Forum


 

Gutes Fernsehen: Warum sind deutsche Serien so mies?

DPAOb "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822803,00.html
  1. #320

    Nicht konsumierbar

    Zitat von investmentbank Beitrag anzeigen
    Warum wird vom Autor per se angenommen, dass US-Serien das Maß aller Dinge sind?

    Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, wenn es eine Serie gibt, die sich nicht dadurch "auszeichnet", dass alle 10 Minuten jemand erschossen wird.

    Inzwischen schalte ich US-Serien kategorisch ab, weil mir der Dreck aus dem verblödeten USA überhaupt nicht mehr gefällt. Reine Zeitverschwendung.
    Die US-Serien sind so eine Art Streitthema in meinem Umfeld – manche sagen, ich würde da etwas verpassen, ich sei nicht auf der Höhe der Zeit und so weiter. Dann habe ich mal bei Dr. House, bei Scrubs und bei Breaking Bad reingeguckt... ich kann mir soetwas einfach nicht ansehen, ich halte das nicht aus. Damit will ich aber nicht sagen, dass die Serien durchgehend schlecht sind, sie sind für mich einfach nicht konsumierbar. Vielleicht liegt es an den synchronisierten Dialogen, die mir irgendwie abgehackt flapsig erscheinen, so als ob Todernstes lustig wäre und Lustiges zum Heulen. Es gibt da einen typisch amerikanischen Zynismus, zu dem ich keinen Zugang finde, die kurzen Gespräche wirken oft übertrieben intensiv geführt, bleiben aber flach, alles ist joky, everything sucks, ein bisschen Verarschung muss sein, und viele Schauspieler glotzen dabei als ob sie bekifft wären – ich muss zugeben, dass ich gerade auch gegenüber US-Schauspielerinnen Vorbehalte entwickelt habe, sie sehen für mich tendenziell alle gleich aus, wie aus der Retorte, viele haben eine nervenaufreibend quakige Stimme, wenn man sie im Original hört.

    Es gibt einen Begriff, den ich mit typisch amerikanisch verbinde: hemdsärmelig. Die Amis sind so hemdsärmelig wie ihre Fernseh-Serien und umgekehrt, ihr Normalverhalten entspricht einer Mischung aus cool und locker – wenn sie einer Beerdigung bewohnen, dann spucken sie ihr Kaugummi nur widerwillig aus, in ihrer Wahrnehmung ist ein Reduktionsmechanismus eingebaut, sie pflegen ihren knurrigen Fatalismus, die größte Katastrophe ist für sie auch nur eine Top-Story, die das Leben schreibt, ein Candlelight-Dinner ist für sie Food mit schwacher Beleuchtung. Kurz nachdem die Köhlbrand-Brücke fertiggestellt worden war, kam ein amerikanischer Verwandter zu Besuch, ich zeigte ihm die Brücke, nicht ohne einen Anflug von Stolz, er sagte: „Nice bridge“ und schaute mich verständnislos an.

    Die deutschen Fernsehserien können nie so locker sein wie die amerikanischen, weil sich in ihnen die deutsche Lebensart wiederspiegelt – und die ist eben nicht locker, sondern gleicht einem grauen Verhaltens- und Gefühlsstandard in bedenklicher Nähe zum Todernsten. Sich selbst auf die Schippe zu nehmen, empfindet der Deutsche mehr als einen Anschlag auf seine Würde denn als lustig, und wenn der Deutsche etwas lustig findet, dann ist es meistens albern – siehe diese schon fast tragisch dämlichen Nonnengeschichten mit Fritz Wepper, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Die amerikanischen Fernseh-Serien sind ungenießbar, die deutschen unerträglich.
  2. #321

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Korrekt. Es erstaunt schon, dass ausgerechnet US-Produktionen als leuchtendes Beispiel genommen werden. Wie Sie sagen - Niveau von Prol7.

