Forum


 

Griechischer Staatspräsident: "Herr Schäuble beleidigt mein Land"

DPAEuropa verliert die Geduld mit Athen - und griechische Politiker reagieren immer empfindlicher. Nun hat Staatspräsident Papoulias seinem Frust öffentlich Luft gemacht. Ziel seiner Attacke: der deutsche Finanzminister.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...815582,00.html
  1. #520

    Beleidigung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Europa verliert die Geduld mit Athen - und griechische Politiker reagieren immer empfindlicher. Nun hat Staatspräsident Papoulias seinem Frust öffentlich Luft gemacht. Ziel seiner Attacke: der deutsche Finanzminister.

    Griechischer Staatspräsident: "Herr Schäuble beleidigt mein Land" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich fühle mich täglich beleidigt, ausgenommen und diskriminiert durch Frau Merkel und unsere deutschen Politiker.
  2. #521

    Mal in die Zukunft schauen

    Auch wenn ich es nicht schaffe, 48 Seiten Kommentare durchzulesen, so überrascht mich der "die faulen Griechen" Tenor im Forum doch ein wenig.

    Sicher, Griechenland hat keine funktionierende Verwaltung, offensichtlich unfähige Politiker usw. Deshalb werden die Schuldner auf ihre Forderungen verzichten müssen, deshalb werden wir Transferzahlungen (Steuergeld) nach GR vornehmen müssen, usw.

    Trotzdem zwei Punkte zum Bedenken, bevor man sich über die Griechen ereifert:

    1.) Deutschland profitiert massiv von der Währungsunion, schlichtweg durch die Unterbewertung des Euro. Der Benefit ist eine florierende Exportwirtschaft, Arbeitsplätze usw. I.a.W.: Gerade weil es den Griechen so schlecht geht, geht es uns so gut (zugegeben, vereinfachte Sichtweise). Mich würde einmal interessieren, welche der Griechenland-Basher denn die DM wiederhaben wollen, mit 40% Aufwertung.

    2.) Ein jeder kehre vor der eigenen Tür. Wir haben selbst genug Griechenlands bei uns. Berlin, Bremen, NRW, aber auch der Bund. Die Griechen müssen erhebliche Einkommenverluste hinnehmen. Ich möchte mal sehen, was bei uns los wäre, wenn die Stadt Berlin ihre Gehälter um 20% kürzt und den Einwohnern eine Sondersteuer auf die Stromrechnung packt.

    Diese Liste könnte ich um mind. 10 Punkte weiterführen, aber was soll's. Wichtig ist doch, WIE wir den Griechen (und zwar dem einfachen Volk) helfen können, wieder ordentlich leben zu können, und WIE dieses Land wieder ein wirklich funktionierendes Staatswesen aufbauen kann... DARÜBER fände ich eine Diskussion hilfreich .... denn dazu habe ich leider keine Antwort!
  3. #522

    Leider doch

    Zitat von sagmalwasdazu Beitrag anzeigen
    ...dieses " Teutsche Erfolgsrezept " das da als Agenda 2010
    in Klüngelrunden zwischen deutschen Volksverrätern und Großunternehmern und den Bank und Unternehmensvorständen vor 20 Jahren erdacht wurde, soll in allen EU-Staaten übernommen werden.

    Zum einen, damit sich der deutsche Arbeitnehmer nicht mehr ganz
    so ausgebeutet fühlt, und zum anderen um die Gier der Banken und Börsen noch mehr als bisher zu stillen.
    Das dieser ganze Masterplan ein perfides Spiel ist, und an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist, sollte einleuchten.
    Nur :
    Meine lieben krakeelenden geifernden Mitbürger , schonmal überlegt, was geschieht, wenn alle EU-Staaten in Schieflage ihre Löhne um sagen wir mal 30 % senken?
    Um unsere so gepriesene Wirtschaftkraft aufrecht zu erhalten,
    dreht sich unsere Lohnspirale ebenso weiter nach unten.
    Das ganze Schmierentheater samt Hetze gegen andere Staaten, dient nur dem Zweck der Ablenkung des Volkes.
    Abgelenkt von den tatsächlichen Verursachern und Nutznießer des
    Volksverrates im gesamten EU-Raum !
    Werft weiter als geifernde Menge eure faulen Eier und Tomaten in Form von Hasstiraden auf GR!
    An unseren Problemen jedoch ändert dies nichts.
    Doch es aendert sich was, es kommt schlimmer. Nehmen wir doch mal an, Merkels Austeritaetspolitik waere erfolgreich und GR, PT, ES und IT waeren ploetzlich konkurrenzfaehig, ja dann ist Schluss mit unseren schoenen Leistungsbilanzueberschuessen gegenueber diesen Staaten und die Exportwirtschaft in DE wird jaemmerlich kraehen, dass die Loehne in DE zu hoch und der Arbeitsmarkt zu inflexibel sei. Ja und dann wird man auf die genesenen PIIGS Staaten verweisen und schon hat man eine Steilvorlage das man in dieser Situation alternativlos nur mit Lohnkuerzungen und noch mehr Leiharbeit eine Besserung erreicht. Mal sehen was die Anhaenger des totalen Sparwahnsinns hier dann wohl sagen? Aber noch trifft es ja nur Griechen.
  4. #523

