Griechische Schrott-Anleihen: Société Générale bricht der Gewinn weg

Die französische Großbank Société Générale hat im dritten Quartal fast ein Drittel weniger Gewinn gemacht*und zahlt in diesem Jahr*keine Dividende*an Aktionäre. Grund sind hohe Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen. Auch ein deutsches Vorzeige-Unternehmen leidet unter der Krise.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...796432,00.html
  1. #30

    Antworten

    Zitat von inver Beitrag anzeigen
    Sehr geehrter Herr Dr. Rogenfeld, können Sie mir bitte folgende Fragen beantworten:

    1. Wieso haben die Ratingagenturen die Banken und die Anleger nicht frühzeitig vor griechischen Staatsanleihen gewarnt?
    2. Wieso haben die Banker einem offensichtlich maroden Staat wie Griechenland 345 Milliarden € "geschenkt"?
    3. Wieso wurde im Euro-Raum niemals über die Konsequenzen der unterschiedlichen Volkswirtschaften nachgedacht?
    4. Wieso dürfen korrupte Regierungen und offensichtlich marode Volkswirtschaften Staatsanleihen ohne Ende ausgeben?
    5. Haben die Banker ernsthaft geglaubt, dass ein Staat wie Griechenland seine Schulden jemals wieder zurückzahlen könnte.
    6. WER SOLL DIE SCHULDEN ZURÜCKZAHLEN? (Oder haben Sie direkt darauf vertraut, dass es ja den Freifahrtschein vom Steuerzahler gibt!)
    7. Warum soll der Steuerzahler überhaupt für die Fehler von hochdotierten "Finanzexperten" zahlen?

    Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Fragen, denn diese stellen sich ganz, ganz viele Menschen in unserem Land!
    Ich gebe die Antworten in Reihenfolge der Fragen:
    1. Die Ratingagenturen treiben ihr eigenes Spiel,das muss ich ihnen nicht sagen
    2.Keiner hat dem Land etwas geschenkt.Man bekam und bekommt dafür Zinsen,wenn auch nicht viel
    3.Ich schließe mich Ihrer Meinung an,heute weiss man vieles besser,deshalb hat unsere Bank ihr Portfolio mit Staatsanleihen von diesen Staaten reduziert,wir konzentrieren uns jetzt verstärkt auf unser Kerngeschäft in Frankreich und Deutschland,
    4.Wir wurden auch nicht besser informiert als andere.Das Gros der Staatsanleihen wurde vergeben als der Staat noch ein sehr gutes Rating hatte,
    5.ja,ich verweise auf Antwort Eins und Vier,
    6.Die privaten Gläubiger haben einem Haircut von 50 Prozent zugestimmt,das entlastet den griechischen Staat mit rund 100 Milliarden Euro
    7.wir stärken gerade unser Eigenkapital nach Basel 3,um für zukünftige Krisen besser gewappnet zu sein,risikobehaftete Aktiva werden reduziert,Konzentration auf unser Kerngeschäft der Kreditvergabe in Kerneuropa
  2. #31

    Kein Widerspruch!

    Zitat von smisarsoolo Beitrag anzeigen
    Haben Sie den Artikel nur verlinkt, oder auch gelesen?
    Natürlich war meine Aussage vereinfacht, aber nicht grundsätzlich falsch.


    Zusammenfassung: Angebot und Nachfrage müssen zusammenkommen.

    Auf der Angebotsseite (hauptsächlich Banken) wurden 5% als angemessen betrachtet - Folge: GR verschuldete sich ungehemmt.

    Bei, wie ich finde angemesseneren, 10% auf der Angebotsseite hätte GR sich niemals so verschuldet wie es das getan hat.

    Ich sehe keine Widersprüche.
    Ich auch nicht!
  3. #32

    Soc Gen und Politik

    Zitat von michael1960wupper Beitrag anzeigen
    Jetzt hören Sie bitte mit diesem "Betrugs"-Märchen endlich auf. Das war eine politische Entscheidung damals den Euro so aufzusetzen. Im Übrigen haben weder Italien, noch Belgien, Portugal oder Spanien die damaligen Bedingungen erfüllt gehabt. Die wirtschaftliche Lage dieser Länder war allen klar. Und genauso war es bei der letzten Erweiterungsrunde der EU, oder glauben Sie ernsthaft, dass Bulgarien und Rumänien strikt die Kriterien einer Mitgliedschaft erfüllten?
    Aber zurück zum Euro: Damals wurde eine politische Entscheidung getroffen, von Leuten, denen Europas Idee wichtiger war als genaue Buchhaltung (die im Übrigen in den meisten Fällen zumindest angreifbar ist!). Wenn hier jemand betrogen und bestochen hat, waren es Dt. Firmen wie Siemens um Aufträge an Land zu ziehen. Also bitte die Kirche im Dorf lassen.
    Was hat das mit unserem Institut zu tun ? Wie haben doch nicht angeordnet diese Staaten in den Euro aufzunehmen.
  4. #33

    ...

    Zitat von dr.rogenfeld Beitrag anzeigen
    1. Die Ratingagenturen treiben ihr eigenes Spiel,das muss ich ihnen nicht sagen
    (...)
    4.Wir wurden auch nicht besser informiert als andere.Das Gros der Staatsanleihen wurde vergeben als der Staat noch ein sehr gutes Rating hatte,
    Das heisst Sie, die Société Générale, wissen dass die Ratingagenturen im Prinzip ein überholtes Geschäftsmodell haben und unzuverlässig sind, verlassen sich dann aber -wider besseres Wissen- trotzdem auf deren Aussagen?

    Zitat von dr.rogenfeld Beitrag anzeigen
    2.Keiner hat dem Land etwas geschenkt.Man bekam und bekommt dafür Zinsen,wenn auch nicht viel
    (...)
    6.Die privaten Gläubiger haben einem Haircut von 50 Prozent zugestimmt,das entlastet den griechischen Staat mit rund 100 Milliarden Euro
    Keiner schenkt dem Land etwas, aber Sie verzichten mal eben auf 50% Ihrer Forderungen? Zu den Bedingungen würde ich sogar einen Kredit aufnehmen den ich gar nicht brauche!

    Zitat von dr.rogenfeld Beitrag anzeigen
    3.Ich schließe mich Ihrer Meinung an,heute weiss man vieles besser,deshalb hat unsere Bank ihr Portfolio mit Staatsanleihen von diesen Staaten reduziert,wir konzentrieren uns jetzt verstärkt auf unser Kerngeschäft in Frankreich und Deutschland,
    7.wir stärken gerade unser Eigenkapital nach Basel 3,um für zukünftige Krisen besser gewappnet zu sein,risikobehaftete Aktiva werden reduziert,Konzentration auf unser Kerngeschäft der Kreditvergabe in Kerneuropa
    Schön, hoffentlich geht das gut. Aber: Was machen Sie, wenn die SG an GR zerbricht/Pleite ist? Schliessen Sie die Inanspruchnahme des (französischen) Steuerzahlers aus, oder nehmen Sie im Pleitefalle lieber ein paar Milliarden?

    Anders gefragt: Stehen Sie für Ihre eigenen Entscheidungen der Vergangenheit gerade, so wie es jeder seriöse Unternehmer tun muss, oder nicht?