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Gutes Fernsehen: Warum sind deutsche Serien so mies?

DPAOb "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822803,00.html
  1. #220

    Allgemeinplatz

    Zitat von scoach Beitrag anzeigen
    Na, Sie wissen ja offensichtlich Bescheid hinsichtlich der sozialen Schicht der Privatfernsehzuschauer.
    Ich wäre mal vorsichtig mit solchen Pöbelein.
    Wieso Pöbeleien? Eher ein Allgemeinplatz.
    Was meinen Sie, wie es zu dem Begriff 'Unterschichtenfernsehen' kam? Das ist ja nicht unbedingt despektierlich gemeint - jedem Tierchen ....

    Und um zum Thema zurückzukommen .. das oft US-lastige Programmangebot der Privaten passt jedenfalls zur Zielgruppe. Und einem Sender, der sich erblödet, seine Sendungen mit Reklame zu unterbrechen, dem ist der Inhalt des Gesendeten offensichtlich eh egal.

    Auch wenns vielleicht schwerfällt, gucken Sie ruhig mal rein in die Öffentlichen. Da gibts tolle Serien: Von alpha Centauri bis TerraX. Oder gilt bei Ihnen nur das als Serie, wo alle 5 Minuten ein Auto explodiert?
  2. #221

    Hollywood ist nicht die Benchmark

    Warum wird vom Autor per se angenommen, dass US-Serien das Maß aller Dinge sind?

    Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, wenn es eine Serie gibt, die sich nicht dadurch "auszeichnet", dass alle 10 Minuten jemand erschossen wird.

    Inzwischen schalte ich US-Serien kategorisch ab, weil mir der Dreck aus dem verblödeten USA überhaupt nicht mehr gefällt. Reine Zeitverschwendung.
  3. #222

    Zitat von Montanabear Beitrag anzeigen
    Stimmt. Nur : manche werden druch totales Umschreiben und Schneiden erst zu Schrott gemacht. Und : manche sind von Konzept und Ausfuehrung her Schrott und sind nach ein, zwei Episoden in den USA abgesetzt worden. Warum kaufen die Verantwortlichen solchen Schrott ?
    Weil die Serien lange vor der Ausstrahlung eingekauft werden.
  4. #223

    Dem stimme ich absolut zu !

    Zitat von lontol Beitrag anzeigen
    Die Geschmäcker sind offensichtlich verschieden. US-Serien finde ich das allerletzte. Nur weil der Pöbel bei RTL und Pro Sieben bestimmte Sendungen schaut, ist das noch kein Beweis für ihre Qualität.
    Obwohl ich eigentlich keine seichten Unterhaltungssendungen mag, finde ich gerade die Sendung mit Bürgermeister Wöller und dem Kloster ziemlich witzig und unterhaltsam.

    Danke !

    Du sprichst mir aus dem Herzen ! Was mir allerdings nicht gefällt ist der Ausdruck Pöbel.

    Ich mag Serien wie "Um Himmels Willen", "Der Dicke", "Küstenwache" und viele andere.

    Die USA sind weit weg und mit deren Lebensart kann und will ich nichts anfangen.

    Wenn ich die Einschaltquote beobachte und mich in meinem Umfeld umhöre, geht es vielen anderen ebenso.
  5. #224

    Zitat von dent42 Beitrag anzeigen
    Die meisten Zuschauer mögen keine Untertitel und die Sender wollen nicht den Stereoton Opfern um 2-Kanal-Ton zu senden.
    Dachte ich auch mal. Ist aber wohl eine faule Ausrede; digitales Satellitenfernsehen hat kein Problem, mehrere Stereo (oder besser) Tonspuren zu übertragen. Interessanterweise läuft auf dem französischen arte-Kanal öfter mal was mit Originaltonspur, während auf dem deutschen Kanal dieselbe Sendung nur auf deutsch und französisch läuft. Warum?
  6. #225

    Zitat von Fackus Beitrag anzeigen
    Korrekt. Es erstaunt schon, dass ausgerechnet US-Produktionen als leuchtendes Beispiel genommen werden. Wie Sie sagen - Niveau von Prol7.

    Das hiesige Fernsehen mutet einem ja auch einiges zu (Sportübertragungen bis Erbrechen, Krimi-Dauerbefeuerung, Seichtes aller Art), aber das europäische Niveau zwischen arte, 3Sat und den Dritten ist ja nun wirklich Lichtjahre von dem US-Billigkram entfernt! Das bisschen GEZ ist da nicht schlecht angelegt.

    Sorry, aber auch Sie haben von der Materie anscheinend null Ahnung. Fakt ist, das ein großteil der besten, innovativsten und anspruchvollsten Serien aus den USA kommt. Das Problem ist, dass diese Serien der deutsche Durchschnittskonsument schlicht und einfach nicht kennt. Und da Sie Arte erwähnen, dort wurde nicht umsonst der "US Billigkram" Breaking Bad ausgestrahlt. Aber die Serie wird ihnen natürlich nichts sagen, oder?
  7. #226

    Eine der besten Serien, die ich in letzter Zeit gesehen habe (direkt hinter Game of Thrones) war "Misfits", eine englische Serie. Es ist also kein europäisches Problem, es liegt an Deutschland!

    Was da so in den öffentlich-rechtlichen Sendern geboten wird, ist so dermaßen bieder und peinlich... aber gewagte Inhalte traut sich ja niemand! Ich stell mir gerade vor, eine Serie wie Misfits wäre deutsch und würde auf ARD laufen... denen würden doch reihenweise das Stammpublikum (=Rentner) wegrennen!

