Griechenland: Konservativer Samaras will sich an Koalition beteiligen

AFPDie Bildung einer Regierung in Athen wird immer wahrscheinlicher. Jetzt wollen sich die Konservativen an einer Koalition beteiligen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen dem Vorsitzenden Antonis Samaras und Sozialistenchef Evangelos Venizelos.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...832614,00.html
  1. #90

    Katzeklo

    Zitat von katzenfreund10 Beitrag anzeigen
    Liebe Griechen kommt mal in die Gänge. Es ist allein eure Entscheidung. Ihr und nur ihr entscheidet. Wollt ihr im Euro bleiben oder nicht? Eure Entscheidung. Aber ihr müsst auch mit den Reaktionen leben müssen. Ohne die geforderten Sparziele zu ereichen
    werdet ihr kein neues Geld bekommen. Entscheidet euch. Ihr müsst entscheiden was ihr wollt. Der Euro wird ohne Griechenland überleben. Die Griechen ohne Euro? Ich weiß es nicht. Liebe Griechen ihr wisst aus dem Euro ist auch raus aus dem "Euro Target2 Systrem". Und ehrlich bei eurem Saldo in der Außenhandelsbilanz würde ich mir zweimal überlegen. Liebe Griechen ihr müßt viel,viel mehr importieren als ihr selbst exportiert. Zynisch ausgedrückt ihr könnt ohne von aussen unterstützt zu werden gar nicht überleben. Wo habt ihr Industrie? Aber ihr benötigt Industrieprodukte,oder nicht? Wie wollt ihr in Zukunft eure Autos zahlen? Kommen alle aus dem Ausland. Noch schlimmer wo bekommt ihr eure Medikamente her? Habt ihr im Land eine Pharmaindustrie?
    Lieber Katzenfreund!
    Wenn der Satz: „Zynisch ausgedrückt ihr könnt ohne von außen unterstützt zu werden gar nicht überleben...“ stimmt, ist Ihr Statement nicht nur zynisch sondern auch brutal. Sie verurteilen das griechische Volk damit zum Nicht-Leben. Ob mit oder ohne Euro. Aber wenn das so ist, gibt es doch zu einer Unterstützung Griechenlands gar keine Alternative! I H R E eigene Argumentation!!!
  2. #91

    Zitat von wiegederdemokratie Beitrag anzeigen
    Entschuldigung, aber Sie haben sich gerade selbst widersprochen. Sie haben das Argument, dass nicht alle Menschen zu einem Thema kompetent sind abqualifiziert mit der Bemerkung: "Das ist völliger Unfug!". Dann begründen Sie Ihre These jedoch nicht, sondern stellen dar, dass die Politiker auch keine Ahnung haben.
    Nein, leider wurde bei meinem Zitat nur der erste Absatz des Kommentars hinzugefügt. Der Unfug sollte dem Satz gelten, dass die gewählten Volksvertreter schlauer sind das die Masse des Volkes. Denn warum sollte das so sein, wo doch das Parlament das Volk repräsentieren soll.

    Zitat von wiegederdemokratie Beitrag anzeigen
    Nehmen wir mal ein Beispiel zur Darstellung: Würden wir eine Volksabstimmung inszenieren zu der Frage, ob Deutschland weiterhin Griechenland, Spanien, Irland etc. mit Steuergeldern unterstützen sollte möchte ich behaupten, dass die Antwort mit einer Quote von mehr als 50% ein Nein wäre. Denken Sie dass diese Antwort für unser Land, unsere Wirtschaft gut wäre? Manchmal müssen Politiker unliebsame Entscheidungen treffen (z.B. Hartz IV) die die Menschen alleine evtl. nicht treffen würden. Oder?
    Also wissen die Volksvertreter dann doch besser als das Volk, was es eigentlich will? Das Parlament wird mit Politikern gefüllt, die die Interessen der Bürger im Reichstag zum Ausdruck bringen sollen. Wenn die Masse der Bürger und Wähler nunmal keine Alimentierungen nach Europa wünscht, dann haben die Volksvertreter verdammt nochmal auch im Sinne des Volkes abzustimmen - was auch immer dann für Konsequenzen dadurch entstehen. Ihr Argument ist auf jede Entscheidung im Bundestag anwendbar. Wir (die Volksvertreter) wissen es nunmal besser! Wozu dann noch wählen?
  3. #92

    verständlich...

