dapdDie jüngste Bilanz der Steuerfahndung in Griechenland ist beachtlich: Bei einer Prüfung in Touristenorten sind die Ermittler bei mehr als der Hälfte der kontrollierten Geschäfte fündig geworden. Firmen wirtschaften zunehmend die Mehrwertsteuer in die eigene Tasche - besonders in der Ferienzeit.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...851261,00.html
eine PR-taugliche Razzia für die Gläubigerländer.
Und?
Steuerzahlung funktioniert nicht über Strafdruck sondern über die Einsicht, dass das Gemeinwesen, in dem man lebt, auch finanziert werden muss.
Und solange diese Einsicht nicht da ist, bringen auch irgendwelche Razzien oder andere Hau-Ruck-Aktionen nix.
"Ein Staat funktioniert nur....wenn dessen Bürger auch Steuern bezahlen", sagte bereits Kant.
... soeben von einem Urlaub in Griechenland zurückgekommen, kann ich nur berichten, dass es offensichtlich eine Menge wohlhabender Griechen gibt. Haufenweise deutsche Edelkarossen neuesten Modells mit griechischen Kennzeichen auf den (guten) Straßen. Im Vergleich von vor 20 Jahren ist das Land sowieso auf ein unglaubliches materielles Niveau gekommen. Es gibt also offensichtlich viele Wohlhabende, die man über Steuern oder "Civilbonds" in die Pflicht nehmen kann, bevor man dies vom deutschen Steuerzahler verlangt ...
Wie die Diskussion ueber unsere lieben Freunde suedlich der Alpen zeigt, ist Steuerhinterziehung nicht auf Griechenland beschraenkt. Es gibt allerdings Steuern, denen kann man sich kaum entziehen: Grundsteuer zum Beispiel, gerne auch mit einer Million Freibetrag, damit die Hartzer nicht leiden muessen. Hat jemand kuerzlich erfolgreich steuerfrei getankt? Bitte unverzueglich melden ;-)
Vielleicht habt ihr kaum noch Arbeit, dafür habt ihr durch jahrelange Steuerhinterziehung genügend Reserven um weiterzumachen und genügend kriminelle Energie um Steuern weiter zu hinterziehen.
Vielleicht kann man das Land bzw. die Bewohner im Sinne ihrer Einstellung teilen.
Wer weiterhin Steuern hinterziehen möchte, Bestechungsgelder erwartet, mit spätestens 60 in Rente gehen möchte und horrende Gehälter erwartet, etc. der darf in Zukunft mit Drachmen bezahlen und nimmt die entsprechende Inflation in Kauf.
Alle anderen, also Veränderungswilligen, welche das bisherige System nicht mehr mittragen wollen, dürfen den Euro behalten.
an vhe
Steuerzahlung funktioniert nicht über Strafdruck sondern über die Einsicht, dass das Gemeinwesen, in dem man lebt, auch finanziert werden muss.
Und solange diese Einsicht nicht da ist, bringen auch irgendwelche Razzien oder andere Hau-Ruck-Aktionen nix.
Das setzt vorraus, dass alle gesetzl. Steuerprivilegien vom Parlament in Griechenland beseitigt werden. Nur wenn alle EU-Regierungen solidarisch Griechenland unterstützen, kann die griechische Exekutive dann effektiv durchgreifen. Das Fass ohne Boden hätte wieder einen Boden. Sind London, Berlin, Paris, Rom, Madrid, Lissabon u.s.w.... dazu bereit?
Ich denke eher nicht. Die haben die EU und den Euro an die kriminellen Elemente des westlichen Finanzsystem verscherbelt. Das gleiche befürchte ich auch für unsere Demokratie, die größte und einzigste kulturelle und intelektuelle Errungenschaft des modernrn Westens.
die Krise endlich wieder dort angekommen ist, wo sie ihren Ursprung nahm, kann der Weg zur Beeserung eingeschlagen werden:
Also müssen in Griechenland die Mieten runter, die Hypothekenschulden derjenigen reduziert werden, die unter dem Schein-Boom der Jahre 1998 bis 2008 gekauft haben (wie sich jetzt herausstellt: zu teuer) usw. Auch im griechischen Inland muss die Krise bei den KapitalGEBERN ankommmen.
Das wäre auch eine vertrauensbildende Maßnahme gegenüber der Bevölkerung: dort besteht nicht das Grundvertrauen, das wir Westeuropa gegenüber unserem Staat haben, auf dass er es schon richten möge. Der Staat - das waren "die da oben": ein König, eine Militärjunta - und eben die neuen Bonzen von Pasoc und ND. Denen ist einfach nicht zu trauen, also wozu Steuerehrlichkeit? Und die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit bis zur Gegenwart geben den Menschen ja auch Recht!
Von daher wäre es wichtig, analog zur Kürzung der Gehälter, Renten und Sozialleistungen auch eine "soziale Balance" einzubauen, indem den Menschen, die von den Kürzungen getroffen sind, das Recht eingeräumt wird, auch ihre Belastungen an die Finanzhaie um einen gewissen Satz zu reduzieren. Danach hätte auch die Steuerfahndung nicht nur eine formale, sondern auch eine moralische Autorität gewonnen.
Danke fur die interessante Eingebung nebst Angabe des Urhebers..augenroll.
Hat Kant dabei auch ausdrücklich die Steuerpflicht der Vermögenden ausgenommen, oder meinte er vielleicht doch das ganze Volk?
Das Gebahren ist grundsätzlich zu verurteilen, keine Frage. Aber die Motivation ist ein stuükweit darauf begründet, dass angefangen von der gehobenen Mittelschicht so gut wie keine bis zu den superreichen Griechen gar keine Steuer bezahlt wird.
Zu diesem skandalösen Vorgang undist bisher aus nordeuropaischer Politikerstimme verdächtig wenig zu hören.
Im Falle der Reeder -der einzigste Wirtschaftszweig in dem Griechenland Weltniveau hat, wenn nicht sogar führend ist- besteht sogar eine gesetzlich geregelte Steuerfreiheit sein den 70er Jahren.