Gutes Fernsehen: Warum sind deutsche Serien so mies?

DPAOb "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822803,00.html
  1. #280

    Ich

    Zitat von RagabAbdelaty Beitrag anzeigen
    1. Weil die Deutschen nur arbeiten können ... sie denken nur Tag und Nacht an Arbeit und Beruf, nie an Kinder oder Serien ... Schade!
    2. Weil diese Serien sehr lang sind, Monate dauern und deswegen schrecklich langweilig sind ..
    LG
    wünschte es wäre so. Dann würde meiner Karriere ja nichts mehr im Weg stehen. Obwohl...Familie ist mir dann doch wichtiger.
    Vielleicht sollte die Griechen weniger Uzo trinken und stattdessen mehr arbeiten? Junge, was für ein dämlicher Kommentar.
  2. #281

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mikos: Nein, die Nachfrage kam eher von Seiten der Kreativen. 2010 haben wir einen Workshop für deutsche Fernsehdrehbuchautoren ausgerichtet und dort die Arbeitsstrukturen der US-Serien vorgestellt - also das gemeinsame Schreiben im Writers' Room und die Funktion des Showrunner, der die Serie kreativ verantwortet. Diese Strukturen sind auch auf europäischer Ebene kaum verbreitet. Deshalb erschien es uns sinnvoll, das Seminar international auszurichten.
    Will man wissen warum deutsche Serien so mies sind? Weil Deutsche versuchen die Amerikaner ständig nachzuahmen! Dem obigen Zitat alleine entnommen zeigt das ganz genau: "Workshop", "Writers' Room", "Showrunner", und und und...

    Amerikaner entwickeln amerikanisches Fernsehen für amerikanische Zuschauer. Sie (eigentlich "wir", ich oute mich auch als Amerikaner) verwenden dabei amerikanische Konzepte aus der amerikanischen Gesellschaft. Das Problem was ich oft in Deutschland und Österreich beobachte, ist das ihr euch ständig mit den Amerikanern vergleicht, und anstatt originale Ideen selbst zu entwickeln, einfach alles von den Amerikanern kopieren und dann euch wundern, warum das immitierte Endergebnis keinen Erfolg sichert, wie in den USA.

    Das Problem liegt bei fehlender Originalität, fehlender Kreativität! Hört auf, die Amerikaner zu kopieren und eure eigene Ideen samt Konzepte, Begriffe und Strukturen zu entwickeln, und man wird sehen dass auch deutsches Fernsehen, wenn für Deutsche nach deutschen Verhältnissen konzipiert wird, auch Erfolg haben kann.
  3. #282

    Stimmt, die Engländer nicht vergessen!

    Zitat von saarstudentin Beitrag anzeigen
    Eine der besten Serien, die ich in letzter Zeit gesehen habe (direkt hinter Game of Thrones) war "Misfits", eine englische Serie. Es ist also kein europäisches Problem, es liegt an Deutschland!
    Oder die englische Krimiserie „Lewis“ (ITV), der Spin-off des berühmten „Inspector Morse“, den man uns vorenthalten hat, nur in der DDR waren sieben Folgen zu sehen. Ist in Deutschland eine Serie vorstellbar, deren Plot sich an Hamlet orientiert? Nein. Oder an einem Gedicht von Shelley? In der Nietzsche zitiert wird und T.S. Eliot, die Bibel gar? Denn Sergeant Hathaway ist abgebrochener Priester, er musste eine Arbeit über Thomas von Aquin schreiben, sagt er…, aber ganz so genau will es Inspector Lewis dann doch nicht wissen. Schon bei der Andeutung von Hochkultur würden Deutschlands Öffentlich-Rechtliche die Finger davon lassen. Die sich einen fiktiven Zuschauer gebastelt haben, den sie bedienen, auch wenn sie ihn verachten, und heraus kommen Krimi, Pilcher und Christine Neubauer.

    Ende April startet das ZDF die neue „Lewis“-Staffel, die ich ihm nicht gönne, ich gönne dem ZDF überhaupt kein Programm von Qualität, weil die ZDF-Abspann-Barbaren die Zuschauer nach dem letzten Bild ins graue Nichts entlassen. Eine Respektlosigkeit sondergleichen gegenüber den Leuten, die dafür gesorgt haben, dass der Sender überhaupt was zu senden hat.
  4. #283

    ??

    Zitat von WHO23 Beitrag anzeigen
    Wenn,
    - Monk
    - King of Queens
    - Dr.House
    - Eine schrecklich nette Familie
    - Two and a half men
    - Hör mal wer da hämmert

    deutsche Serien wären, alle würden sagen, was für ein Mist.
    Du hast glaub ich gar nicht verstanden worum es hier geht.

