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Griechenlands Baby-Dilemma: Kinder? Später! Vielleicht.

Unsicherheit und Angst überschatten die Nachwuchsplanung in Griechenland. Die Geburtenrate stagniert auf einem Tiefstand, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche nimmt dagegen dramatisch zu. Die Schuldenkrise verstärkt diesen Trend noch.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...774678,00.html
  1. #80

    Griechenlands Baby-Dilemma: Kinder? Später! Vielleicht.

    Zitat von chr.dossmann Beitrag anzeigen
    Wenn davon die Rede ist, das Kindergeld zu kürzen, zu streichen oder sonst irgendwie Maßnahmen in dieser Richtung zu ergreifen, dann fühle ich mich deswegen angesprochen, weil jede dieser Änderungen auch mich betreffen würde bzw. betroffen hätte. Und nicht nur mich, sondern tausende junger Eltern, die nichts dafür können, dass Menschen das Sozialsystem ausnutzen.

    Ein System in dem eine Behörde oder ein Gutachter entscheidet, wer Kindergeld in welcher Höhe bekäme, ist nicht mit unserem Grundrechten vereinbar. Die wirklich sinnvolle und angebrachte Lösung wäre ein System in dem es mehr Naturalien gibt. Wem das schon wieder zu sehr nach Vorschriften und Einschränkung der Freiheit klingt, der kann auch ein Gutscheinsystem favorisieren. Das Problem an Geld ist, dass es zweckfremd eingesetzt werden kann. Der Vorteil ist, dass es günstig ist. Aber ist es das wirklich?
    Davon rede zumindest ich nicht (Geld streichen, oä), ich möchte nur das akzeptiert wird das es Probleme gibt und das man dagegen etwas tun muss.

    Jetzt das Problem, ich weiß auch nicht genau wie, man kann den Leuten natürlich nicht verbieten, Kinder zu bekommen, aber wenn es Gesellschaftlich vielleicht eben nicht einfach so hingenommen würde, das junge Mädchen schon mit 16 Schwanger werden, oder es eben nicht ok ist, Kinder nur des Geldes wegen zu machen, dann wären wir schon einen Schritt weiter.

    Aber was ist, den Leuten wird gesagt, mach dir keine Sorgen, das schaffen wir schon, und maximal hinterm Rücken wird dann gelästert, das bringt aber garnichts, vor allem ist dem Kind nicht geholfen.

    So blöd es klingt, aber (fast) jedes Mitglied dieser Gesellschaft muss auch eine gewisse Produktivität mitbringen, damit alles einigermaßen läuft, Steuern Bezahlt werden, damit eben Geld für Soziales usw da ist, ich glaube da werden Sie mir zustimmen.

    So, und gehen Sie mal in die Problemviertel, schauen Sie den Kindern in die Augen, sprechen mit ihnen und sagen mir dann noch, das die ne Realistische Chance haben in dieser Gesellschaft (Leistung, Leistung, Leistung) einen "vernünftigen" Job bekommen.

    Ich weiß nicht wo Sie Arbeiten und ob Sie vielleicht mal Praktikanten haben, teilweise wirklich erschreckend wie wenig Motivation vorhanden ist (NICHT ALLE!!). Auch Hirachien sind für viele nicht akzeptabel, sich was sagen lassen, ausgeschlossen und das kommt durch diese tolle "Erziehung" einiger Leute.

    Hauptschule reicht heute für fast gar nichts mehr, aber selbst den schaffen aus dieser Schicht viele nicht.
    Die Deutschen sind nunmal Weltmeister im wegschauen, aber damit hilft man niemanden.

    Die Idee mit den Bildungsgutscheinen finde ich nicht schlecht, aber wie siehts aus? Wird kaum in Anspruch genommen, und es kann nicht daran liegen, das der Antrag nicht verstanden wird, H4 Anträge kriegen die Leute ja auch ausgefüllt.

    Also, woran liegt es?
    Desinteresse am Kind, Bequemlichkeit, Zeitmangel? Was ist das Problem?

    Vieles hört sich vielleicht abwertend an was ich schreibe, aber NEIN, im Gegenteil, ich möchte das jeder! eine faire Chance bekommt, dafür müssen aber in erster Linie die Leute bereit sein und nicht den einfachsten Weg wählen, sondern erst mal ne Grundlage schaffen, Abschluss, Ausbildung, und am besten einen Partner haben.

