiegel möglichst auf einer Linie bleibt, dann klappt es auch mit dem Stopp von Tabakprodukten. Ob man sich danach wieder in die Abhängigkeit von Coffein, Alkohol und Zucker begibt, muss jede(r) selbst entscheiden.
Der Gründer von Alcoholics Anonymous hat sich selbst und dreissig andere Betroffene erfolgreich durch die Verwendung von hohen Dosen Vitamin B3 "trockengelegt". Dr. Abram Hoffer hat Alkoholabhängige mit hoher Erfolgsquote mit substanziellen Gaben an Mikronährstoffen therapiert. Sein Protokoll bestand vornehmlich aus B-Vitaminen, Zink, Magnesium und Vitamin C. Nicht so spannend wie LSD...
Leseempfehlungen:
Orthomolecular Medicine for Everyone
Rauchfrei ohne zuzunehmen - #64 12.03.2012 09:56 von
nuja
es kommt auf set und setting an. wie bei andern sachen auch, die dosis macht die musik. weniger ist hier immer mehr vorallem bei null oder wenig erfahrung. trippsitter sollte erfahrung mitbringen.
anbei, uniklinikum hannover macht momentan test/forschung mit LSD als therapie für clusterkopfschmerzpatienten. Die ergebnisse sind überigens ziemlich "bahnbrechend". hier wird die nonhalluzinogene variante 2 bromo lsd verwendet.
eben diese könnte auch bei alkoholikern genutzt werden da es hier keinen "tripp" im eigentlichen sinne gibt sondern sich ausschließlich die Entaktogene Wirkung entfaltet. und die, unabhängig von ihrer meinung, sollte man erlebt haben... - #65 13.03.2012 19:50 von
Droge hilft gegen Drogensucht
Der geistige Freiflug mit Hilfe von Drogen gehört zu unserer Gesellschaft. Unzählige beengende Normen und Vorschriften, permanenter Zwang durch quasireligiöse Wertvorstellungen (so etwas tut man nicht), eingezwängt ins Heiligste, nämlich die Pflicht, versucht der Delinquent zu vergessen, zu überspielen, nicht wahr haben zu wollen, und dabei tut der Alkohol seine Pflicht und Schuldigkeit, wie bei jeder Form von Schmerz. Wir saufen nun mal doppelt soviel wie Amis und Russen. Das Glück scheint im Vergessen und Verdrängen zu liegen. Vermutlich sind nicht nur die Anforderungen von außen, sondern auch die subjektiv empfundenen ein wenig anspruchsvoll. Man betäubt sich vor allem. Man will verstehen, aber es ist Einem verwehrt. Der Mensch mag die Realität übrigens nicht besonders. Er liebt den Selbstbetrug, die Illusion, die Träumerei. Dabei können Drogen ebenfalls hilfreich sein.
Ganz offensichtlich verhilft die einfache Droge (die einkommensstärkeren Yuppies nehmen natürlich ansprechendere) zum Funktionieren in einer als fremd und einengend empfundenen Gesellschaft, die dauernd nur fordert. Was eigentlich positiv ist, aber nicht immer einzusehen oder angenehm.
Es scheint eine Anzahl Drogen zu geben, die erstens unschädlicher sind als Alkohol, und zweitens genauso wirksam, wenn nicht besser. Und die haben entweder den Makel, daß sie verschreibungspflichtig sind (sog. Antidepressiva, und witzigerweise auch Schmerzmittel) oder eben nicht käuflich zu erwerben. Die Firma Bayer hat sich in den Zwanzigern darum verdient gemacht, daß alle nicht von ihr vertriebenen Drogen des Teufels sind und seither verboten. Genau hier liegt das Problem. Die Pharma weiß gesichert um die Wirkungsweise aller beliebigen Drogen, nutzt das auch, ist aber keineswegs bereit, ihre Kenntnisse dem gemeinen Mann (oder Arzt) mitzuteilen, weil sie so besser Geld scheffeln kann, das Vielfache dessen, was Drogendealer prozentual und absolut einnehmen können.
Natürlich hat der Alkohol auch Vorteile. Nicht das Schönsaufen, was so gar nicht klappt. Aber das Abtöten der Vernunft kann durchaus ersprießlich sein. Nach dem Fest liegt man sich in den Armen, ohne irgendwelchen vernünftigen Eingebungen Tribut zu zollen. Und nach neun Monaten wird die Gesellschaft bereichert. Und man weiß fürderhin, wofür man ackert.
Gegen Alkohol und Nikotin spricht gar nichts, müßte man doch den Krankheitsapparat um die Hälfte ausdünnen, würden diese netten Psychopharmaka verboten. - #66 14.03.2012 23:22 von
- #67 22.03.2012 14:30 von
Wo? Das wäre mir neu, dass es ein Land gibt, in dem Haschisch legal ist.