    Mal abgesehen das es qualitative Unterschiede zwischen "Dr.House" und " Hör mal wer da hämmert" gibt, geht es hier ums große Ganze und um den generellen Unterschied im kreativen Bereich zwischen deutschen und amerikanischen Formaten...
    Natürlich gibt es auch in Amerika schlechtes Fersehen, aber im Unterschied zu Deutschland auch extrem kreative, spannende und moderne Serien, die vor allem sehr intelligent gemacht sind.
    Hier zielt man größtenteils auf Hartz 4 Publikum ab...
  5. #284

    Zitat von PrinzEisenerz Beitrag anzeigen
    zum Teil (wieviel Prozent genau weiß ich auch nicht, ich sehe
    kaum TV, wenn, dann fast ausschließlich heruntergeladene
    US-Serien) um ein Mißverständnis anglophiler deutscher
    Minderwertigkeitskomplexler (ich zähle mich offen dazu),
    die zwanghaft amerikanische......
    Völlig falsch....

    Was weißt du genau über amerikanisches Fernsehen ?

    Ich wohne 6 Monate im Jahr in Seattle und den Rest in Deutschland.
    Jedes Mal wenn ich nach Deutschland zurückkomme wundere ich mich aufs Neue über teils neue, dumpfe, völlig ideenlos gemachte Formate und teils gute, aber in der Form des Geschichtenaufbaus längst überholtund sattgesehen...
    Das Hauptproblem ist, das in den USA ein großer Konkurenzkampf herrscht und man mehr Mut hat kreativen Köpfen mehr Spielraum für neue Ideen zu geben, während es hier gar keinen Druck gibt innovativ zu sein,und man lieber "sicheres, bewehrtes Fernsehen" macht.
    Es gibt auch hier sehr viele helle Köpfe mit brillianten Ideen, aber die bekommen niemals die Chance verantwortungsvoll arbeiten zu dürfen.
  6. #285

    Tja das deutsche Fernsehen hängt in allen Sichten hinterher:

    Drama-Serien:
    Serien mit einer folgenübergreifenden Story wie z.b. Fringe, Dexter, Doctor Who, House, Person of Interest, Ringer, Terra Nova sucht man in Deutschland vergeblich. Klar gibt es auch in den USA Ausreisser die den Qualitätsstandard senken, aber das was übrig bleibt und sich auch über mehrere Jahre durchsetzt ist besser als alles was deutsche Produktionen zu bieten haben. Das einzige was hierzulande als "Drama" läuft sind wohl die Seifenopern, die aber als Zielgruppe eher die 15 Jährigen haben.

    Comedy-Serien:
    Hier hat es Deutschland doch wirklich mal geschafft und sein eigenes Format "Stromberg" über x Staffeln laufen lassen... Oh wait.. Stromberg ist ja auch nur die Serie, die mit Ricky Gervais (UK, Original) und/oder Steve Carell (US) in der Hauptrolle nochmal eine Ecke besser ist.
    Und die zweite Ausrichtung der Comedyserien, die Animierten Serien, werden in Deutschland als Kinderprogramm wahrgenommen. Serien, wie Family Guy werden, unterirdisch synchronisiert, Samstag Mittags ausgestrahlt obwohl weder der Inhalt, noch der Witz, der allerdings bei der Sychro verloren geht, für diese Altergruppe gedacht ist. Der einzige Unterschied hierbei sind wohl die Simpsons die als Kult vermarktet werden und Spezialplätze erhalten. In den USA ist in der Winter Season der komplette Sonntag Abend auf FOX Animation Domination (und interessanter Weise müssen sich hier die Simpsons gegen drei Serien von Seth MacFarlane behaupten, von denen 2 in Deutschland nichtmal angekommen sind...)

    Comedy/Satire:
    Bei Comedy gabs mal einen von Mittermeier und Konsorten getragenen Aufschwung, allerdings ist die Zeit vorbei und wir können uns heute das x. Programm von Cindy oder die y. Wiederholung von den dreisten Drei anschauen, wärend in den USA selbst Spartencomedians wie Louie CK Budget für Serien bekommen und etablierte Comedians wie bei der BBC Ricky Gervais alle paar Jahre neue Formate ausprobieren können. Nicht zu vergessen die HBO Specials, die es alle paar Wochen gibt.

    Im Bereich der Satire gibts jetzt die Heute Show, die, oh wunder, im Prinzip eine Kopie der Daily Show with Jon Steward ist.

    Dokus:
    Auch hier schneiden wir schlecht ab. Terra X klärt zum 20. mal wie König Arthur lebte und zum 60. der Republik gibts die Geschichte nochmal in 15 Minuten Häppchen. Die BBC schafft es Dokumentationen wie Frozen Planet zu erstellen, obwohl das Gesamtbudget für BBC One gerade mal die Hälfte von dem des ZDFs beträgt.