    PS:
    Solange wir selbst solche Probs haben, interessieren mich die Griechen nicht die Bohne, ich muss schon für "die" Arbeiten, das reicht!
  2. #81

    @Gerixxx

    Zitat von Gerixxx Beitrag anzeigen
    Ohne Kinder keine Rente (auch eine kapitalgedeckte Rente löst ohne ausreichend Nachkommen für die Pflege das Problem nicht). Wäre nicht so schlimm so lange genügend Kinder da sind - sind sie aber offensichtlich nicht.
    Versteh ich nicht. Ich lebe in einem Land, wo das Rentensystem aus einer leistungsunabhaengigen minimalen Grundrente sowie freier Grund-KV fuer alle besteht, dazu einer kapitalgedeckten staatlichen Rente (etwa halb so hoch wie in Deutschland) und bei mir kommen Betriebsrente und noch steuerlich gefoerderter Privatvorsorge sowie sonstiges Vermoegen (z.B. Haus) dazu.
    Die Bevoelkerungszahl wird durch Einwanderung konstant gehalten (durch Abwanderung und niedrige Geburtenquote haben wir in Kanada zumindest keinen grossen Bevoelkerungsanstieg).
    Wie beschrieben, meine Absicherung ist in grossen Teilen kapitalgedeckt und ich kann teilweise selbst entscheiden, ob ich lieber mehr international oder doch im Land anlege. Durch bedarfsgetriebene Einwanderungspolitik ist das mit den fehlenden Kindern auch kein grosses Problem, billige Pflegekraefte bekaeme man notfalls auch ueber temporaere Arbeitsvisa. Das System ist sicher nicht immer ideal, aber gegenueber dem deutschen Generationenvertrag klar im Vorteil, oder?
  3. #82

    Lieber Gerixxx

    Zitat von Gerixxx Beitrag anzeigen
    ich kann mir schon vorstellen, dass meine Sätze eine Provokation (für Kinderlose) sind.

    Vielleicht zur Erläuterung:
    Ohne Kinder keine Rente (auch eine kapitalgedeckte Rente löst ohne ausreichend Nachkommen für die Pflege das Problem nicht). Wäre nicht so schlimm so lange genügend Kinder da sind - sind sie aber offensichtlich nicht.

    Vielleicht ist Ihnen nicht bekannt, dass ein Kind bis zum Studium so etwa ein halbes Eigenheim oder sogar mehr kostet.
    Diese Rechnung muss man heutzutage leider aufmachen, weil Kinder nicht mehr wegen der Altersvorsorge oder wegen nicht vorhandener Verhütung (sollte man annehmen) geboren werden, wie vielleicht vor 100 Jahren.
    Heute hat man Kinder, weil man sie möchte und mit der Absicht, dass es Ihnen wenigstens nicht schlechter als einem selbst gehen soll. Dazu braucht es heute wesentlich mehr Ausbildung (Kosten und Zeit) als früher, selbst dann sind die Jobs rar.

    Um das zu bezahlen müssen Eltern i.d.R. zu zweit arbeiten. Angesichts der heutigen Flexibilitätsanforderungen mehr als 8 h täglich oft an verschiedenen Orten. Wo sie eigentlich für die Kinder Zeit haben sollten. Wenn jemand zurücksteckt verschlechtern sich die Jobchancen - und damit Einkommen - erheblich. Was mit Arbeitnehmern (vor allem jenen mit Kindern) passiert, wenn sie deshalb ausfallen, krank sind oder pünktlich Feierabend machen wollen (müssen) können sie sich denken.

    Es entsteht also über die Jahre eine erhebliche Benachteiligung von Eltern.

    Der guten Ordnung halber möchte ich erwähnen, dass dies auch für jene Arbeitnehmer/Bürger gilt, die z.B. die Pflege für Angehörige übernehmen bzw. organisieren müssen.

    In unserer dem totalen Markt und globaler Flexibilisierung in Ort und Zeit unterworfenen Gesellschaft kann das Eingehen von Abhängigkeiten und die Übernahme von Verantwortung für die Mitmenschen zum materiellen Abstieg führen.

    Was den von Ihnen erwähnten Arbeitstag von 12 Stunden angeht - so bin ich der Meinung, dass dies angesichts der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung ein Skandal und totales Marktversagen ist. Egal ob mit oder ohne Kinder sollte dies in unserem Land eigentlich kein Standard sein.

    Vielleicht können meine Argumente Ihre Reaktion ein wenig abschwächen.

    Herzlichst.
    Da ich selbst 2 Kinder habe, weiss ich was "das kostet". Ich denke hier aber nicht an mich (ich habe mir das selbst ausgesucht) sondern daran, was Sie meinen Kindern(und Ihren) zumuten: entweder selbst Kinder oder "knallharte Besteuerung". Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass meine Geschwister und ich auch die Rente Ihrer Eltern zahlen. Meine Eltern hat da auch keiner gefragt.
  4. #83

    ...

    Zitat von Herr Hold Beitrag anzeigen
    Da ich selbst 2 Kinder habe, weiss ich was "das kostet". Ich denke hier aber nicht an mich (ich habe mir das selbst ausgesucht) sondern daran, was Sie meinen Kindern(und Ihren) zumuten: entweder selbst Kinder oder "knallharte Besteuerung". Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass meine Geschwister und ich auch die Rente Ihrer Eltern zahlen. Meine Eltern hat da auch keiner gefragt.
    Ins Rentensystem zahlt jeder selbst ein.
    Sonst gäbe es ja keine Ansprüche an dieses System.