    Das hiesige Fernsehen mutet einem ja auch einiges zu (Sportübertragungen bis Erbrechen, Krimi-Dauerbefeuerung, Seichtes aller Art), aber das europäische Niveau zwischen arte, 3Sat und den Dritten ist ja nun wirklich Lichtjahre von dem US-Billigkram entfernt! Das bisschen GEZ ist da nicht schlecht angelegt.
    Sie gucken die falschen Serien, bzw. Sender. US-Serien wie Game of Thrones, Breaking Bad, The Wire, Sons of Anarchy, Deadwood oder Mad Men laufen auch nicht auf den Privaten (mit Ausnahme). das ist aber das Niveu, von dem hier gesprochen wird. Bei den US-Serien im deutschen TV gibt es dann auch noch ein weiteres Problem - die deutsche Synchro ist oft unterirdisch. Trotzdem lassen sie die deutschen Oma-Produktionen weit hinter sich. Traut man sich dann aber mal was - z.B. Im Angesicht des Verbrechens (ARD) oder Doc Psycho (Pro Sieben) - verschwinden diese Formate auf unattraktiven Sendeplätzen (Freitag Nacht), wo kein Schwein einschaltet. Herzlichen Glückwunsch an die Programmdierektoren, so wird das nichts.
  3. #322

    Immer das Gleiche...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.

    Fernsehen: Warum*sind deutsche Serien so*mies? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Deutsche Serien -allen voran die nachmittäglichen Soaps und Koch-Shows - waren, sind und bleiben das, was ein bekannter Moderator einmal sagte: Unterschichten-Fernsehen !
  4. #323

    Meinungspapst?

    Zitat von akrisios Beitrag anzeigen
    Deutsche Serien? Aufgesetzte Heile-Welt-Geschichten oder mal Quoten-Pseudo-Ghetto, peinliche Fremdschämware, gespickt mit Auto-Product-Placement, .....
    Danke für diese sachliche Analyse. Mit Ihnen kann man bestimmt gut diskutieren. Sie hören anderen aufmerksam zu und kennzeichnen Ihre Meinung als subjektiv. Ne mal im Ernst: Ihre Gefühlstoberei erinnert sehr stark an die Tumulte in US-Serien.
  5. #324

    Weil man

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.

    Fernsehen: Warum*sind deutsche Serien so*mies? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    stets die gleichen, blassen Gesichter (Neugebauer, Ferres,...) zu sehen bekommt und hinsichtlich der Handlungen "Pferde auf Jahre und weit über deren Tod hinaus geritten werden".
    Geld wird nicht das Problem zu sein, denn die Gebühren für die öffenlich-rechtlichen Sender fließen üppig. Oft genug spielen diese Serien an exotischen Drehorten. Vermutlich um das inhaltliche Desaster durch schöne Bilder zu vertuschen.

    Ich schaue mir schon seit Jahren keine deutschen Serien oder Filme mehr an, da diese stets wirken, also ob sich ein 5-jähriger auf dem Regiestuhl austoben durfte.
    Unterhaltung will ich und ich will nicht (!) das 100.000ste pseudointellektuelle "Frau wartet nach dem 2. Weltkrieg mit 5 Mischlingskindern von einem US-Soldaten auf die Rückkehr des Ehemannes aus einem russichen Strafgefangenlager und muß sich der Prostitution hingeben, um sich ihr Studium als Mediziner verdienen zu können" Drama sehen.
    Man mag mich schelten, aber diese leichte Uterhaltung am Abend bieten mir eben Serien wie Navy CIS, etc. pp und nicht so ein Stuß a la Lenßen und Partner
  6. #325

    Langweilig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.

