REUTERSDie wichtigsten Notenbanken der Welt bereiten sich auf den Ernstfall vor: Sollten bei der Wahl in Griechenland die Reformgegner gewinnen, wollen die Zentralbanken der G20-Länder gemeinsam gegen Turbulenzen an den Finanzmärkten vorgehen. Großbritannien will 100 Milliarden Pfund in sein Bankensystem pumpen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...838984,00.html
Kann mir mal jemand schlüssig erklären, warum das fluten der Märkte mit Geld sinnvoll ist, ausser für die Banken? Ich muss zugeben, dass mein volkswirtschaftliches Verständnis offenbar eng begrenzt ist, aber ich lese immer wieder für mich völlig gegensätzliche Aussagen von "Top-Experten", "Gurus" und "Spezialisten" dazu, ohne auch nur annähernd rauskiregen zu können, wer dabei nicht lügt.
Die einen sagen, man müsse die EZB wie die Fed einsetzen: unlimitiert Geld in den Markt pumpen, die Liquidität hoch halten und die Währung konsequent abwerten. Nur so könne man aus der Krise kommen. Wie funktioniert diese Theorie in der Praxis?
Die anderen behaupten das Gegenteil: Genau diese Art der "Entwertung des Geldes" sei die grundlegende Ursache der Krise. Notenbanken gehörten abgeschafft (sehr extrem z.B. Ron Paul). Man müsse aufhören, aus Geld Geld zu machen (oder dies zu behaupten) und endlich wieder realwirtschaftliches Wachstum anstreben statt "Bankenwachtum".
Mein eigenes, bescheidenes Verständnis sagt mir, dass letzteres eher wahr ist und das ersteres vor allem einer kleinen, aber offenbar sehr einflussreichen "Finanzelite" etwas bringt, den Rest von uns aber im (immer stärker werdenen) Regen stehen lässt. Sind die jetzigen Handlungen rund ums "Krisenmanagement" nicht einfach noch das letzte, möglichst kräftige Abgreifen von Reichtum, bevor alles untergeht?
So kommts mir zumindest vor :-(
Wie immer die Parlamentswahlen in Griechenland ausgehen werden, alle Parteien in Griechenland selbst werden am Euro als Landeswährung festhalten und diese um keinen Preis aufgeben wollen. Man wird in Nachverhandlungen eintreten wollen, günstigere Konditionen erwirken, einen weiteren Schuldennachlaß und weitere Infrastrukturinvestitionsmittel einfordern. Als potentieller nicht mehr leistungsfähiger Schuldner könnte auch eine vorübergehende Aussetzung des laufenden Schuldendienstes in Betracht kommen, um den Verhandlungsdruck zu erhöhen. Die Drachme als mögliche Parallelwährung unter Beibehaltung des Euros dürfte jedoch ausscheiden, da dies eine negative pyschologische Marktwirkung auf die Bevölkerung hätte.
In Deutschland selbst hätte jedoch eine neue DM II als Parallelwährung zum gültigen Euro eine gute Chance, ebenso in Österreich, in den Niederlanden und in Finnland. Dieses Szenario könnte von unserer Seite bei Nachverhandlungen ins Spiel gebracht werden als zusätzliches politisches Druckmittel. Leider wird man diese mögliche Option kaum erwägen, da der politische Widerstand innerhalb der EU zu groß wäre.
100 Milliarden Pfund - Da hat dann mal fix jeder Brite gut 2000€ locker gemacht, weil in Griechenland Wahl ist?
(Hab ich was nicht mibekommen? Irgendwo noch eine Kolonie gefunden, oder am Ende schon wieder Weihnachten?)
Man mag garnicht mehr Lotto spielen - puh ein paar lumpige Millionen...
will Tsipras denn da kippen? GR hält seine Auflagen doch eh schon nicht ein, was auch absehbar war.
Auflagen die die Gewinner der Krise natürlich schützen.
Und die Leute die eh schon nichts haben noch mehr belastet.
Macht weiter so Liebe EURO Fanatiker der dank wird euch sicher sein.
Ich möchte auch ein Europa aber nicht ein undemokratisches und nur für Eliten gemachtes.
Dann können wir das ganze Projekt gleich in die Tonne treten.
Erstaunlich, dass so eine Winzwirtschaft wie die Griechenlands bei allen Casinospielern an den Börsen so ein Hosenflattern auslöst. Die Typen schieben Milliarden hin und her, das Risiko trägt der einfache Bürger, und trotzdem steht den Herren Brokern die Angst ins Gesicht geschrieben, weil sie vielleicht am Monatsende statt 10 Millionen nur 9 Millionen gutes Money gemakt haben.
Zitat: „Die Hauptsorge sei das Risiko von größeren Kapitalabflüssen, sollte sich radikale Linkspartei Syriza eindeutig durchsetzen, sagte ein Vertreter der Euro-Zone. Syriza lehnt die Auflagen der internationalen Geldgeber ab, will das Land aber dennoch im Euro halten.“
Weil also die Linkspartei des kleinen Griechenland bei dem Verarmungsdiktat für die Bevölkerung nicht mitziehen will, könnte das gesamte internationale Finanzsystem in sich zusammenstürzen – was aber ist das für ein Finanzsystem, das an einem so dünnen seidenen Faden hängt? Es ist ein einziges Desaster, ein moderner Turmbau zu Babel mit Kapital-Hohlblocksteinen, die nun von dem bis aufs äußerste angestiegenen Eigendruck auseinanderzubrechen drohen.
Spanien krankt, Italien wankt, die Engländer erfinden mal schnell 100 Milliarden Pfund – mehr Geld, immer noch mehr Liquidität, immer noch mehr verrückt große Kapitalspritzen: für die Banken, für die Banken, für die Banken... das ist ein Tollhaus, fern von jeglicher Vernunft und ohne jeden Verstand.
Die gr Boerse erzielte Gestern ein Plus von 10,12%. Der Bankensektor insbesondere hatte Gewinne von 23,39%. Wahrscheinlich hat der g. Markt ganz andere Prioritaeten. Irgendwie verwirrend die Nachricht der gr Boerse.
http://www.naftemporiki.gr/finance/story?id=2194029