Forum


 

Griechenlands Privatisierungspleite: Wir verkaufen nichts!

APGriechenland Privatisierungsfonds hat neue Chefs, ihre Aufgabe ist noch immer gewaltig: Nur ein Bruchteil der angekündigten Verkäufe von Staatsbesitz wurde bislang umgesetzt. Warum die Privatisierer nicht vorankommen, zeigt sich im Hafen von Thessaloniki.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...846381,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Griechenland Privatisierungsfonds hat neue Chefs, ihre Aufgabe ist noch immer gewaltig: Nur ein Bruchteil der angekündigten Verkäufe von Staatsbesitz wurde bislang umgesetzt. Warum die Privatisierer nicht vorankommen, zeigt sich im Hafen von Thessaloniki.

    Warum Griechenlands Privatisierer nicht vorankommen - SPIEGEL ONLINE
    Interessant der folgende Artikel:

    "Täter Euro": Deutschland droht nun selbst der Staatsbankrott - Nachrichten Debatte - Kommentare - WELT ONLINE
  2. #2

    Privatisierung staatlicher Aufgaben ist Enteignung

    Die Privatisierung der Infrastruktur (öffent. Nahverkehr, Wasser-, Stromversorgung, Bildung, Sicherheit, Straßen usw.) ist für reiche Anleger die Lizenz zum Gelddrucken. Warum ist das so und wie werden private Investoren in so einem Fall vorgehen (müssen)?

    Man übernimmt die Bahn vom geschwächten Staat zum "Schnäppchenpreis". Parallel dazu installiert man nahe oder im zuständigen Ministerium eine Lobbygruppe, die als Expertengruppe auftritt. Dann investiert man gerade so viel, dass die Leistung weiter angeboten werden kann. Dabei müssen die Kosten so weit wie möglich minimiert werden. Der Service wird reduziert, unrentable Strecken werden geschlossen, die Sicherheitsanforderungen werden abgesenkt. Parallel dazu wird der Preis für die Leistung erhöht, langsam, aber stetig.

    Kommt es zu Protesten, weil die angebotene Leistung immer schlechter und teurer wird, nutzt die "Lobby-Experten-Gruppe" diesen entstehenden Druck, um dem Ministerium klar zu machen, dass die unrentable Infrastruktur und die vom Bürger geforderten Zusatzleistungen nur mit Subventionen machbar sind. Der Staat muss also aus Steuergeldern Zuschüsse zahlen.

    Aus marktwirtschaftlicher Sicht hat der private Investor alles richtig gemacht. Er hat quasi ein Monopol aufgebaut, die Bürger benötigen die Leistung und können nicht ausweichen. Bei minimalen Kosten und Leistungen wird der maximale Gewinn erzielt, der durch die Subventionen noch erhöht wird und der nun an die Aktionäre ausgeschüttet werden kann.

    Wie sieht es dagegen aus Sicht des Bürgers und des Mittelstandes aus: Die Leistung hat sich extrem verteuert. und ist schlechter geworden (bei der Bahn z.B. Abdeckung der Fläche, Anzahl der Züge, Pünktlichkeit, Service usw.) Die Sicherheit ist abgesenkt, es passieren mehr Unfälle (dies "blockt" die Lobby-Experten-Gruppe des Investors möglichst durch Einflußnahme der Experten im Ministerium ab, sie begründen die alternativlose Notwendigkeit der Sparmaßnahmen zur Erzielung von Effektivität). Der Bürger und der Mittelstand zahlen nun "doppelt" für die überteuerte Leistung, einmal direkt und das zweite Mal über die Subventionen, die von aus den Steuern stammen.

    Privatisierung von Infrastruktur und staatlichen Aufgaben, die eine wie auch immer geartete Monopolisierung ermöglichen, sind die reine Abzocke der Bürger und des Mittelstandes. Der Staat begibt sich hier in die Abhängigkeit von privaten Investoren, die aus marktwirtschaftlichen Gründen ihre Stellung ausnutzen müssen, sonst wären sie schlechte Unternehmer.

    Eine preiswerte, stabile und flächendeckende Versorgung der Bürger und des Mittelstandes ist so aber nicht möglich. Sie ist ja gerade deshalb Aufgabe des Staates, weil es vordergründig um die Bereitstellung von Diensten geht, für welche die Bürger und der Mittelstand Steuern zahlen und die eben nicht aus Sicht der Gewinnmaximierung betrachtet werden dürfen und können.

    Durch die neoliberale "Lehre" wird die Priorität der Wirtschaft über den Menschen errichtet, der Staat geschwächt und die Steuern werden in private Hand "umgeleitet". Dabei sinken die Leistungen für die Steuerzahler. All dies war an der Privatisierung der englischen Bahn gut zu beobachten, auch die Vorbereitung des Börsenganges der Deutsche Bahn läuft in diese Richtung. Besonders auffällig ist hier die Berliner S-Bahn, die jährlich Millionen an "Gewinn" an die Konzernmutter Deutsche Bahn abführen muss, im Gegenzug aber ihre Versorgungsaufgaben nicht mehr erfüllen kann.

    Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Infrastruktur und die Staatsbetriebe mit den Steuern der Bürger, also durch die Bürger und den Mittelstand geschaffen und dem Staat zur Verwaltung übertragen wurden. In ihnen steckt Volksvermögen, das nun in einer staatlichen Notlage, die durch die "Beratung" von Goldmann Sachs mit zu Stande gekommen ist, zu "Schnäppchenpreisen" an globale Banken und Konzerne verschleudert wird.

