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Großkanzleien: Aussterbende Art Arbeitstier

CorbisJunge Juristen rechnen mit extremen Bürotagen, wenn sie bei Großkanzleien einsteigen. Selbst dort versuchen Chefs nun, Bewerber mit "Work-Life-Balance" zu ködern. Nur ein Lippenbekenntnis oder tatsächlich der Beginn halbwegs normaler Arbeitszeiten? "Legal Tribune ONLINE" hat sich umgehört.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...827265,00.html
  1. #1

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Junge Juristen rechnen mit extremen Bürotagen, wenn sie bei Großkanzleien einsteigen. Selbst dort versuchen Chefs nun, Bewerber mit "Work-Life-Balance" zu ködern. Nur ein Lippenbekenntnis oder tatsächlich der Beginn halbwegs normaler Arbeitszeiten? "Legal Tribune ONLINE" hat sich umgehört.

    Großkanzleien: Aussterbende Art Arbeitstier - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Ja, das sind noch echte Vorbilder: per Frauenquote oder Abstammung an den Job kommen (Baron van Dingsbums..), dort dann möglichst Teilzeit arbeiten wollen, und natürlich trotzdem noch das dreifache der Anwaltsgehilfin oder des Hausmeisters in Vollzeit verdienen. Deutschland schafft sich ab, unsere Eliten sind das Letzte.
  2. #2

    *

    Zitat von tonky65 Beitrag anzeigen
    Nicht zuletzt würde eine Kanzlei, die bereit wäre, drastisch reduzierte Stundenzahlen bei entsprechend reduziertem Gehalt anzubieten, sich einen großen Pool an durchaus qualifizierten Bewerbern erschließen, für die eine Arbeit in der Großkanzlei derzeit nicht in Frage kommt - kein schlechter Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz
    Wo sollen diese vielen Bewerber (mit insgesamt 20 Punkten aus den beiden Staatsexamina) denn herkommen? Die gibt's rein objektiv nicht, den Luxus, die wenigen derart Qualifizierten Teilzeit arbeiten zu lassen kann man sich doch schlicht nicht leisten (ich weiß ,wovon ich spreche, denn ich war selbst 'mal Partner einer "Magic Circle"-Kanzlei bevor ich in's Investmentbanking gewechselt bin).
  3. #3

    Kann man es sich denn leisten, bei rückläufigen Bewerberzahlen mit den geforderten Qualifikationen (Doppel-VB bzw. 20 Punkte in beiden Staatsexamina, zusätzlich gern Promotion und/oder LLM sowie perfekte Fremdsprachenkenntnisse) weiterhin am Geschäftsmodell festzuhalten?

    Ich kenne im direkten Freundes- und Bekanntenkreis diverse Juristen, welche diese Qualifikationen mitbringen und damit exakt die Zielgruppe der Großkanzleien darstellen. Das Interesse an den 60-70 Stunden-pro-Woche Jobs ist denkbar gering. Diejenigen, die sich einen Einstieg im Magic Circle oder in einer anderen Top-Kanzlei vorstellen können, denken häufig bereits vorher wieder an den Ausstieg und planen maximal 2 Jahre dort.

    Es ist doch ein offenes Geheimnis, dass die vielen Kanzleien auf Grund des hohen Durchlaufs bereits jetzt Probleme haben, genug hochqualifizierte Bewerber zu finden.

    Da sich die Einstiegsgehälter im Top-Bereich nur wenig unterscheiden, könnten flexible Arbeitszeiten bzw. ein echtes Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Alleinstellungsmerkmal ausmachen, welches auf Großen Zuspruch stoßen dürfte.
  4. #4

    Gut so

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Junge Juristen rechnen mit extremen Bürotagen, wenn sie bei Großkanzleien einsteigen. Selbst dort versuchen Chefs nun, Bewerber mit "Work-Life-Balance" zu ködern. Nur ein Lippenbekenntnis oder tatsächlich der Beginn halbwegs normaler Arbeitszeiten? "Legal Tribune ONLINE" hat sich umgehört.

    Großkanzleien: Aussterbende Art Arbeitstier - SPIEGEL ONLINE
    Junge Juristinnen und Juristen haben anhand der Lebensweise ihrer Eltern erkannt, dass ein Leben ausschließlich für den Beruf krank macht und unglücklich.
  5. #5

    Associate, 60 Wochenstd., 100000 Euro

    ich: promovierter Natwiss., 4 Jahre Berufserf in Forschung, 60-70 Wochenstd. (mind.), 25000 Euro

    Ich frage mich nun, welches der beiden Enkommen unethisch ist.
  6. #6

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    Zitat von john789 Beitrag anzeigen
    Associate, 60 Wochenstd., 100000 Euro

    ich: promovierter Natwiss., 4 Jahre Berufserf in Forschung, 60-70 Wochenstd. (mind.), 25000 Euro

    Ich frage mich nun, welches der beiden Enkommen unethisch ist.
    Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Für einen brauchbaren Überblick über den relevanten Markt siehe etwa hier: Geld « azur
  7. #7

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    Zitat von john789 Beitrag anzeigen
    Associate, 60 Wochenstd., 100000 Euro

    ich: promovierter Natwiss., 4 Jahre Berufserf in Forschung, 60-70 Wochenstd. (mind.), 25000 Euro

    Ich frage mich nun, welches der beiden Enkommen unethisch ist.
    Wenn man den Associates (aus ethischen Gründen?) weniger bezahlte, dann hätte das zur Folge, dass die Gewinne der Partner höher wären (da man wohl kaum gegenüber dem Mandanten niedrigere Stundensätze abrechnen wird) - was wäre daran dann ethischer?
  8. #8

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    Zitat von john789 Beitrag anzeigen
    Associate, 60 Wochenstd., 100000 Euro

    ich: promovierter Natwiss., 4 Jahre Berufserf in Forschung, 60-70 Wochenstd. (mind.), 25000 Euro

    Ich frage mich nun, welches der beiden Enkommen unethisch ist.
    Übrigen sind die "60 Wochenstd." ein geschönter Wert, den man angiebt, weil er den gesetzlich zulässigen Höchstrahmen des § 3 ArbZG ausschöpft - schließlich kann man nicht öffentlich zugeben, dass man die jungen Leute gesetzwidrig (und strafbar, § 23 Abs. 1 Nr. 2 ArbZG) systematisch ("beharrlich", § 23 Abs. 1 Nr 2 ArbZG) 80-100 Stunden/Woche malochen lässt (wobei wir das seinerzeit ja sogar gerne getan haben, weil es der einzige Weg war, Karriere zu machen - das nennt man dann wohl Schweigekartell oder Omertà)...
  9. #9

    Na ja, der Herr van L. lebt ja offenbar davon positive und unterhaltsame Artikel zu schreiben und greift daher wie alle den Trend auf.
    Tatsache ist, dass wer work life ballance anstrebt, sich erst gar nicht bei den Grosskanzleien bewirbt. Die haben angesichts ihres schlechten Images und der Ausbeuterstruktur das Problem, dass sich hauptsächlich geldgeile Karrieristen (m.) melden, die nach 2-3 Jahren unter Mitnahme von internem Wissen und etlicher Mandanten zu noch mehr Geld wechseln. Gern lässt man sich auch noch die Promotion finanzieren.
    Deshalb propagieren Kanzleien und Consultingfirmen man jetzt diesen ganzen Schmu. Tatsächlich gibt es diese Frauenförderprogramme und für gesuchte Spezialisten auch mal formal Teilzeit. Aber Partner werden nur ganz wenige und eher die Performer mit den guten Beziehungen.


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