DPAIst ja schön, wenn man Arbeitslosen den Weg in die Selbständigkeit ebnet. Aber halten sie auch durch? Ja, sagen Arbeitsmarktforscher in einer neuen Studie. 80 Prozent sind anderthalb Jahre später noch im Geschäft - Ursula von der Leyen hätte den Gründungszuschuss besser nicht gekürzt.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...815281,00.html
Aber doch nicht unsere Frau VdL, die hat sich doch schon in der Diskussion um das sog. "Zugangserschwerungsgesetz" als komplett inkompetent durch jegliche Fachleute belehrungsresistent erwiesen..
Wenn die denkt etwas wirkt sich positiv auf Ihre Karriere aus, dann zieht die das auch durch.. und zwar ohne Rücksicht auf anfallende Kolateralschäden oder anderslautende Expertenmeinungen.
Wer von der Dame noch etwas gesteuert positives (naja Zufällig kann ja mal passieren, kommt in den besten Familien vor) erwartet, der glaubt auch noch an den Weinachtsmann..
...denn oftmals beinhalten diese Existenzgründer-Selbstständigkeiten
das in einem Stadtteil der 5.te Ramschladen, 3.te Second-Handladen
3.te Party-Catering-Service eröffnet wird, und nach einem Jahr wieder geschlossen ist.
Auch hier ist eine gehörige Portion Selbstausbeutungs-Bereitschaft
einkalkuliert und von Nöten.
Ebenso im Baugewerbe, als Sub-subunternehmer eines etablierten
Subunternehmer. Das geht nur über die Billigstheimer- Schiene.
Ein Strohfeuer.
Nun, Mitnahmeeffekte gibt bzw. gab es schon. Ich habe mich vor inzwischen über 4 Jahren selbständig gemacht. Diesen Schritt konnte ich nur gehen, weil ich einige Mittel zurück gelegt habe, was ich auch jedem empfehle, der sich selbständig machen will. Ohne ordentliche Ersparnisse (> 20 TEUR sollte es schon sein) ist der Schritt zu riskant. Aber auf Empfehlung eines Freundes habe auch ich 6 Monate Gründungszuschuss mitgenommen. Hierzu musste ich mich für einen Tag arbeitslos melden. Als die Förderung kam, brauchte ich sie sowieso nicht mehr, weil ich da bereits ordentlich Umsatz und auch Gewinn gemacht habe. Also habe ich die Leistung nur mitgenommen. Dennoch halte ich dies für gerecht, da ich jahrelang ohne Gegenleistung den Maximalbetrag in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt habe.
Förderlicher für Selbständige wäre jedoch, wenn man bei den Behörden nicht so verhasst wäre. Dies gilt inbes. für das Finanzamt, welches aufgrund der immer mehr zunehmenden Intransparenz und Willkür (Schätzungen und andere Spielchen) eigentlich zum größten Risiko einer jeden Existenzgründung geworden ist. Auch müsste man Beamten endlich mal beibringen, dass es bei Nicht-Beamten auch mal weniger Einnahmen geben kann. Auch ich hatte eine extreme Durststrecke in 2009. Kürzungen der Steuervorauszahlungen sind aber je nach Finanzamt außerordentlich schwierig. Auch wird im Zweifel generell zu Lasten des Steuerzahlers entschieden und bei der heutigen Zahlungsmoral mancher Kunden kann dies schnell zu Liquiditätsproblemen führen.
Daher halte ich es für wesentlich wichtiger, Selbständige über eine einfacherer Steuergesetzgebung und vor allem niedrigere Steuern zu fördern. Schließlich arbeite auch ich über die Hälfte des Jahres ausschließlich für den Staat. Insofern streicht bitte alle komischen Fördermaßnahmen und reduziert endlich die gigantische Steuerlast in diesem Land!
Meine Freundin macht das ganze gerade durch. Fakt ist, dass es seit diesem Jahr gar keinen Gründungszuschuss mehr gibt. Alle Arbeitslosen werden abgewimmelt. Meine Freundin hatte gerade ihr Existensgründerseminar.