    Zitat von Kleinunternehmer Beitrag anzeigen
    Das hat nichts mit dem - mittlerweile langweilenden - Märchen vom deutschen Gehorsam zu tun. Das ist einfach eine Zeitfrage: DE hatte viel mehr Zeit, sich auf die Globalisierung einzustellen als jetzt die Griechen. Für die kommt es leider jetzt sehr schnell knüppeldick.


    Das beherrschen wir schon sehr gut. Das Problem ist, dass mit der EU Erwartungen und Bedürfnisse geweckt wurden, die diese Länder wirtschaftlich niemals einlösen (konnten).
    Alle wollten unseren Wohlstand, aber gleichzeitig die südländische Mentalität beibehalten. Und das funktioniert eben nicht.
    Das ist Unsinn - hier wird schon gutes Geld verdient.
    Auch das ist natürlich Unsinn. Deutschland ist in Europa das Schwergewicht und international durchaus sehr geschätzt.

    Ja, das kommt immer von Menschen, die die Welt nicht kennen.

    Ich stoße seit Jahrzehnten in Europa, in Afrika und gerade in Asien auf unverholene Bewunderung für unsere Tugenden, das Land, vor allem aber Kultur und die Menschen, gerade weil Deutsche da viel feinfühliger sind als z.B. US-Amerikaner, Briten oder auch Franzosen (ich empfehle reisen in eine französische Kolonie...)
    Man mag unsere Bescheidenheit.

    Übrigens wird auch Europa als Ganzes hoch geschätzt - trotz Krise. Aus einem anderen Blickwinkel gesehen leben wir hier durchaus im Paradies.

    Aber Neider gibt es überall und wie heisst es so schön:

    Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen :-)
    Nun ja die Millionen Aufstocker werden natürlich nicht erwähnt. Die hundertausende Leiharbeiter in der Automotive Industrie kann man ja mal schlabern....Sorry ihre Welt ist leider mit Scheuklappen versehen. 80 % Deutschen verdienen weniger als 50000 euro / Jahr Brutto..sehen sie sich die Lohnstatistik mal an..sie werden staunen wie ungleich es verteilt ist,...erst recht wenn sie die Vermögen berücksichtigen... oder reden sie einfach mal mit den Gewerkschaften oder den Leuten die sich mit mehreren Jobs über Wasser halten...ist schon wirklich absolut realitätsfern was sie hier erzählen
  5. #524

    Boykott ähnlich wie USA-Kuba, EU-Iran.

    Zitat von fr.rottenmeier Beitrag anzeigen
    man den Umfragewerten in der griechischen Presse Glauben schenkt, würden es die Kommunisten und das Linke Bündnis bei den anstehenden Neuwahlen zusammen auf über 40% bringen.
    Tja, da .....
    Ich vermute dann einen Boykott ähnlich wie USA-Kuba, EU-Iran.
    Nach 50 Jahren Boykott können Sie locker behaupten, das dortige System taugt oder funktioniert nicht.
    Anders herum nur so entstehen die schönsten Oldtimer. ;-)
  6. #525

    Stimmt

    Zitat von Claudio Tiberio Beitrag anzeigen
    Unsinn! Ich kenne viele Deutsche die in Ausland lebten und tolle Erfahrungen gemacht haben. BBC-Umfrage: Deutschland bleibt beliebtestes Land der Welt - Nachrichten Politik - Ausland - WELT ONLINE
    .
    zu denen gehöre ich. Ich kann das nur im vollen Umfang bestätigen. Manchmal waren die Lobeshymnen auf unser Land schon fast zu viel, selbst von Angehörigen von Nationen von denen man das nie erwartet hätte. Also lass euch nichts einreden von wegen Buhmann Image im Ausland, alles Quatsch.
  7. #526

    Korruption und Egoismus der griechischen Oberschicht

    Zitat von ViktorC Beitrag anzeigen
    ....
    In jedem Sportverein werden Mitglieder, die sich nicht an die Vereinsatzung halten ausgeschlossen. Warum machen wir das nicht auch in der EU so? Griechenland hat sich den Eintritt in die Eurozone erschummelt, alle wichtigen Kennziffern sind erstunken und erlogen (vermutlich ist Griechenland auch nicht in der Lage, die Zahlen zu berechnen). Das ist unehrenhaft! Warum zieht Griechenland nun nicht einen ehrenhaften Schlussstrich und zieht sich aus der EU zurück, versucht sein Chaos in den Griff zu bekommen und klopft in ein paar Jahren, wenn der Staat dann vielleicht funktioniert, wieder bei der EU an?

