...gibt es für solche Verluste und deren Folgen nicht sogar eine Mauer?
AFPBeim Schuldenschnitt in Griechenland haben deutsche Kleinanleger hohe Verluste erlitten. Aktionärsschützer raten nun zu Schadensersatzklagen. Dabei sei ein Verfahren in der Bundesrepublik der günstigste Weg.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-859706.html
...gibt es für solche Verluste und deren Folgen nicht sogar eine Mauer?
Richtig.
Aber nicht wenn man dabei vorsätzlich betrogen wird. Und das sogar eher von der eigenen Regierung als von der griechischen.
Verluste im Rahmen der geltenden Gesetze und der geschlossenen Verträge hat glaub ich jeder einkalkuliert, aber was mit den Griechenanleihen passiert ist, was schon arg grenzwertig.
Mal sehn, ich schätze das auch nicht allzu aussichtsreich ein.
"und erhalten neue Papiere mit einer Laufzeit von 30 Jahren." İnstituionell mag der aufgeschobene Faelligkeitstermin erlebbar sein. Die Mehrzahl privater Anleger dürfte sich im Zeitpunkt der Kapitalanlage nicht für die Enkel-Option entschieden haben. Soweit die willkürliche Laufzeitverschiebung im Einzelfall normale Lebenserwartung überschreitet, besteht Aussicht auf Erfolg. Klagebegehren, den Haircut an sich infrage zu stellen, mögen scheitern. Und der Aerger klingt nach: Das Epochenbild der EU-Staaten-Anleihen hat den ohnehin lebhaften Argwohn, wozu staatliche Organe sich faehig dünken, punktuell zur Staatsverachtung gesteigert. Über die Effizienz von Salat-Gurken-Regelungen hinaus wollte in Brüssel niemand die abnorm verschuldeten Staaten unter Kuratell stellen. Plazierung der staatlichen Bonds am Kapitalmarkt bis der Arzt kommt. Das gilt für die institutionellen Anleger gleichermassen, die Schieflage der Bilanzen in Mrden. wird der Steuerzahler schon richten. Der EU-Skandal, die Gründungsvaeter haben das beste gewollt, wird zum politischen Perpetuum Mobile einer wunderbaren Dauerparty. Waehrenddessen uns der hochbezahlte Dauerredner uns kalten Kaffee einschenkt, wollen wir mal sehen, welche "Weisse Rosen aus Athen" uns Mutti mitbringt.
Es gibt nun mal einen Zusammenhang zwischen hohen potentiellen Erträgen und dem potentiellen Risiko. Wer Anleihen eines angeschlagenen Staates oder Unternehmens kauft, der geht damit auch das Risiko des Totalverlustes ein. Man kann sich auch nicht darauf verlassen, dass ein Staatsbankrott bisher in EU nie vorkam. Einmal ist immer das erste Mal.
Im Übrigen muss man sich über eines klar sein: Wenn die Gerichte zugunsten der Anleger entscheiden würden - und die Griechen diese Urteile akzeptieren würden - dann würden auch diese Gelder wieder aus dem Rettungsfonds kommen (woher auch sonst, wenn die Griechen pleite sind). Und den füttern wir Steuerzahler alle zusammen...
Die in Rede stehenden Anleihen hatten lange Laufzeiten und völlig normale Zinsen. Das hate nichts mit den aktuell fälligen Zinssätzen zu tun!
Anders verhält es sich z.B. den von der EZB aufgekauften Anleihen und mit einem miesen Trick vom Umtausch ausgeschlossen wurden: Die wurden nur zu einem Bruchteil des Nennwerts in Zahlung genommen und bekamen in einer Nacht und Nebel Aktion neue Kennziffern. Ergebnis:
Diese Anleihen müssen von Griechenland aus den Stützungsgeldern alias Steuergeldern zurückgenommen werden und die EZB macht SATTE Gewinne.
Aber Sie haben natürlich Recht - Inhaberschuldverschreibungen tragen das Risiko des Totalverlusts auch z.B. deutsche....
Aber darum geht es auch nicht - es geht um die rückwirkende nachträgliche Änderung von eingegangenen Verträgen und das ist wohl innerhalb der EU nicht möglich.
Wie kommen Sie darauf, dass eine Investition in Staatsanleihen von Ländern der €uro-Zone eine Spekulation wäre, zumal diese nicht besonders hoch verzinst werden?
Dass hier vor allem Kleinanleger für ihre Altersvorsorge investierten, scheint sie nicht vor der Schadenfreude derer zu bewahren, die nichts zum Anlegen hatten.
Doch auch wenn Klagen am Ende nicht erfolgreich wären, könnten sie GR vielleicht doch dazu bewegen, aus dem €uro bzw. aus der EU auszutreten, um damit Klagen schon formal scheitern zu lassen.
Damit hätte dann auch die Auspresserei ein Ende, denn entlassen kann offensichtlich ja kein Mitgliedsland werden.