    Fernsehen: Warum*sind deutsche Serien so*mies? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Was für ein langweiliges Interview ... Am besten den Spiegel auch gleich durch ein "spannendes" US-Magazin ersetzen! Dann könnte man bei der Lektüre bequem einschlafen statt sich ständig aufregen zu müssen.
  7. #326

    Muenster-Tatort

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Da gebe ich Ihnen recht. Und montags melden sich die ganzen Schlaumeier und zählen auf, was am Tatort überzogen war!
    Nicht umsonst ist der aus Münster der beste, weil er eben jenseits aller langweiligen Kommissarsrealität ist.
    Boerne finde man eine halbe Folge lustig, dann gaehnt man eine halbe Folge lang, und danach nervt es dann. So lustig sind Marotten und Duenkel des Typen dann auch nicht. Wie man sich das wiederholt antun kann, ist mir schleierhaft.
  8. #327

    Zitat von frubi Beitrag anzeigen
    Ich habe die Schnauze dermaßen voll von diesem Kitsch und mir schwillt der Kamm, dass die Sendeplätze derart mit Müll zugestopft werden. Und dann diese elendigen Wiederholungen. Stirb Langsam 3 lief in den letzten 3 Jahren gefühlte 20 mal. Was soll das? Das aus den USA natürlich derart viele gute Serien kommen, liegt natürlich auch an dem Überangebot an Material. Auf jede gute Serie kommen sicherlich 4 schlechte Projekte. In Deutschland scheitert es meiner Meinung nach an der nicht vorhandenen Experimentierfreudigkeit. Man wählt lieber den leichten Weg und begeht keine Fehler. Das ist aber eine Motorbremse für jegliche Kreativität.
    Völlig d'acccord. Es gibt gute dt. Serien - die ja auch recht erfolgreich im europäischen Ausland laufen. Mal Arte als Richtungsweiser.

    Und wie Sie erwähnten, auf jede sehbare Amiserie kommt 3-4 Unteriridisches die uns sozusagen als Beifang, fast jeden Nachmittag versauen.
    Von dem Schrott dem Joe Sixpack vor Ort untergejubelt wird möchte ich erst gar nichts wissen.
    Auch von den Endlosschleifen die wir hier langsam mitsprechen können und uns dann als "Kult" verhökert wird mal völlig ab.

    Da machen diese eingespielten Mitlacher ( amerikanische Erfindung ? ) für den kreuzdoofen Zuschauer richtig Sinn.
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  9. #328

    Politische und gesellschaftliche Relevanz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA.
    Ein Grund für die Qualität guter US-Serien ist, dass sie regelmäßig aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen zum Thema haben, offen oder als Subtext - Themen, die für die US-Gesellschaft relevant sind. Hier benutzen die USA "Unterhaltung", um über gesellschaftliche Themen zu debattieren. (Einige der US-Serien sind dann für Deutsche auch nicht so interessant, weil Deutschland diese Themen gar nicht erst hat [z.B. affirmative action oder US-Versionen von political correctness] oder weil die Fragen schon überholt sind, wenn die Folgen zwei Jahre später bei uns laufen.)

    Bei deutschen Serien kann ich die Diskussion gesellschaftlicher Fragen selten erkennen - es sei denn, es gibt Holzhammer-Sozialkritik wie in den Tatorten, die ich unerträglich finde.
  10. #329

    Rechtschreibkeule

    Zitat von Venator14 Beitrag anzeigen
    Wer so einer Rechtschreibung huldigt, sollte sich mit Kritik nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
    Im Internet sieht sich komischerweise jeder die Filme im Original an, in der Realität trifft man diese Leute aber irgendwie extrem selten.
    Oh je, die Rechtschreibkeule. Wie waere es mit Argumenten, statt am Thema und vorbei und ad hominem?
    Und zu Filme im Original gucken: Ich treffe solche Leute staendig. Auch wenn ich selbst OT bevorzuge, wirds anstrengend, wenn man nur ins Kino gehen kann, wo OT laeuft. Hier in der Grossstadt ist das ja zum Glueck moeglich, anderswo waere man aufgeschmissen. Es gibt auch Faelle, wo die Synchro wirklich nicht zu ertragen ist: Big Bang Theory z.B.








TOP



TOP