REUTERSWie geht es weiter in Athen? Die Neuwahl in Griechenland droht zum Triumph der Spargegner zu werden. Um das Land trotzdem in der Euro-Zone zu halten, wird in Brüssel nun sogar über eine Lockerung des Reformprogramms diskutiert. Die Planspiele alarmieren Berlin.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838651,00.html
Welche Stärke und welche Abschreckung? Jeder Forderung der Schuldemländer nachzugeben ist ein Eingeständniss, das Deutschland die komplette Eurozone um jeden Preis retten wird. Womit schrecken Sie jemand ab wenn Sie ihm sagen, das Sie bereit sind im jeden Preis dafür zu zahlen?
Das Spiel läuft nun lange genug, wer jetzt immer noch dort investiert ist, dem ist nicht zu helfen. Mittlerweile sollte der Bankrott Griechenlands möglich sein. Auch wenn Sie das nicht einsehen mögen, aber Bankrott ist ein natürlicher Vorgang in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem bei dem die vorhandene Konkursmasse an Leute weitergegeben wird, die hoffentlich besser damit umgehen können als die, die ihn zu verantworten haben. Das wäre ein starkes Signal.
Lieber Herr Köster, ich weiß nicht, wie Sie sich diese Spekulanten vorstellen. Im Zweifel können Sie sich selbst fragen, ob Sie Ihr Geld in GR investieren würden und ob Sie, wenn mit Unterstützung der EU Verträge zur Strukturreform wieder und wieder nicht eingehalten werden, Ihr Geld in diesen EU-Staaten investierten, wissend, dass die Gründe für die Defizite immer noch nicht beseitigt sind?
Sie würden es nicht tun.
Es ist für Deutschland unzumutbar, auf Dauer erpresst zu werden. Das wird die Probleme immer weiter verschärfen und über kurz über lang bricht dieses System ohnehin zusammen. Bitte jetzt das Stoppsignal setzen und wenn es sein muss, auch unter Schmerzen den Euro verlassen.
Stimmt. Zumal sich ja auch einiges in Griechenland ändert, wie Die Zeit in der heutigen Ausgabe auch im Zusammenhang mit den Wahlen am Sonntag berichtet.
Es ist ja in Griechenland manches anders als bei uns. So auch bei Wahlrecht. Völlig unbekannt ist in GR nämlich das Briefwahlrecht. Das Problem hat dieses liebenswürdige Völkchen professionell und zeitgemäß gelöst. Die Auslandsgriechen wurden mit Chartermaschinen zu den Parlamentswahlen bis 2009 eingeflogen. Zu den Parlamentswahlen 2013 starten keine Chartermaschinen mehr. Ein Briefwahlrecht wurde allerdings auch noch nicht eingeführt.
Es ist doch schon seit langem bekannt, dass Griechenland faktisch pleite ist und dass die sogenannten Spar- und Rettungsprogramme zu Gunsten der Gläubiger nur eine künstliche Lebensverlängerung darstellen. Auch die Schwierigkeiten von Spanien, Portugal oder Italien sind keine wirkliche Überraschung. Wir sind im vierten Jahr der Krise und es gibt immernoch keine europäische Lösung dieser Krise. Die politische Kaste, allen voran Angela Merkel, wird für diese Art der Politik auch noch gelobt. Es ist doch absolut erbärmlich zu sehen, wie die europäischen Staaten zum Spielball der Finanzwelt werden und wie die europäischen Politiker völlig ohnmächtig davorstehen. Wenn nicht bald eine gesamteuropäische Lösung gefunden wird und die Staaten nicht endlich ihre nationalen Interessen zurückstellen, wird sich diese Krise sicherlich in einem großen Knall von allein lösen. Ich möchte das nicht erleben. Man kann nur hoffen, dass in nächster Zeit der eine oder andere Politiker zur Besinnung kommt und sich für einen europäischen Staat stark macht. Eine Rückkehr zur alten europäischen Ordnung wirft uns 70 Jahre zurück und macht einfach keinen Sinn.
Eine "Weichwährung" hätte für Sie welchen Nachteil ?
Mir ist der Aussenwert des Euro vollkommen schnuppe, je niedriger, desto besser.
Dass da vielleicht das Benzin nicht mehr ganz so billig sein wird, kann JEDER, der nicht zu faul und bequem ist, durch Fahrgemeinschaften, usw. , abmildern. 2 Personen im Auto, schon hat man 50% weniger Ausgaben für Sprit. Wo sonst kann man so einfach so viel sparen ?
Für den Export wäre ein schwächerer Euro Gold und die Flut des billigen Massenschrotts, die uns die vom neoliberalen Geschmeiß aufgewzungene Globalisierung brachte, wäre eingedämmt.
Dann können T-Shirts auch wieder aus Griechenland kommen, statt von unseren gelben Freunden.
"Die Folgen eines Austritts GR aus dem EURO wären unabsehbar"?
Unabsehbar sind auch die Folgen nach dem immergleichen Pampern von der einen Seite und den Erpressungsversuchen auf der Haben-wollen-Seite.
Wieviel hundert Mal wurde allein in SPON-Foren schon die Devise "Besser ein Ende mit Schrecken..." vorgetragen - und immer noch gibt es Leute, die das nicht wahrhaben wollen und sich immer wieder auf neue Spielchen unverlässlicher GR-Politiker einlassen und offenbar nicht das kleinere Übel wählen wollen.
Ich meine, es wäre ebenso die Ansage vertretbar "Bei Nicht-Austritt GR aus dem EURO-Verband sind die Folgen unabsehbar".
Auch wenn nach GR noch andere in ähnlicher Situation sind, kann man die Erpresserei nicht folgenlos auf ewig hinnehmen, und ab einem gewissen Punkt wird die Situation in den Geberländern möglicherweise zu sozialen Verwerfungen führen, inkl. all dem, was niemand wünschen kann.