DPAOb "Mad Men", "The Wire" oder "Game Of Thrones": Herausragende TV-Serien kommen fast ausnahmslos aus den USA. Im Interview erklärt der Medienforscher Lothar Mikos, wieso das deutsche Fernsehen so lahm ist - und wie unsere Sender den Tod durch Langeweile abwenden können.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822803,00.html
Den entscheidenden Satz sagt Lothar Mikos am Schluss: "Folglich bleibt ARD und ZDF nur das Schicksal aller großen Institutionen: weniger Geld für Programme, mehr Geld für Verwaltung."
Das scheint mir das Hauptproblem der ÖRs zu sein: die (Selbst-)Verwaltung eines ausufernden Apparates. Hinzu kommt die unselige Pöstchenpolitik. Man glaubt eben, fest im Sattel zu sitzen und vergibt Produktionsaufträge an die üblichen Verdächtigen. Man braucht sich doch bei den großen Eigenproduktionen von ARD und ZDF nur anzuschauen, welche Namen in den Besetzungs- und Produktionslisten genannt werden. Immer die gleiche Soße.
Sie machen, wie viele, den großen Fehler Ihren eigenen Geschmack, also Ihr subjektives Empfinden, als Gradmesser für Qualität zu betrachten.
Das geht nicht. Sie sollten objektive Kriterien benutzen.
So ist etwa eine Serie wie Glee ein qualitatives Topprodukt, obwohl mich das Gesinge und das Highschoolgedömel tierisch nervt.
Hier werden wieder einmal Äpfel mit Birnen verglichen. Und überall, wo wir nicht sind, ist es besser...
Was ist mit Breloer, Dietl und Wedel? "Im Angesicht des Verbrechens" bleibt ebenfalls unerwähnt. "Bella Block", der Frankfurter Tatort, "Der letzte Zeuge" usw. usf.
Natürlich sieht es schlecht aus, wenn man "The Wire" mit "Um Himmels Willen" vergleicht.
Ich frage mich, was Mr. Showrunner Lothar Mikos dem Autor bezahlt hat, damit er hier großflächig interviewt wird?
Mir entzieht sich immer mehr, welche Berechtigung die ÖR hier haben sollen und mit welcher Legitimation der Bürger zur Kasse gebeten wird für die "Anstalten" im schlechtesten Sinne des Wortes. Träge und bequem hängen die am Tropf der immer sprudelnden Geldströme. Immer weniger Menschen gucken die ÖR und Inforamtionen gibt es im Internet. Warum nicht mal die Hälfte der ÖR-Sender abschalten? Wel sonst die Werbung für Haftcreme oder Gebissreiniger nirgends ihre Zielgruppe findet?
Es wurde ja schon gesagt: der deutsche Markt ist so groß, dass die träge im eigenen Saft schwimmen.
Aber: der deutsche Markt ist so klein, dass sich innovative Formate nicht lohnen. In den USA oder bei der BBC mit dem Weltmarkt ist das anders. Dort kann auch eine Produktion mit geringem Marktanteil aufgrund der absoluten Zahlen durchaus ein Erfolg sein.
Gilt übrigens auch für Geschäftsmodelle im Internet. Geschäfte, die sich hier nicht lohnen, können in den USA aufgrund der Größe eines homogenen Marktes durchaus profitabel sein und sich dann in Ruhe weiterentwickeln.
Sie sprechen mit aus der Seele!
Allerdings ist der Autor hier auch nicht auf dem neusten Stand, "The Wire" ist gut aber nicht mehr vorne dabei:
Überirdisch Glen Glose in
"Damages", lief hier auf RTL 2 um Mitternacht, auch nur 2 Staffeln; warum wohl!?
"Californication"
"Sherlock" (BBC) optisch ein Traum, dazu noch Innovativ in der inhaltliechen Ästhetik
"Breaking Bad", wurde schon genannt.
"Entourage"
"House"
"The Big Bang Theory", läuft nun auch hier
"Lipstick Jungle", leider eingestellt (2 Staffeln) eine Art "Sex in The City" für Erwachsene.
"Broadwalk Empire", (HBO) Steve Buscemi, da stirbst auch mal ein Hauptdarsteller.
"The Walking Dead"
"Falling Skys"
"Spartacus", hier absolut undenkbar, aus Neuseeland
"Life On Mars" (BBC und US Adaption)
"Breaking In"*
"Laverage", *
schon durchnittlicher aber noch um längen besser als dt. TV
Mir fiele noch einiges ein.
Ach ja:
"Grimm" ein deutsches Thema aus US Sicht inszeniert.
Das ist nur ein Ausschnitt, auch vermeintlich gute Serien fliegen raus, wenn die Zahlen nicht stimmen. Aber HBO zum Beispiel riskiert auch etwas, weil die Abonnenten das erwarten! Etwas erwartet der Zuschauer hierZulande, nach den Casting Shows kommen die Kochshow und auf dem Weg hat mann jeden halbwegs talentierten Schauspieler zwischendurch in den schlechten Serien ruiniert. Ein Konzept, das läuft wird von allen kopiert, bis es keiner mehr sehen kann. Ich auch nicht mehr, ich sehe fast nur noch US oder britische Produktionen.
Natürlich alles aus meiner nicht objektiven Perspektive.