    wenn menschen so sehr in die enge getrieben werden, ist es doch nur verständlich das sie sich wehren.
    da sie das mit rechtstaalichen mitteln nur bei wahlen machen können, ist es doch sehr gut verständlich, das sie auf diese radikalen parteien hereinfallen, welche ihnen linderung ihrer not versprechen.
    hunger und wohnungslosigkeit tuen eben weh.
    die leute die dann "selbst schuld" rufen, sind allzumal ignoranten oder einfach nur dumm.
    ich persönlich bin froh, das die griechen sich gegen diese art von ausbeutung wehren,
    und wäre noch froher wenn die deutschen sich daran ein beispiel nähmen.
    denn auch in good old germany werden die daumenschrauben immer enger gezogen.
    auch wir bekommen eine "illusion vom demokratie" vorgegauckelt, aber wir wollen das ja so haben....
  4. #93

    Antikorruption

    Zitat von mocki Beitrag anzeigen
    Waum sind jetzt bei Neuwahlen die Linksextremen stärkste Kraft? Gestern hieß es noch, aufgrund deren Verhalten bisher würden sie stark verlieren. Glaskugel? Wie auch immer, es wäre gut wenn die beiden etablierten Parteien keine Regierungsbeteiligung hätten. Das korrupte System muss grundlegend erneuert werden. Sollen es die Linksextremisten mal machen.
    Das war Quatsch, der Griechskat war leicht durchschaubar, Samaras schmeisst schnell, die Linken reizen es aus, und Venizelaos hat Zeit zu kungeln. Dann der geradezu saudämliche Versuch mit der gesperrten Mrd. Die rasselt jetzt Pasok um die Ohren. Ich denke viele in der EU haben es nicht verstanden - das war auch und vor allem eine Antikorruptionswahl. In Brüssel werden bald auch einige Pöstchen neu besetzt werden müssen. Außerdem gab es schon gestern eine Umfrage, danach war eigentlich alles klar.
  5. #94

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Labern Sie keinen Springer Schwachsinn. Die Griechen sind genauso ehrlich und genauso korrupt wie wir, daran liegt das alles nicht.

    (...)

    Ich persönlich verleihe eh nie Geld, ich verschenke es, wenn ich es über habe. Und wenn ich es nicht direkt über habe, verlange ich trotzdem nicht mehr zurück, als ich gegeben habe, das ist widerlich.

    Was anderes wurde aber nie getan, es ist das Verhalten von Kredithaien und ein gesamtes Volk, das mit den Entscheidungen noch nicht einmal etwas zu tun hatte, wird dafür nun ausgeschlachtet. Und wir machen mit, so viel kann man gar nicht essen, wie man...
    Sie sprechen mir aus dem Herzen, was die Griechen angeht. Was die widerlichen Zinsjägerverhaltensweisen angeht, vermute ich dahinter aber fast mehr Angst als Gier. Angst: kein Vertrauen auf die Zukunft, kein Vertrauen darauf, daß die kommende berufstätige Generation für die Alten sorgen wird (Umlagesystem!) kein Vertrauen darauf, daß das Brot, was ich in zwei Jahren essen werde, erst in zwei Jahren (- ein Tag) gebacken werden kann und wird.

    Ich kann nicht mit Zettel- und Zahlensammeln der Zukunft das Unbekannte "abkaufen". Das aber machen uns die Banken und Versicherungen weis, die an unserer Angst verdienen. Dummerweise ruinieren die Zins- und Zinseszinsversprechen (nichts anderes ist das dauergeblöke von notwendigem Wachstum) als Nebenwirkung unsere Gesellschaftsordnung.
  6. #95

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    Die wirkliche Kernfrage ist doch, wer für diese historischen Ereignisse und die daraus resultierenden politischen und ökonomischen Entscheidungen die Verantwortung übernimmt!

    DER SPIEGEL*39/2010 - Der Preis der Einheit
    Warum wurde die D-Mark abgeschafft? - YouTube
    Auch recht schön:
    Deutscher Bundestag: Historische Debatten (13): Ringen um den Euro
  7. #96

    "radikal" ist richtig

    Zitat von hanswep Beitrag anzeigen
    Wenn es zu Neuwahlen kommt, dann bekommt die von den gleichgeschalteten deutschen Medien genüsslich genannte "linksradikale Partei" SYRIZA mehr als 25% der Stimmen. Das weiß Herr Samaras ganz genau, ebenso wie sein pseudosozialistischer Kumpel Venizelos von der PASOK-Partei. Also versuchen jetzt die Beiden, Ihre sinkenden Partei-Schiffe vor dem Untergang zu retten. Wenn die SYRIZA-Partei an die Regierung kommt gibt es keine politische Kraft mehr, die Ihre mafiösen Machenschaften decken kann. Es wird alles ans Licht der Öffentlichkeit kommen.
    Die Übersetzung von SYRIZA (synaspismos rizospastikon aristeron) lautet "Koalition der radikalen Linken". Die in den deutschen Medien benutzte Bezeichnung ist also nicht ganz falsch (hat aber im Griechischen eher eine positive Konnotation).
  8. #97