Der Pilz (Mutterkorn) produziert nur u.a. den Grundstoff aus dem LSD hergestellt wird, aber die Wirkung ist angeblich unangenehm und viele andere Inhaltstoffe sind sehr giftig
Mutterkorn (Claviceps) | Thema-drogen.net - Drogen, Wirkung, Herstellung, Dosierung, Einnahme, Geschichte - #68 25.03.2012 21:43 von
Alkohol wird überall getrunken, unabhängig davon wie restriktiv oder frei die Gesellschaft ist.
Das stimmt nicht.Wir saufen nun mal doppelt soviel wie Amis und Russen.
Die Russen haben ein deutlich massiveres Alkohol-Problem. Nur als Beispiel: Die Lebenserwartung des russischen Mannes liegt 13 (!!) Jahre unter seiner Frau. Das liegt hauptsächlich am Alkohol.
Vielleicht zu Beginn. Aber Alkohol-Krankheit hat nichts mit Glück zu tun.Das Glück scheint im Vergessen und Verdrängen zu liegen.
Die Krankheit zwingt einem ein massiven Saufdruck an, jeden Tag, jeden Morgen, jeden Abend, immer, egal, wie lange man trocken war.
Stellen Sie sich einfach mal vor, sie dürften nie wieder einen Orgasmus bekommen, noch nicht mal daran denken.
Also noch nicht mal onanieren. Und das für den Rest ihres Lebens.
So in etwa geht es Alkoholkranken. Deswegen sind ja die Rückfall-Quoten selbst nach Therapie bei nahe 90%.
Ja und Nein. Das Nein gilt dem, dass es nicht hilfreich ist. Und es ist auch nicht hilfreich so darüber zu reden.Vermutlich sind nicht nur die Anforderungen von außen, sondern auch die subjektiv empfundenen ein wenig anspruchsvoll. Man betäubt sich vor allem. Man will verstehen, aber es ist Einem verwehrt. Der Mensch mag die Realität übrigens nicht besonders. Er liebt den Selbstbetrug, die Illusion, die Träumerei. Dabei können Drogen ebenfalls hilfreich sein.
Alkohol ist eine extrem harte Droge. Heroin ist nur leicht härter im Vergleich.
Und Alkohol-Krankheit ist ähnlich schwer wie Krebs. Das hat dann nichts mehr mit Illusionen oder Träumerei zu tun.
Was richtig ist, im vor-chronischen Zustand sorgt sie dafür, dass Probleme länger verdeckt werden können. Funktionieren ist das falsche Wort dafür.Ganz offensichtlich verhilft die einfache Droge (die einkommensstärkeren Yuppies nehmen natürlich ansprechendere) zum Funktionieren in einer als fremd und einengend empfundenen Gesellschaft, die dauernd nur fordert. Was eigentlich positiv ist, aber nicht immer einzusehen oder angenehm.
Alkoholismus hat nichts mit vordernden oder nicht-vordernden Gesellschaften zu tun.
Die meisten Drogen bis auf Heroin, Crack, vielleicht Kokain, Krokodil sind softer als Alkohol.Es scheint eine Anzahl Drogen zu geben, die erstens unschädlicher sind als Alkohol, und zweitens genauso wirksam, wenn nicht besser. Und die haben entweder den Makel, daß sie verschreibungspflichtig sind (sog. Antidepressiva, und witzigerweise auch Schmerzmittel) oder eben nicht käuflich zu erwerben.
Die Verschreibungspflicht ist ein anderes Thema. Sie hat gute und schlechte Seiten. - #69 25.03.2012 21:43 vonLol, es gibt Werbe-Plakate aus der Zeit, wo sie mit Heroin werben.Die Firma Bayer hat sich in den Zwanzigern darum verdient gemacht, daß alle nicht von ihr vertriebenen Drogen des Teufels sind und seither verboten.
Zugegeben, dass war gedacht zur oralen Einnahme. Geschluckt ist es ja tatsächlich eine weiche Droge und eher mit Valium zu vergleichen (erst gespritzt wird daraus dieses Teufelszeug).
Ist das Ironie oder Sarkasmus? Bin nicht sonderlich gut darin, dass zu erkennen.Natürlich hat der Alkohol auch Vorteile. Nicht das Schönsaufen, was so gar nicht klappt. Aber das Abtöten der Vernunft kann durchaus ersprießlich sein. Nach dem Fest liegt man sich in den Armen, ohne irgendwelchen vernünftigen Eingebungen Tribut zu zollen. Und nach neun Monaten wird die Gesellschaft bereichert. Und man weiß fürderhin, wofür man ackert.
Gegen Alkohol und Nikotin spricht gar nichts, müßte man doch den Krankheitsapparat um die Hälfte ausdünnen, würden diese netten Psychopharmaka verboten.
Jedenfalls hat Alkohol etwa so viele Vorteile wie Heroin und nett ist das falsche Wort dafür.
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