    Und wessen Kinder in ferner Zukunft einmal in dieses marode System einzahlen ist fraglich. Ein Großteil der heutigen Kinder wird wohl leer ausgehen und auf die Almosen des Staates angewiesen sein.
  5. #84

    Schulden fressen Zukunft auf

    Zitat von Maxom Beitrag anzeigen
    Tja, jetzt wo die Subventionen fürs Kindermachen weg fallen gibts "plötzlich" weniger Kinder.
    Also haben die Leute wohl hauptsächlich aus finanziellen Gründen Kinder bekommen. Gut dass solche Leute das nun nicht mehr tun!
    So ein Unfug.
    Wer für sich keine Zukunft sieht, zeugt keinen Nachwuchs. In Deutschland gibts schließlich auch Kindergeld, nur: kaum Kinder. Trotz Geld.
    Hier in "old Europe" hat's keine Zukunft für alle U40. Und sogar die U50 sorgen sich schon. Hey, sogar mein Vater, mittlerweile 52, sorgt sich, ob er noch Rente bekommen wird, ob er das Haus wird halten können.

    Hier gibt's keine Zukunft. Und die Griechen sehen auch keine. Das aufgezwungene Sparpaket macht die Gesellschaft kaputt, damit der Schuldzins bezahlt werden kann. OHNE, dass der Schuldenberg kleiner wird, wohlgemerkt.

    Schulden fressen Zukunft auf!
  6. #85

    Ja,ja

    Zitat von Maxom Beitrag anzeigen
    Ins Rentensystem zahlt jeder selbst ein.
    Sonst gäbe es ja keine Ansprüche an dieses System.

    Und wessen Kinder in ferner Zukunft einmal in dieses marode System einzahlen ist fraglich. Ein Großteil der heutigen Kinder wird wohl leer ausgehen und auf die Almosen des Staates angewiesen sein.
    und wer glauben Sie, wird wohl dafür sorgen, dass "der Staat" diese Almosen zahlen kann? Genau, derkünftige Steuerzahler.
  7. #86

    Lieber Herr Hold (II)

    Zitat von Herr Hold Beitrag anzeigen
    Da ich selbst 2 Kinder habe, weiss ich was "das kostet". Ich denke hier aber nicht an mich (ich habe mir das selbst ausgesucht) sondern daran, was Sie meinen Kindern(und Ihren) zumuten: entweder selbst Kinder oder "knallharte Besteuerung". Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass meine Geschwister und ich auch die Rente Ihrer Eltern zahlen. Meine Eltern hat da auch keiner gefragt.
    ...auch ich habe 2 Kinder ;-)

    Selbstverständlich muß ich meinen Kindern dass zumuten: in einem umlagegedeckten Rentensystem - welches ich auf Grund seiner Stabilität gegenüber dem kapitalgedeckten stets vorziehen würde - müssen immer die Nachkommen die Rente der vorherigen Generation finanzieren. Da habe ich auch kein Problem damit.

    Es funktioniert aber nur solange, wie sich Geburten und Sterbefälle etwa ausgleichen. Das war früher der Fall, da konnten auch diejenigen ohne zahlende Nachkommen (und die konnen ja oft nichts dafür) - ich sage es mal salopp - mit "durchgeschleppt" werden, ohne dass diejenigen mit Kindern erhebliche Nachteile in Kauf nehmen mussten. Früher spielte auch die Mobilität uned Flexibilität im Arbeitsleben noch keine so grosse Rolle, die für Familien mit Kindern so schwierig zu erfüllen ist.

    Deshalb halte ich 3 Maßnahmen in Zukunft für unumgänglich:

    - weitere Erhöhungen des Rentenalters (da die Alternative Rentenkürzungen nicht unendlich möglich ist)
    - erhebliche Entlastungen für Familien mit Kindern um deren immer größer werdenden Nachteile auf dem Arbeitsmarkt infolge der notwendigen Rücksichtnahmen und Abhängigkeiten auszugleichen
    - Gegenfinanzierung dieser Kosten durch höhere Besteuerung der Kinderlosen.

    Es geht leider nicht anders, es sei denn:

    - die Einwanderung nach Deutschland (vor allem auch qualifizierter Beitragszahler) wird erheblich ausgeweitet, was ich leider politisch für derzeit nicht durchsetzbar ansehe
    - der Arbeitsmarkt wird grundsätzlich umgestaltet, indem Müttern und Vätern geregelte und flexible Arbeitszeiten zugestanden werden und die Betreuungsinfrastruktur für Kinder flächendeckend verbesserr wird. Angesichts der vorurteilsbeladenen Stagnation und Ignoranz vieler Bürger und Manager/Unternehmer halte ich das ebenfalls für wenig aussichtsreich (obwohl dringend notwendig)
    - sie geben das Umlagefinanzierte Rentensystem völlig auf.

    Das würde ich allerdings sowohl für meine Generation als auch die der Kinder als Katastrophe ansehen - ein Schritt 150 Jahre zurück...

    Grüsse


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