    Na ja

    Zitat von kuddel37 Beitrag anzeigen
    Alle Parteien wollen weiter in der EU bleiben und weiter auf Kosten anderer leben. Hat doch bisher blendend funktioniert und die Rettunsgsgelder fließen eh solange man nur genug Versprechen ab gibt.
    Es wird wohl erst einen Aufstandes der Steuerzahler der Geberlander geben müssen, bis den Parasiten der Rüssel gekappt wird.
    Den Aufstand hat es in Finnland, der Slowakei und den Niederlanden schon gegeben! Nur dass eben die Medien lieber über die ach so armen Griechen berichten und deren merkwürdiges Wahlverhalten zu einer Art europäischer Ur-Demokratie hochjubeln. Senden die Finnen ein klares Signal gegen die Transferunion, ist das Rechtspopulismus. Senden die Griechen ein klares Signal, dass sie an ihrem verkommenen System nichts ändern wollen, ist das ein Schrei nach sozialer Gerechtigkeit. Journalisten urlauben eben eher im Süden als im Norden. Na ja.

    Spannend wird es, wenn die Deutschen endlich klare Kante zeigen und auch mal das deutsche Volk zu Wort kommen lassen. Die EU kann wohl kaum ignorieren, wenn 30 Mio. Deutsche den Geldhahn zudrehen wollen. Meinetwegen kann man das auch über die FDP machen: Die muss den Griechenwahn stoppen, auch wenn Merkel das nicht mag und Herr Chatzimarkakis wegen Loyalitätsbeschwerden den Schlaf verliert. Der Wähler würde es belohnen.
  9. #98

    Zitat von Markenfetischist Beitrag anzeigen
    Führen Sie bitte einmal einen Realitätscheck bei sich durch. Die "Linksradikalen" werden NICHT aus Protest gewählt, sondern weil sie komplett eine andere Politik versprechen, die die Griechen nun einmal wünschen. Nennt sich Demokratie, dieser Prozess, und geht vollkommen in Ordnung. Volkes Wille und so.
    Das ist ja alles schön und gut - nur muss das griechische Volk dann auch mit den Konsequenzen ihrer demokratischen Entscheidung leben. Das gilt für Staaten genau so wie für einzelne Personen und nennt sich "Verantwortung übernehmen". Aber bei diesem Punkt ducken sich die dollen Linksextremen ja immer weg und suchen die "Schuldigen" (Reiche, Unternehmer, etablierte Parteien, Zinssystem, Kapitalismus, schlechtes Wetter, etc pp).

    Die Linke in Gr propagiert keine "komplett andere Politik", sonden ein 100%ges "weiter so wie bis 2010" - Konsum auf Kosten der anderen EU-Staaten. Da die zahlenden Länder nicht mehr mitmachen wollen, wird sich dieser echt innovative Politkansatz in Luft auflösen...
  10. #99

    Nachgeholte Volksabstimmung!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Bildung einer Regierung in Athen wird immer wahrscheinlicher. Jetzt wollen sich die Konservativen an einer Koalition beteiligen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen dem Vorsitzenden Antonis Samaras und Sozialistenchef Evangelos Venizelos.

    Griechenland: ND-Chef Antonis Samaras will Koalition mit Pasok - SPIEGEL ONLINE
    Wieso sieht es nicht gut aus, wenn eine Regierungskoalition nicht zustande kommen sollte? Neuwahlen wären der wünschenswertere Weg. Die anvisierten Strukturmaßnahmen lassen sich doch ohnehin nur durchsetzen, wenn eine Mehrzahl der Griechen hinter ihnen steht. Und diesen Willen haben die Griechen durch die letzte Wahl nicht zum Ausdruck gebracht.

    Neuwahlen kämen hingegen der von Papandreou bereits im Nov. 2011 vorgeschlagenen Volksabstimmung über den Euro-Rettungsplan gleich. Die Griechen würden nochmal ganz klar vor die möglichen Alternativen gestellt:

    Wählen sie die ND und Pasok in die Regierung, dann geben sie ihr "Ja" zu den Sparmaßnahmen und können sich im Nachhinein über die Kürzungen nicht beschweren. Wählen sie die radikale Linke, sagen sie damit "Nein" zum Euro und werden wohl aus der Währungsunion ausscheiden. Auch diese Entscheidung hätten sie dann aber ganz bewusst und in eigener Verantwortung getroffen. Im Übrigen wäre letzteres wohl für alle Beteiligten ökonomisch auch am sinnvollsten.