DPAOb "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822803,00.html
Es wird gern vergessen, dass viele amerikanische Serien ebenfalls Müll sind. Sie zeichnen sich allein durch eine wesentlich bessere Ausstattung aus. Wer will hier ernsthaft behaupten, "CSI: Miami" wäre eine gute Serie? Hier wird uns nur die Version von Miami präsentiert, die alle (sogar die US-Amerikaner selbst!) von Miami haben. Da passt auch dazu, dass man erstaunlich wenige Latinos (meist Exil-Kubaner) sieht, obwohl diese den überwältigenden Anteil der Bevölkerung stellen.
Andere Serien funktionieren allein aufgrund der Tatsache, weil sie sich nicht an realistische Vorgaben halten. "House" ist so ein Fall, fünf Elite-Spezialisten kümmern sich um einen Patienten. In Deutschland würde so eine Serie unter Sozialneid- und Verschwendungs-Kommentaren aus dem Programm gekickt werden, weshalb man lieber den 35. Aufguß der "Schwarzwaldklinik" draus klöppelt.
Subsummierend kann man sagen: US-Serien wollen unterhalten, Deutsche Serien wollen entweder entleeren (meist den Kopf) oder belehren.
Könnte daran liegen, dass Sie "Serie" mit "SitCom" verwechseln. Könnte aber auch daran liegen, dass es selbstverständlich auch auf dem US-TV-Markt sehr viel Schrott gibt. Könnte aber auch daran liegen, dass der Witz des Dialogs in der Übersetzung stecken geblieben ist.
Was ebenfalls keine Aussage über die Qualität der Serie darstellt, sondern lediglich Ihre Auffassung von Humor widerspiegelt.Was daran lustig oder spannend sein soll, habe ich bisher noch nicht begriffen.
Einen 90-120 minütigen Film mit einer Serie vergleichen? Das sind doch völlig verschiedene Genres, auch wenn die von Ihnen angeführten Filme allesamt klasse sind.Da lob ich mir doch [...] könnte sich die deutschen Serienproduzenten davon mal eine gewaltige Scheibe abschneiden.
Ist schade. Aber das wirklich erschütternde ist, dass wir hier mit gigantischen Zwangsabgaben einen größenwahnsinnigen ÖR-Apparat mästen, der eigentlich was dagegen tun könnte. Von direkten monetären Zwängen unabhängig Innovation und Qualität produzieren könnte. Es ist ein Skandal.
Das war ja nur eine Feststellung und keine Wertung. Inwieweit hier differenziert wird, kann ich nicht beurteilen. Es hat mich halt nur erstaunt, dass ausgerechnet die Fernsehkultur sich so von allem Anderen was hie meist negativ beurteilt wird unterscheiden soll. Da ich aber hüben wie drüben (sprich mit deutschen und amerikanischen Serien) nicht so vertraut bin, nehme ich das einfach mal so hin.
Ich kenne nur einige "systemkritische" Zeichentrickserien, die hier mit Untertiteln ausgestrahlt werden und plötzlich weit weniger kindergeeignet sind, als die deutschen Fassungen und sich kritisch mit allerlei Themen auseinandersetzen, wenn der Zuschauer auch gut zuhört. Nur weiss ich nicht wie übertragbar dies ist.
Nö - Pay TV hab' ich nicht. Die GEZ-Gebühren erscheinen mir schon zu hoch für diesen ganzen Mist. Dann schauen Sie sich wahrscheinlich diese Serie an, die so ähnlich wie Al Bundi erscheint und in der zwei Typen zusammenwohnen. Leider kann ich diese Serie nicht näher beschreiben, weil ich es bisher noch nie schaffte, länger als 10 Sekunden hinzuschauen. Auch wenn mal gute US-Filme im privaten TV kommen (die gibt es ja auch), schaue ich mir sie nur selten an, weil ein Film, der 100 Minuten dauert und um 20:15 Uhr beginnt, wegen der Werbung erst kurz vor Mitternacht endet. Ich lasse mir von der Werbung aber nicht meine Zeit stehlen. Die letzten US-Fernsehserien, die ich gut fand, waren Raumschiff Enterprise (alt und neu), Magnum, die Straßen von San Francisco, Hart aber herzlich, A-Team und Rockford - ach ja, und gelegentlich auch noch "ALF" - und die Simpsons.
