Und wo liegt nun Sauerlands schuld ? Ich habe den Eindruck dass der Mob mal wieder den falschen Kopf gefordert hat.
Getty ImagesEin neues Gutachten stellt den Planern der Love Parade von Duisburg ein verheerendes Zeugnis aus. Demnach kam es 2010 bei der Massenparty zu einem tödliche Gedränge, weil elementare Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen wurden: Rampen waren zu schmal, Stolperfallen lagen im Weg.
Gutachten zur Love-Parade-Katastrophe: Stolperfalle Bauzaun - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
Und wo liegt nun Sauerlands schuld ? Ich habe den Eindruck dass der Mob mal wieder den falschen Kopf gefordert hat.
So ist es. Die eigentlich Verantwortlichen sitzen bei der Polizei, beim Veranstalter, im Ordnungsamt, beim Regierungspräsidenten und im Innenministerium NRW.
Die Abwahl Sauerlands war ein von SPD Genossen mit Hilfe aus dem NRW Innenministerium gesteuertes Komplott. Das zeigt ja jetzt danach auch die Tatsache, dass die überhaupt nicht legitimierte s.g Bürgerinitiative bei der Neubesetzung der Stelle mitreden will.
In der Selbstüberschätzung liegt Sauerlands Schuld!
Die Veranstaltungen in Berlin und in den Ruhrgebietsstädten davor hätten ihm von vorne herein klar machen müssen, dass dieses Event eine so große Menschenmenge anzieht, dass Duisburg als Stadt und mit den zur Verfügung stehenden Flächen logistisch mit einer derart großen Veranstaltung überfordert sein würde.
Aus Prestigegründen hat er aber alle Warnungen und jeglichen gesunden Menschenverstand im Vorfeld ausgeschaltet. Es musste durchgezogen werden, auch wenn man gar keinen geeigneten Veranstaltungsort vorweisen konnte. Und genau deswegen trägt er dafür die Verantwortung und ist zu Recht nun von seinen eigenen Bürgern abgewählt worden.
Niemand wirft ihm persönlich etwas vor, er trägt einfach oben in der Pyramide die Verantwortung und kann nicht einfach sagen, es interessiert ihn nicht, was seine Mitarbeiter für Fehler gemacht haben, die letzendlich er mitgetragen hat.
Dafür hat man ihn abgewählt, nicht weil er persönlich etwas falsch gemacht hat.
Sauerland waren die Fakten alle bekannt, seine Mitarbeiter haben ihn wiederholt auf die Gefahren hingewiesen. Dennoch hat er Druck aus sie ausgeübt die Genehmigung zu erteilen, weil er persönlich die Loveparade in Duisburg wollte gegen alle Vernunft. Das grenzt an Nötigung und Fahrlässigkeit, dafür hat er die Quittung bekommen. Ein Mann von Format wäre direkt nach der Katastrophe selber zurückgetreten, weil die LP sein Projekt war und er gescheitert ist.
Dass Sauermann nun dafür, dass er zwar keine persönliche, sehr wohl aber eine politische Verantwortung hat, abgewählt wurde, ist nachvollziehbar. Was in der ganzen Diskussion völlig außen vor bleibt: Was ist mit den Stadräten? Tragen die nicht ebenso politische Verantwortung? Das Argument, dass es sich um Ehrenamtliche handelt, greift zu kurz. Wer sich einmal im Ratsinformationssystem auf der Homepage der Stadt die öffentlichen Sitzungsvorlagen vor der Love-Parade angesehen hat, dem müsste die Doppelzüngigkeit der Politik klar sein: (Fast) alle Räte wollten die Loveparade in Duisburg. Auch jene, die nun seine Abwahl initiiert haben. Dazu bedarf es keiner Worte mehr!