    Die Privatisierung von staatlichen Firmen und Dienstleistungen ist also eine Enteignung der Steuerzahler und eine gigantische Abzocke, die das Leben der Bürger in den betroffenen Staaten langfristig unattraktiver und teuerer macht.
  3. #3

    Ist denn Privatisierung denn überhaupt die Lösung?

    Wenn ich etwas verkaufe, bringt es genau einmal Geld ein und dann nie wieder.

    Angenommen, die griechische staatliche Satellitenschüsselreinigungsbehörde ist defizitär mit 50.000 Angestellten. Um sie profitable zu machen, müsste man 30.000 Leute entlassen.

    Jetzt verkauft man die SSRB an privatehände für 500 Mio € und der Privatinvestor feuert dann die 30.000.

    Jetzt hat der Staat 500 Mio in der einen Hand und Arbeitslosenversicherung für 30.000 in der anderen Hand. Das Geld wird dann wohl eher nicht lange reichen.

    Aber der Investor macht von jetzt an bis in die absehbare Zukunft gut Gewinn und setzt die Kaufkosten von 500 Mio auch noch von der Steuer ab, wodurch die tatsächlichen Einnahmen des Staates noch weiter verringert werden (500 Mio - Arbeitslose - Steuerverlust)


    Alternativ feuert der Staat 30.000 Leute einfach selber und hat danach ein Unternehmen im Portfolio, das sowohl Gewinn als auch Steuereinahmen für den Staat generiert.

    Die 30.000 Gefeuerten sind so oder so sauer auf den Staat, ob er sie nun verkauft oder selbst gefeuert hat.



    Was hats Dtl denn genau gebracht, dass die Bahn oder die Post jetzt privat sind?
  4. #4

    Ich weiß auch nicht genau, wie man Griechenland genau helfen kann/muss.

    Aber was wir derzeit sehen, ist doch quasi die Endphase eines jeden Monopoly-Spiels.

    Man hat dumm gewürfelt, landet auf dem Hotel in der Parkstraße und kann sich die Miete nicht leisten. Also reicht man notgedrungen die zwei Bahnhöfe rüber, die man hält.

    Eine Runde später würfelt man und landet auf genau dem Bahnhof, den man abgetreten hat und steht schon wieder in der Kreide.

    Todesspirale eben.
  5. #5

    Bis zu 100.000,- € pro Hafenarbeiter?

    Wo kann man sich bewerben?
    Jetzt bekomme ich den Blutrausch, den eigentlich die Griechen bekommen müssten. Ich will hier kein Wort mehr zur Verteidigung der armen Griechen hören. Sicher: es gibt viele, wahrscheinlich die meisten, die unschuldig unter dem Schlamassel leiden. Aber, wenn es die Mehrheit ist, dann muss sie selbst im eigenen Land aufräumen! Dann hört sich das auch auf mit dem Gegeneinander-Aufhetzen der Völker!
  6. #6

    Schon wieder stellen sich die Griechen stur. Dabei ist man dort angekommen, wo man auch hin wollte. Nicht ohne Grund hat der IWF die "Hilfen" eingestellt: Griechenland ist weich gekocht, liegt auf den Knien, das Geld der Banken und der Gläubiger in trockenen Tüchern. Nächste Stufe des legalen Raubzugs gegen einen Staat kann nun vonstatten gehen: Schnäpfchenjagd der Investoren aka notwendige Reformen in Form von Privatisierung. Dass die Griechen das nicht verstehen wollen!
    :->>
  7. #7

    Die Südländer verpiepen den Rest von Europa

    Egoismus wird die ganze Welt zunichte machen, nicht nur hier bei uns in Europa. Besonders die südländische Mentalität hat hier auf diesem Kontinent nichts mehr zu suchen: Alles verlangen, aber nichts dafür tun wollen. Immer mehr Staatsbedienstete, die immer wenig "arbeiten", parallel immer weniger Arbeiter, die kaum noch etwas verdienen...

    Das soll "Europa" sein?

    Wir wollen nichts von Griechenland kaufen. Wir wollen Bürgschaften. So ist das hier bei uns, so ist das in Europa. so ist das überall auf dieser Welt! Wer nicht bürgt, der ist kein Bürger. Also ich bürge und deswegen bin ich ein Bürger. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
  8. #8

    Natürlich nicht

    Zitat von DJ Doena Beitrag anzeigen
    Ist denn Privatisierung denn überhaupt die Lösung?

    Wenn ich etwas verkaufe, bringt es genau einmal Geld ein und dann nie wieder.
    Natürlich ist die Privatisierung keine Lösung für das Volk.
    Es ist die Übereignung von Sachwerten gegen wertloses Geld an Reiche, unerheblich ob das jetzt eine Gruppe von Investoren ist oder einzelne Großkapitalisten.

    Wenn in der Eurozone möglichst alles privatisiert ist (also so viel Sachwerte als möglich in privater Hand), dann wird die Währungsrefoem kommen.

    Zuvor müssen natürlich die "Reichen" ihr Vermögen in Sicherheit bringen, also Geld gegen Sachwerte eintauschen.

    Privatisierung ist nichts anderes als das Verscherbeln von Volksvermögen zu Ramschpreisen.
  9. #9

    das zeigt gut die selbstbedienungsmentalität mancher griechen- 100.000euro für einen hafen arbeiter und selbst 35.000 euro für einen in der regel anlernjob - und das bei griechischen preisen sind gewaltig.

    aber die EU mittel flossen ja in mrd höhe in das land. da kann man es sich doch gut gehen lassen.

    und wie überall auf der welt, die kleinen selbstständigen müssen drunter leiden und gehen pleite wenn diese "arbeiterelite" ihren bummelstreik durchführt.








TOP



TOP