Leider gibt es wie immer, wenn sich ein Artikel das Thema amerikanische Serien vornimmt, sehr viel Polemik im Forum. Zunächst zur Behauptung, es seien lediglich ein paar Perlen, die man in den Artikeln verhandeln würde:
Als Serien von höchster Qualität fallen mir spontan Six Feet Under, The Sopranos, The Wire, Mad Men, The Shield, Dexter, Deadwood, Rome, Big Love, Lost, Game of Thrones, Breaking Bad, Rome, Carnivale, In Treatment, Entourage, Californication, Outward Bound, Boardwalk Empire, The Walking Dead, American Horror Story, Homeland etc. ein (und ich habe auch bis auf die beiden letzten alle gesehen – legal auf Sky oder auf DVD). Und da sind durchaus gute Serien wie Monk, Dr. House, Weeds, The Tudors, Friday Night Lights, True Blood, West Wing etc. oder Miniserien wie Mildred oder Lost Room oder die ganzen Comedy-Formate wie The Office, Arrested Development, 30 Rock, Curb your Enthusiasm etc. noch gar nicht dabei. Angesichts dieser Masse von „ein paar Perlen“ zu sprechen, erscheint mir nicht ganz korrekt.
Hauptgrund für die Polemik scheint mir auch die grundsätzliche Pauschalisierung zu sein. Es gibt nicht „die guten amerikanischen Serien“ und „die schlechten deutschen Serien“. Selbstverständlich wird in den USA ein Haufen Müll produziert, den wir hier gar nicht oder nur zum Teil zu sehen bekommen. Auf der anderen Seite gibt/gab es deutsche Serien, an denen zu sehen ist, dass so etwas wie in den USA auch in Deutschland möglich ist. Sowohl Kriminaldauerdienst (KDD) mit seinen drei Staffeln (wobei die letzte ein bisschen schwächelt) als auch Dominik Grafs Im Angesicht des Verbrechens sind ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang sollte auch noch einmal auf Kir Royal, Monaco Franze und schließlich auch auf Heimat verwiesen werden. Die ebenfalls angeführte Behauptung, dass amerikanische Schauspieler besser als deutsche seien, ist absurd.
Die generelle Frage ist aber, warum diese genannten amerikanischen Serien (zumindest meines Erachtens) so viel besser sind als das meiste, was in Deutschland produziert wird. Diese Serien trauen sich, eine zusammenhängende Handlung über bis zu acht Staffeln auszubreiten. Dadurch erhält man eine Bandbreite von Charakteren, die sehr ausführlich dargestellt werden, sie werden buchstäblich zum Leben erweckt (weswegen man sie aber nicht sympathisch finden muss). Das gelingt deutschen Serien bislang viel zu selten. Das Interview hat sehr gut dargestellt, wie veränderte Produktionsbedingungen dazu beitragen könnten.
1) Das ist klar: Wir alle können die Serien, um die es hier geht, letztendlich nur subjektiv beurteilen, weil wir sie an unserem eigenen Humor und unseren eigenen Ansprüchen messen - und die sind nun mal vielfältig.
2) Ich kann mir schon vorstellen, dass man einzelne "Humor-Elemente" bzw. die Art des Humors aus einem langen Film auch auf eine kurze Serie übertragen könnte.
Die ersten fünf Folgen (Folgen - nicht "Staffeln") waren brauchbar, soweit ich mich erinnere. Danach wurde es sehr schnell sehr schlecht.
Sehe ich ähnlich. In Miami sind IIRC mehr als die Hälfte der Einwohner Latinos, das kommt nicht genug zur Geltung. Das ist aber zumindest für mich nicht der Hauptgrund, diese Serie als Mist zu bezeichnen. Mir persönlich stört diese Hi-Tech-Manie viel mehr. Touchscreen hier, 3D-Hologram (!) da, Zoom Level over 9000 dort. Und natürlich der in jedem Büro verfügbare SuperComputer der so schnell rendert, daß selbst HERMIT neidisch würde.Hier wird uns nur die Version von Miami präsentiert, die alle (sogar die US-Amerikaner selbst!) von Miami haben. Da passt auch dazu, dass man erstaunlich wenige Latinos (meist Exil-Kubaner) sieht, obwohl diese den überwältigenden Anteil der Bevölkerung stellen.
Dazu: Man bekommt den Eindruck, es ginge vorrangig um eine gewisse Sonnenbrille ...
Auch, ja. Ich bin kein House-Fan, aber der spezielle Humor ist selbst mir bekannt. Und ich wage zu mutmaßen, daß derart "spezieller" Humor im deutschen TV von den Entscheidungsträgern als "nicht salonfähig" betrachtet wird.Andere Serien funktionieren allein aufgrund der Tatsache, weil sie sich nicht an realistische Vorgaben halten. "House" ist so ein Fall, fünf Elite-Spezialisten kümmern sich um einen Patienten. In Deutschland würde so eine Serie unter Sozialneid- und Verschwendungs-Kommentaren aus dem Programm gekickt werden, weshalb man lieber den 35. Aufguß der "Schwarzwaldklinik" draus klöppelt.
Ich glaube schon, daß auch deutsche Serien dafür geschrieben werden, zu unterhalten. Das geht allerdings für mich in den weitaus meisten fällen einfach nur sensationell schief.Subsummierend kann man sagen: US-Serien wollen unterhalten, Deutsche Serien wollen entweder entleeren (meist den Kopf) oder belehren.