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Grausame Kolonialherrschaft: Japan entschuldigt bei Südkorea

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat sich entschuldigt - für die Herrschaft seines Landes über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945. Viele Koreaner wurden damals zum Kriegsdienst oder zur Prostitution gezwungen. Er empfinde "tiefe Reue", sagte Kan.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...710995,00.html
  1. #10

    Japans Kolonialgeschichte

    Diese Entschuldigung ist eine rein politische Geste, die ich als pure Heuchelei empfinde.

    Auf den Philippinen wurde mir gesagt:
    "Den Deutschen mußte erst mal gesagt werden,
    dass sie Herrenmenschen sind.
    Die Japaner wussten das über sich schon immer."
    Und viele Japaner, die ich in auf den Philippinen und in Indonesien erlebt habe, scheinen noch nicht zu wissen, dass sie den Krieg verloren haben. Sie benehmen sich jedenfalls so, als ob sie immer noch überall das Sagen hätten.

    Und all die Frauen und Mädchen vieler Nationen, die von den Japanern zur Prostitution gezwungen wurden, haben bis heute noch kein Wort der Entschuldigung erhalten.
  2. #11

    bitten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat sich entschuldigt - für die Herrschaft seines Landes über die koreanische Halbinsel von 1910 bis 1945. Viele Koreaner wurden damals zum Kriegsdienst oder zur Prostitution gezwungen. Er empfinde "tiefe Reue", sagte Kan.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...710995,00.html
    nun, entschuldigen können nur die opfer die täter. diese können lediglich um vergebung bitten.
    das müssten sie schon selbst tun, es leben ja noch einige vergewaltiger der sogenannten trostfrauen, der zwangsprostituierten.
    es geht hier um eine völlig andere einstellung eines grossteils der japanischen gesellschaft, nämlich der anerkennung der unrechtsherrschaft durch einen ähnlich mörderischen faschismus wie in deutschland.

    die regelmässige offizielle ehrung aller militärs (auch der kriegsverbrecher) durch staat und tenno im yasukuni schrein spricht allerdings gegen diese tiefe einsicht.
  3. #12

    .

    Zitat von PeteLustig Beitrag anzeigen
    Das Verhältnis zwischen Japan und Nord-Korea kühlte sich mit jeder über Japan geschossenen Kommunisten-Rakete merklich ab, so dass Japan in den letzten Jahren zunehmend auf Distanz zum bislang in relativer Freundschaft verbundenen Nord-Korea ging und nun den bisherigen Rivalen (historisch und wirtschaftlich) Süd-Korea als Bündnispartner sucht.
    Also diese von Ihnen angesprochene "relative" Freundschaft zu Nordkorea kann ich nicht nachvolliehen. Bei den vielen Entführungsfällen von Japanern (auch jugendlichen) durch Nordkoreanische "Kommandos" nach Nordkorea kenne ich eigentlich eher das Gegenteil - Japan hat Nordkorea schon immer sehr kritisch gesehen.
  4. #13

    dummheit und stolz wachsen aus einem holz

    Zitat von PeteLustig Beitrag anzeigen
    ...

    Erschwerend hinzu kam, dass die Japaner ein sehr stolzes Volk sind und Fehler öffentlich ungern zugeben...
    bisher sah man sich lediglich als opfer (z.b. hiroshima), denn als täter. der mythos vom nicht gesicht verlieren ist doch vorgeschoben als billige entschuldigung für die nicht beschäftigung mit der dunklen vergangenheit des faschistoiden japans.
  5. #14

    Japan hat sich schon mehrfach entschuldigt

    Nur um mal für Klarheit zu sorgen:

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of...ssued_by_Japan
  6. #15

    Naja

    Kolonialismus war nichts illegales. Außerdem funktioniert Kolonialismus nur wenn die Gesellschaft kooperiert. Und fast die gesamte südkoreanische Nachkriegselite hatte mit Japan kooperiert. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass viele Klasse B Kriegsverbrecher Koreaner waren. Billiges Schwarz-Weiß-Denken funktioniert hier nicht.
  7. #16

    Diplomatie

    Zitat von lmike Beitrag anzeigen
    Brandt entschuldigte sich damals bei einer gesamten Nation.
    Hat sich Naoto Kan heute auch bei den Menschen im Norden Koreas entschuldigt?
    Es wäre absurd, er würde sich nur bei den Koreanern im Süden entschuldigen, obwohl wenn man die verwendete Schreibweise für den Begriff "Japanische Annexion Koreas 100 Jahre" betrachtet, man leicht zu diesen Irrtum gelangen könnte:

    1.) 日併合100年
    2.) 日併合100年

    Hanguk (韓) ist die aktuelle Bezeichnung die Südkorea verwendet Choseon (朝) die von Nordkorea. Erstere wurde verwendet, letztere wäre aber ein Affront. Die Bezeichnung Choseon ist aus japanischer Richtung in Südkorea nicht gerne gesehen, da Japan dies auch als Bezeichnung seiner Kolonie verwendete. Die Verwendung von "han" hat hier keine ausgrenzenden, sondern rein diplomatische Gründe.
    Diese leiden m. E. immer noch an den Folgen der japanischen Besatzung.
    (Die Herrschaft der Kim-Familie im Norden ist für mich eine Folge der japanischen Besetzung)
    Nicht jedes Übel in Nordkorea kann man den Japanern zuschreiben.
  8. #17

    Auf Thema antworten

    Zitat von maximixa Beitrag anzeigen
    bisher sah man sich lediglich als opfer (z.b. hiroshima), denn als täter. der mythos vom nicht gesicht verlieren ist doch vorgeschoben als billige entschuldigung für die nicht beschäftigung mit der dunklen vergangenheit des faschistoiden japans.
    Ob wir uns mal abgewöhnen können überall das Adjektiv "faschistisch" dranzuhängen, nur weil eine Sache ein Kriegsverbrechen ist?
    Das Japan damals war eine Kolonialmacht. Imperealistisch sicher, aber genausosicher nicht faschistisch.
  9. #18

    mit begriffen begreifen

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Ob wir uns mal abgewöhnen können überall das Adjektiv "faschistisch" dranzuhängen, nur weil eine Sache ein Kriegsverbrechen ist?
    Das Japan damals war eine Kolonialmacht. Imperealistisch sicher, aber genausosicher nicht faschistisch.
    ganz sicher lässt sich darüber diskutieren... ;-)

    Faschismus als übergeordneter Gattungsbegriff eignet sich für die Bewegungsphasen der drei genuin entstandenen, gemeinhin so genannten Faschismen in Deutschland, Italien und Japan.
  10. #19

    ich hasse Titelzwang

    Zitat von maximixa Beitrag anzeigen
    ganz sicher lässt sich darüber diskutieren... ;-)

    Faschismus als übergeordneter Gattungsbegriff eignet sich für die Bewegungsphasen der drei genuin entstandenen, gemeinhin so genannten Faschismen in Deutschland, Italien und Japan.
    Faschismus hat andere Merkmale als das was in Japan vor sich ging. Und das ist auch nicht genuin entstanden in Japan.
    Die Rassenideologie Nazi-Deutschlands war so ja auch nicht im faschistischen Italien so zu finden. Was die Sache nicht schöner macht. Die Japaner haben sich nicht dem Anti-Semitismus in dieser Phase verschrieben. Aus der englischen Wiki
    In terms of anti-Semitic policies of Adolf Hitler's Nazi Germany, foreign minister of Japan Yosuke Matsuoka at one point said on December 31, 1940 to a group of Jewish businessmen that he was

    “ the man responsible for the alliance with Hitler, but nowhere have I promised that we would carry out his anti-Semitic policies in Japan. This is not simply my personal opinion, it is the opinion of Japan, and I have no compunction about announcing it to the world.[9]
    http://en.wikipedia.org/wiki/Sh%C5%8...ra-nationalism


    Damit will ich nicht aussagen das die Japaner nix gemacht haben. Das was sie taten, entstand aus einer anderen Ideologie und Motivierung, was sie taten, war Barbarisch.
    Das Massaker von Nanking ist eines der grausamen Verbrechen an der Menschheit.
    Japanologen sprechen soweit ich es Überblicke von Ultranationalismus im Zusammenhang mit Japan.
    Seine Entwicklung beruht auf Prozessen aus der Modernisierung Japans, dem Wechsel vom Tokugawa-Bakufu hin zum Kaiser und der Abgrenzung zum Westen. Elemente von Konfuzianismus und Staats-Shinto nach unterschiedlichen Meinungen mit involviert.


    Zu der Entschuldigung,
    da kann ich dem Spiegel nur mal raten die japanische Fassung der Entschuldigung mit deutscher Übersetzung reinzusetzen.
    Weil anhand der Höflichkeitsformen ließe sich dann eher erkennen was der Premier gesagt hat. Außer das es sicherlich sehr höflich war. Aber die Nuancen...
    Weil bisher ging Südkorea nicht davon aus, das die Japaner für den Krieg Reue zeigten, sich entschuldigen und Vergebung erbaten.








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