Alle in dem Kurs bekommen keinen Existensgründerzuschuss mehr. Begründung: Überqualifiziert. Der Arbeitsamtberater hat gesagt, "so lange sie irgendeinen Job bekommen können, werden sie nicht gefördert. Sie sind Überqualifiziert. Auch wenn sie den Gründungszuchuss bei mir einreichen, werden ich diesen ablehnen. Sie können gerne dagegen klagen, dies wird aber keinen Sinn machen, da sie keinen Rechtsanspruch mehr haben".
Es werden nur noch Leute gefördert sie auf dem jobmarkt überhaupt keine Chance mehr haben. Unvermittelbare Arbeitslose werden noch gefördert, da der Arge-Mitarbeiter dies dann begründen kann. Alle Leute die noch ein wenig Schmalz im Hirn haben sind überqualifiziert. Ich wette dass die Quote der erfolgreichen Existensgründer (wenn es denn überhaupt noch welche geben wird) extrem nach unten geht. Danke Frau von der Leyen dass die nur noch Pleitekandidaten fördern!
Ich sehe das genauso! Wie kann jemand, der sich auf dem Arbeitsmarkt nicht verkaufen kann, ein erfolgreicher Unternehmer werden??
IMHO, die neue Struktur dieser Förderung ist ein absolutes Nonsense, und sollte lieber komplett abgeschafft werden, bevor noch mehr Steuergelder verschwendet werden!
Das ganze ist ein typisches Beispiel für die allseits bekannte Wirtschaftskompetenz unserer schwarz-gelben Bundesregierung.
Zuviel Selbständigkeit ist diesen Leuten offenbar suspekt. Es könnte ja sein, dass die Menschen in unserem Land sich zu viele Gedanken über Alternativen zur Lohnsklaverei machen.
Ich habe mich übrigens vor fünf Jahren in der Tourismusbranche selbständig gemacht und habe es noch keinen Moment bereut. Und für den Arbeitsmarkt habe ich in dieser Zeit auch schon was getan.
Ok, wenn Sie schon die alten Karamellen aufwärmen, dann hätte ich gegen die Steuern meiner Ur-Ur-Großeltern wirklich nichts einzuwenden....der Zehnte = 10% Abgaben -> traumhafte Bedingungen damals, oder?
Es ist nicht so, dass ich keine Projektangebote hätte....nur kann ich so etwas auch noch in 15 Jahren machen, wenn ich will. Dann würde ich in meinem Jugendwahn getriebenen Berufsumfeld sowieso keine feste Anstellung mehr bekommen -> Rente mit 67 und über 50 jährige haben keine Chance mehr auf Festanstellung.....
Eigentlich wäre ich dafür, eine ü55-Quote, analog zur Behinderten-Quote einzuführen.
Für viele Personaler ist ü55 ja schon jetzt eine Behinderung.......
Liebe Kollegen,
Der Gründungszuschuss wurde in meinem Falle (auch nach Widerspruch) abgelehnt > Überqualifizierung.
Die neue Regelung erleichtert Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt geringere Chancen haben, einen Einstieg in die Selbstständigkeit. Dies birgt Gefahren, da die Selbstständigkeit jene m.E. sowohl vor eine komplexere Aufgabe (im Vergleich zum Anstellungsverhältnis) als auch vor die Gefahr einer zusätzlichen Verschuldung (Investition in Anlagegüter) stellt.
Gleichzeitig erschwert sie es jenen, die es mit etwas Unterstützung schaffen können. Jedes - noch so gut geplante - Unternehmen hat eine Anlaufphase, in der eine soziale Grundsicherung wichtig - und nach langjähriger Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung richtig ist. Ich glaube an meinen Erfolg - sehe ihn aber mangels Förderung im ersten Jahr als gefährdet an.
Erschwerend kommt hinzu, dass die anrainernden Fördermaßnahmen (z.B. KFW-Gründercoaching) bei Ablehnung von 90 auf 50% Förderung verringert werden.
Ich bin bereit, in Hamburg Lobbyarbeit zu betreiben. Wer engagiert sich mit? Bitte Rückmeldung via Twitter: @stefaniemager