    Insofern bin ich froh, das ich meinen VPN Ausgang auf Washington D.C. stellen kann und so Hulu geniesen und die 6€ für den BBC iPlayer zahle ich auch gerne, da dort das Geld/Content Verhältnis um einiges besser ist als bei der GEZ.
  7. #286

    neutral gesehen dennoch besser

    Zitat von WHO23 Beitrag anzeigen
    Wenn,
    - Monk
    - King of Queens
    - Dr.House
    - Eine schrecklich nette Familie
    - Two and a half men
    - Hör mal wer da hämmert

    deutsche Serien wären, alle würden sagen, was für ein Mist.
    In Deutschland würden gleich die Proteste losgehen, wieso man einen psychisch Behinderten mit Ticks zur Schau stellt (Monk), wie man Sexualität & rumgeprolle vorleben könne (Two and a half men) bzw. man hätte gar nicht den Witz solche Serien wie "King of Prenzlau" zu drehen.
    Wobei sie sich hier tatsächlich eher die Schwächeren der erwähnten US-Serien ausgesucht haben. Dennoch weit über deutschem Niveau (ganz ganz wenige ausgenommen)
  8. #287

    Warum sind deutsche Serien ...

    ... so langweilig?!? Nun, erstens passiert in Deutschland mit seinem Sozialsystem und seiner kleinbürgerlichen Struktur sehr viel weniger als in den USA (meinetwegen sogar: Gott sei dank!). Miami Vice lässt sich schon nicht in Hamburg oder Berlin, schon überhaupt nicht in Trier oder Rüsselsheim verfilmen! Zweitens: Es ist einfach alles schlecht. Selbst die Schauspieler der laufenden Serien sind zum großen Teil von mäßiger Qualität - z. T. wohl auch, weil sie meinen, für "billige" Fernsehserien überqualifiziert zu sein. Und selbst die Regie ist einfach eine Katastrophe. Wovon leben amerikanische Serien: Es passiert ständig etwas, Schlag auf Schlag. Dazu gehört der Filmschnitt. In deutschen Serien gibt es endlose Schwenks - in amerikanischen Serien einen Schnitt nach dem anderen. Da bewegt sich die Kamera nicht in einem endlosen Schwenk durch den Raum. Offensichtlich sind deutsche Kameraleute überwiegend als Naturfilmer ausgebildet (und selbst da ist die Schwenkerei und Zoomerei öde hoch drei).

    Und woran einfach deutsche Autoren nicht ansatzweise rankommen, sind die Dialoge: Kurz und bündig (keiner muss denken, dass will bei der knappen Zeit, die alle haben, ohnehin keiner mehr), aber trotzdem originell und voller Esprit!

    Und ansonsten gilt: Es fehlt schlicht an den Ideen. Welcher deutscher Langweiler-Autor könnte sich schon so etwas wie Monk, Boston Legal, Castle, The Mentalist, Cold Case, Scrubs, The Closer, Dr. House usw. ausdenken? In Deutschland doch nicht! Allein Monk, Dr. House, Scrubs, The Closer sind von der Idee her brillant. Mit welchen deutschen Schauspielern wollten sie die Hauptrollen in entsprechenden deutschen Filmen besetzen?
  9. #288

    Einfach einfach

    Zitat von agtrier Beitrag anzeigen
    Um es vorweg zu sagen: was uns das deutsche Fernsehen so anbietet ist wirklich unter jedem Niveau.

    Ich empfange hier (Belgien) zum Glück auch die britischen Satelliten, und wenn ich gerade das Abendprogramm der deutschen Sender mit dem des BBC vergleiche, dann weiß ich schon, worauf ich verzichten könnte.

    ......
    Die Mentalitaet der Deutschen zeigt sich auch in den Movies.
    Bloss nicht das Gehirn zu sehr beanspruchen.
    Und da in DE nur wenige SCHAUspieler subventioniert werden, ist es kein Wunder, wenn der Boesewicht man als Kommissar auftritt!
    Bei Edgar Wallace Filmen spielte einer den Boesewicht und wurde
    spaeter als Der KOMMISsAR" weltberuehmt!!!
    Und ausserdem, ich gibt doch kaum noch neue Themen, alles schon mal dagewesen!!!
    Wie der Herr so das Gescherr!
    Wie waers denn mal mit : " Das Liebesleben der Angela K?"
    Dann waeren die Strassen bestimmt leergefegt wie seinerzeit
    "Das Halstuch!" Na ja, man kann ja improvisieren und hinzudichten, wo es riesige Luecken gibt.
    Hier auf den Philippinen ist jeden Abend Maerchenstunde angesagt!
    Seejungfrauen, Schlangen und Schildkroeten mit menschlichen Koepfen. Halbe Affen und so weiter. Sollte man mal nach DE exportieren, das merkt doch keiner! Hauptsache, das Bier ist kalt.
  10. #289

    Zitat von hubertrudnick1 Beitrag anzeigen
    Wenn Medien über die Serien im deutschen Fernsehen herziehen, dann sollten sie aber bitte nicht verheimlichen, dass andere Siereien aus anderen Ländern, zB. aus den USA auch nur Schrott sind.HR
    Der Unterschied ist, dass man bei US-Serien die Wahl zwischen Schrott und Qualität hat, bei deutschen dagegen nicht. Und was kümmert mich das schlechte Fernsehen, das ich nicht schaue?