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Großhirn: Spiritualität sitzt im Oberstübchen
Ist Glauben Glaubenssache oder etwas, das im Gehirn gesteuert wird? Seit langem suchen Neurobiologen nach dem physischen Prinzip von Religiosität. Jetzt haben italienische Forscher zumindest für spirituelle Empfindungen einen speziellen Ort in der grauen Masse ausfindig gemacht.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...677540,00.html
- #1 12.02.2010 16:07 von
- #2 12.02.2010 16:11 von Benutzername1
Voreilige Schlüsse
Für die realistische Annahme, dass das Gehirn Bewußtsein und damit auch spirituelle Erfahrungen erzeugt, sprechen meiner Ansicht nach mehr Gründe dagegen als dafür. Insofern sollten sich Forscher und Medien vor voreiligen Schlüssen hüten. Es könnte sich nämlich genauso gut (oder noch viel besser) umgekehrt verhalten: Bewußtsein erzeugt materie und Gehirn. Von diesem Standpunkt aus wären sämtliche dieser Beobachtungen lediglich materielle Auswirkungen/Korrelate geistiger Veränderungen. Wenn ich bewusst Essen, erotische Frauen... etc. visualisiere, kann man die Auswirkungen im gehirn und die Tätigkeit Botenstoffe auch messen. Das änder tnichts an der tatsache, dass ich bewusst die Wahl getroffen habe das zu tun, es praktisch steuere.
Weiterhin hakt der Realismus an folgenden Sahveralten und Fragen:
Nichtlokalität -
- prinzipielle Unmöglichkeit reiner Objektivität
-damit verbunden die Frage: wer oder was führt letztlich die Ortsmessung durch um die Materiwelle zu realisieren. Wo ist das übergeordnete System, welches das geschlossen System "Kosmos" realisiert?
- eine Turing-Maschine kann so etws wie "Bedeutung" nicht generieren.
- Annahme Realismus: Bewußtsein ist ein Epiphänomen von Materie. Frage: Warum kann das Epiphänomen auf Materie zurückwirken ( vorheriges Beispiel: "Visualisierung")?
- Das Bewußtsein und Bewußtseinsinhalte voneinander getrennt sind ist eine nicht beweisbare Annahem
Fazit: Der Realismus ist auch nur ein Galube. Jeder Wissenschaftler, Journalist oder ganz normaler Mensch, der darin mehr sieht als ein Interpretationsmodell für gemessen Daten bewegt sich im metaphysischen Bereich ds Glaubens und kann mitnichten zur Stärkung der moralischen Überlegenheit die "Beweise" der Wissenschaft heranziehen. Das dies jedoch wie selbtverständlich der Fall ist, muss kritisiert werden. - #3 12.02.2010 16:44 von
Ich denke, also, aeh, bin ich nun, oder was?
"Der amerikanische Neurobiologe und Radiologe [Newberg] hält jede Erfahrung [...] für eine Konstruktion des Gehirns."
Ja, frueher oder spaeter werden wir dann schlussfolgern, dass saemliche seiner Studien Konstruktionen seines Gehirns sind, und wir im uebrigen auch. Oder, nein, eigentlich ist Newberg eine Konstruktion meines Gehirns und ihr seit alle Nebeneffekte meiner Persoenlichkeitsstoerung. So ist das naemlich. Ich dachte, da bin ich. - #4 12.02.2010 16:49 von
Märchen und Wissenschaft
Aber hergefunden haben Sie doch, gell? :-)
Geschätzter Herr Forler,
ich würde es ein bisschen anders formulieren: endlich ein Forum, das dazu geeignet sein könnte, den Schaum vorm Mund mit Hilfe der sonst doch so geschätzte Wissenschaftlichkeit zu kanalisieren. Oder ist womöglich nur das wissenschaftlich, was Atheisten in den Kram passt? ;-) - #5 12.02.2010 16:50 von
Das Bild...
...allein sagt schon fast alles. Eigentlich haette da noch eine Fotostrecke mit ain paar von Bomben zerfetzten Leibern, missbrauchten Kindern, Chinchorro Mumien und vor Jerusalem aufgespiessten Kreuzritterkoepfen gehoert. Naja, hoffentlich kann man das nun bald heilen.
(Fuer alle die jetzt mit den Nazis und den Stalinisten kommen: Ja, man kann aus fast allem eine Religion machen. Man muss nur an der richtigen Stelle das Denken verbieten.) - #6 12.02.2010 17:22 von genesys
Heilbar
Der Bericht bestätigt meine These, dass übermässige Spiritualität pathologisch ist. Oder um es mit Adenauer zu sagen: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen".
- #7 12.02.2010 19:21 von reuanmuc
.
Was ist denn Spiritualität? Vielleicht ein beschönigender Ausdruck für kindliche Phantasien, für ausgeprägte Bildungsmängel, für schlitzohrige Geschäftsmodelle, für geistigen Narzissmus, oder was?
Wo sonst soll sie sitzen, wenn nicht im Oberstübchen? Sie ist ein ganz banales Nebenprodukt der üblichen Hirnfunktionen, das einen eigenen Namen bekommen hat, weil der Geist sich selber so gut gefällt. - #8 12.02.2010 20:28 von
-
Dann lesen Sie ihn noch mal.
Da: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiritualität
Falls Sie Lust haben, mal etwas gegen Ihren ausgeprägten Bildungsmangel zu unternehmen. ;-)
Wir können heute doch nicht einmal genau sagen, wo (als dem übergeordnete Instanz) das Bewusstsein "sitzt". Da lehnen Sie sich wohl etwas weit aus dem Fenster, so Sie es für derart selbstverständlich hielten, wo ein noch wesentlich schwammiger definierter Aspekt unserer Erlebens zu sitzen hätte.Wo sonst soll sie sitzen, wenn nicht im Oberstübchen?
Lustig, denn irgendwie muss ich bei diesem Satz gleichsam an 'Sprache' denken. Mein Gefühl ist denn auch, dass es sich mit spirituellem Empfinden recht ähnlich verhalten könnte, wie mit Sprache. So gesehen, entspräche es im Prinzip eher einer Anlage, oder einer generell potentiellen Fähigkeit, die wir grundsätzlich alle - eigentlich auf recht wundersame Weise - in uns tragen. Nur, ähnlich wie sich das z.B. auch mit Sprache(n) verhält, entfaltet sie sich bei manchen weiter, als bei anderen. In diesm Lichte wäre auch leicht nachvollziehbar, weshalb es (scheinbar?) so ist, dass Spiritualität für einige Menschen etwas ganz Natürliches ist, quasi wie Sprache für einen sprachlich Begabten als ein "Selbstläufer" erscheint, wohingegen sich für anderen Menschen jeder Zugang zu ihr eher schwierig gestaltet.Sie ist ein ganz banales Nebenprodukt der üblichen Hirnfunktionen, das einen eigenen Namen bekommen hat, weil der Geist sich selber so gut gefällt.
Ebenso wie die Fähigkeit zum Sprachverständnis, als auch die Fähigkeit des Sprechens durch eine OP am Gehirn (oder durch einen dann bereits präsenten Tumor ebendort) beeinflusst werden kann, könnte also auf selbigem Wege auch eine Tendenz oder "Bereitschaft" zur Spiritualität beeinflusst werden. In dieser Hinsicht stimmte ich Ihnen zu: Hirnfunktionen, aber vll. nicht unbedingt für jedermann gleichermaßen "üblich"...
Wie auch immer. Abwarten. - #9 12.02.2010 20:31 von
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