Man denkt immer, hier kann das Niveau schon nicht mehr sinken, aber es geht doch: 'Urzeit-Schildkröten beim Sex verewigt': soll das etwa witzig sein?
dapd/ Senckenberg NaturmuseumSie starben vor 47 Millionen Jahren beim Sex: Paläontologen haben in der Grube Messel in Hessen neun versteinerte Paare kopulierender Wirbeltiere entdeckt. Der Fund könnte die Theorie über die Entstehung der berühmten Fossil-Lagerstätte über den Haufen werfen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...839810,00.html
Man denkt immer, hier kann das Niveau schon nicht mehr sinken, aber es geht doch: 'Urzeit-Schildkröten beim Sex verewigt': soll das etwa witzig sein?
Unsere Politiker hatten doch mal die glorreiche Idee dieses Naturerbe in eine Mülldeponie zu verwandeln!
was soll uns diese Ortsangabe sagen? Die Grube Messel liegt bei Hamburg? Der Schreiberling sitzt in Hamburg am PC und recheriert nicht vor Ort? Oder der Schreiber ist so Hamburgverliebt das bei jedem "Hamburgschreiben" glücklich wird?
In der Grube Messel müssen wahre Wunder geschehen sein. Da ertranken immer wieder Fische - und obwohl das behauptete Tempo der Sedimentation gerade mal bei 0,1 mm - 1 mm/Jahr gelegen haben soll, wurden die Fische und andere Tiere im nahezu unverwesten Zustand bedeckt. Solche Prozesse können meines Wissens nicht beobachtet werden. Im Übrigen floss dem See ständig frisches Wasser zu.Der See muss stark eutroph, d.h. nährstoffreich, gewesen sein, wenn er eine hohe organische Produktion aufrecht erhalten konnte. Gleichzeitig muss er euxinisch gewesen sein, also ein sauerstofffreies Tiefenwasser besessen haben. In einem derartigen Milieu verwest das abgestorbene Material nicht. Zudem gibt es dort aufgrund des fehlenden Sauerstoffs keine Tiere mehr, die das organische Material auffressen könnten. Lediglich anaerobe Bakterien ernähren sich noch gut. *)
*) Bernhard Jankowski und Ralf Littke: Das organische Material der Ölschiefer von Messel. In: Geowissenschaften in unsrer Zeit. Vol. 4 - No. 3 - May 1986.