Widerspricht Guttenbergs Rücktritt dem Willen des Volkes? Die Umfragen fallen*extrem unterschiedlich aus - je nachdem, ob*Internet-User, Zeitungsleser oder*TV-Zuschauer*abstimmen. Forscher vermuten: Bei Guttenberg wirken Bilder*besonders stark auf das Urteilsvermögen der Befragten.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...748716,00.html
Der Artikel übersieht einen gewichtigen Unterschied bei den Abstimmungen, die fürs TV sind normalerweise kostenpflichtig, die im Internet nicht.
Und ohne werten zu wollen, aber diese Nummern wählt nun mal nicht jeder Menschenschlag :).
Anscheinend ist da eine korrelation da mit denen die sinnlos 50 Cent verplempern und denen die Gutti toll finden :).
Wieso hat das noch niemand aufgeschlüsselt?
In meiner Tageszeitung gab es ungewöhnlich viele weibliche Leserzuschriften, diese zu 100% emotional und pro-Guttenberg, die männlichen Zuschriften mehr nüchtern und politisch und mehrheitlich ablehnend.
Der Kerl kommt bei den Frauen einfach unheimlich gut rüber.
Urteilsvermögen muss man trainieren - genau wie Fahrrad oder Autofahren - und da hat Deutschland leider ein gewaltiges Manko.
Die Parteien haben 1967 den Bürger vollkommen entmündigt, und seit dieser Zeit darf er in einem vorgegeben "Fast-Food" Menü etwas zwar ankreuzen, aber was ist letztlich egal - das Ergebnis ist immer nach der Wahl dem freien Spiel der Politik überlassen - Einfluss hat der Bürger noch nicht mal auf die Meinungsbildung der Politiker , er hat gefälligst deren Meinung zu übernehmen - Die "Meinungshoheit" zählt!
Also nehmen die Bürger schlicht jedes noch naheliegend Quentschen an "unentscheidbarkeit" und wenn der "Kanditat aussieht wie bei DSDS dann wird eben dieser genommen"!
Das da natürlich eine "kritische Meinungsbildung" überhaupt nicht mehr vorkommt , sondern man einfach die Parolen die einem eingehämmert werden nachplappert ist doch kein Wunder!
Länder die eine Bürgerbeteiligung in der Politik haben neigen schlicht nicht zu solchen Extremen - da schwankt das Meinungsbild eher je nach Informationslage!
In Deutschland werden eher "Stimmungsbilder" statt "Interessenbilder" abgefragt und gewählt - da wurde 60 Jahre lang der "unmündige Bürger" produziert , der sich bei DSDS Wahlen noch als der Größte fühlt!
Wie wahr, wie wahr.
Zumindest beim "Glotze/BILD an - Hirn aus"-Teil der Bevölkerung.
Ich selbst lese recht gern BILD. Hauptsächlich zur Belustigung. Es ist aber schon sehr schade, zu sehen, dass es Leute mit so wenig selbstständiger Geistesleistung gibt, dass sie die Inhalte von diesem lol-Blatt ernst nehmen.
Ein guter Artikel!
Vielleicht wird dadurch auch dem Spiegel deutlich, warum sich die Internet-Nutzer so vor Klarnamenpflicht und Websperren fürchten.
Bei Klarnamenpflicht werden viele Nachteile befürchten müssen, wenn sie ihre ehrliche Meinung äußern - sei dies, weil diese dem Arbeitgeber nicht gefällt oder sie mit einer Abmahnung oder einer Anklage wegen Verleumdung rechnen müssen.
Websperren können zu einer Einschränkung der Informationsquellen führen, auf die man angewiesen ist, wenn man sich eine unabhängige Meinung bilden will.
Es ist durchaus nicht paranoid, wenn man es für möglich hält, daß eine Seite wie Wikileaks gesperrt werden könnte.
Außerdem erscheinen die Filter als offensichtlich sinnlos und werden von allen wissenschaftlichen Gremien als ineffizient oder sogar kontraproduktiv abgelehnt.
Da fragt man sich dann schon, warum haben bestimmte Politiker trotzdem ein solches Interesse an den Sperren?
Was Guttenberg betrifft:
Guttenberg ist im Netz auch generell eher unbeliebt, eben weil er sich für Sperren ausgesprochen hatte, die Kritiker indirekt als Pädophile bezeichnet hat und seine Frau diese abstruse Sendung in RTL2 gemacht hat, die auch noch von jemanden moderiert wurde, gegen dessen ehemalige Firma ermittelt wird, weil diese kinderpornographischen Material verwendet hat um einen unliebsamen Manager zu diskreditieren.