    Es gibt zuwenig Kreativität, Mut und "Sputz" im deutschen Fernsehen. So schlimm es ist, aber der einzige, der da in den letzten Jahren was innovatives geleistet hat, ist tatsächlich Stefan Raab! Das sollte einem doch zu denken geben.
  8. #227

    Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

    Es gibt dt. Serien die ich mir gerne anschaue. "Der letzte Bulle" z.B. (Ich will hier gar nicht diskutieren, ob gut oder schlecht oder lahm oder deutsch - ich schau mir das gerne an. Punkt).

    Es gibt dt. Serien, die mich nicht unterhalten. "Um Himmels Willen z.B." (Ich will ... siehe oben ... - ich finde es nicht unterhaltsam. Punkt).

    Das gleiche gilt aber auch für amerikanische Serien. Bei denen gibt es nämlich auch ein gängiges Humor-Schema - und das finde ich nicht gezwungenermaßen witzig. Über den Heimwerkerkönig (wer's noch kennt) konnte ich eine Zeit lang schmunzeln. Bei "Two and and a half Men" kommt bei mir nichts an.

    Manchen deutschen Serien fehlt vielleicht ein wenig das unverfrohrene der Simpsons (oder ähnlichem). Ich weiß nicht, ob man das mit Teamarbeit alleine hinbekommt. Der Sender muss ja auch dazu nicken. Man muss sich trauen.

    Wann hat es das letzte Mal eine Serie gegeben, bei der mehr Protestbriefe als Lobeshymnen nach der ersten Folge eingegangen sind? Und wenn das so wäre, was würde passieren? Einstellen würde man die Serie.
    Die Österreicher haben das in den 70ern cleverer gemacht. Kottan wurde trotz wütender Zuschauerpost nicht eingestellt. Jedenfalls nicht gleich.
  9. #228

    den Tod durch Langeweile abwenden

    Langeweile als Abwendemittel? War das so gemeint?
  10. #229

    Kulturbetriebe

    Man sollte mal sortieren ...

    Sind Deutsche Schauspieler schlechter?
    Nein. Das zeigt sich in internationalen Produktionen, unter anderen Rahmenbedingungen sehr deutlich. Oft wirkt der selbe Schauspieler in einer internatonalen professionellen Produktion anders als innerhalb einer deutschen Serie/Film.

    Ist die deutsche Produktionsweise schlechter?
    Bei Kinofilmen sicher nicht. Da zeigen ja auch Hollywoodfilme, die in Berlin gedreht werden, dass der Produktionsstandort diesbezueglich sehr professionell ist bzw. sein kann ... Ohnehin bedeutet USA/Hollywood ja laengst nicht mehr einfach nur die USA. Sie sind laengst weltweit vernetzter, was auch der Befruchtung dient.

    Erfolgreichere deutsche Kinofilme (Lola rennt, Goodbye Lenin, Leben der Anderen, Der Untergang, Aimee und Jaguar, viele andere) sprechen ein internationales Publikum genauso an wie sonstige Blockbuster. Wer sich die ganzen Kommentare auf IMDB zu verschiedensten Filmen reinzieht kann das tendenziell erkennen. Auch die relativen Erfolge, trotzdem nicht in Englisch gedreht, bestaetigen das. An sich ist es also auch moeglich aus deutsch-eingefaerbter Erzaehlung Erfolge zu haben. Es muss halt was haben ...

    Waeren sie gleich auf Englisch gedreht (und das muesste keineswegs amerikanisch-Englisch sein, sondern koennte "International" sein, also ruhig mit entsprechendem Akzent (das wird naemlich auch immer mehr akzeptiert, was man auch nutzen koennte) wie auch schon eine Weile auch von Hollywood in vielen Filmen praktiziert) , waere der Erfolg noch groesser.

    Serien werden noch weit mehr "Deutsch" produziert, mit mehr deutscher Mentalitaet. Da wirkt der deutsche Kulturbetrieb ...

    Das ist an sich erst einmal weder schlecht noch gut.

    Es ist halt aus weltweiter Perspektive betrachtet Regional/Lokal-TV. Das wirkt immer etwas naiver als internationales. Das ist auch z.B. in SecondLife so. Auch dort gibt es eine "Internatonale Community", die sich aus der Ueberlappung aller englischsprachigen Usern aller Laender speist - und jeweils regional/nationale. Und auch dort wirkt so ein Kontrast. So ist eben einfach Stand der Zivilisation innerhalb einer Globalisierung, vor allem derlei Doppelstrukturen ...

    Diese Kontrastwirkung kriegt man generell nicht weg. Fuer einzelne Serien, die besonders gut sind, aber insgesamt betrachtet nicht. Das ist halt so. Regional-Charme vs. Internationalem Standard/Erwartung des Grossen (dabei zu sein wo das neueste passiert, das wesentlichste).

    Aber was jetzt aus Sicht des Produktionsstandortes Deutschlands sehr wohl getan werden koennte ist, wie auch bei Internetfirmen, ein bisschen internationaler zu denken. Herangehensweisen sind das eine. Ob Copy oder Eigen, spielt eigentlich keine Rolle. Stromberg, Jungle Camp usw. basieren auch auf Covering, haben aber Erfolge. Konzepte sind eben laengst weniger natonal.

    Aber ob neue Konzepte entwickelt werden koennen, ist eine Frage wie kreativ und offen der Kulturbetrieb ist, die Szene, die entwickelt ...
    Fairerweise muss man aber sagen, dass haette Deutschland ein CSI gebastelt, das umgekehrt nicht so leicht Erfolg gehabt haette als wenn es amerikanisch-international kreiert wird. Allerdings waere es immerhin wahrscheinlicher, erst recht, wenn man sich auf Dauer etwas profilierthat als kreative Szene.


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