    Jeder Euro, der heute noch nach Griechenland geht, ist ein verlorener Euro.
    Sorry, aber es ist naiv, von der griechischen Regierung einen "ehrenhaften Schlussstrich" und den Verzicht auf den Euro zu erwarten: Die Gehälter und Pensionen der Politiker und des riesigen Beamtenapparats würden gewaltig schrumpfen, wenn sie in Drachmen ausbezahlt würden. Womöglich gäbe es eine Zeitlang gar keine Leistungen und sie müssten von ihren Vermögen leben. Das wäre zum Beispiel für Finanzminister Venicelos eine emorme Härte: Er besitzt nur 27 Wohnungen bzw. Häuser und ein Barvermögen von 2,4 Millionen Euro.

    Die Strategie der griechischen Oberklasse ist knallhart: Der Verbleib im Euro schadet zwar dem einfachen Volk wegen der harten Sparauflagen massiv, aber er dient den Interessen der Reichen und Mächtigen. Um ihrem Willen Nachdruck zu verleihen, wird u.a. gezielt die Nazikeule eingesetzt, jetzt auch vom griechischen Präsident. Die Frage ist, wie lange sich Merkozy und Troika noch erpressen lassen wollen, wenn die Sparmassnahmen beim teuren griechischen Staatsapparat wie voraussehbar nicht oder völlig unzureichend umgesetzt werden. Es steht zu befürchten, dass nur bei den schwächsten der Gesellschaft: Den Geringverdienern, Retnern und Arbeitslosen, gespart wird, weil Korruption und egoistische Besitzstandswahrung in den oberen Schichten sehr ausgeprägt sind, weshalb auch die Reichen weitgehend verschont werden bzw. keinerlei freiwillige Solidarität mit ihrer gebeutelten einfachen Bevölkerung aufbringen!

    Merkozy und Troika müssten diese Solidarität im Namen von Gerechtigkeit, sozialer Stabilität und vor allem der grundsätzlichen Einnahmeverbesserung erzwingen und im Gegenzug die ökonomisch contraproduktiven, unsozialen Sparauflagen bei den einfachen Griechen aufheben!
  8. #527

    Tourismus...

    Zitat von Kleinunternehmer Beitrag anzeigen
    Griechenland ist ebenfalls ein sehr schönes Land mit einer traumhaften Küstenlinie, die ihresgleichen sucht. Für mich wäre das ein Ansatz, um dem Land langsam auf die Beine zu helfen: komplette Entschuldung, Aufbau von Tourismus.
    Gibt es in GR denn keine neuen Parteien? Keine, die nicht in diesem Filz stecken?
    Schmeisst diese Leute aus dem Parlament!
    Griechenland hat leider die Erneuerung des Tourismus total verschlafen.
    Es war immer vor dem Euro ein Billigurlaubsland für Rucksacktouristen und Leute, die für wenig Geld aber auch wenig Qualität erwarteten (z.B. ein absolut veraltetes Abwassersystem, kennt Ihr noch die Abfalleimer fürs Toilettenpapier neben den Toiletten, da man nichts in die Toiletten schmeissen durfte)

    MIt dem EURO kam die Teuerung, auf für den Urlaub in GR aber leider hat sich an der Qualität der Hotels sehr wenig geändert. Anders die Türkei, z.B. die richtig viel Geld in schöne und moderne Hotels und die Infrastrutktur gesteckt haben.

    Dieses fehlt alles in GR und daher ist der Tourismus auf Jahre hinaus nicht Wettbewerbsfähig.
  9. #528

    Soso,

    Zitat von liaponoff Beitrag anzeigen
    Die Griechen kamen vom Olymp, die Germanen von den Bäumen.
    aber offensichtlich haben die dummen Germanen kapiert, dass die Zeiten sich ändern müssen und haben angefangen, zu arbeiten, während unsere "Olympioniken" sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben und das jetzt auch noch für eine Selbstverständlichkeit halten. Die Welt dreht sich weiter und wer in seiner Entwicklung stehenbleibt, fliegt eben irgendwann raus...
  10. #529

    Zitat von Vox borealis Beitrag anzeigen
    Der Zorn richtet sich allmählich gegen die Retter. Und dies nicht nur in Griechenland.
    Weil die Retter einen neoliberalen wirtschaftlichen Kahlschlag in den Schuldenländern wollen, damit Banken, die ohne Rettungsmaßnahmen pleite gingen, gerettet werden. Dafür wird das Leben des griechischen Volks zerstört: für Spekulanten, die sich verrechnet haben. Kapiert es doch endlich: Es geht nicht um die Griechen, sondern um Privatinvestoren bzw. private Finanzinstitute.


TOP



TOP