AFPDas Vogelgrippe-Virus ist offenbar weniger tödlich als bisher angenommen - und viel weiter verbreitet. Wissenschaftler fordern jetzt von der Weltgesundheitsorganisation, nicht nur schwere Krankheitsfälle zu erfassen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...817207,00.html
Wieso, das ist wie mit den Waffen: Noch tödlichere Waffen, ganz tödliche Waffen. So gibt es dann eben auch leicht tödliche Schweinegrippen, oder mitteltödliche Vogelgrippen.
Und noch schwangerere Frauen.
Bei einer Krankheit bezieht sich das wohl auf die Letalitätsrate dieser, was sich auch als "Tödlichkeitsrate" bezeichnen liesse. Es scheint mir darum nicht falsch zu schreiben, eine Krankheit sei bei höherer/niedrigerer Rate (im Vergleich zu Wert x) tödlicher/weniger tödlich. Das mag gefühlsmässig etwas komisch klingen, und sprachlich wäre "letaler" wohl die bessere Wahl, aber letztlich ist die Bedeutung gleichwertig.
"weniger" tödlich bedeutet in dem zusammenhang, weniger todesfälle. könnte man auch direkt so schreiben, "verursacht weniger todesfälle..."
was aber interessant ist, daß wenn die vogelgrippe also weniger schwerwiegend verläuft wie gedacht (oder propagiert?), wäre das eigentlich eher ein grund, die alarmstufe herunterzuschrauben, statt nun die mildere form ebenfalls "beobachten zu lassen". wenn das so weitergeht, wird jeder fall von triefender nase ein "alarmfall" bei der WHO.
und wenn sie zudem wesentlich weiter verbreitet ist als gedacht, ist es möglicherweise so, daß die menschen sich schon ganz gut mit dem virus arrangiert haben, und am ende ist die vogelgrippe nicht mehr und nicht weniger als eine ganz normale grippe.
das wäre mal eine untersuchung wert. aber halt, das hat womöglich kein panikpotential....
Nein, letzteres stimmt nicht. Denn die bekannte absolute Zahl der Todesfälle, die die Vogelgrippe unter Menschen verursacht hat, hat sich durch die zitierte Untersuchung ja nicht geändert, oder könnte gar, wie im Artikel steht, sogar noch höher sein als bisher angenommen! Was sich drastisch geändert hat, ist die Zahl der Überlebenden: Die Zahl der Menschen, die Vogelgrippe hatten, aber daran nicht gestorben sind.
Folglich ist es richtig zu schreiben, dass für den einzelnen Infizierten die Vogelgrippe wahrscheinlich (so sich denn die Ergebnisse bestätigen) "weniger gefährlich" ist, und die die Gefahr nunmal darin besteht, zu sterben, kann man auch schreiben, dass die Vogelgrippe "weniger tödlich" ist. Sprachlich genauer wäre es, zu schreiben, "dass die Vogelgrippe weniger oft tödlich verläuft".
Genau so interpretiere ich den Spiegel-Artikel auch!
Sehe ich auch so. Wobei das genau die zusätzliche Untersuchung ist, die die Autoren der Meta-Studie laut Spiegel anregen, und die Sie in Ihrem Posting zunächst ablehnten und dann doch gut fanden ;-)
*grins*
Jag
also wenn mehr überleben, dann ist doch die anzahl der todesfälle (durch vogelgrippe) reduziert, oder? die "absolute" zahl ist bei solchen todesfällen im übrigen gar nicht genau zu beziffern, das muß man noch zusätzlich berücksichtigen.
die ablehnung begründet sich aus dem von mir vermuteten panikpotential. denn es steht zu befürchten, daß nicht entwarnung gegeben wird, sondern eher, daß jede triefende nase, jeder kratzende hals zur meldepflichtigen und behandlungswürdigen krankheit durch den arzt hochgejazzt wird.
Das sind wirklich erstaunliche Ergebnisse. Immerhin war dieses Virus über Jahre hinweg als extrem tödlich (> 50 % Mortalität beim Menschen) gehandelt worden, vor gerade zwei Monaten gab es riesen Sclagzeilen es sei gelungen eine extrem leicht übertragbare Variante (über Luft) zu züchten und noch vor wenigen Wochen haben die US-Behörden ganz scharf gefordert den Weg dieser Züchtung geheim zuhalten.
Und jetzt, wenige Tage nach einer UN-Konferenz bei der erklärt wurde dass man das doch ruhig veröffentlichen kann, nur ein paar Monate warten soll, da kommt plötzlich eine US-Studie zutage die das ganze Thema groß aufgerollt hat und nun fast schon harmlos erscheinen lässt.
Also irgendwie hat alleine der zeitliche Ablauf einen komischen Beigeschmack, ich als Laie kapiere das einfach nicht. Ich meine waren die früher festgestellten extrem tödlichen Typen und die gezüchteten Frettchen-Killer-Viren andere Sorten? Gibt es überhaupt verschiedene Vogelgrippe-Sorten usw? Aus dem Artikel erkenne ich nichts davon, das ganze ist völlig verwirrend.
Danke, Flari, für die Erklärungen, wenn ich Sie richtig interpretiere, dann kann man wohl schon etwas beruhigt sein, zumindest in dem Sinne, dass die Wissenschaftler die Sache überblicken.
Ihrem Wikipedia-Link entnehme ich, dass es zwar verschiedene Sorten gibt aber wenn ich dort lese dass „besonders die asiatische H5N1-Variante (A/Vietnam/H5N1/1203/2004) durch ihre gesteigerte Aggressivität und Pathogenität aufgefallen“ war, dann darf ich doch wohl auch davon ausgehen, dass in dem Bericht / der Studie über die neuen Erkenntnisse ja wohl diese Sorte gemeint war, oder verstehe ich das nun falsch?