H5N1-Virus: Vogelgrippe weniger tödlich und weiter verbreitet

AFPDas Vogelgrippe-Virus ist offenbar weniger tödlich als bisher angenommen - und viel weiter verbreitet. Wissenschaftler fordern jetzt von der Weltgesundheitsorganisation, nicht nur schwere Krankheitsfälle zu erfassen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...817207,00.html
  1. #10

    Zitat von stani Beitrag anzeigen
    Das sind wirklich erstaunliche Ergebnisse. Immerhin war dieses Virus über Jahre hinweg als extrem tödlich (> 50 % Mortalität beim Menschen) gehandelt worden, vor gerade zwei Monaten gab es riesen Sclagzeilen es sei gelungen eine extrem leicht übertragbare Variante (über Luft) zu züchten und noch vor wenigen Wochen haben die US-Behörden ganz scharf gefordert den Weg dieser Züchtung geheim zuhalten.

    Und jetzt, wenige Tage nach einer UN-Konferenz bei der erklärt wurde dass man das doch ruhig veröffentlichen kann, nur ein paar Monate warten soll, da kommt plötzlich eine US-Studie zutage die das ganze Thema groß aufgerollt hat und nun fast schon harmlos erscheinen lässt.

    Also irgendwie hat alleine der zeitliche Ablauf einen komischen Beigeschmack, ich als Laie kapiere das einfach nicht. Ich meine waren die früher festgestellten extrem tödlichen Typen und die gezüchteten Frettchen-Killer-Viren andere Sorten? Gibt es überhaupt verschiedene Vogelgrippe-Sorten usw? Aus dem Artikel erkenne ich nichts davon, das ganze ist völlig verwirrend.
    Kein Wissenschaftler deutet Daten, ohne deren Herkunft, Erhebungsraum und vieles andere einzubeziehen.
    Gesundheitsdaten aus Japan sind z.B. völlig anders zu werten, als aus dem nahen China, dort "auch" aus politischen Gründen.
    Ansonsten kommen desto weniger Realdaten zu Tage, je unterentwickelter ein Land ist.
    Meist wird da ja keine Untersuchung der Todesursache gemacht und vorher kommt ja selten eine "offizielle" Behandlung einer Grippe oder eines Durchfalls in Frage.
    Aber selbst bei mir in Deutschland wäre eine Ehec- oder Vogelgrippeinfektion erst auffällig geworden, wenn ich tatsächlich kurz vorm krepieren gewesen wäre.
    Andere gehen früher zum Doc.. :-)

    Die WHO geht fast ausschliesslich streng wissenschaftlich vor.
    Und daher tauchen in den dortigen öffentlichen Statistiken auch ausnahmslos nur gesicherte Fälle auf!
    Und bei der Vogelgrippe sind das nun einmal wenige Fallzahlen, aber meist mit tödlichem Ausgang.

    Bei science wurde die Studie übrigens schon Anfang Januar eingereicht.
    Bis zur Veröffentlichung vergehen da meist einige Wochen, teilweise erheblich mehr.

    Über die unterschiedlichen Varianten auch der A-H5N1 Viren können Sie hier einen kleinen Ausblick erhalten:

    Influenza-A-Virus H5N1
  2. #11

    Zitat von stani Beitrag anzeigen
    Danke, Flari, für die Erklärungen, wenn ich Sie richtig interpretiere, dann kann man wohl schon etwas beruhigt sein, zumindest in dem Sinne, dass die Wissenschaftler die Sache überblicken.

    Ihrem Wikipedia-Link entnehme ich, dass es zwar verschiedene Sorten gibt aber wenn ich dort lese dass „besonders die asiatische H5N1-Variante (A/Vietnam/H5N1/1203/2004) durch ihre gesteigerte Aggressivität und Pathogenität aufgefallen“ war, dann darf ich doch wohl auch davon ausgehen, dass in dem Bericht / der Studie über die neuen Erkenntnisse ja wohl diese Sorte gemeint war, oder verstehe ich das nun falsch?
    Jein..
    Prinzipiell mutieren die Viren ja beständig.
    Wie alles Leben..
    Ab wann da nun eine Art eine eigene Bezeichnung bekommt, ist sehr unterschiedlich.
    Die angegebenen mehr als 12.500 Studienteilnehmer dürften lediglich auf das Vorhandensein von Antikörpern getestet worden sein.
    Und diese können wiederum auch gegen eine gewisse Bandbreite eines Virus wirksam sein.
    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich die Studie selber noch nicht studiert habe.
    Mit lesen reicht es da nicht. *gg
  3. #12

    Zahl der Todesfälle

    Zitat von inci2 Beitrag anzeigen
    also wenn mehr überleben, dann ist doch die anzahl der todesfälle (durch vogelgrippe) reduziert, oder?
    Nein.

    Zitat von inci2 Beitrag anzeigen
    die "absolute" zahl ist bei solchen todesfällen im übrigen gar nicht genau zu beziffern, das muß man noch zusätzlich berücksichtigen.
    Im Gegenteil: Die Zahl der Todesfälle ist bei neuen Seuchen meist das einzige, was genau beziffert ist. Schließlich gibt es einen klinischen Report, dass im Zeitraum X im Gebiet Y insgesamt N Menschen an der neuen Seuche Z gestorben sind. Diese N Todesfälle sind alle durch Tests nachgewiesen.

    Was fehlt, ist die Zahl, wie viele Menschen M die Infektion überlebt haben. Sind es nur die wenigen, die schwer krank ins Krankenhaus kamen und zum Glück kuriert werden konnten? Oder gibt es noch viel mehr Menschen, die ebenfalls die Seuche Z hatten, aber gar nicht so schwer krank wurden, dass sie zum Arzt oder in die Notaufnahme mussten???

    Diese Vergleichszahl der Überlebenden wird oft gar nicht erst ermittelt, mit dem Ergebnis, dass man diese Zahl unterschätzt und so die Tödlichkeit massiv überschätzt.


    Jag